Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1903-01-01 · No. 24. (1903) · p. Seite 95

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
27 (1903)
Issue
No. 24. (1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 95 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/6492408-6582199-8757985--3198-4858360
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Mit größeren’geschäftsmäßig betriebenen Wäschereien war auch die Walkerei verbunden. Der^alker1) reinigte nicht blos getragene Kleider, sondern( machte auch die vom Webstuhl gekommenen Stoffe und Kleider dicht und fest, somit für den Gjebrauch fertig. Walker waren daher allenthalben, namentlich an Orten, wo Wollweberei betrieben wurde[, in gesonderten Innungen zu finden2). Wäschern und Walkern war es gestattet, am Rüsttage zum [Peßachfeste bis Mittag zu arbeiten, weil sie im! Dienste Anderer stehen3). In größeren Wäschereien, flie auch von Nichtjuden betrieben wurden4), band man kleinere, zu einander gehörige Wäschestücke zusammen, oder kennzeichnete sie durch besondere Wollfäden, damit sie nicht leicht verloren gehen oder verwechselt werden5). Weiße Kleider erforderten sorfältigere Behandlung als gefärbte6). Von Wäschern durfte man kleinere Wollstücke, auch einzelne farbige Wollfäden, welche von den Webern beim Vollenden des Stückes eingewebt wurden, Raufen7). Stoffe, die man dem Walker zur Appretur übergab, wurden bei der Uebergabe undUebernahme gemessen. War der Stoff bei der Bearbeitung länger geworden, dann hatte ihn der Walker zu stark ausgedehnt; war er kürzer geworden, dann hatte er iqn ebenfalls beschädigt — er hat ihn in allzuheißemj Wasser zusammenschrumpfen lassen. In beiden Fälfon mußte er Schadenersatz leisten8). (Fortsetzung folgt.) Aulbau und Quellenscheidung fiir die Chanukasalzungen. (Sabbath 21a—24 b.) (Vorbemerkung.) Wie ich am Schlüsse meiner ״Mischna; Aufbau und Quelle!!Scheidung־* (StraBburg, Trübner) angedeutof. beschäftige ich mich mit einer gleichen Arbeif über die Gemara Ich veröffentliche hier einen Verl uch, ein zu• flammenhängendes, gröberes Oemarastück. die berühmte Hr 2»' Schitta. die Freundin unsorer Kinderjahre und das Rätsel späterer I orschungen, nach Aufbau und Quellenscheidung darzulegen. So wenig w e in meiner Mischnaarbeit wird man hier, wo gar keine Vorarbeiten vo*liegen, vollkommenes und Unfehlbares verlangen, denn hier wie dort, in 1 lischna und Gemara, hat der erste Versuch die gleichen Eigenschaften an si :h. die jeder erste •Versuch hat. Begründete Einwendungen hiergegen wert en mir sehr lieb sein. Hier ist Erörterung nötig, kein grundloses Zusammen, kein unbegründetes Ablehnen. Lassen sich in der Schemaatha des Chanuka zusammenhängende Halachareihen entdecken? Versuchen Wir es mit dem Amoräer zuerst, der die Anknüpfung des Ganzen an die Madlikinsatzungen von Sabbat bereits vorgefunder! hat. Es ist dies R. Huna. (Vorher ist Sabb. 22a vom Festtag und Tempel unter der Marke פתילות ושמנים die Keile, von dem zeitgenössischen Amoräerpaer Rawa und Ramiabar Chama angeführt.! 8!קצר (יer* 7d, dafür ib. 28a כיבס: B. k•; wo der Wäscher auch קצר genannt wird: קצרא! J■ B. k. 7a, vgl. Raschi u. Tosaf. zu Tan. 29b; קצריא! Trg. 1 Sam. 13,28. -) Walkerinnung in Laodicaea, Corp. inscr. Gr. 39(18. ln dem Edikt d. Diocl. VII, 54 ff. wird für den lavator der Arbeitslohn fiir Wäsche und Appretur bestimmt. 3) Pes. 4, 6. ‘) Tos. Sabb. 1,22. Sabb. 48 b; Kil. 9,10. ״) Tos. Sabb. IE. ’> Tos. B. k. 11.13. ״) Sabb. 19 a. Dann beginnt es: R. Huna sagt, Dochte und Oele, welch» die Weisen für den Sabbat verboten, haben sie auch für C tanuka verboten. (Sabb. 21a.) R. Huna sagt, ein Hof, der;zwei Tore hat, hat zwei Lampen nötig (setzt die Baraitha 21b voraus, daß man das Licht an die Hoftüre setzen soll); 23a. Laak bar Radipha sagt im Namen R. Huna’s, eine Lampe, welche zwei Oeffnungen bat, genügt für zwei Leute (setzt eine andere Baraitha 21b voraus, wo die Zahl der Lampen besiimmt wird, u. a. auch ״ein Licht für jede Person,“ was hi<r H. Huna ausgestaltet). Nun kommt die agadische Schluß! teile dieses Teils: R. Huna sagt, wer das Licht genau beach et, dessen Söhne werden Gelehrte, die Mesusa, erlangt eine iichöne Wohnung, die Zizith, einen schönen Talit, den Kiddusch, der füllt Weingefässe.“ Damit ist R. Huna (siehe uns« re Erklärung in No. 22) wieder zur Sabbathalacha angela )gt," von der er ausgegangen. Diese Sätze, verbunden mit den bezeichneten Baraithot, bilden ein Ganzes. Von dieser Schemaatha durch den Sa;z 'ולא בשמן שרי getrennt sind die drei 7,24 איבעיא לרa, wieder R. Huna haben. Soll man Chanuka wähnen? Soll man Chanuka auch 'im Mu In beiden Fällen verneint es R. Huna, wie der Chanukasatzungen. Daß wir uns mit dieser Aneinanderreihung nicht getäuscht haben, ergibt sich daraus, daß R. Chisda und Rawa vielfach mit diesen Sätzen in Verbindung stehen. 21 gestattet R. Chisda^ (nach IR. Huna,? seinem Lehrer, redend, im Gegensätze zu ihm) die besagten Dochte und Oele liir den Wochentag des Chanuka. Hinter dem Schlußworte R. Huna’s 23 b geht R. Huna, aber auch bald darauf, R. Chisda an lichtfreundlichen Häusern voiüber und prophezeien, dass von dort bedeutende Männer au!!gehen werden. Anfang und Ende der Hunahalacha, soweit sie die Lichter betrifft, werden durch Chisda’s Worte bezeichnet, von dem diese Ueberlieferungen auch stammen mögeu. 21a erklärt Rawa Huna’s Wort, er״nehme an, wenn das Licht erlöscht, müsse man es wieder anzün ien und dürfe das Licht benutzen, und wohl auch Chisda’s Wort, der aufs Wiederanzünden verzichtet; 23a deutet er 1 una’s Wort dahin, nur wenn die Türen des Hofes sich nach zwi 1i Seiten befinden, sei ein doppeltes Anzünden des Verdachts halber notwendig, hinter Huna’s Wort von dem Leuchter mit zwei Röhren verlangt Rawa. daß man auf einer Schüssel ineinandergereihte Dochte mit einem Gefäße bedecke, sonst ei es eine Fackel, die nicht einmal für eine Person genüge 1 setzt die Baraitha Sabbat 21b voraus 'מצי' להניח! w0 Raw 1 von der מדורה spricht; dieselbe Baraitha hat schon R. Huna dort vorausgesetzt.) Dem Schlußworte R. Huna’s setzt Rawa seine Frage über das Vorrecht des Sabbatlichts und das Chanukalichtes, dem Wein des Kiddusch gegenüber vorar, und ein zweites Schlußwort folgt, das in Rawa’s Munde an ] i. Huna’s ,,gelehrte Söhne“ sich anschließt. In der zweiten Halachareihe folgt sc fort auf R. Huna 24a Rawa, von dem erzählt wird, er habe das Chanukast&ck im Dankgebete des Tischsegens sprechen 1: issen (siehe unsere denen zwei m Tischgebet ers,8aff erwähnen? oben am Anfang Erklärung in ״Vermischtes“ in vor. Nummer] wäre mit anwesend gewesen und 'hätte am Schlüsse der zweiten Reihe wird jedei!falls eine Halacha Rawa’s drr des Josua ben Levi entgegen; auf letzteren Punkt nunjfauch keinfigrol da hier die Erörterung der Gemara Raw«’s Erwähnung bewirkt, 80 ist es doch ein genügender Bev(׳ der Hunasatzungen, wenn wir ihn Schritt oder R..Scheschet es veranlaßt, und!stellt. Wenn wir 1s Gewicht legen, eis für die Einheit für Schritt als Erklärer oder Ausgestalter R. Huna’s begleite n sehen. Von ihm stammt wohl die endgültige Ordnung der Hunahalachot und Einordnung R. Chisda’s, seines Schwieger1 ־aters, in dieselbe. Am Schlüsse ist das; Streben vorhanden, R. Huna’s und R. Juda’s Worte (die hier zusammen redei) auf Raw zurückzuführen. R. Juda ist Raw’s Schüler, wie R. Huna. R. Josua ben Levi wird Rawa ent( egengestellt. Soll hier nicht^das Verlangen nach Vereinigung der Hunaquelle mit anderen Halachareihen am Schlüsse vorliegen? Gehen wir zu Raw über, der hier 1L Huna gegenüber nicht als Erster behandelt werden konnte, werden. Hinter Huna’s und Chisda’s Ar fangshalachot wird wie wir bald sehen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.