Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 47. (18.11.1892)
- Date
- 1892-11-18
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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M 47. Jüdisches Ute. XXL 21r l«l«|klH|!Uv M«Un 114 JHn IltUruiMkM fr• MtAmm uf In flafeku 4w Pkll•- H1U•■ OwrtfcM«, IltMnfUib TkM-!■**•. OrlnU]!•, Kzr^n«, B«wll«tfk, UtargU ■. FlfrMU. Heransgegeben I —I Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 9Tta<j9e4vvKj.׳ den 18. 0׳Lovettv6et• 1892. ■i«*T Mr «!■Mkllikr•• UM«ntor,«M11' frr frliiHw um« me*»■, i■*— m n■»■■*■■■ «m ■w*1 a!»»■«ו»■» Ex.■plan• «rfM*t «*■nmH(• km (»tll'lMlIiM. Dm ״Jüdische Litt erstur-Blstt** erscheint wö ohentlioh in einem halben Bogen. Preis hei allen BttflhhaiidlBigea in Leipzig bei Bobert Friese pro Jahrgang 8 Mark■ Ahnn1umt*n ü» |[l«nHtiwJ1mWm׳.hms111rift11, die▼ierteyahrlieh bei allen Postans allen und Bachhand langen 8 Mark fahlen, erhalten das ״JOdiaobe Litteratar-BUtt“ gratis. — Ta« *rite werden aft 2t Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilssjra mit SO Mark, berechnet und sind an die Expedition diese*1 Blattes zu senden. . Buchhändler n. Lehrer, welche dijreet oder durah Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 j( Babatt. Inhalt.: Wissenschaftliche Aufsätze: Ueber ihitteUiochdeutsche nnd jüdische Litteiator. (Schloss.) Dij. S. Gelbhaus, Babbiner nnd Prediger zn Prag. — Tälmndische Bibelexegese imT&rgam Jooatbsn. Von Dr.A Kamiaka-Berlin. Antikritik. (Schloss.) - , Litteraturbericht: Beceneion: Bacher, Dr. Wilh., JExof. Die Bibalexegese der jüdischen Beligionsphilosophen dea Mittelalters vorMaimnni Bespr von Rab*.Dr. Kronberg. Berichtigungen. UsbeftHter Nachdruck aus diesen» Blatte Ist siebt gestattet Ueber mittelhochdeutsche und jüdische Litteratur. Dr. S. Gelbhaas, Babbiner and Prediger za Prag. (Schluss.) | Das philosophische Werk Maimonides' ,Führer der Schwankenden“ kannte nnd sohätzte Friedrich sehr. Eb ersohien ihm auffallend, warum letzterer, der Gründe für die biblischen Gesetze aafstellte, keine Erklärung des Gebotes der ,rotben Kuh* gab. Der Kaiser erklärt, diese Vorschrift sei deishalb ertheilt worden, nm das jüdischeYolk vom Zanber!and Dämonen- 0altu8 zn entfernen. (Steinschneider, Bebräisohe Bibliographie VII 62). Der Kaiser berief aaoh den jüdischen Forscher Jacob Anatoli, eineh Provenfalen, zn sioh am arabische Philosophen ins {Jebräisohe za übersetzen. Anatoli sobreibt am Ende der HebersetznngdesComentars lbn Rosohd’s wie folgt: ,lob Jacob Sohn Abba Maii’s Sohn Simeons, SchiT Anatolio’s*), bin gesegnet vo%Gott — der mein Gebet nicht versohmähte die Gnade mir nicht vorenthiilt and meine Kraft stärkte — im 2,Adar 4992 (1232) diese Uebertragang der Erklärungen des Philosophen lbn Rosohd in Neapel zu vollenden etc. Nachher weide ich daran gehen aach die anderen Bücher za vollenden mit HilielSottea der unaerm Herrn dem Imperator Friedrioh dem Freunde der Wisaensohaft nnd ihrer Beflissenen, den Gedanken gegeben hat, mich.an speisen nnd satt xn ernähren. Möge die g&ttliohe Bald fortwährend über ihn sein, ihn über alle Fürsten zn erheben •ta.“ In seinem Buche Malmad Hatalmidim 1,hülfe er religiöse Ansichten dea Kaisers mit htaimc nides erklärt dqn Ansaprnoh 4es älteren R. Ebener dass die Erde ans dem Schnee der unter dem himmlie oben Throne ist, entstanden ist, dass unter dem Soh: 1ee die Hyle za verstehen ist. (Führer 26) Anatoli schreibt: ואדונינו ז/נפיוד פידריקו נתן במם לדבר החכם שלקח שלב־ כמקום חחוכד הראשון לפי שהשלג היא רב« וכל מהבל *) Ich lese B'ruoh statt Barnch. Vwgl. G! mesis 24 31. . צבע.כשהמהבל הוא לק אז יקבל כל צורות הצבעים שיר־נד האדם כן החופר הראשון הוא מהבל כל הצוהות. ,Unser Herr der Imperator Friedrioh meint, deaahalb -habe der Weise (Maimoni.de«) Sohaee für die Hyle gehalten, weil der Schnee weis» ist,, and wie alles Weisse die Farbenformen annimmt die der Mensch will, so nimmt die Gestaltlose Hyle alle formen an. 4 (Malmad 33.) Aaoh eine Ansicht des über die Opfer theilt Anatoli mit: ׳ ואדונינו הפלך הנרול האנפודר פדדיה שיחיה דאריר יפים נתן פעם מדוע צוד. דד לההריב קרק פסק הבקר והצאן ולא צוה לההריב שום פי! מפיני חיות. ואפר לפו שכונת הסרק?nwr בו רצון לבורא ואין אדם מרצה אחר כדבר שאינו שלו. וסיד הבהר והצאן הם כייתות והם נכסי מדים אשר מרח בהם או•בדמיהם. ופיני החיות הם מדבריות ואין להם מלים ואין מודח בהם והם כאילו אינם שלו. כר. ,Unser grosser König der Imperator Friedrioh^ der lange leben möge, giebt den Grand an, wessbalb Gott geboten hat Opfer von Rindern nnd Schafen and keine wilden Thiere darsubriugen. Er sagt: Die Absicht des Opferbringens ist Gott Ergebenheilt za erweisen. Man kann aber Niemandem seine Ergebenheit erweisen darob Darbringung eines Gesonenkes das dem Spender nioht gehört. Rinder and Sohafe sind Haasthiere sind Eigenthani dae Be» sitiers, indem er sioh am sie bemüht oder gekauft hau Die Waldthiere sind Wüstenbewohner, herrea- 108,1 *der Besitzer bemühte sioh am sie nioht, nnd e« scheint als wenn sie nioht sein Eigenthutn wären.“ (Das. 92.) Ausser lbn Matka nnd Anatoli gab' m aber, aaoh wahrscheinlich noch andere jüdisohe Ger' lehrte, die mit dem Kaiser in Berührung standast- (Steinschneider Hebr. Bibliogr.VI. 31.) Za denjenigen hervorragenden christlichen Persönlichkeiten die inr deai dritten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts an Kaiser Friedrioh in Beziehung standen gehö»C aber kein geiügeref als Walther von der Vogelweide. Yott Friedrioh erhielt der Diobter ein Reiohalehn. •Uy» dto Jahr 1220•tränte ihm Friedrioh die Erziehung seine». Sohnes des späteren fietnrioh VII. an and im Jahre־ 1228 begleitete er den Kaiser auf dea Kreuzzug. B* ist ׳daher wahrscheinlich, dass daroh den Verkehr jüdischer and hervorragender ohristlioher Männer in derselben Geistossphäie aaoh manche Sentenzen d*•*‘״ rabbinisahen Sohriftthams den Mianedrohtern.־ bek..-, kannt wurden, deren Naohklänge hie und da in dsSr mittelhochdeutschen Dichtungen in eigen trtigar. Ver ' arbettang an treffen sind. . In den folgenden Jahrzehnten wnrda di* ja&fri“« nisohe UVteratar anf andere Wega in. ohriittTMn n