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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1904-01-01 · No. 9. (1904) · p. Seite 34

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
28 (1904)
Issue
No. 9. (1904)
Date
1904-01-01
Page
Seite 34 (sequence 2)
Language
German
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genommen hat, wird er doch wohl sein Urteil vorsichtiger durch Tatsachen begründet haben. Wir wollen sehen. Beginnen wir, mit dem, was er über das von mir angeführte Alphabet sagt: ״Ein wahres Taschenspielerstückchen,“ meint Blau, und dann: ״Vielschlimmer noch treibt es der Verfasser in seiner Schrift.“ Nachdem ich früher ״Berge an Haare gehängt“, werde ich nun öffentlich ״talmudiseher Taschenspieler“, und in den Geheimnissen meines Buches ״treibe ich es schlimm“. Immerhin fange ich an, in meiner Achtung zu steigen. Ein Taschenspieler muß geschickt sein.' Blau meint, daß ich (S. 82) bei מרחיצין das צ für das Alphabet in Anspruch nehme. Ich betrachte vielmehr dort das צ als ausgefallen, ,wenn es nicht in מרחיצין (Gern. Jer. Sabb. 13» heißt es סרחיצין את הקטן) dem Gedächtnisse merkbar, versteckt ist.“ Heißt das, es ist 80? Hat Blau nicht gesehen, daß bei Anführung der Misehna der Satz eingeklammert ist? Was heißt das? Es ist eine Vermutung I Durfte Blau das unbeachtet lassen? Also das ist das Schlimme. Und gibt es denn nicht solche Merkbuchstaben? £1 Dunaschs ־דרזר יקרא findet sich sein Name in לשמנו, ונרחיב, בסוג׳ החך — also unmöglich ist dies צ in der Nähe des 'ק von*p^ durchaus nicht Lasse ich nun Blau zuliebe'die נדה gegen ע׳ו fallen, so kommt in סיכה später das o dazu, sodaß wir jedenfalls aus einem zweiten Alphabet '0 und 'ע vor uns sehen, wozu vielleicht das 'נ von נרה kommt. Die verwandten Bestandteile נ׳ס׳ע sind dann neben einander. Der Rest bietet immerhin פולטת .ערוגה ספינה (nach ausgefallenem צ, wenn die Vermutung mit םרחיצין את הקטן nicht Stich hält) finde ich קושרין also sofort קר׳ש zusammen1) und auch weiter alliterierend viel ש und קושרין לשון של והורית בראש שעיר המשתלח:ר,ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß hier ר und ש nach ק herrschen und man zuletzt bis שת in המשתלח geführt wird, ja, daß סי כה hierhergezogen ist, weil ש ס und dies —v und dann das כשתיה gut den Schluß bildet. Sind so manche von Zunz entdeckten Dichtemamen besser begründet? Dies Alles kann nicht nichtig sein, selbst wenn man die Möglichkeit, daß das Gefühl irre, in Betracht zieht. Daß es aber das einzige Beispiel eines Alphabets in meinem Buche ist, (denn meine Entgegnung ist nicht mein Buch) beweist wiederum, wie flüchtig Blau es gelesen. Hat er gelesen, was ich über Demai 5*-• (rückläufiges Alphabet סיטון, עני, פלטו־ und נהתיס ist aus besonderen Gründen nach 3 gerückt) gesagt? Und da meint er in seiner Entgegnung: ,Ein wahres Taschenspielerstückchen ist der einzige Beleg für dieses Alphäbet.“ Der einzige in der Entgegnung. Geht ihn denn aber mein Buch nichts an, nichts der von mir ihm entgegen gehaltene Vorwurf, daß er es nicht gelesen? Es ist eine böse Art, dem Bahnbrecher auf eigenartigem nicht bekannten Gebiete diese Eigenart nicht zugute zu halten. ') Wer di• Laufspiele des Talmuds besonders in סיצצים kennt, wird das nicht belächeln. Schlimmer wird die Sache bei den Reibaen, weil da der Vermutung weniger Raum geboten wird. ״Im ersten Beleg,“ sagt er, ״reimt Peah 4!0 mit 7 s. Ein sonderbarer Beleg an erster Stelle.“ Blau hatte an erster Stelle zwei einander fernliegende Mischnas gerügt, die ich als gereimt angesehen — mußte ich nicht an erster Stelle mit zwei ebensolchen dienen, die aber unzweifelhaft sind, nach dem, was ich von Schebuoth 1! angeführt? Darum sagt er auch weiter: ״Aber selbst wenn diese zwei Sätze neben einander ständen —“ das mußte er sagen, weil ich die Möglichkeit, daß man weiterliegende Mischnas zusammenziehen kann, durch Schebuoth 1! zur Gewißheit erhoben habe, und ich nagele dies Zugeständnis fest bis zum Gegenbeweise. Also ״selbst wenn diese 2 Sätze nebeneinander ständen, wären sie nicht beweiskräftig, denn sie sind lediglich zwei gleichgeformte Sätze zweier Gesetze, in denen die zwei Hauptbegriffe (Ernte und Lese) naturgemäß mit nomina actionis ausgedrückt (kezirah und bezirah). Es ist ein Reim wie etwa ״Hier ist verboten zu baden“, ״Hier ist verboten zu schwimmen,“ Nein, es sind vielmehr Reime wie folgende: ״Hier ist verboten zu baden“ und ״Hier ist zu schroten beim Laden“ (schroten etwa für Schrot auflegen), denn die Worte heißen: איוהו לקט׳■ (1הנושר בשעת הק צירה■ איותו פרט? הנושר בשעת הב צירה• Und da sie entfernt von einander stehen, so ist die Sache weit merkwürdiger, als wenn sie zusammenständen. Wer hat übrigens diese merkwürdigen Sätze zweier Gesetze (die doch die Thora in einem Satze vereint) so geformt? Wenn Blau noch gesagt hätte ״eines Gebietes“! Aber ״zweier Gesetze!“ und doch so ähnlich! Darin liegt Absicht! Es sind das zwei Hauptbegriffe des Peahtraktats, dem sich als dritter עוללות anschließt. Ja, wird er mir antworten, müßte nicht ein עזללות-Satz da sein, der auch merkwürdig aussiebt? Sie sehen, statt gegen Blau zu streiten, suche ich Gründe für ihn. Ich will einmal nachsehen. Richtig, da entdecke ich den Satz Peah 7«: איווהי עול6ת? בל שאין לה כתף ולא נטף gelesen kathef und nethaf, immerhin merkwürdige Endsilben, selten, gerade das t und f am Ende! Das ist doch einigermaßen etwas an einander Anklingendes. Wer hindert mich anzunehmen, daß der Satz ursprünglich gelautet עוללות לא כחף ולא נטף — der Satz איוהו פרט steht eine Mischna vorher! — so haben wir hier die Kette geschlossen, daß wir drei Sätze, deren Gegenstände die Thora vereint, mit Reimen und reimartig klingenden Worten vor uns haben. Was Blau in der Not gegen כתר und נטף einwenden könnte, würde verschwinden, wenn ') Leket, peret, mesablin, meadrin sind im Volkslied sehr gute Reime.

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