Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 51. (16.12.1892)
- Date
- 1892-12-16
- Page
- Seite 220 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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?q.fj st*P4-;' ji De* Univsrsalgeist Su^j»’» timfütMtn di• mahainedänisch■ and christliche Weltweishilt. Was ihm b«i den Mntgkallimnn und Mntaailitec aanehmbarjbrsehien, nahm er bereitwillig in •ein System auf. Andererseits ist das Werk Saadja’• als der Niedersohlag der jüd. Philosophie, wie sie sich seit Abschluss des Talmad entwickelt hatte, an betrachten Aber der Hauptwert der Emunot liegt nicht nar in der systematischen Behandlang, sondern noch mehr darin, dass sie eine Verklärung des jödisohen Glaubens, etwas der Grösse der jüdischen Beügionsidee Adaeqaates, die harmonische Ausgestaltung und würdige Auslegung der biblischen Lehre sind. Wenn für den schlichten Sinn der Zeitgenossen Moee’s der Pentateuch in seiner kategorischen Redeweise angemessen war, wenn dann den Coitanen der politischen Kämpfe seit den Zeiten König Davids die Verinnerlichung und Vergeistigung des 01aaben8 durch die Propheten tarn Bedürfnisse ward, so kann auch Saadja’s Werk als eine Art neuer Anflage der heiligen Schrift, als •in den geistigen Bedürfnissen einer philosophischer gewordenen Welt entsprechende Erneuerung der altheiligen Ofienbarangslehre gelten. Utd wie die Abfassung eines solchen Werks für eine solche Zeit erforderlich war, so war es auch ein Glück, dass sich für die grosse Aufgabe aach der rechte Mann fand. Kein einsamer Denker legt hier für einen engen Kreis Eingeweihter die Resultate seiner Spekulation nieder. Saadja, der dnrehaas *uf dem Boden des Jadenthums steht, sioh mit Moses, den Propheten, den Weisen Israels eins weise, fühlt sich in jedem seiner Worte als jüdisohen Mann, als den Wortführer der monotheistischen Gemeinde. In der Einleitung des ans sehn Abschnitten bestehenden Werkes spricht er es klar aas, w׳ lches der Zweck seines Philosophirens sei. Daroh die Wissenschaft solle klar werden, was wir daroh Ueberlieferung aas dem Monde der Propheten bersits wissen, damit wir jedem antworten können, der uns in GJanbenssachen widerspreche. SA18 ich die verschiedenen Gattungen in der Auflassung der religiösen Eikenntniss mit ihren schlechten Folgen sah*, ruti er atu (Einleitang d. Ein. C. 5), ,da betrübte sich mein Her* übtr die verschiedenen Ansiohten der Mensohenklassen, nnd vorsüglich wurde mein Mitgefühl für meine ätammgenoesen, die Israeliten, rege, loh hielt es daher für meine Pflicht, nach mainen Kräften an helfen mit dem, womit mich Gott be- «redet, and nach Vermögen das alles, was ich aas Gnade erhielt, jznr Stütze der Wankenden zu verwenden.* Saadja sah, wie der Zweifel die Gemüther an beherrschen anfing and dachte den Ursachen dieser Erscheinung nach. Die Mensohen verfallen in Zweifel, führt er ans, einmal, wenn ihre Einsicht beschränkt ist, dann auch, ׳ wenn ihr Denken sich nur auf der Oberfläche bewert. An glüoklieh gewählten Beispielen führt er den Gegensatz «ji0008 anmethodisohen and methodischen Verfahren# dnrofa, ohne sich selbst über jeden Mtham erhaben an dünken. Die Wahrheit brrnaaha Zeit, danun liege der Irrthum in der Natnr des gar allmählichen Klarheit vordringenden Mensohengeästes. Die Wahrheit ruht aber auf zwei Grundlagen, der Vernunft und der Offenbarung. Beide ergänaea־einander, führen aam wahren Glauben hin. Der Glaube, tagt er in Anlehnung an die Definittion der Mntakillimun (Eisler Vorlesungen 1. Abth. 8. 3), ist daa Innewerden eines bewussten and erkannten Gegen- Standes, er ist ein wahrer, wenn der Mensch die Innowerdang einer Sache erlangt, wie sie in der That ist/' ein falscher, wenn daa Gewusste dem wahrhaft W1rf6■J Jlafcen widerspricht. Za den den drei Erkennung»- sägen des Wahren, die Saadja aufführt, dem sin•• Konen Begreifen, dem Begreifen der Vernunft and dem «folgerten Begreifen, komme als viertes Prinoip der Wahrheit die wahrheitliohe Ueberlieferung, die Tradition, hinaa. Bibelsprüche erläatern hier, wie in dem ganaen Buche, die Satze des Philosophen. Aber er lässt ans zugleich erkennen, dass es mancherlei Möglichkeiten gebe, xu falscher Erkenntnis» za gelangen. Nioht nar könne man aas ein and derselben Wahrnehmung za verschiedenen Ergebnissen gelangen, sondern es köanne auch ein und dasselbe Ergebniss ans verschiedenen Wahrnehmungen folgen oder eine Erkenntniss die andere aathebec, ja die gewonnene Erkenntniss — ein Zeichen der sittliohen Basis seiner Logik — könnte schlimmer sein als gar keine. Nichtsdestoweniger sei das Forsohen nach Wahrheit eine würdige Aufgabe. Nur Thorea meinen, dass die Spekulation zam Lpikuräismus fahre. Auch die Behauptung jenes Talmudisten, dass jedes Forsohen nach der räumlichen und zeitlichen Weltentstehung zu verdammen sei, erkennt Saadja, wie wir gesehen, so wenig an, dass er sioh vielmehr hierin aut die Seite der Mataziliten stellt. Wohl aber führe die Spekalation allein, ohne die Glaabenswahrheit, auf Abwege. Wenn gegen jegliches Pbilosophiren ein Widerwille beetehe, so findet er hierfür acht Ursachen heraus, von denen die dritte, der Hang zum Genuss, in merkwürdiger Uebereinstimmung bei Spinoza wiederkehrt, die letzte, nämlioh die Uebertragung der Abneigung gegen einige Monotheisten aut den Monotheismus selbst, die Menschenkenntnis» Saadjas verräth. (Schluss folgt.) lieber den ״Jwein“ Hartmann’s von Aue. Von Dr. 8. Oelbkaas, Rabbiner and Prediger in Prag (Schluss.) tä. 5014—5016. Und wil sin unser trehten nach rebtem gerihte pflegen, aö 81t ir schiere gelegen. Vergl. das. 45. 46: David aber sprach zum Phi lister: ״Du kommst za mir mit Schwert, Spiess and Sohild, ioh aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoo etc. Heute wird dich der Herr ia meine Hand übersntworteD, dass ioh dich schlage.“ t7. 5357— 53*1. Na ist er so gnaedec und so guot nnd so rein gemat das er niemer künde eo manegem siezen maade beteliahiu dinc versagen. Dieses ist ein biblischer (Jedanaengaug nar mit Bezug auf die betende Dame höflich variirt. Vergl. Psalm 145. 17—20: ״Gerecht ist Gott in allen seine■ Wegen nnd gnädig in allen seinen Werken. Der Har ist allen nahe die ihn anrafen in Wahrheit. Er erfüllt den Willen seiner Verehrer, er erhört ihr Gebet and rettet sie.“ S8. 5535—5640. So ergibe dich in iach gotea sagen: der kan iawer baz gepflogen and ruoche in daroh sine gftete iawer swareze angem&ete ▼il schiere verkäsen ze vröadan unde ae ftren. Diesen Versen liegen folgende Satze an Grunde: ״Wirf auf den Ewigen dein Anliegen, er wird diah versorgen.“ ״Da Käst mir meine Klage in Fronde verwandelt.“ (Psalm 55. ,23 u. 30. 12). M. 5647— 5840. Ich was .5t niuwan •in •pot. ab aaste mir in got, 'das er mich an ime rach. Vergl Klagelieder 2. 63, 04: ,״Ich bin ihr Spottlied. Vergilt ihnen Herr naoh den Werken ihrer Hände.*