Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 32. (5.8.1892)
- Date
- 1892-08-05
- Page
- Seite 127 (sequence 4)
- Language
- German
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liehen Vertreibung der Jaden niemals and die ganze Macht ihrer Officiere uni mu deren Sohatz gegen die ihnen feindseli g Bürger anfboten. Eine traurige Sage lebt als Tradition im Volksmande, laut welch gistrat einst in Abwesenheit des Fürsten einzeln zn sioh besohied, am sie insge scblaohten, welohes Vorhaben von eine: Mädohen das imRöhrkasten sioh verborge dem gerade heimkehrenden Fürsten rathen wurde, der die Rathsleate hinrfr der Stadt aber die Strafe aaferlegt hat Wappen zwei Winzermesser (ein Hinweis za tragen/) Verhältnissmässig fanden dia dem Sohatten des Kirohentürsten (־ עשוO^ leidliohes Asyl, eine Zuflucht gegen den Hier aaf seinem Landaufenthalte verkeh: traalioh mit seinen Schatzbefohlenen, dessen Verwendung höheren Ortes für d rang der Lage ihrer Glaubensgenossen Gewiss ist aaf ihre Fürsprache die Vermit! kaiserlichen Sohatzbriefes der verfolgte! Obersohlesien (1535), für die Juden in and bei den mährischen Stauden für Nibohbarg (1622) zarüokzaführen. Allere 11 der Weg zu ihm erst gebahnt und seine durch Geld erkauft werden, wobei er saw! jüdischen Unterthanen solch' hohe Ansp: als ob er ihnen das Verständniss zumuth^t Metall aus dem Boden hervorzubriagen. in Geldverlegenheit war, ermahnte er dii dass die Zeit der Erneuerung der Privileg; ei und es in ihrem Interesse liege, seine freiwillig za erfüllen. Es war dies die im Leben der Gemeinde, da grosse herrsobte und eine fürohterliohe. Unruhe Gemfithes bemächtigte. So forderte der ein hnlehen von 10 000 fl. binnen S Taget wortete die ablehnenden Vorstellungen Exulanten mit einer Drohung der mö! Weisung. (Fo}1 büren wollten Musketiere gesimmten nooh beute er der Ma* die Jaden 4ammt absajüdischen m gehalten, *fällig verobten lless, in ihrem auf Jes. 2,t) Jaden unter בכולא) ein :‘ohen Pöbel. Aafreg! — m -*- rte er ver- Reiche aaoh e Verbesseerwirkten, tlung eines Brüder xn irgau (.618) Juden in ings musste Gunst erst e len an seine rfiohe stellte, e, das edle So oft er Gemeinde, n nahe sei J Porderangen kritische Zeit;ang in ihr sich jedes l’ärst (1698) und beante nes Wiener {;liehen Aus- ׳ts. folgt.) Erläuternde Bemerkungen zu einigen Stellen im Targum zu den Psalmen und Sprüchen. Von JDr. Jacob Beiss, Babbiner in Knttenplan. Im Vorworte zum zweiten Bande des dhaldäisohen Wörterbuches giebt der Verfasser Herr Babbiner Dr. J. L e vy ein Verzeiohniss der Handsohriften 1 ind seltenen Diuoke, welohe indem ohald&ischen Wörtcrbaohe von ihm benutzt wurden, um einen möglich{ t correkten Text derTargunim herzusteilen, wie auch einen Hinweis aut diejenigen Werke, welohe aassordem nooh bei der Bearbeitung des Wörterbuohes v>n ihm zaweilen benutzt wurden. Der Verfasser schöpfte demnach aus den besten und zuverlässigsten Q!eilen, aber nioht aus allen vorhandenen. Daher kam es leicht kommen, dass bei Erschliessung einer ne uen Quelle des Targumtextes duroh dieselbe manche räthselhafte Ausdrücke und seltsame Wortbildungen, die der Verfasser in seinen Quellen vorfand and die von ihm eine gewaltsame Lösung und Deutung erfuhren, plötzlieh ihre ursprüngliche Gestalt und einhbohe natürliehe Erklärung erlangen, dass die vom Ver nsser bloss zaghaft gemachten Vermathangen einer anderen Lese¬ *) An diese Blatthat and die Wahrzeichen eiinnerte ■״«״ Vorjahren die hiesigen Jaden als abschreckende Warnung, mit den Deutschen ■a wählen. art i oder errathenen Verbesserungen aagensoheinlioh!fehlerhafter Stellen daroh die Aufdeckung einer ihm unbekannt gebliebenen Ausgabe des Targumtextes unwiderlegliche Gewissheit erhalten, dass andererseits Wahrnehmungen und Bemerkungen, die dem Verfasser bei Benutzung und Vergleiohang der von ihm sageführten Handschriften and Drucke in Bezog zaf die Textesbesohaffenheit der Targamim sioh ergaben, auf die nun neaersohlossene Quelle keine Anwendung finden, dass endlich in dereelben die Textesbeaohafienheit an manohen Stellen eine andere and viel bessere, dem Sinne und Zusammenhänge entsprechendere ist, als die, welche der Verfasser in seinen benutzten Handsohriften, Drucken and sonstigen Werken andCitaten gefunden hat. Folgender Beitrag, weit entfernt ersoböpfead sein za wollen, soll das hier Erwähnte bloss beleaohten and erhärten duroh einige Beispiele der;vielen vom Verfasser in seinem ״ohaldäisehen Wörterbuche* angeführten Stellen aus dem Targum zu den Psalmen und Sprüaben, verglichen mit denselben in 4er mir vorliegenden and dem Verfasser nnbekannten Ausgabe des Targum za den Psalmen and Sprachen beutelt: ספר דמניד מכתובים חלה חמישי תהרים משלי עם חתום בשנת תקע׳־ח לפ*ק בקאפוסט. '; Unter dem Worte ברא B. I, Seite 112 steht Folgendes: ״Vielleicht gehört aaoh hierher Spr. 8,12 אנא חכמתא ברית ערימוחא (= Pesch ) ich die Weisheit darchdtinge die List. Tw. שכנתי*. Es ist daselbst nioht angegeben, in welcher Handschrift oder Ausg. diese Leseart vorkommt. Dass sie oorrampirt sein muss, liegt aaf der Hand. Statt כרית steht in. meiner Ansg. דרית, was allein dem Tw. ״ — שכנתיich wohne* entspricht. Daselbst ist aaoh angeführt eine Targumsbelld aas Hiob Gap. 26,13 לדתן ITT כרת and übersetzt ״seine Hand darohbonrte (od. zerschnitt) den Liwjätüau. Tw. חללה*. Mir scheint jedoch diese Aaffassang unrichtig an sein, indem כרת nioht von ברא ״schneiden* a. 8. w.*, sondern von ״ כראschaffen, erschaffen u. 8. w. abzuleiten ist. Die Stalle im Targum wäre daun, dem Tw.חללה entsprechend za übersetzen: ״and seine Hand ersohnf den Liwjathan.* Man vergleiche hiermit aaoh Ps. 90,2, wo es im Targum ואתבריאת zn dem Textworte וחתלל lautet; ferner PA. 51,7, wo es zu dem Textworte חוללתי im Targum אודלילת heisst; ferner Spr. Cap. 8,24. 25, woselbst an erster Stelle für das Txtw. חוללתי im Targum ITT אתיל, an zweiter Stelle ואתבניה steht. Ist hier vislleiaht ׳ anstatt ואתכנית nioht richtiger ואתברית in lesen?? Siehe auch Jes. Cp. 51,2. (Forts, f.) litteraturbericht i -! Recensionen. Mäjbaam, S. Dr. Babbiner. Entwurf einer deut* sehen Hagada für den häasliohen Gottesdienst am Vorabend des Pessaohfestes. Berlin, 1891. Vorliegendes Sobriftohen soll nioht vom dogmatischen, sondern vom rein wissenschaftlichen Standpunkte aas hier kurz besprochen werden. Zunächst müssen wir gestehen, dass der hebräisohe Text, der in seiner melodischen Weis« mit beseligender Wirkung, ins jüdisehe Hers gedrungen ist, doch gar sehr vermisst wird. Aaoh fehlt dis historische Motivirung für die Conoeption and Redaktion des ganzen. Andaohtabüoüleins. Was batte deaa dem HemzVirflZSsr veranlassen können, den biblisohen Qaellpuakt te