Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 39. (21.9.1892)
- Date
- 1892-09-21
- Page
- Seite 154 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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154 יtaten Thiere empfohlen, nämlich die 282 Arten reiner, em Ormond gehöriger Thiere. Heilig ela Vernichter der schädlichen Thiere sind der Fachs, des Steohelschwein (Vernichter der Ameisen), der Hand and andere. Wer sieht aber hier nioht sogleioh, dass es sioh nioht sowohl am'die Moral, als am den Pankt der Nütxliohkeit dreht? Hier fehlt nioht nur jedes höhere Moment, sondern die Nützlichkeits-Theorie dürfte aaf manchen Irrweg leiten. 1 Wie würdig, erhaben and ▼eraanftgemäss aber erscheint die Begründung des Schatzes der Thiere in Bibel and Talmad! Hier gilt als oberster Sats: Der Mensch, im Ebenbilde Gottee geschaffen, soll dieser Ebenbildliohkeit gemäss seine Freade am Schaffen and liebevollen Erhalten, nicht aber am Zerstören, Entstellen, Qaälen and Verstümmeln haben. Demgemäss wird dem Menschen Schonung and Liebe aach gegen die leblose Natur za Pflicht gemacht; diese Pflicht steigert sich gegen die belebten Wesen and erreicht ihren Höhepunkt im Vefhältniss zam Menschen. Wir können also alle Vorschriften, welche die heilige Schrift dem Menschen in seinem Verkehr mit anderen Geschöpfen gegen Rohheit and Grausamkeit gegeben, oder die ihm Liebe and Wohlwollen gebieten, in drei Kategorien theilen: 1. Vorschriften, welche sowohl in Bezag aaf die leblose Natur, wie aaf lebende Wesen gegen die Zerstörungssacht gerichtet sind; 2. Vor- Schriften zam Schatze and zar Pflege der Thiere and zur Verhinderung der Grausamkeit gegen dieselben. Sie haben wohl das Beste des Thieres im Aage, als ihr letztes Ziel jedoch gilt die Veredelung des Menschen and die Verhütung der Verwilderung des menschliehen Gemüths; endlich 3. Vorschriften, welche der Israelit gegen das Thier za beobachten hat, die in Bezug aaf dasselbe eigentlich gleichgültig, and nar daza gegeben sind, am das Gefühl für ähnliohe Verhaltnisse beim Menschen nicht za verhärten. Aus diesem Allen geht hervor, dass 1. bei־ den Vorschriften gegen die Zerstörangssacht (כר תשחית) and gegen die Thierqaälerei (צער כעלי חיים), wie bei allen biblischen Vorschriften das letzte and höchste Ziel derSohntz and die Veredelung des Menschen ist (לצח* את הבריות); 2. im Sinne der Bibel die Barmherzigkeit gegen -das Thier in einem Menschen, der engherzig, aasschliessend, inhuman sich gegen Menschen zeigt, Thorhejt and Widersprach ist, und 3. die Barmherzigkeit gegen das Thier da eine Grenze hat, wo wir in ähnlichen Verhältnissen aach gegen ans selbst and unseres Gleichen die Schonung nicht am Orte finden. Nach diesen allgemeinen Sätzen gestatten wir uns als Beleg für dieselben die betreffenden biblischen Vorschriften, getheilt in die oben genannten drei Kategorien, vorznführen. (F. £) ' □ne alte Synagogenordnung. Von Rabbiner Br. Goldfahn. (Fortsetzung.) Wie unser Midrasch die im Kapitel 8 der Proverbia gepriesene Gottee Weisheit mit der Thora identifizirt, so identifizirt ein anderer Midrasch1 *) die Gottesweisheit, welche Hiob Kapitel 28 preist, aach mit der Thora and bezieht Vers 27 aaf die Offenbarung aaf dem Sinai mit der Behauptung, dass Gott jeden ל fiabba sa Gen. 6,1. cap. 24, f 5; zn Exod 3L2 cap. 40 II; Taaehama ad. Babar an End. 36)10.! 5; ad Status sa Exod 20,1. | 15 and za Exod. 36^0. f 4 Jaikut Schimeoni. Spraoh erst mehrere Mal überdaoht bzw. darohgelesen and dann erst Moses bzw. Israel kand gethan habe, woraus dann im Tanohama') die Lehre gefolgert wird, dass Niemand, aaoh der grösste Gelehrte nioht, aas dem Stegreife einen Lehrvortrag halte and auoh sioh zar Vorlesung der'Parasoha nioht zar Thora aafrafen lasse, wenn er nioht vorher die vorzalesende Parasoha 2—3 Mal genaa darohgelesen habe. Einst, so erzählt Tanohama*) weiter, hatte derGhasau4 S. *)deaB. Akiba zar Thora aafgerafen; dooh dieser hat dem Aufrufe nioht Folge geleistet und mit Berufung auf dea fraglichen Vers in Hiob seine Weigerung damit entschuldigt, dass er die frsgliohe Parasoha vot her nioh t 2—3 Mal darohgelesen hatte. Dieses eine Beispiel dürfte genügen, am za zeigen, dass die Agada ‘j wenn sie za religiösen Einrichtungen and Bestimmungen anspornen will, sehr oft za metaphysischen Vorbildern greift. Die Agadisten sind sich ihrer Küünheit wohl bewusst and wie zu ihrer, der Agadisten, eigenen Entschuldigung sagen sie von den Propheten: ״Kuhn ist die Kraft der Propheten, welche das Gesohöpt mit dem Schöpfer vergleichen“'); aber mau wird es nioht 80 sonderbar finden, dass die fraglioue Agada, naoh meiner Erklärung, der präexistirenien Thora duroh Gott dieselben Ehrenbezeigungen, welche wir der Thora in der Synagoge erweisen, zu Thail werden lässt. Das Sefer Thora mass auf dea reohten Arm genommen werden and, wenn es weiter gegeben wird, aaf den rechten Arm gegeben werden7 8 * *); diese An- Ordnung, welche aus Deutern. 33,2: ״aus seiner Reohten ward ihnen das feurige Gesetz“ abgeleitet wird, reflectiren aaoh Sifre*) and Rabba‘), darum lassen sie das aus der ״Rechten“ Gottes erhaltene Gotteswort das Lager der Israeliten umkreisen, damit es, das Gotteswort, in die ״Reohte“ der Israeliten das Lager ams kreisend in die ״Rechte“ Gottes zurüokgelangen. Dieselbe Einrichtung reflektirt auch die Deutung der Mechilta“) za Exodus 14,29: מימינם בזכות התורה Das Sefer soll aber nicht bloss aut dem Arme getragen werden11 *) sondern auch am Basen liegen. Vom Hohenpriester, der am Versöunangstage die Parschijoth vorgelesen, erzählt die Misohna13)ונולר את התורה ומנ״הה בחיקו, während er stehend den Abschnitt Numeri 29, 7—11 auswendig vorgelesen. Auf der Sitte, dass das Sefer an der Brast, am Basen, gehalten worden war, beruht aach die Deutang: ש&תם את דבלי אלה על לבבכם, וו תורד,. (Schluss folgt.) $ 916 a. Majan Gaonim ed. Baber, Hiob 1. 1. — ל za Exod. 20,1. § 15: vgL Habt» za Exod. 31,2 cap 40. § 1. Bacher (Agada der Tanaiten U S. 557 A. 3) war der Tanchama entgangen. Ich gebe der Leseart des שבלי הללט ed Baber § 42 8. 37: וההורה! גלולה לפניו ככוכב אחד, wie aach der תניא ed. Rarwitz 8. 27 ursprünglich gelesen hatte and aach ed. Stettin emendirt, den Vorzug, wofür das: אחר in allen Relationen spacht, wozu dann das: גלולה des שהל״ל am besten passt Machsor Vitry ed. Harwitz § 118 hat anstatt תנחומא als Quelle:?ספר יוספו• — *) Vgl. meine Bemerkung ״LittrbL“ 1891, S. 124 A.**•) ל Zur Erklärung dieses Verfahrens verweise ich vorläufig aaf Joel, M.: ״Blicke in die Religionsgeechichte“ H, Seite 172—175, dessen Ausführungen ich, 8 G. w, nächstens ergänzen bezw. berichtigen werde. (VgL ferner Sachs, Beiträge I Seite 12—13) — ל Pesikta dr. Kahana ed. Baber 3. 36 a and Midrasch za den Psalmen Kap. 1, § 4, wo in den Noten die Parallelen verzeichnet sind. VgL ferner Frankel, ״Uebkr den Einfluss der paläst Exegese“ Lpzg. 1851 S. 31 Anm. b) und ״über paläst. and _ alexand. Sohnfttorschang“ Programm 1854 8. 23 Anm, 4;; mein: ״Justin Martyr and die Agada“ Seite 18, A. 1). ’) Soferim cap. 3, | 10; — ') Deutern. $ 343. a L — *I za HobeL lyi. § 2. Bacher, Ag. d. Tan. U, S. 118 giebt den Sachverhalt nioht genaa wieder. — *•) ed.Friedmann pag. 88a. ״) VgL Beracboth f״lio 18b. .— ") Joma, 7,1: Sota 7,7. — “) Sure za Beater § 44; Jeraschalmi: Schebhiith tolio 36b; Kiddwachin toho 610. Woza Friedmaan den Co mm enter 3«^ K. Hillel zitirt, weies ich nioht; sagt dooh der Jeraschalmi ausdrücklich:אפילו מלים, ושמתם וכ״ו