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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-11-18 · N° 47. (18.11.1892) · p. Seite 184

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 47. (18.11.1892)
Date
1892-11-18
Page
Seite 184 (sequence 3)
Language
German
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Kreisen bekannt nimlich: daroh lateinisohe Ueber- Setzungen einiger Auszüge. Albertas Magnns, dar henromgendste christliche Scholastiker (geboren 1204}, benotet in ■einen־Werken die jüdisohen Philosophen Isaak Israeli, Avioebron, (Ibn Gabirel), einen anbekannten David and den Astrologen Maschaiah. Insbesondere ist •8 aber Moses Maimonktee, mit dem sich Albert (später Bisohof in Begensbnrg) beschäftigt. In seinem Bache de oansis elo. (S. 850) schreibt er: ,Contra bano opinionem disputat Averroes et Rabbi Moy8es.* Er nennt ihn aaoh Rabbi _Mose8 ans Egypten and ■ein Werk More Nebuchim fflhrt er unter dem Namen sdux neutrorum“ an. (,In aeoanda parte libri, qui insaribitar dnx neatroram 8ive dubioram, qaorandam probantiam mnndi aetemitaem. (Sanas theol. tom 18. i. S. 58). In dem dritten Theile dieses Baches handelt Maimonides ausführlich über die Gründe der jüdischen Gebote, - wobei er eine Ansahl Stellen aas der rabbinischen Litteratar anfährt, die auch sar Kenntniss Albert’s gelangten. (Siehe Joel, Verhältniss Albertas des Grossen sa Moses Maimonidee 8. 5 a. 15. Bre&laa 1876.) Daroh den grossen christlichen Lehrer kamen rabbinische Ansichten nnd Aussprüche in weitere christliche Kreise. Im Jahre 1239 trat ein Jade, Dänin mit Namen aas La Bochelle in Nordfrankreich, auf und läagnete die Heiligkeit der mündlichen Ueberlieferang. Derselbe war in der rabbinischen Litteratar bewandert. Er wurde von den Rabbinern excommanicirt. Darauf übertrat er aam Christenthnm, sog nach Rom and klagte vor dem Papst Gregor IX. den Talmad als ein Bach an, in welchem anwürdige Lehren über Gott enthalten sind. Der Papst fasste die Recrimination Danin8 in ttnl and awanxig Artikeln aasammen and sandte sie sofort au die Kirchenfürsten von Frankreioh, England, Castilien, Aragonien and Portugal mit dem Befehle, die Talmadexemplare den Jaden sa entreLsen und sie dtn Fianciscanern and Dominioanern aassnliefern. An die Regenten dieser Länderachrieb er, das Vorhaben der Prälaten ■a fördern. Der Dominicaner Heinrich aas Köln, ein Gesinnungsgenosse Dnnins, war unermüdlich eifrig bemüht, dass der päpstlichen Balle Folge geleistet werde, woraaf die öfamtliche Verbrennung des Talmads 1242 in Paria stattfand. (Grats VII 107.) Die 25 Artikel, welche aaoh hagadiscbe Partien enthielten, mögen wohl die ersten schriftlichen talmadischen Aaszüge gewesen sein, welche in weite christliche Kreise kamen. Ungefähr zwei Decennien später veranlasst« ein getaufter Jade Namens Pablo Chriatiani aas Montpellier den Papst Clemens IV. eine Balle an den Bischof von Tarrsgona za schicken, die Talmadexemplare za untersuchen and sie za verbrennen. Aaf Befehl des Köuigs Iayme wurde der Talmad von einer Commission untersucht und es wurden manche von den königlichen Ceusoren angefebenen Stellen offiziell entfernt. Der Dominicaner taymand Martin, der Hebräisch und Chaid&üch verstand, verfasste eine Schrift pngiö fidei adversas Maaros et Jadaeos (Grätz das. 136). Diese Schritt, in welcher sine beträchtliche Anzahl von Stellen aas Bibel, Talmad and Midnüöh enthalten ist, bat wahrscheinlich ebenfidls viel dazu beigetragen, dass der Inhalt des rabbtnieohen Schriitthams in christlichen Kreisen bekannt wurde. In den letzten zwei Jahrzehnten des 13. Jahrhunderte wird von mittelhochdeutschen Diotitern der Talmad ansdrückiich genannt. Konrai von Warzbarg, der in Basel im Jahre 1287 starb, aagt: Talmnot hat •i vil gar betoabst ud ir •re beroabet. *■ (Von d. Hegen m 8. 342). Ein anonymer Diohter, welchen sein erster Horaasfeber Theodor v. Krajan nach der Hauptfigur der liohtangSifeit Helblino nennt,, sagt (1185 Editio Seem filier): *)Es waere vol. der in verbat ir ketserliche Talmut, ein buch ralsah and uogenaem. Der Verfasser gebraucht sehr lieblose Aasdriioke gegen die Jaden. Aber er ist nicht nur gegen diese intolerant, sondern auch gegen Andere. Joseph Seemüller bemerkt: (Einleitung XVI.) ,4L fremd gelten ibm nioht bloss Polen, Ungara, Czeohen, sondern aaoh Bayern, Franken, Saohsen, Schwaben a. 8. w.“ — Mit deraVerfalldermlttelhoohdeutsoheo olassischen Poesie ist aaoh die Idealität der Diohter im Niedergänge begriffen. Ihr Horizont verengert, ihre Weltanschauung verflacht sich, während Freidank, Walther, Wolfram and Hartmann auf den Geisteshöhen eiahersobritten. Talmudische Bibelexegese imTargum Jonathan. Von Dr. A. Kaminka-Berlin Arnos VII, 1 — 11 bietet ausser den Wort-, Constraotions- und Gleiuhniss-Sohwierigkeiten aaoh einen unverständlichen Zusammenhang des Iuhalts. Bleiben wir bei der gewöhnlichen Erklärang, so sieht der Prophet Heasohrecken über die Spätsaat kommen, nachdem Alles abgemäht ist; er betet: ,wie soll Jacob bestehen?* and Gott verzeiht. Eine äbuliohe prophetische Erscheinung wiederholt 8ioh daroh einen Feuerbrand; wieder ein Gebet, and der Herr hat 8ioh bedacht and die Strafe erlassen. Dann erscheint ein Senkblei: der Herr will nicht länger verzeihen. ״Es werden öde werden die Höhen Jis'ohak’s and die Heiligthümer Israels eine Wüste sein; dem Schwerte wird das Haas Jerobeam verfallen.* (V. 9) Der Prophet würde sioh demnach (wie Kap. VI, An£j gegen die Hohen und Vornehmen, gegen die unwürdigea Fürsten nnd Priester wenden, deren Paläste and Tempel zerstört werden sollen. Wenn Amazja, sich beklagt, Arnos hätte gesagt: וישראל גלה יגלה כעל 80 ,אדמתו scheint dann dieser Theil der Anklage^ ebenso wie der erste Theil, über den Tod Jerobeams (vgl. Raschi, Abea Esra and David Kiinsohi), eine Fälsohang des Propheten Wortes za sein; wir werden sehen, dass es nicht der Fall ist, und zar Aufstellung der ganzen Stelle wird, wie ioh glaube, eia Wort im Targam Jonathan angemein viel beitragen. Jonathan ben Usiel’s Auffassung wird ans aber ihrerseits auroh eine an sich nicht ganz klare talmadisohe Antitheae deutlich. Das Wort [קט wird von Jonathan wie von Onkelos fast regelmä8!-ig daroh זעירא wiedergegeben (vgl. z. B. I. Sam. 30,19; 11. Köu. 2,23; Jerem. 6,13 and 31,33; Zachar. 4,10; Jona 3,5; Pa. 104,25; Spr. 30,24). Soll der Sinn der Sohwäohe angedeutet werden, ao sohreibt Jonathan 80) ל!לש für קט] בנויים Jerem. 49,15 and Obad 1,2; vgl! ferner קטני עבה I. Kön. 12,10: חלשותי תקי-א;; soll ein Aasdrack sioh allegorisch auf kleine Kinder beziehen, so gebraucht der Taigamist allenfalls noch ד&־קיא (So Jes. 22,24 für [כלי הקט, vgl Onkelos, 4. B. Mos. 23,10). Um so befremdender tritt ans an der oben citirten Stelle zweimal (v. 2 and v. 5) für כי קט] הוא die ganz seltsame and meines Wissens ohne Analogie dastehende Uebersetznng!ארי מטלטלי] אינו entgegen. Was hat pכמלם (verstossen, zerstreut, umhergesohleaiert) mit [קט za than? *) Auf d.e»e Stelle machte mich der Germanist Herr Pres feeeor Lsmbel in Prag aufmerksam.

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