Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-10-28 · N° 44. (28.10.1892) · p. Seite 173

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 44. (28.10.1892)
Date
1892-10-28
Page
Seite 173 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/6492408-6575068-9806223--2621-4857549
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ugewioht Miner Güter der denken bleibe ier-Mgdbg. ligaten A*' 11 •der Macht seines Wortes, mit dem Vo] Persönlichkeit trat G. für die heili, Menschheit in die Schranken — sein immerdar gesegnet. M. Spa Die gegensinnlichen Wärter im Alt- und Neuhebräischen. Sprachvergleichen(] dargestellt von Dr. E. Länden-Zürich.* *) I. Einleitnng. In der semitischen Spr&ohgrappe k >mmt es nioht selten vor, dass ein allen oder mehreren Schwestersprachen gemeinsamer Stamm■ in der nnen oder andern derselben eine völlig entgegengese;zte Bedeutung annimmt, wie folgendesYeneichniss, das nioht einmal erschöpfend ist, darthnt'). Hache. Arabisch. nicht wollet:. Tyrann, oder Nachbar sein wissen, kennen, heftig lieben. Fleisch. Haut, Ober; Blässe, Nacktheit, schlafen schlummern ’Armuth. Verachtung Last. Bürde. Sy verzweifeln, zu Gott betkn. zveissagen Lamm, fern Aeth Mund. Betrug. risch. Schaf. opisch. Hebraeisoh. 1. אבה wollen: 2. נר, נ1ר fremd sein׳. 3. עלם nicht zvisserr. 4. 2שק bedrücken, 5. לחם Brot׳. 6. בער Fleisch׳. 7. עור Haut, Fell: 8. DU schlummern: 9. ה?זן schlafen: 10. עשר Reichtum: 11. הון l Ter mögen: 12. 1 ןכןר Vürue: Hebraeisoh. 13. הוחיל hoffen: 14. כשף zaubern: 16. ר!םם zaubern, 16. פר stier: פרה Kuh: V T t Hebraeisoh. 17. אף Nase: 18. ÜÜp Wahrheit: 19. סרח sich hinstrecken - T (und nichts tun): 20. 3פל verdoppeln: Alt-Hebraeiscb. 21. אפה Schaden zufügen <אםון> 22. שכח vergessen: 23. יאור Licht: 24. מתוק süss: Dies widerspricht dem etymologischen Sprachgesetae, nach welohem ein Wortstamni seine Ursprünge liohe Bedeutung in allen Ableitungen, ja in allen verwandten Sprachen bewahren muss, ia doch die Schwesterspraohen von einer gemeinai men Matterspräche abstammen. Merkwürdiger jecooh ist jene Erscheinung, dass oft ein and dasselbe Wort in der nftmliohen Sprache für antithetische Begr ffe verwendet wird. Voran steht natürlich das durch den Beiohtham seiner Formen wie Mines Spraol gutes aasgezeichnete Arabische, welches gegen 400 solcher gegensinnlioher Wörter, sogenannte ICüM besitzt. Nächst diesem kommt, das Hebräisohe; tber auch im Syrisohen, Aethiopisohen, Assyrischen sind sie'anca- *) Proben aus einer demnächst erscheine!den grösseren Abhandlung über obigen Gegenstand. *) Vergleiche: Pani de Lagarde, hebr. W Jrterklftmng ih den Göttinger Abhandlungen. Bd. 26 (1880) S. 18|,M arbeiten, sü h anstrengen, theilen. j Neu-Hebräisoh. .heilen אסר, syr. dasselbe. שכח finden. אור ,אורתא Nacht. מתול bittere Frucht. 1 reffen, wie sich im Verlauf dieser Abhandlung ■eigen vird. Während nun die arabischen Philologen diesem. 1 Gegenstände ihre besondere Aufmerksamkeit sobenkten, solche Wörter sammelten und kleinere and grössere Abhandlungen darüber veröffentlichten; — Anbari bat sogar ein ganzes Bach dieser Aufgabe ge- ]widmet1); — ist dieses lexioalisehe Oapitel jttdisoherteits, namentlich von den Alten, gänzlich vernaohlässigt worden. Nur gelegentlich wird oonstatirt, dieses oder jenes Wort sei ein TQt und damit ist nie Sache erledigt. Erst in neuerer Zeit ist vou tJnger*), sowie auch von S. M. Saohs*), A. Geiger*), E. Köhler*), M. Grünbau m’) dar 80hwache Versuch unternommen worden, auf eia solohes Wort oder auf mehrere näher einaugehen. Vou niohtjüdisoher Seite hat man sich für die Enantiosemien im Hebräisohen «ohon mehr interessirt. & Hottinger*), Joh. Baxtorf*), Paul Berger**), Ed.Pooocke“), Lightfoot‘1), in neuerer {Seit namentlich Delitzsch") und Fleischer1*); auch Bunee1*) streift diese Frage. Eine systematische Zusammenstellung aller wirk- Hohen öder scheinbaren אצראל die im Hebräisohen vorkommen, der Versuch, sie zu erklären und zu begründen wird jedooh bis heute noch vermisst. Ia der Absicht nun, eine solche lexioalisohe Lücke aassufüUen,habe ioh diese Arbeit unternommen; sie ist also der erste Versuch dieser Art, den zerstreuten Stoff zu sammeln, ihn zu sichten und zu ordnen, sowie ׳mit hinreiöhanden Belegen zu versehen. Der Vollständigkeit wegen ist auch das NH. mit in Betracht gesogen. (SohL £) Lit teratur bericht Becexisiozxen. Die deutsche Freiroauerd ihr Wesen, ihre Ziele und ihre Zukunft von Geh. Rath Prof. H. Bettegast, Berlin 1892. Eine ausgezeichnete Sohrift, voll Gottesfurcht Und durohweht von Aufklärung, geistiger Freiheit und eöhter Duldung. Wenn von diesem Manne and nach seinen Prinoipien die ,ethische Bewegung* aasginge, 80 beständen für einen Jaden keine Schwierigk!eiten sich ihr anzusobliessen. So selten tritt in diesen Zeiten ein Sendbote religiöser Auffclärang, ein Mann freien Geistes und eohten Gottesglaabens auf. DerVerf. erzählt uns von der Freiaauerei Dinge, dis uns nioht gefallen, die uns kund than, wo das Gift *) Siehe Th. M. Redslob, die arabischen Wörter mit entgVgeugeeetsteh Bedeutungen. Göttingen 1878. Kitib al Adhad ▼. Annäri ed. Hoatsmeler. ף TJnger, Beitrage sar hebr. Sprachforschung über קלם in. Frankels MS. für Gesch. und Wies. d. Jndenth. Breslau, 1886. 8. 4*5. v *) M. Sachs, über אור• Beitrage z. Spraohforsch. aus jüd• Quellen; Berlin 1852. S. 81 und 82. r ») A Geiger, Jüd ZS für Wiasenach 1870. 8. 182. ') A Köhler über חסך sar sem. Lexioologie ZDMG. Bad. 23 (1889) S 679: ibid. THl 684 .8 0ני. i י) M. Grünbaum ZDMG BaL 23 (1889) S. 626; ibid. über Euphemismus Bad. 31 (1877) S. 336 und 855. Siehe ferner die hebr. Zeitschrift Hamagid 1862. S 247.! *) Hottinger, Smegma&e Orient 8, 100. *) Joh. Burtorf, Cetaleotis. 8• 36. >•) Paul Berger, Dias. de Aatiphrssi acript. s. Viternb 1072. VgL Joh. Chr. Wolf BibL hebr It Hambarg 17 U. 3. 632. . 1 «■) Ed. Pococke, Notae mUcellanae. Leipz. 1705. 3• 12 —20.! ״) Lightfoot, Horae hebraicae S. 065a.! u) Fr. Delitzsch in seinen Bibeloommentaren. ״) Fleischer in seinen Naontrigea sa Levya WB. **) G. Kunze, Sprache uad Religion. Berlin 1889. S. 3 und 214.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.