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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1904-01-01 · No. 13. (1904) · p. Seite 51

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
28 (1904)
Issue
No. 13. (1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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wesen zu sein. (Lev. 13,401 *). Nur in Trauerfällen war das Abscbneiden des Haares bis au:' die Kopfhaut üblich 3). Dieser Brauch erstreckte sich aber nicht auf die Frau8). Im Gegensatz zu den Priestern Egyptens, welche Haupthaar und Bart glatt schnitten, sollten die Priester in Israel das Haupthaar kurz gestutzt tragen4 *); im Gegensatz zu einzelnen arabischen Stämmen, welche die Rundgestutzten genannt wurden, weil sie eine, wohl mit ihrem Religionswesen zusammenhängende Tonsur trugen, sollte keiner in Israel sein Haupthaar und Bart rund abnehmen lassen6). Wo tiefe Trauer ocer sittliche Entrüstung über peinliche Vorgänge einzog, dort äußerte sich solches durch das Zerraufen des Haares6). — Weißes Gewand und geschorenes Hair war das Kennzeichen festlicher Stimmung. So erscheint auch Israel am Neujahrstage vor Gott7). Mar nahm ein Bad, ließ sein Haar schneiden und weshselte das Gewand, sobald man von einer hohen Persönlichkeit empfangen werden sollte. Es galt als unschicklich, mit struppigem Haar vor einen Herrn zu treten8). Im biblischen Zeitalter war zierlich 5s Lockengekräusel auch bei der männlichen Jugend beliebt9). Im talmudischen Zeitalter hingegen galt las Tragen langen Haares als heidnische Art und war verboten10) — sieht der böse Trieb einen Menschen, de ■ sein Auge schminkt, sein Haar kräuselt und mit gehobenem Fuße geht, dann spricht er: der ist mein!11) Simson 1)Vgl. 2. K. 2,28; J. Sabb. 17 d; Sota 46 b 1ל vgl. mein: das Jahrhundert nach 4em babyl. Exile, S. 207 f, *) TU, Micha 1,6; sonst גלח• V&1. Jer. 48,87; שפח, Piel, Jes. 8,17, das Haar ausfallen machen. Der Lippenbart (שפם) wurde zu Trauerzeiten-verhüllt, Lev. 18,41. 3) Semach. 7; vgl. Hai. Gedol. 43 b. Als Grundsatz darf hingestellt werden: Völker, welche gewöhnlich ihr Haar länger trugen, sohnitten es in Trauerfällen ab und umgekehrt, vgl. Her. 2,86; Alexander, ab Alexandro Neap. bei Graevius, Thes. 12, p. 1460 f. 4) Lev. 11,6; vgl. Ez. 44,2. s)!קצוצי פאר, Jer. 9, 25; 49, 82; Herod. 8,18; Joä. c. Ap. 1,22, vgl. Lev. 19,27; ,*88« ,פאן. pattu, Sabb. 64 b. j 8) Hiob 1,20; Am. 8,10; Esra 9,8 u. ö. 8. dak. Lev. 19,28; Deutr. 14,1; פרע, aas. pirtu, das volle Haupthaar[; 'פ mit ראש, das Haar wachsen lassen, Num 6,6; תלש שער> Jjemandem das Haar ausraufen, Bech. 90c; vor Schmerz sich aas Haar ausraufen, Ned. 50 b. י) J. R. h. 57b; Lev. r. 5. ן 8) Gen. 41,14; Mag. 16a. 9) תלתלים, Hhi. 5,11, vielleicht Verdoppelung von תל, Haufen, die Lockeu fallen haufenweise hernieder; 10) Vgl. Lev. r 23; Deutr. r 2; Tos. Sabb. j; אלו דברים מדרכי אמורי הסספר קומי והעושה בלורית; Sot* 46 bבלורית ־ ראה להן כאמוריים; Sanb. 21a wird von den Kipdern Davids erzählt, sie seien sehr schön gewesen und haben langes Haar getragen, vgl. Rascbi zu Kid. 49a 8. v. 'מג' רל). Auch die Perser trugen langes Haar, Ber. 8b, vgl. Her. 6,2(14; 7,829,23; sie wurden mit Bären verglichen, Kid. 72 a, dpher auch ihr Schutzengel דוביאל genannt wurde, Joma 77al Das Wort בלורית ist nicht befriedigend erklärt, vgl. Brüll, Jahrb I, S. 164 f; Levy, s. v. führt es auf: vellus, das gerupfte Haar zurück. Das Wort bezeichnet nach meiner Ansicht: die Valerianische Art, das Haar zu tragen, wie תספורת לוליינית, dj® Julianische Art, Sanh. 22b, Ned. 21a, als kunstvoll bezeichnet; — am Hofe des Luc. Vt-rus trug man langes Haar,[ Friedländer, Sittengesch I, 328. ״) Gen. r. 22. stürzte durch sein Haar ins putzte sich mit seinem Haare sein Leben1); Josef, obgleich wurde noch ein Knabe (נער, vgl weil er ein kindisches Wesen beku sein Auge und kräuselte sein Haaf Pharao habe die Israeliten gez zu tragen3), will die Agada die egyptischen Königs kennzeichnen. (Fortsetzung fol|d-) Verderben, Absalon and verlor durch es bereits 17 Jahre alt, Gen. 37,2) genannt, ndete; er schminkte 3). Mit dem Berichte, ,vfungen, langes Haar große Tyrannei des Ueber Lautspiele in dev sonstigen jüdischen Bibel und dem Schrifttum.*) Wenn Zwei um etwas streiten, so müssen sie sich zuerst über* den Gegensta 1d des Streites verständigen, um nicht beiderseits i 18 Blaue zu schießen So steht es auch bei der Frage, ob in den Schriftwerken der Alten Reime, Rhythi nen, Gleichklänge zu finden sind, wo wir sie nicht vermuten. Wir haben uns darunter niept stets beabsichtigte Dichtformen zu denken, sondern kürlich wirken soll, wo 8i;h dem Menschen eigentümliche Klänge bieten und die Satzform von selbst sich zuspitzt. Wer Streitende beobachtet hat, der Drang, einander zu überbiete 1, die Neigung zu neckischem Reim, zum Silbei!stechen, zum Verdrehen der Worte, zum Wiederholen in anderem Sinne bemerken. dem Volke etwas erzählt, korjimt er leicht dazu, in den von ihm als gewählter ai gesehenen Ausdruck zu verfallen, und es zeigen sich folge die gleichen Gestaltungen Daher alles alte Schrifttum späteren Zeit ungehörige, wen Künstlerabsicht aus dem Volkp stammt, Stabreim, Rhythmus und Endreim zeigt. Nehmen wir in der Thj)ra, 188 ,עפר ואפר ז•18 ,חמאה וחלב לשוח בשדה, so sind das nur einige flüchtig im Vorbeigehen aufgegriffene Beispiele gleichklingender Wortanfänge; die Verschränking zeigt Gen. 8« 'ורע וקציר וקור וחום וקיץ וחורף בו• Daß wir nur diese Worte herausgreifen, wird uns Niemand verübeln nur die entschieden hervorgehot enen Begriffe zeigen diese Gestalt, nicht alle noch dazukommenden Be- Ziehungen der Satzaussage. Wenn wir Deutschen keinle ״Tat tun“, keine ״Rede reden“, keine ״Leistung leisten“ können, so entgeht unserer Sprache ein Hiuptmittel entschiedenen Ausdruckes. מות תמות , הרמש החמש, Gen. 7u ואברכה •12 .נלבנה לבנים ונשרפה לשרפה •11 ,וכפרת בכופר מברכיך (cf. ״17 ,ראיתי אחרי רה«י ״16 ,(ואורריך ארור בעולת «20 ,מעשים אער לא■ יעשו עשית עמדי 209 ,המול ימול בעל — die Möglichkeit solcher Ausdrucksweise ver■ sinmal zwei heftig!rird schon in ihrem des Gleichen Wenn Jemand aus in Satz- und Wort- und alles selbst der n es ohne bewußte Gen. 41. נע ונד. 21*3 23 ,ולניני ולנכדי*• Sota 1,8; 3,16. Gen. r. 84; Jalk. Koh. r. 15,4. Gen. 140. S. die Bemerkung zu dem G0L ־ Nummer. d whmidt’sohen Briefe in

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