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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1903-01-01 · No. 23. (1903) · p. Seite 90

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
27 (1903)
Issue
No. 23. (1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 90 (sequence 2)
Language
German
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Die Rurpurfärberei wurde in Tyrus erfunden und daselbst hat sie sich auch mit höchstem Ruhme hehauptet — der tyrische Purpur galt als der beste1). Er wurde durch wiederholtes Färben (dibafon) hergestellt. Zuerst wurde der Stoff in Pelagium, d. h. in dem zubereiteten Saft der Purpurschnecke in halb ausgekochtem Zustande, sodann in bucjnum, d. i. im Saft der Trompetenschnecke gefärbt2). Ihrer Purpurfärbereien wegen waren bekannt: Sarepta, Caesarea. Neapolis und Lydda3), später auch der Peloponnes4). v Nach der Beschreibung des Talmud gleicht die Farbe der Purpurscbnecke der des Meeres und der Körperumriß dem des Fisches. In 70 Jahren steigt sie einmal aus der Meerestiefe in der Gegend von Tyrus auf und liefert mit ihrem Safte die teure "Purpurfarbe5). Der Stamm Sebulon, in dessen Gebiet die Schnecke gesammelt wurde, galt hierdurch als besonders bevorzugt6). Den kostbaren Saft'gab die Schnecke sterbend von sich, darum suchte man sie lebendig zu fangen. Das- Tötcn geschah durch Zerquetschen. Je länger die Schnecke beim Zerquetschen lebte, desto klarer wurde die Farbe7), hellrot oder dunkelviolett mit einer Mischung von schwarz und dunkelblau gleich dem klaren Himmel in dunkelblauer Färbung8). " Einen Ersatz für die teure Purpurschnecke lieferte der Kermeswurm9), eine Schildlausart, die sich in Gestalt einer Beere an der Stecheiche festsetzte• Aus dem totem Körper dieses Wurmes, sowie aas seinen Eiernestem wurde ein leuchtendes, ') Plin. h. n. 9, 60, 12, f; 1. Chr. 1, 7. vgl. Halevy in R. E. J. 8,14: 8. Globus, 1874-, B. 26, No. 15. S. 237: Bericht über eine Purpurfabrik im alten Phönizien. י) Plin. 9,137; 21,45. יז) Vgl Tot. orb. descr. II, S. 518, §91.. 4)•Ez. 17.7 wird der Purpur von אלישה■ Elis, erwähnt. Noch im 4. Jahrh. bestanden iu Milet namhafte Purpurfärbereien. » *) Vgl. die Beschreibung des Chilason bei Maim.b. Zizith 2.4: das Auge dieses Fisches gleicht der Farbe des תכלס, sein Blut ist schwarz wie Tinte und er wird im ים המלח gefunden. Da der Chilason am Meere, an׳ dessen Küste der Stamm Sebulon wohnte (vgl. Meg. 7a, Sabb. 26a, Sifre Deutr. 354 — auf letzte Stelle machte mich mein verehrter Lehrer, Herr Seminarrabb Dr. Lewy in Breslau, aufmerksam) gefunden wird, muß Maim. auch das mittelländische Meer als -Salzmeer“ bezeichnet haben; tatsächlich ist dieses der Fall, vgl. ■einen Komment, zu Kel. 16,1. Zu Men. 44a, wonach der Chilason einmal in 70 Jahren aus dem Meere aufsteigt (Raschi zu St. 8. v. 8 על הא' .1 עולהt. י(מן הארץ ▼gl• Sanb. 91 a, wonach er, sobald er aus dem Meere steigt, sich so gewa'tig vermehrt, . daß das ganze Meer voll von seiner Brut ist. - «) Sabb 26 a. ז) Sabb. 75 a Dadurch wird Sifre Deuter. 354, vgl. Jalk. 961 שכל שגנב; לא יהא בפרנמטיא שלו כלום klar: der Saft mußte frisch ausgepreßt werden, sonst hatte er weniger Wertl *) תכלת bald mit der stahlblauen Fläche des Meeres (vgl. Hör. II, cap. r, v. 217; Corn. Nepos, Fragm. p. 158) bald mit dem klaren Aether verglichen, Men 43b; vgl. Pes. r. 20: Gott hat dem Moses die verschiedenen Schattierungen des Purpurs gezeigt. *) arab. kermes, תזלע; Jes. 1,18; Nah. 2,4 Glanzwurm, auch das mit Coccus gefärbte Zeug, Klgl. 4,5; ית' שני Wurmglanz, Lev. 14v4; Ex. 21,4; Coccus ilicis L., Plin. 24,8; 22,3, die damit erzielte Farbe wird bei den Alten die phönizische genannt, ▼gl. Schmidt, a. a. O 101; sie war matt und weniger' haltbar, obgleich sje als kostbar galt, Plin. 9, 141; יצבע *הורית Joma 4,2; vgl. Tos. Neg. 15. glänzendes Rot1) gewonnen, mit dem die Phönizier mehr als mit der Purpurschnecke färbten. Infolgedessen war bald die Scheidung der echten Purpurfärbe (תכלת) von der auf diesem Wege gewonnenen schwer möglich2). Bekannt war Lus durch die daselbst blaugefärbten Stoffe3). (Fortsetzung folgt.) Steuernagel und das Deuteronomion. Dr. Carl Steuernagel, Privatdozent an der Universität Halle. Der Rahmen des Deuteronomiums. 04 S. 1 Mk. — Die Entstehung des deuteronomischen Gesetzes. Neue Ausgabe. 190 S. 4 Mk. Berlin. Schwetschke & Sohn. Derselbe: Allgemeine Einleitung in den Hexateuch. (Handkommentar zum alten Testament, herausgegeben von D. W. Nowak. I. Abt. Band 3, 3. Teil,) IV und 36 Seiten. 1 Mk. Göttingen, Vandenhoek u. Rupprecht. (Schluß.) Dr*) in beiden Quellen Gemeinsames sehend, verlangt auch gottesdienstliche Aenderungen, und zwar kleidet er das Ganze in Form einer Mosisrede. Israel soll erst nach Kanaan ziehen. Außer dem Gottesdienstlichen tritt bei Dr auch das Sittliche hervor, und die Deuterouomisten lassen!las Schicksal Israels von der Befolgung des Gesetzes bedingt sein. Hinzugefügt und an die Spitze gestellt hat er die Zehnworte des Sinai, das Prophetengesetz gehört ihm an, das später einen anderen Sinn erhalten haben soll: so auch das Königsgesetz, die Ausdehnung des Sklavengesetzes auf die Sklavinnc־n (von Sg vorbereitet), die Weihe des Gewandes als ::nzuchtfrei durch Gedilim, die Aufnahme des Mizri und Edomi in die Gemeinde, die man nach Dr. nicht verabscheuen darf. Mit Dr. wurde das Deuteronomion von Josia angenommen. Wir wollen dem Verfasser nicht auf den! weiteren Wege folgen, wo er uns spätere Gestaltungen und Zusätze des Denteronomions zeigt. Uns genügt diese Darstellung, die dem Kenner der Bibelkrilik eine große Mäßigung und die Neigung zeigt, soviel Teile wie möglich als echt anzuerkennen. Verlangen wir nicht, daß auf Wellhausen beruhende Kreise von echten Worten und Reden Mosis in diesen Teilen etwas sagen sollen. Aber das Streben ist da, soweit wie möglich geschichtlich zurückzugreifen und bisher für nachexilisch angesehene Teile den Zeiten HisKia’s und Manasse’s zuzuschreiben. Wird sich nicht bald ein Nächster finden, derdieAeltestenquelle in die Zeiten Josaphat'- und seiner Rechtsforderungen zurückverlegtV Es ist das die nächstnotwendige '1 Vgl. והורית■ Auch sü/.o; b'//.z3t10v. fucus marinus, יפיקס Sifra Mezora I, wurde zur Bereitung der Purpurfarbe benutzt, Plin. 26,103. ף Vgi. Men. 40a, 41b, 42b ,תכלה אי; לה בז־יקד. 3) Sanh. 12a: Sota 46b. Die Aggada kennt ein Knöchelchen an der menschlichen Wirbelsäule, welches nicht verwest und von dem aus einst die Auferstehung des Leibes erfolgen soll. Dieses Knöchelchen wird ל1ן genannt, vgl. Gen. r. 28; ib. 69; Lev. 2,18. Die Quelle der sonderbaren Aggada scheint ein verloren gegangenes אל תקרי zu sein. Gen. 28,19 lesen wir: ואולם לוז שם העי,־ לראש׳; <>as א״ת aber las: ואולם לוו שם העי“* לרא' (scbom heir) — ihre Kraft (vgl. יא^לם P8. "8,4) ist Lus (das Knöchelchen): von dort aus erweckt er sie zu neuem Sein. Veranlassung zu dieser Aggada gab wohl der Umstand, daß die Bewohner von Lus als langlebig bekanut waren, vgl. Gen. r. 69. *) Dr Redaktor von D.

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