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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1903-01-01 · No. 23. (1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
27 (1903)
Issue
No. 23. (1903)
Date
1903-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 23. —1903 Jüdisches Jahrg. XXVII. Litteratur- Blatt. Zur Beleuchtung aller Judentum und Juden betreffenden litterarischen Er• flcbeinuogen auf dem Gebiete der Philosopbie, Geschichte, Ethnographie. Theo- Vor) Rabbiner Dr. M. Rahmer in Magdeburg. Verantwortlicher Redakteur i. V.: Rabb. Dr. L. A. Rosenthal in Preussisch Stargard. Bücher der deren Besprej:! gewünscht Manuskripte s < inschlägigen Litteratur, hung in diesem Blatte xd. sowie Briefe und nd an die Redaktion logie. Orientalia, Exegese, Homiletik, Verlag und Expedition: Inserate u. Beilagen an die Expo Liturgik und Pädagogik. Arthur Scholem, Berlin C., Ross-Strasse 3. dition ( a nco-einzusenden. Rthaer's ״Jfldltcbes Uttsratar Blatt“ erscheint nosatiVBh zwe: Mal und kostet bei allen Buchhandlungen (oder be Arthur Scholem. Berlin, Rossstr. 3) vierteljährlich 0111• Mark. — Die Abonnenten der in demselben Verlage erscheinenden , welche bei allen Postanstalten und Buchhandlungen vierteljährlich 3.-״ M. kostet, erhalten das .Jüdische Litteratur-Blatf al werden mit 20 Pfy« die viergespMtene Zeile berechnet und sind an die Expedition in Berlin zu sende 1 direktem Bezüge durch Uratiitiseh•• Woofcsasefcrlft44, Öratl* Beilage. — Inserat• n. Abdruek einzelner Artikel nur mit t(er Angabe! ״Aus Rahmer’e JOd. Litteratur- Blatt« geetattet. Kleidung im biblischen und talmudischen Schrifttum. Von Dr. Adolf Rosenzweig, j Rabbiner der jüdischen Gemeinde Berlin. (Fortsetzung.) Die symbolische Bedeutung der Kleider äußerte sich namentlich durch die Farben: Weiß ist die Farbe des Lichtes — Gott hüllt sich ln weiße Ge• wandung1). Auch die himmlischen Wiesen, welche Gottes Botschaft auf Erden vollziehen!, erscheinen in weißen Gewändern, gleichwie die Frommen und Reinen unter den Menschenkindern2). Weiß waren auch die Kleider der Essener, welche sicih eines, dem Göttlichen zugewandten Lebens befleißigtens). In weißen Gewändern nahet Israel seinem Gott am Neujahrsfeste4). So gekleidet versammelten sich auch die Töchter Israels am Versöhnungstage und am 15. Ab zum festlichen Reigen5). £5ei traurigen Anlässen, auch wenn der Angeklagte yor’s Gericht geladen wurde, legte man schwarze, auch abgetragene Kleider an6). Der Priester, an dem ein, Leibesfehler entdeckt wurde, durch den er für sein Amt unfähig wurde, hüllte sich in schwarzes Gewand7) Rot als die Farbe des Blutes wies auf Krielg hin6). Die Purpurfarbe deutete die Sünde an9).! ’) Jalk. Gen. 4. { 3) Marc. 11,8; Matth. 28,3 u. ö. 3) Vgl. mein ״Das Jahrhundert nach dem babyl. Exile, S. 222. 4) J. R. hasch. 57b. 5) Tan. 26b. 6) Tos Cbag. 2,9; J. Ter. 48b, vgl. Lev. r. BE; Nidda 20a; J. R. h. 57b; J. Ket. 35a; der Hohepriester Josua erscheint als Angeklagter in schmutzigen Kleidern, 8ech. 3,4; das schwarze Pferd Off. 6,5 (vgl. Sech. 6,3) weist auf Teuerüng und Hungersnot hin, das weiße, Off. 6,2 (vgl. Sech. 1,8; 6,31 auf Heil und Sieg. Schwarz war auch in Rom die Farbe der Trauer (Toga pulla, sordida), Dion. Halic. A, R., L. 8c. 39, p. 192; Ovid, Met L. 6. v. 289. In der Kaiserzeit trugen die Frauen in Zeiten der Trauer auch weiße Kleider, Her. h. 1. 4, 3,128. 7I Tob. Chag. 2, 9. 2 (״ K. 3,22; Jes. 63,2. Die Vision Secharjas 1,3, in der ein Reiter auf rotem Rosse erscheint, dem blaßrote und weiße folgen, hat die Bedeutung: noch wütet der Kampf, aber er wird aufhören; allmählich (rot, blaßrot, weiß) erscheint das Heil, der Trost Israels. 9)Jes. 1,18. Am kostbarsten war die Purpurfarbe1). Purpurgewänder wiesen auf den höchst 5n Rang hin, daher sie das Abzeichen für Könige u!1d jene, die königliehe Auszeichnung genießen soll en. waren. Purpurkleider kennzeichneten bei festlichen Gelagen, auch im Kriege, die Großen'2); daher die Agada Jeden aus Israels Mitte, als Gott sich am Sinai offenbarte, mit einem Purpurgewande bekleidet erscheinen läßt3). Das kurze Oberkleid der Priester war purpur- oder karmesinfarbig4). Die Purpurfarbe wurde aus dem Safte der Trompetenschnecke fäp0$, bucintm, murex) und der eigentlichen Purpurschnecke (־opajpo, purpura,pelagia) gewonnen5). Der ursprünglich gBlbe Saft verwandelt sich durch Einwirkung der Sonne und unter Mit׳ Wirkung von Feuchtigkeit in schönes Violett. Durch mannigfache Mischungen, die schon den Alten bekannt waren, wurden die verschiedenen Schattierungen der Purpurfarbe: der violette, Janthin-, Amethyst- oder Hyacinthpurp 1r erzeugt6). Die Pururfiirberei ist alt — bei Korner ist’ purpurrot die einzige Farbe, deren Gebrauch nachweisbar ist7). Das häufige Vorkommen der Pu ■purschnecke an der Küste des Mittelmeeres hat dort früh die Färbereien heimisch gemacht. Später wurde 1 die getöteten Tiere getrocknet und eine Zeit lang nach dem Fange aufbewahrt, sodaß der Transport auch nach anderen Gegenden möglich wurde8). ארגמן (י, assyr. argamun, Nebenfhrm 2 ,אריגוון. Chr. 2,8; Dan. 5,7; 16,39; Sota 48b u. ö., mit!rotem Purpur gefärbte Fäden neben חבלת, assyr. takiltu, Ek. 26,1; vgl. Men. 38 a, Raschi 8. v.: daraus gewebte Stoffe, Jen. 10,9; ein phönizischer Handelsartikel, Ez. 27,6; nach Num. II), 38 zu den Schaufäden חבלת farbige Fäden notwendig; neben 2 ארגמן. Chr. 2, 6;ברמי ל זהורית, Glänzendes, Karmesin; אלמיגין, A!jtkvöv, purpurfarbig, Koh. r. 1,9. 1 י) Rieht. 5,30; Eeth.8,19; Jer. 10,9; Ps. 68,28; Ez. 26,3. 9) Num. r. 16, 18. *) Ex. 16,10. S1 חלזון, •Ueg•6a; י8י) פורפורא■ Gen. r. 75); 1. Mak. 4,18; vgl. Arist. an. 4,4,1—19; 5,10,2; ib. 13,1—7; Plin. 9,180. ״) Vgl. Plin. 21,45. ’) Vgl. ®0׳v1£, Od. 23, 201; II. 15, 538 u. ö. ") Vgl. \V. A. Schmidt, Forschungen auf dem Gebiete dea Altert. I, S. 96—212. Die Schnecken konnten lange lebend aufbewahrt werden, Plin. 9,128.

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