Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 28 (1904)
- Issue
- No. 9. (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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■▼יי;״»״ No. 9. —1904. Jüdisches »־*wy ץד ^י*י£־ Jahrg. XXVIII. Litteratur Zur Beleuchtung aller Judentum und Juden betreffenden litterariechen Erscheinungen auf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte, Ethnographie, Theo- Beg*undet von Rabbiner Dr. M. Rahmer. Verantwortlicher Redakteur: Rabb, I)r. L. A. Rosenthal in Preußisch Stargard. Bücher de ־ einschlägigen Litteratur. deren Besprechung in diesem Blatte gewünscht wird, sowie Briefe und Manuskript3 sind an die Redaktion logie. Orientalia, Exegese. Homiletik, Liturgik und Pädagogik. Verlag und Expedition: Arthur Scholem, Berlin C., Roß-Straße 3. Inserate ditior u. Beilagen an die Expefranco einxnsenden. ■er’• ״Jldlsche• Litteratur - Blatt“ erscheint moaatileh zwei Mal und kostet bei allen Buchhandlungen (oder Arthur Scholem. Berlin. Roßstr. 3) vierteljährlich ela« Mark — I>ie Abonnenten der in demselben Verlage erscheinende^ * ’* . “ “ erhalten das ״Jüdische Li ׳ & welche bei allen Postanstalten und Buchhandlungen vierteljährlich 3.— ■. kostet, werden mit 20 Pf). die viergespaltene Zeile berechnet und sind an die ( aitteratur-Blatt‘ Expedition in Berlin zu sei bei direktem Bezüge durch ,.(•raelttfselM■ W••*••« «triff* als firatts-Beilage. — lasarat• hden. Abdruck einzelner Artikel nur mit der Angabe! ,,Aue Rahmer’* JQtf. Lltteratui -Blatt“ gestattet. Sefiraklänge. Zum Sabbat בהר בחוקותי Geulah eines unbekannten Dichters namens Isaak. Im Elend wir sind wie verstrickt! Uns ist Alles verloren gegangen. Was einst uns geziert und geschmückt! '1 Und ward ich als Sünder gefangen, Hat mich auoh mein Fehler gekettet, Und ob ich auch schuldig im Elend sei — Wann werd’ ich endlich gerettet? Du hast mich verkauft — nun kaufe mich frei!1) Selbst dem niederen Knecht Darf den Hals ins Joch man nicht drängen; Kein Herr hat Recht, P Ihn in ewige Knechtschaft zu zwängenJ Im siebenten Jahr da zieht er hinaus, Im Jobei verläßt er gewiß das Haus; Nur Dein treues Volk bleibt in stetem Weh, Von Krankheit zerfressen, in Sklaverei; Ob Sabbat*) ob Jobei vorübergeb, Du hast mich verkauft; nun kaufe mich frei! Auch dem Armen hast Du ein Ziel gesetzt; Verkauft er aus Mangel des Vaters Feld Und weichet die Not, er erwirbt zuletzt Es wieder; im Jobei er’s wieder erhält. Und verkauft er sich Fremden, von Mangel gepreßt, Steht ihm der Verwandte iih Loskauf bei. Mein Gut nur verbleibt dem Eroberer fest, Du hast es verkauft — nun kauf es auch frei! Kein treuer Verwandter! Du bliebst nur allein! Verschwunden die Freunde! Mögst Du bei mir sein! Wer erbarmet sich unser, wenn Du uns nicht hegst? Wenn Du unsre Taten zu strenge wägst? Wo bliebe da der geschlossene Bund? Wie täte sich da Deine Gnade kund? Mein König, mein Fels! Sei mir Retter dabei! Du hast uns verkauft, so kauf uns auch frei! Ludwig A. Rosenthal. Nachbemerkung. Gerade die Geulah hat eine besonders günstige Stellung in der Piutdichtung eingenommen. Sie sollte ״den Erlösungs- •) Lev. 25« ’) S. Jonathan zu Anfang משפטים• segen der TetiUah nahebringenzuih mindesten des סמימת גאולה לתפילה nicht verhindern. Was für Empfindungen ruft da das גאל ישרל nicht in dem Dichter wach. Eine dieser Geuloth, das obige זיקוש בעגיו hat wohl noch nicht die Aufmerksamkeit der Nachempfinder, also der Uebersetzer und Literarhistoriker auf sich gezogen. Zunz (Literaturgeschichte) bringt den Verfasser Isaak ■1• zu den unbekannten Dichtern zwischen 1100 und 1400 gehörig und nennt unser Stück ohne weitere Bemerkung. M. E. ist diese Dichtung eine der tiefstempfundenen, gegründet auf die midraachische Auffassung der Dienerentlassung im 7. Jahre, wie des Loskaufs derjenigen, die sich selbst verkaufen mußten, als auch des Loskaufs ihrer Güter. Weshalb ist Israel, weshalb Israels Erbe doch nicht durch den נואל, den Verwandten und Freikäufer, durch רודן pi רודו (Beziehung auf den Namen Davids und des von ihm stammenden Messias) losgekauft? Diese Beziehungen belasten aber das Gedicht nicht, sondern sind, wie wir sehen, die Schwingen des unbekannten Dichters. Niicliails Dr. Lidwig Bin ui ■eil Buh ״Dis Miscbia; Aiftai vid (j1>ll>1sslnid18g(k (Straßburg, Träbner.) Von Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal, Pr.-Stargard. Blau hat geantwortet. Allerdings in der deutsehen Literaturzeitung No. 17 unter meiner Entgegnung. So kurz meine Aeußerung gegen ihn ansfallen mußte, habe ich doch alles Tatsächliche an seiner Besprechung widerlegt. Seine Antwort mußte dort auch kurz sein. Um nicht im wahren Sinne des Wortes.in dieser wichtigen Angelegeheit den kürzeren zu ziehen, habe ich vorsorglich den Schwerpunkt der Sache ins Literaturblatt hinein verlegt, wo uns beiden genügender Raum zur Verfügung steht. Blau hält ״sein allgemeinesUrteil“ (allgemeines, schön gesagt!also nichtseinehesOnderenAeußerungen) aufrecht, 4״ denn R.’s Schrift trägt eher zur Verdunkelung als zur Aufhellung der geschichtlichen Ent- Wicklung der Mischna bei. Die Uneingeweihten werden irregefuhrt, die Eingeweihten abgeschreckt.“ Ich bin ordentlich zerknirscht. Also ich verdunkele, statt aufzuhellen. Genau das Gleiche habe ich über Blaus Rezension geäußert Nach meiner eingehenden Erwiderung, von welcher Blau Kenntnis