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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1903-01-01 · No. 22. (1903) · p. Seite 87

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
27 (1903)
Issue
No. 22. (1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 87 (sequence 3)
Language
German
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87 ältere Ansicht, die von ihm begründet wurde.f) An diese Auffassung knüpft Wellhausen (Prolog, 8. Ausg. S. 14, s. über 2. Könige 22 das Stellenregister) an, um dem Deuteronomion gegenüber den sogenannten Priesterkodex als jünger zu kennzeichnen. Nach Comill (Einl. i. d. a. T., 2. Aufl.,jl892, Mohr) sind die beiden Einleitungsreden zur Gesetzesyiederholung 1•—410 und 5—11, ■wie am Schlüsse 29 und 30,12, 7—8 und 11—26 teils sicher, teils vermutungsweise aus! der babylonischen Zeit herzuleiten. Auch an das Priestergesetz erinnemde Stellen (wie 27, 15 26) bemerkt Comill darin. Hier greift Steuemagel ein Daß er den Ueberblick über das gesamte einschlägige Schrifttum hat, beweist seine mit großer Klarheit abgefaßte *Allgemeine Einleitung in den Hexateuch". Er hat hier zwar die Einzelfragen!nicht behandelt, da diese Einleitung als eine Ergänzung ijnd ein Leitfaden zur Benutzung der Sondereinleitungen j dienen soll, die in dem Nowack’schen Kommentar dije einzelnen Bücher ohnedies begleiten. Er behandelt hier 1 die Begriffe Pentateuch und Hexateuch, die Tradition über die Verfasser des Hexateucbs (wobei er vom protestantischen Bewußtsein aus das Recht der Kritik betont und die Vo •würfe gegen sie als unberechtigt zurückweist), die Notwendigkeit und Möglicbkeit der Unterscheidung verschiedener Verfasser, Geschichtliches bezüglich der Hexateuchkritik (bis auf Karlstadt zurückgehend), Begründung der einzelnen Quelllenschichten, Vereinigung der Quellen. Wie wir aus dieseh bekannten Stücken der Einleitung i. d. a. Testament sehen,!geht Steuernagel vom freiesten Standpunkte aas, aber er;nimmt nicht alles, was Wellhausen an’s Licht gefördert, unbesehen an. Steuemagels Behandlung des Deuteronomions zerfällt in zwei besondere Teile, denen er je eine Schrift gesondert gewidmet hat. Die eine betrifft den Rahmen des Deuteronomion, Dh und Dp**; nebst den dazu gehörigen Schlußteileh, die andere das ileuteronomische Gesetz, welches er wiederum literarisch und geschichtlich besonders untersucht. Der Wichtigkeit des Gegenstands gemäß ist diese Art der Arbeit durchaus nicht zu umständlich, und hei der Fülle der fragen klärt diese Sonderung der Gegenstände den Blick sowohl des Forschers selbst, wie seiner Leser. I Er kommt zum Ergebnis, daß die in defr Anrede des Singulars abgefaßten Gesetze (im Gegensätze zu Well hausen a. a. O. S. 49 und Comill S 37) in die Zeit Hiskia’s gehören und die pluralischen in die Zeit Manasse’s. Damit ist Steuernagel weit über die herrschende Meinung hinausgegangen, welche die pluralischen Stellen als verdächtig ufid zur deuteronomischen Gesetzessammlung der Josiazeit nicht gehörig betrachtet. Aber selbst den Rahmen des Deuteronojnions, dessen mahnenden Ton man ganz und gar nicht in der Zeit der Könige und der alten Propheten vermuten wollte, bringt Steuernagel mit dem gesetzlichen Kern des Buches in Verbindung. Auch hier Ündet er den Singular- und Pluralteil.! Beide Teile scheinen ihm zur Zeit Manasse’s schon vorhanden gewesen zu sein; der späteste Zeitpunkt für die Zusammeharbeitung ist ihm der der Wegführung Jechonja’s. Sg erscheint Steuemagel als der selbständigere Geist, der seine Quellen vergeistigt und besonders um die Armen- und Menschlichkeitsgesetze vermehrt, die, obsenon zerstreut, doch eng in sich Zusammenhängen. Bei Sg erscheinen sowohl im Rahmen, wie auch in der Gesetzessammlung die Satzungen und Forderungen als Ausfluß des göttlichen Wesens. Gott gehört zu!seinem Volke und verlangt die Formen des Gottesdienstes, u(nd die Opfergaben als Ausdruck der Dankbarkeit. Nach äg ist die Vernichtung Israels keine Unmöglichkeit, ja, weil Gott sein Volk erwählt und ihm einen Vorzug gegeben hat, verlangt er auch die hohe sittliche Stufe von ihm. Segen und Flach entspricht dem sittlichen Verhalten Israels. Auch das Wqhl des Volkes und eine Gegenseitigkeit bezüglich des Rechts lind der Wohltätigkeit erfüllt dies Gesetz, Gerechtigkeit und Wohlwollen verlangt es in Gottes Namen. Den gleichen Gqist atmen die Gerichtssätze. Der Gottesdienst ist bei Sg nicht Mittelpunkt *) S. Fries, Gesetzesschrift des Königs Josia (Lcnzig, Deichert) S. 2, 8. j **) Dh (s. Comill Einl.) die historische Dp! die paran etische Einleitungsrede, Sg und PI die singialarisclie und pluralische Dpuelle. der Forderungen, er wird vielmehr den Geboten der Menschenliebe dienstbar gemacht. Gott tritt in Gegensatz zu dem kanaanitischen Götzendienst und verlangt [ein.von den Gräueln desselben reines und von den Gottesfc rdemngen der Liebe erfülltes Gesetz. PI. ist weit mehr als Sg der bloße des Vorhandenen Ihm ist die Reinigung des Gottesdienstes von Mischungen mit heidnischen Forme i und Anschauungen Hauptsache, die Höhen verunreinigen d is Land, verunreinigt ist die geschiedene Frau nach zweiter Mann, der Ehebrach selbst verunreinigt. Außer der Aeltestenquelle hat PI. n lr solche Gesetze, die dem Zwecke der Volksheiligung entsprechen, aufgenommen. Er w׳endet sich gegen die Unzucht zu 1 eiligen Zwecken, den Kleiderwechsel, die Mischung der Getre Kilaini überhaupt, die der Verehrung delr Naturgemäß waren (S. Moreh Nebrubim, III, 37, die gleiche Auffassung). Die Toebah ist also verbotene Mischung Euch der Gottesdienstformen, nicht_ unbedingt Götzendienst Ordner und Benutzer selbst (Vgl. den rabbinischen Begriff שיתוף)• Das fehlerhafte und doch geopferte Tier widerspricht der Erhabenheit Gottes, die bei PI. besonders hervortritt. Die Fordern ng, den Gottesdienst an einer Stelle zu üben, kennt Pi. niclt. scheut, soll vielmehr fern gehalten werden und beim Verkehr mit Gott soll das Volk besonders rein sein. Erst die exilische und spätere Zpit soll diese Forderung fi r alle Zeiten und auf Alle ausgedehnt haben. Bei PI. wird 1 ־־ heitsbegriff mit dem gottesdienstlicher u נ verbunden*). (Schluß folgt.) ler jesaianische Rein- 1d levitischer Reinheit Dr. M. Gfidem&nn: Das Judentum zügen und nach seinen Gr Löwit. IV, 105 S. Hätte das Judentum sich nicht voi gehabt, so wäre es um einen Teil sei kommen. Der Kampf gegen Götzent! Gleichgültigkeit brachte das prophetisch alexandrinische Schrifttum hervor; der duzäismus ließ die ersten Ansätze d gegen den Karäismus erhob sich ein Sa&d i. Verächter des Glaubens ein Jude Halo׳ die grobsinnliche Gottesauffassung Mai Moreh Einseitigkeiten ein Creskas; Judentums dient das Buch Ikkarim, der bis zur neuesten Zeit haben die besten tums immer eine wenn auch nicht ste gegen irgend welche Angreifer. So ist die vorliegende Güdemann’s eine Darstellung des Judentums und gungsschrift desselben, und der eine Zw! Nichts, vielmehr hängt eins mit dem a: Verfasser beginnt mit der Familie, glauben über, behandelt darauf die S die Anschauungen vom Jenseits, das zum Leben und endlich die messianiscl(• Dieser Aufbau darf uns nicht Die Familie bildet am Anfang der Bity Geschichte Israels. Dadurch treten menschlich näher, das menschlich £ Vordergrund, und auch später, als Israe verbleibt den biblischen Erzählungen Haus. Und das darauf sich aufbauen4< aus in seinem Grunde sittlich, wenn berei auch nicht verbietet. Sie ist dt Trieben entgegengekommen; hat doch weiberei bei uns vielfach nur die F01 Streben des Judentums ging von vomhjei Form der Ehe aus, und Psalmen und rende Schriften (nehme man nur das sprechen von der heiligenden Macht *) Da wir nicht immer Aufsätze in können, müssen wir bei bibelkritisch( besondere Beachtung der Schlußseite bi in seinen Grundundlagen. Wien, jeher zu verteidigen ^1er besten Werke ge- und gegen innere e und zum Teil das ^ampf gegen den Sad- Mischna entstehen, a, gegen die jüdischen ivi im Kusari, gegen .imonides, gegen des 4er Verteidigung des Chisuk Emunah, und Leistungen des Juden- .s sichtbare Wendung :he Schrift denn auch zugleich eine Verteidiuck raubt dem andern ndern zusammen. ] ׳eht dann zum Gottes- Heilung des Menschen, Verhältnis der Lehre e Hoffnung, sonderbar Vorkommen, el die Grundlage der uns die Stammväter reifliche tritt in den zum Volke geworden, diese Vorliebe für das e Eheleben ist durch- Thora die Vielweimit den menschlichen auch heute die Vielmen gewechselt. Das!rein auf die heutige Propheten, wie beleh-!ob des Biederweibes“) 1r Ehe und treten der (ie de: einer Nummer bringen Arbeiten immer um . •iltten. 1

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