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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-09-16 · N° 38. (16.9.1892) · p. Seite 151

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 38. (16.9.1892)
Date
1892-09-16
Page
Seite 151 (sequence 4)
Language
German
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— 151 Erklärung näher tu begründen snche, werde ich gelegentlioh an einigen Beispielen na [teigen bestrebt sein, welchen bedeutenden Einfluss aal die Form and den Inhalt der Agadoth die synagogalen Einrichtungen and Bestimmungen jener Zeiten aasgeabt hatten, dass aahlreiche Agadoth keinen anderen Zweck hatten, als tnr Beobachtang der bestehenden oder der passenden neu eintaführenden Synagogengebräuone antnspomen, eventuell die nicht annehmbaren abzuweisen. (F. f.) Zum Sprttchetargum.12 11.*) r Herr Dr. Eeiss setzte seine ״Erläuternden Benoerbungen etc.“ in Nr. 33, 34 and 351 des ״ Jüd. Litt. Bl.“ fort, äämmtliohe von ihm j angeführten Stellen stimmen wörtlich mit ן dem Texte Baxt. überein, so dass also seine Eapostaer Aasgäbe kaum als eine ״neue Quelle“ für dielTargam-Kritik antusehen ist. Ein grosser Theil der IJuxt’schenVerbesserangen ist auch von Lagarde ac<jeptirt worden, andere, die nar auf Unkenntnis de(8 Aram. oder Syrisohen beruhen, hat er wohlweislich weggelassen. Es macht aber einen komischen Eindruck, wenn Dr. R. die Lesarten Buxt.’s, sogar wenn eile falsch sind, d urch die seiner Aasgabe za stützen sucht, während diese, wie gesagt, nar ein Abdruck djes Bnxu’sohen Textes sind, ln 24,2 und 21,7 ist in der That ריכעא richtig. Aber רנן istAendeiang aas ר^זני (— syr. רנא) wofür Baxt. das geläufigere 7רג setzt, Während er 8,2 רנא ruhig stehen lässt. (ed.Ven. und Reg. haben דני verdruckt.) 19,14 רלתותא ] Buxt. ררותתא. Diesen Druckfehler draoken alle Ausgg. Buxt. nach, auch die {Kap., dagegen bei Lagarde richtig יחו״״ותא•! In Verlegenheit brachten mich R.V Bemerk, zu 24,12. Dass דא and דין dasselbe ist, 1bezweifle ioh; das erste ist fern., das zweite masoul. Alaoh bei Baxt. fehlte es wohl ursprüngüoh, und er ergänzte das fern, für das neatr. ־Wenn aber R. fortfährt: ״Auch muss erwähnt werden, dass die Uebers. dieser Stelle {!nämlich von ואין היפר דלא ידדנא דין) eine irrige ist( und riohtig lauten soll: wenn Du sagen wirst, dass Wir das nioht wissen“, so mag die erste Hälfte sohon Richtiger sein, dass aber ״ ידלג אwir wissen“ bedeutet, wird HerrDr. R. schwerlich beweisen können. Bisher hiess das יוילינן. Targ. will absiohtlioli den Weohtel von sing, und plur. in תאמר und ידענו vermeiden. I 29,11 ist nar מחשב, wie Levy verbessert, oder מיתחשב - כדחשב, wie'cod. 1106 liest]’״* **)), richtig. (Pesch. מתחשב), und Syr. und Targ. hkben in der That יחשבנה gelesen. Dass מאפה dem Text 80 vollkommen entspricht, ist gerade ein Beweis, gegen seine Ursprüngliohkeit. Buxt. hat es einfach {*8. 65,8 and 89,10 entsprechend geändert. 19,14. Ob מחמברא ohne weiteres zabückzaweisen ist, ist sehr zweifelhaft, wenn man bedenkt, dass ed. Ven. u. d. ood. so lesen (“ Pesch.) Bixt. änderte vielleicht das ihm unbekannte syrisohe Wort in ein ihm geläufigere». Die Thatsache, dass 11,15 גרב חילוני, das Buxt. ergänzt hat, auoh in der Kap. Aasg. steht, dürfte jetzt nioht mehr ״interessant“ sein. Auf die Bemerkungen zum Psalmen-T argam gehe ioh nicht ein, da mir hierzu die Oollaticnen fehlen. Breelaa. Pinkas. *) Meine Bemerkungen zu dem ersten Auflatz in Nr. 32 hatte ich der Bed. sofort nach Erscheinen äesseltx n eingeeandt, was ich zu beachten bitte. B. **)Der cod. schreibt dis Vorsatzsilbe des Ithpeel East stets אית• Litteraturbericht Recensionen. Braun, 1L Jüdisoher Volks- und Haaskalender für das Jahr 1893 (חרנ״נ>• Mit einem Jahrbuoh zar Belehrung and Unterhaitang. Th. Schatzky, Breslau. Preis: 1,25 Rmk. Der ehemalige Liebermann’sohe Kalender tritt in den 40. Jahrgang, gewiss eia Zeichen für seine Beliebtheit and Brauchbarkeit. Der Jahreskalender, welcher mit Sept.-Oot. 1892 (תשרי) beginnt, wird bis zam Ende des Jahres 1893 fortgeführt, was gewiss als werthvolle Ergänzung allseitig begrüsst werden wird. Einige kleine Wünsche resp. Vorschläge möchten wir für’s nächste Jahr המ״ל dem Herrn Herausgeber zur gef. Beachtung empfehlen: 1. Bei der Angabe der Haftaroth auch im deutschen Theile die hebräisohen Anfangsworte zur Kapitel- resp. Versangabeia den Propheten binzuzufdgen. Das dürfte für ein schnelles Nachsohlagen in den Synagogen bei denjenigen Prophetenabsohnitten angebracht sein, bei denen man gern den Kalender naohsieht, (״namentlich wenn zwei Woohenabsohnitte Zusammengehen“). — 2. S. 3 des Kalenders a. 8־. wäre statt des geläufigen, falschen מזכיר נשמות) &1כ״נ) zu lesen הזכרת ל =-) הוכ״נ). — Ueberaus beachten»- werth ist die Tabelle der Naohtberechnung (S. 21 fit) au sämmtfiohen Sabbathen, Fest- und Fasttagen für das ganze deutsche Reich (vom 49*/,. bis 55. Breitegr.) — Ihre Maj. die Kaiserin heisst nioht, wie man häufig hört (und auoh hier S. 30 liest) Augasta Victoria, sondern Angaste Victoria. — S. 74—89 folgt noch ein jüdischer Kalender (auoh hier 81זכ*נ) — Das ״Jahrbuoh“ bringt zunächst einen Nekrolog auf Prof. Dr. Graetz (von Dr. D. Kaufmann) — Ein Porträt des gefeierten ״Historiographen des Jadenthums“ geht dem Kalender voran —, alsdann ״eia Erinnerang8biatt an Jost’s karäisohe Stadien* vom Herausgeber. Beide Aufsätze sind Abdrücke: ersterer aas Nr. 38 (1892) der ״ Allg. Ztg. d. Jadenth.*, durch seinen lebhaften, phaatasiereiohen Stil immer nooh frisch; letzterer aas meinen ״Mouatsblättern für Vergangenheit uod Gegenwart des Jadenthums*, (Nov.-Heft 1890, 8. 69 —79). — Alsdann folgt eine recht unterhaltende Erzählung ״Aohtet die Kinder der Armen* von Dr. M. v. Wassermann (aas dem U. Bd. des Jahrbaohs ״Aohawa*). — Daran eoliesst sioh ein interessanter Aufsatz: ״Die böhmisohen and mnhrisohen Jadenohristen des vorigen Jahrhunderts*1. Ans dem'Böhmischen des Anton Rezek übers, von Ignatz Kaufmann (Brader dea Prof D. K.), S. 69—78. Der Aufsatz enthält ein eigentümliches Stück Zeitgeschichte Oesterreiohz aas sioh ▼origen Jahrh ändert. Der Umstand, dass die religiöse Sekte, von der darin die Rede ist and der sioh sehr viele Christen ansohlossen, vieles dem Jadenthum entnahm, wie Sabbathheiligang, Läagnang der Trinität auf Grund des 2״. Gebotes“, Glauben au einen nooh nioht ersonienenea Messias, aassohliesaliohe Begründung des Alten Testaments, was sioh allerdings daraas wohl erklären lässt, dass ihr ״moralisoher Urheber“ ein gewisser Rabbi Meadl aus Bydsow war, würde eher an den Namen ״Christenjaden“, denn ״Jadenohristen“ denken Isssen. (Die Note auf S. 70 gehört wohl zur vorherg. Sk — ä 70, ZL 3 v. u. 1. ״Widerrufen“ 8t. Widsrrafsr.) Daher werden sie in Graf Hatzfeld’d Aasepraoh ohne Weiteres ״Israeliten“ genannt. — Die Sektirer, von denen einige

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