Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 44. (28.10.1892)
- Date
- 1892-10-28
- Page
- Seite 174 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 174 4- * des Antisemitismas gepflegt worden ist, ela ee ene der Öffentlichkeit in den sechziger and eiebager Jekren sich »nrüekziahsn musst«. Möge ee Herrn Geh. Rath Settegeet vergönnt eein, seinen Geist den deateohen Fraaieaern einaubaachen; seine Schrift ist für Jedernenn lehmioh und anregend. Er müsste nnr noch einen Sohriit weil ergehen, and statt neuer Logen der geheimnisavollen ,königlichen Kamst*, wenn aaoh auf reinerer and edlerer Basis, in’s Leben aa rufen, vor Altan das Mysteriöse beseitigen and die Geheimnieskrimerei anfheben. Denn solche Geheimstötten werden früher oder später an Brutstätten des Lage«, aa Becknestern derVerläamdang. Die Wahrheit schreitet offen ein hu־ and kenn Jedermann in's Antlitz schaaen, nur die Lüge schleioht im Finstern and geht geheime Wege. Wenn Herr Settegast sich entechliessen könnte, das Panier der Wahrheit and Humanität frei and cffen ca entfalten, freie und offene Arbeitsstätten für die erhabenen Ideen der Freimauerei aa gründen, dann würden Tausende ja Hunderttaasende edelgesinnter Menschen sich am dieses Panier sohaaren, er würde die Freimaurerei ihrem höchsten Ziele entgegenführen, eine grosse Vereinigung von freien Maurern sohaffen, die mit Hingebung and opferfreudiger Begeisterung vor aller Augen an dem salomonischen Tempel, dem Friedensand Humanitätstempel der Zukanfr, bauen würden. Dann brauchten wir keinen besondern B’nai B’rith-Ordeu, und keine solche Anaahl der verschiedensten Logen mit buntscheckigen Riten. Das möge der ehemalige Grossmeister der Royal-York erwägen, die beengencen Schranken des Logenwesens absohütteln und einen Anfrtaf an die Edlen aller Religionen ca gemeinsamer Thätigkeit in geheimniaslosen Brüdervereinen* ergehen lassen. Der Erfolg wird nicht aasbleiben. תורה. Gebet- und Religionsbuch für die reifere Jugend. Von Dr. Th. Kroner. (Schluss.) Wenden wir uns nunmehr den in dem vorliegenden Theile dargebotenen Religionsand Sittenlehren aa. Er enthält sechs Abschnitte, die nioht nnmittelbar aneinandergereiht sind, sondern vereinreit stehen. Den VIII. Abschnitt: ,Der Wandel in den Wegen Gottes finden wir zwischen כרכי נ0שי and den Pirke Aboth. Die einaelnen Lehren werden ohne jede Erläaterang in einfachen Imperativen gegeben. So heisst es beispielsweise unter ,B. Die Wahrhaftigkeit*: 1. Lüge nicht! 2. Schmeichle nicht! 3. Heuchle nicht! 4. Sei tiea dem Worte! 5. Verleite and verführe nith-i* In gleicher Weite ־ werden alle übrigen Lehren vorgeführt. An diese knüpfen sich jedesmal mehrere Bibelnpd Talmudstellen. Diesen folgte in der Regel eine Reihe von Namen biblischer (oft aaoh talmadiacher) Personen, aaf welohe bei der Behänd*- lang hingewiesen werden soll. Dieser Theil des Baches würde, wenn er besonders für sioh vorläge, als Sohalbuch wohl za verwerthea sein. Dennoch muss darauf hingewiesen werden, daae Manches bei dem denkenden Leser aaf Widerspruch atoasen wird, wie wir später zeigen werden. Der Abaohnitt IX enthält: Den Kalender und die einzelnen Feete. ,A. Der Kalender und die Neumondfeier * stehen vor dem Hallelgebete. Vor den Festgebeten werden: ״B. Die Freudenfeste (darunter versteht der Verf. die שלוש רגלים) zur Dar- Stellung gebracht. Hier wird der Lernstoff nicht in solch skizzenhafter Weise vorgeführt, wie dies jonst der Fall ist. Doch haben wir manche Ungenaaigkeit des Ausdruckes, die wohl aaf Flüchtigkeit zurüokaaführen asia dürfte, aa rügeu. Aaf 8aite 381 haiaat aa: Bei dem ieetliohen , Abssfdsaahle* mu‘8 jeder W 1■«». Der Aasdraok ,Abendmahl*, der 1m Laufs der Zeit ein -speaifisoh ohristlioh-religiöser geworden ist, passt wohl nioht in sin jüdisches Raligionsbaoh. Es konnte ebenso gat dafür gesagt werden: ,Bei dem am Abend stattfindenden Festmahle*. Seite 383 wäre statt: ,Am Abgangsabend de«ersten Pesaachfesttagea* wohl nohtiger: ״Am Aasgangsabend u. a. w.* Seite 384 wird 3לול als ein ,Blatt (?) dar Dattelpalme* der אחרוג als ,Fracht eines Orangebaumes* (?) beseiohnet. Dies ist wohl nioht gana aatraffead. Ferner heisst es weiter anten: Um 80 mehr sind aas die Feste aa Festen für alle Länder and alle'Völker (?) geworden. Es ist nicht klar, was der Verfasser hier meint. Von jener Zeit *sind wir denn dooh wohl noch weit entfernt, da unsere Feste Feete für alle Länder and Völker geworden sind. Der Absobuitt 0 giebtr ,Dieerhabenen Feste*. (Darunter,solleu die ימים נוראים verstanden sein, als ob die andern Feste nioht aaoh erhabene wären). Aa denselben ist eine Belehrung über den Mensohen in seiner Gottähnliohkeit geknüpft. Hier heisst es a. a. S. 405: ,Gott ist heilig: er liebt das Gute und hasst das Böse*. Diese Erläuterung des Heiligkeitsbegriffes bezüglich Gottes 1na88 entschieden als nnsatreffend bezeichnet werden: Ja, sie ist ein Widersprach ia sioh selbst und Gott gegenüber, weil seinem Wesen and seiner Erhabenheit keineswegs entsprechend, ananwendbar. Das göttliohe Wesen, ist für das, was wir als ,Böses* oder ,Gates* bezeichnen, völlig an erreichbar. Da Gott auch der Inbegriff alles Gaten ist, kann ihm gegenüber von Bösem nie die Rede sein. Gott aber kann dem Mensehen gegenüber von Bösem spreohen, da dieses sioh theils als eine Verletzung seines Willens, theils als ein Versagen des Lebensglückes des Einzelnen qualifizirt. Gott verabscheut also das Böse, das der Mensoh sioh aaSohalden kommen lässt. Dieses Moment aber hat mit dem Heiligkeitebegriffe Gottes nichts aa sohaffen. Indem wir unsere Besprechung des vorliegenden Baohes sohlieeeen*), wollen wir noohmals erklären, dass das Baoh als Uebersetaungsbach für die äohale gana anaweokmässigja nnbraaohbar ist, dass dagegen die zerstreuten Religionslehren, wenn sie als besonderes Büchlein systematisch geordnet erschienen, manches gute enthielten.**) Beide Theile vereint sind aber in Cer Weise, wie es der Verfasser that, für den Gebraaoh in der Sohale entschieden aa verwerfen. Ein Bindemiss für die Einführung des diokleibigen Baohes iaVolksand Religionssohalea ist aaoh der hohe Preis desselben (3^0 Mark), znmal naoh des Verfasse» ausdrücklichem Verlangen ausserdem noch eia Üiddur beim •Sohalaaterrioht jedem Schüler zur Benutzung, vorliegen muss. , J. Herzberg, Lehrer. *) ln obiger Becension ist die Zahl der Ausstellungen noeb lange nicht erschöpft; wir werden auf einige grobe Veratösae noch in nächster Hammer hinweisen. (Bed.) **) Auch in diesem Theile fehlt ee nicht an argen Fehlern; z. B.: 8. 295 ״Der Heide, der sich der Götterlehre widmet, ist wie ein Hoherpciester“. (im ״Dmckffthler-VerzeirhnUs ist dies n ich t berichtigt.) — Das Fasten am Vemöhnangstage wird S 419 wie folgt begründet: •Wer sündigt, hat sein Leben verwirkt, hat kein Anrecht auf Genuss und Behaglichkeit.'‘ (I?) — Ueberhaapt prävalirt in diesem Baehe das Geremonielle und Rituelle bis m’s Minutiöseste, ja sogar Kabbalistisches fehlt darin nicht. Das ist'■ was dss ganze Baoh trotz aller schmeichlerisch*11 Empfehlungen Solcher, die es sicht darchgelesea, 80 ganz and. gar unbrauchbar macht. (Bad.) Veiantwortl.Redacteur Dr.Rahmsr,Magdeburg.Dznak:Bendix Aflnhn. (ir.D..L.W01Ü.)Magdeburg. Verlag: Hob. Friese, Leipaig.