Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 45. (4.11.1892)
- Date
- 1892-11-04
- Page
- Seite 177 (sequence 4)
- Language
- German
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«(klären? . Wodur oh ist dar sprachschöpferische Geist veranlasst worden, geeensätaliohe Vomtell ungen mit demselben Laatoomplex ■a beseiohnen? Gegen eine solch• oontradietio in "nomine--iped-f erhebt- Sieh ein dreifaches Bedenken: 1. des logisohe Moment: ist A =j A und nioht non A, wie ist es denn möglich, Aiand non A mit X na beseiohnen? I 2. des etVmologisoJie Moment: #as bewirkt den Umschlag de• Etymons in seinem Gegensets? 3. des preotisohe Bedenken; darol. solohe gegensinnige Wörter wird die Verständigung^ ersohwert, oft sogar unmöglich gemaoht; denn wie sollte der Hörer wissen,* *welche yon den beiden entgegengeeetsten Bedeutungen der Bedner gemeint hat? Ans diesem dreifachen Grunde sfnrde die Antiphrasis bis anf die neueste Zeit geleugnet; es wäre absurd, enantiosematisohe Wörter ansiunehmen. Erst Abel hat diese Frage wieder in Fluss{ gebracht; ihm gebahrt das Verdienst, sar neuen Prüfung dieses Problems die Anregung gegeben und die Lösung desselben suerst versuoht su naben. Eine alte Synagogen Ordnung. Von Rabbiner Dr. Goldfahn. II. Vor Jahresfrist, sm 23. September 1891, sohrieb mir Herr Oberrabbiner Dr. Adolf Jejlinek, dass er meine Arbeiten mit Interesse lese und ich hätte ein feines ütexarisohes Gefühl, das mioh ^uf den rechten Weg leite. War mir dieses Lob von ]solch berufener Seite recht angenehm, so muss es mir auch genehm sein, wenn derselbe Dr. Jaihaak jetat gegen meine Forschungen ,etwas misstrauisch" geworden ist and findet, dass ich ,sehr )eiöht irre." Die Möglichkeit, dass ich mioh im, habe ich nie in Abrede gestellt. Zunächst bin ich Babbiner, der doch wissen muss, dass nach der Lehre des Jadenthaxns kein Mensch unfehlbar sei, selbst Moses unser grösster Lehzjer nioht, dann aber setst mein neuer Erklärungsversuch voraus, dass all* früheren Oommentatoren sich geirrt hätten. Warum soll es nioht möglioh sein, dasj suoh (ioh mioh irre? Allein die MögUohkeit, dass wir ans irren, darf uns davon nioht abhalteD, dam wir nach{ der Wahrheit forschen. Führt doch der Weg aur Erkenntnis* der Wahrheit aber wiederholte Irrthämer, jwie B. Retina fanknüpfend an Jesaja 3, 6) behauptet — Sobald ioh mioh uberseugt haben werde, dass iah mioh geirrt habe, werde ioa es selbstverständlich eingestehen; vorläufig haben mioh die Ausführungen des von mir hooh geehrten Herrn Dr. Jellinek nicht davon übermeugen können, dam ioh mioh geirrt habe. Iah will mit Dr. Jellinek nicht weiter darüber disputieren, ob ,der Anfang des Midrasch rabba aur Geneais, [,eine alte Synagogenordnang“ ist, wie ioh verauthe, oder ob er ein Beflez philonisoher Ideen und identisch mit der darauffolgenden mit "TW דבר beginnenden Erklärung sei, wie Herr Dr. J. behauptet. Nur so viel[ will ich hiegegen bemerken, dam dann das אחר "ipl überflüssig wäre and dis lotsten Erklärung mit der enteren vorbanden hätte werden sollen, indem demipOR fünf Bedentnngen baigelegt worden wftnn. AnfpUend ist mir aber, wmHsrrDr. J. behaupten kann, meinp Behauptung, dam der Midraaoh die eynagogenordning kräftigen י) Sabbat folio 119b: Ohasiga folio 14a; VgL Gittin falie ▼gL obsa Seite 164 Asm.” oder untsrstütsen wollte, nioht snlämig sein dürfte, da m sioh von selbst verstehe, dsssaie Thora aaf saf dem reohten and nioht aaf dem linken ־Arm getUflsn, gesohsiflakt oder von einem adbönea Staff amhüllt and in der Bandeelade aafbewahrt warde,־da sa doch wahrhaftig gar nioht enden sein könnte. Dur Autor von Soferim osp. 3 § 10 mum doch enden Brfährangen gemaoht haben; denn sonst hätte er es doch nioht für noth wendig gehalten, seine Anordnung, dass diu Sefer Thon an! den nahten Arm. genommen and anf den reohten Arm weiter gegeben werde aaa Pantern. 3$, 2 absaleiten. Aaoh Baobt Simon b. Joohai') mtm andern Erfahrungen gemaoht haben, daram lässt sr du Gottes wort sas ,der Hechten“ Gottes in ״die Beohp“ der Israeliten and aas ,,der Beohten“ der Israeliten in ״die Rechte“ Gottes das Lager der Israelitmt amkreisen. Würde der sehr gelehrte hoohw. Oherrabbinar der Wiener isr. Gemeinde dem ״Ausheben“ and dem ״Weitergaben“ dee Sefer Thora längere Zeit aafmerksamere Beobachtungen schenken, so dürft« er stak überseagen, dass u nooh heute Herren giebt, welohe die diesbezüglichen Bestimmungen nicht kennen aad du ״Sefer“ saf den linken Ana nehmen and anf de« linken Arm geben. Dau es ferner nioht so sei bst vorstindlioh war, dau du ״Sefer“ geeohmüokt oder von einem schönen Stoff umhüllt and in der Bandeslade aafbewahrt werde, ist sas den Disoasaionan in de« beiden Talmaden*) sar Misohns Megiila 3, 1 laioht RI erkennen. Es muss aaoh viele Leute gegeben hsbs«, welohe du 8״efer Thora“ bloss, ohne Umhülle, ge halte« besw. getragen batten, dam sioh B. Joohanan reranlust sah sa der Ermahnung: ״Wer du Säte Thor« bloss, ohne Umhülle, hält besw. trägt, der wird nackt begraben werden.“ *) Aaoh mau es Viele gegeben haben, weiche kein Bewaseteein von der Weihe and Heiligkeit der Bandeslad• hatten; denn naoh der einen Msinnag sterben vieieKimlbsttsrinnen, naoh der MeinangAndemr iterhen viel Unwissend• daram frühsaitig, weil sie dm ״Bandeelada^gwingeohätsend einfsok, Kasten *nennea% SohUeaslioh man Iah bemerken, dau die Behauptung, auf deren Begründung ioh in meinem Artikel das Hanptgewioht lege, die Behauptung, dass ,die synagogaken Einriohtangen and Bestimmangen jener Zeiten einen bedeutenden Einfluss aaf die Form and den [%- hali der Agadoth sasgeübt hatten", nick* so gca> ,originell“ ist, wie Herr Dr. Jellinek meint. Aaf diese Idee hat mioh kein geringerer wie Dr. Jellinek selbst geführt. In seinem klnsaieohen Artikel: ,Prosalyten-Bilder**) bat Herr Dr. Jellinek naohgewiess«, dap in die Agadoth, ,walche aaf dis Offenbaraag sioh beaiehen, die Strahlen du Proselytea Wesens hineinspielen und daraufhin die Behauptung satgesteilt, das• die Azadiaten an gewisse üeberfiaternngen an knüpft«« and: Bdder, welohe im Laute der Zeit Gameingat d«e Volkes geworden waren, gebraaohtsn." loh aooeptirs diaw Behauptung Dr. JeUiaeks voilinJultlioh and h%bf oben,7; wie ioh glaube, evident nsahgewiesen, dau i» die Agadoth, welohe auf die Offenbarung sioh beaiehen, *) Sifr» Dsutsm. § 84S; Rsbbs sa Hobst 1,9. 8 2, (vH oben Seit• 164 Anm.8 und 9) and dis oben B«ts 10ל m wll, sfttsen tolio 86b; jwas^t Md; ®«FäW mendW Hagüla 8, 9; obsa Seit• 169 Asm. 9. *) Magills folio 89«; ob« Seit« Ui Aus. Baeber diese Sentans R. Joobaaeas is Sei« 4 AmariUr nioht «ufrawmim« bat, wsias ioh doeh dieselbe (L L Seit• 819 Asm. 8) S JoehsnU •) Sabbat fou« 89a *) Bet-ba-llidaseh, V. TbeU, EisWtaag Seite EbJfr Anbote IV- 5)8 Seda 164 su du is da• Hot« 1—9 säht■ 1