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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1903-01-01 · No. 21. (1903) · p. Seite 83

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
27 (1903)
Issue
No. 21. (1903)
Date
1903-01-01
Page
Seite 83 (sequence 3)
Language
German
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83 rechtfertigen ß die Worte der Agadot und ihre Aneinanderreihung will. Der einfachste Grund ist der, da Jochanans oder Chija’s am Purimsabbat oder-am Sabbat vorher gesprochen wurden, urd das kann sehr wohl der Abschnitt כ' תשא sein, in welchem sich diese Sätze finden. Ein drittes Beispiel findet sich Kothuboth 7 b, 8 a ff., wo die sieben Berachoth der Cüuppah und die Bräuche der Tröstung, die Berachoth derselben nebeneinander stehen. Die öcheeltoth von ח" שרה geben darüber Aufschluß, denn Isaaks Verheiratungauf den Tod Sarahs folgend, gibt R. Achai Veranlassung, ähnliche Dinge nebeneinander zu behandeln. NIL j Im Buche Tanja Rabbathi (jVuszug aus Schibbule Leket) findet sich eine Bestimmung, wonach der Anzündende mit einem Talith bekleidet zwischen Mesusah und Chanukaleuchter stehen soll. Auch Rabbenu Ascher führt dies an. R. Simon Hurwitz in seinen ביאורי מהרש״ה fragt nach der talmudischen Quelle dafür. Ich glaube), dieselbe in den Worten R. Huna’s Sabbat 23b gefunden haben. Da heißt es hintereinander הרגיל zu בנר בו׳ הוהיי־ בפלדווה בו' הוהיי־ בציצית בי' הזהיר בקירוש •היום So gut nun נר und קירוש in Rawa’s vorausgehender Frage behandelt worden ist und beide demnach mit dem Chanuka in Verbindung stehen, so gut ist dies mit dem Lichte und der Mesusah der Fall (Sabbath 22a). Allein der Talith steht •außer diesem Zusammenhang. Daraus hat man wohl die Folgerung gezogen, so gut die anderen in R. Huna’s Worten genannten Dinge zur Hauptsache in Be- Ziehung stehen, sei dies mit Talith de)■ Fall. Daher jene Halacha. VIII. Baba Mezia II a sieht .Jemand Leute hinter einem zum Laufen unfähigen Reh oder (hinter flügellahmen Tauben herlaufen oder besser ^u ihnen hineilen und er sagt: mein Feld soll dielse Dinge für mich in Besitz nehmen, dann sind sein() Worte maßgebend. Konnten die Tiere sich aber bewegen (und befinden sich doch auf seinem Felde), so gelten seine Worte nichts (s. Toss. s. v. ובתה unji Raschi zur Mischna). Darauf macht Juda-Samuel die Bedingung, er müsse an der Seite seines Feldes!also in dessen nächster Nähe) .stehen, denn was .losebar Chanina sagt, daß der Hof eines Menschen für ihn auch ohne sein Wissen eine Besitzaneignung bewirke, bezieht sich auf einen wohlverwahrten [Hof: wo dies nicht ist, muß der Eigentümer dabei Stehen. Demnach beziehen sich Samuels V^orte auf das nicht Verschlossene, Jose bar Chanina’s auf das Wohlverwahrte. Beides scheint nur eine unbedingte Folgerung aus dem Wortlaut der Mischna zu sein. In der Mischna ist die Rede von שדה, Jose bar Chanina spricht von חצר; jenes ist genjieinhin offen, der Hof dagegen hat seinen Namen vt)n der Umhegung. Die Mischna verlangt, daß e) die Formel spreche; wohl aber nur (s. Tossafeth a. a. 0״), daß er in der Lage sei, sie zu sprechen und verstanden zu werden, d. h. עומד בצד •שרה zu sein. Wäre es in der Mischna חצר, wie in den Worten Jose bar Chanina’s, so wären die Nebenbed ngungen unnötig. Sicher liegen diese ämoiäischen Folgerungen im Wortlaute der Mischna uni diese wird von der Gemara so gedeutet.. ' Bei geschichtlicher Erforschung der Mischna müßte man dagegen dj» arc oräischen Worte als schon feststehende Halachot behandeln, an welche der Wortlaut der Mischna nicnt denkt. Beim Zurückgehen auf die Quellen darf die Mischna nur sagen, was sie sagt. Aus diesem Grunde mußte ich in der Einleitung zu meiner ״ Mischna, Aufbau und Quellenscheidung“ (Straßbürg, Trüber) betonen, daß ich beim Zurückgehen auf die Quellen der Mischna von vorn herein andere Ziele zu verfolgen habe, als die von der Gemara erstrebte Ausgleichung zwischen verschiedenen Schuleß, und umgekehrt: daß bei Behandlung der Gemara die Mischna nur in amoräischer Beleuchtung in] Betracht kommen kann, ohne daß man auf die Quellen von Rabbi, soweit sie in Wortlauten der Mischna,liegen, zurückgehen darf. Darin liegt keine dieser Gebiete, kein Gegensatz Halacha. Diese beruht nicht £,uf amoräischen Er örterungen, sondern ist zürne st älter als diese. (Vgl. Schwarz, der hermeneutische Syllogismus, Karls ruhe 1901 S. 6 ff. über den Selbstzweck der Erör terungen). Vorliebe für eins zur Ausübung der (Fortsetzung folgt.) Li tteratur bericht. Recensionen. בפר שביבי אש zum 25jährigen Amtsjubiläum des׳ Rabbiner Mose Samuel Glasner zu Klausenbnrg, herausgegeben von seinen Schülern. Ertrag zum Besten der armen Jeschibajühger zu Klausenburg. Es geht im ()sten zu, wie bei unk Jubiläenschriften zu Ehrentagen der Rektoren — die einzelnen Beiträge von deren Schülern beigesteuert: nur. daß hier die Sammlung ohne Namen der Verfasser als Ganzes erscheint, das recht wohl einem Einzigen angehüren könnte. Der Sammler, Joseph Saul Stein in Klausenburg, hat seine Sache also sehr wohl verstanden, die Verschiedenheit der Geister als Ausstrahlung eines einzigen Geistes, des gemeinsamen Lehrers, ׳ erscheinen zu lassen, dem das Angeführte ja geistig angehört. Zuerst, nach den Wochenabschnitten geordnet, Thoraerklärungen in jener altmaggidischen Art, die wirklich, wie der Titel besagt, Feuerfunken des Geistes und des Gemüts aus dem Felsen des Thorawortes und der Midrasohim hervorspringen läßt. Man kennt diese Art, ja man verkennt sie in neuerer Zeit vielfach. Die jüdische Gemeinde, in welchem Lande auch immer, verlangt nicht nur nach dem Erbaulichen und Stimmungsvollen, sondern sie ist dem Prediger besonders dankbar, der ihre Gedankenwelt anregt; sie fühlt sich in ihrer Geistesheimat, wenn Thora- und Midraschworte sie umwehen und wenn die der Neuzeit angehörigen Gedanken'im Gewände der Vorzeit erscheinen. Auch im Osten macht sich der Geist der Neuzeit geltend. Sehr schön wird am Scliebuothfest (denn den Thoraabsclmitten folgen Festpredigten), z. B. davon gesprochen, wie die Völker angesichts der neuen Lehre sich vor Bakehrungslust fürchteten, bis Bileam nach den Worten des Midrasch sie tröstet, Gott segne sein Volk mit Macht und mit Friedenzugleich; auch ohne ßekehrungskünste werde die Lehre Israels sich Bahn brechen. Derartige Deutungen finden sich vielfach im Buche.

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