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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-08-05 · N° 32. (5.8.1892) · p. Seite 128

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 32. (5.8.1892)
Date
1892-08-05
Page
Seite 128 (sequence 5)
Language
German
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neiligan Festandacht ,Da sollst deinen Kindern erzählen die Bedeutung des Festereignisses*, weloher schon in dem Misobns-Texte (Psaohim 116 b) vorgefunden wird, an umgehen nnd die sinnige and innige Meohiltha welche nm des biblische Gesetz 8ioh bewegt, and ,vier Arten von Söhnen* vorführt, sa denen die Lehre sprioht, in dem Entwarfe wegvalessen? Eine solche der pädagogischen and homiletisoben Exegese so reichlichen Erörterangsstod bietende Stelle durfte in dem Bächlein für den Haaptgottesdienst doch ge• wies nicht fehlen. An der deatsohenFassang hkben wir nar Weniges kassasetsen getänden. Das Tischgebet hatte sioh weit mehr mit dem hebraisohea Texte ift Einklang bringen lassen. Der Verfasser liest aaf dem Festtisohe wohl die Massah and den Ifsror erscheinen, nioht aber dasCharosses and den Afikomen, das Ei and das ge• bratene Fleisch; obsehon die diese Objekte betrefieaden Anordnungen in der Mischaah- (Psaohim 114a and 119 b) ihren Ursprung haben. Aaoh finde ich keinen Grund, die Erinnerung aa dea Gebrauch Hille.’«, der talmadisohea Ursprungs ist (Psaohim 115 a), mit Stillschweigen sa übergehen, , Wer nie sein ßrod mit Thrinen *88, der kennet each nioht ihr himmlischen Eichte* — man nehme .daher Brod mit bitterem Kraat. — Der Verfasser hüte sich überhaapt mehr aa die Textformalirang des Maimonides (Hüoh. ühomez a. Eassah 8) halten sollen, da wire er mit eiaigea geringfflgigen Abweichungen sa einem aasgateiohaetea Entwarte gelangt, der in einer aaoh auserer Zait aagemessenen Weise alles Nebensächliche aasscueiJan lässt and die Hanptmomente des Festes in geirang'er Käme zazammenfasst. Gilt dies vom ersten Theile der Pessah-Andaobt, 80 lässt sioh vom zweiten sagea, dass er wesentlich abgekürzt werden könnte. VaterländisoheGeeohiohUblioke sind insbesondere in sohöner, poesiereioher Form der Erörterung wohl würdig, aber in der Lithargie בחצי הלילה TH wirklich nicht aaumgänglich. — Was das שפוך חפהך betrifft, so ist dieser qaalarfäliten Seelen ertiosseae Psalmen-Ausspruch im modernen Staate allerdings nioht mehr angebracht. Die Pforten des traulichen and doch tief beängstigten Familienheinis brauchen nioht geöffnet sa werden, wenn Gebete gesprochen werden, die inquisitorische, gottnnd menschenfeindliche Späher verdächtigen könnten. Diese Zeit ist gottlob vorbei! Aber wenn das alte שפוך wegbleibt, möchte ich für meinen Taeil aaf einen neuen sabstitireaden Text gerne verzichten. Schliesslich sei hervorgehoben, dass iah dem harzigen and herrlichen Dank- und Segenspraohe שההיט {,dass ans der Herr das Fest wieder erlebea liess״) im fftddasoh-Gebete ■am Anfänge der Aadaoht eine besoadere, bevorzugte Stelle ainräamea möoh’.e, and der Nachsegensspraoh über den Wein far dea Abschluss der ganzen feierlichen Handlang doch viel za matt klingt. Hier wäre wohl eines der poetischen altjüdischen Lieder לך ה' הממלכה ,Dein, 0 Herr, ist das Reich ul« Welt* wohl •her am Platze. — r. Earl Emil Fra■*••: Der Gott des alten Doktors. Erzählung. — F. Fontaine & Ca, Berlin W. Preis 3 Mk. Seit Karl Emil Franzoe vor anderthalb Jahrzehnten •sin• Erzählungen and Kaltarbüder ״Aas Halb-Aaien* veröffentlieht, «hört er in die erste Seihe unserer Erzähler; der Fall, deae ass Erstlingswerk einem hie dahin anbekennten Autor m.t einem Schlage einen so grossen an l weitreieh enden Namen ge• schaffen. hat sieh in der neuesten Litte ratar nioht oft ereignet. Noch seltener treilleh begiebt es sieh, dses ein rasch gewonnener Hof so dauernd feeteehalten nnd gewahrt wird, wie es Franzos gelangen ist. Er denkt dies weder dem Anschluss an eine Kliqae, noch der Hingabe an dis ModeströmangsB der Litteratar. sondern seiner ernsthaften and rastlosen künstlerischen Arbeit So hat er eich vom Kaltarbilde sar Novelle, von dieser sam ttnman erhoben and seinem halb-asiatischen Stodkrsiss den deatsoben hinzugefügt — mit welchem inneren nnd äusseren Erfolge, ist genüge na gesagt, wenn wir an seine Büohzr: ״Cie Jaden von Barno w“, ״Ein Kampf am’a Recht“, ״Judith Trachtenberg“, oder an ,Der Präsident“ and ״Junge Liebe“ erinnern. An diese letzteren Werke, die deutsches oder dentsoh-Osterreiehisobee Leben Vorfahren, schlisset sioh sein neuestes, im Verläse von F. Fontane & Co. in Berlin erschienenes Werk an: ״Der Hott des alten Doktors“. Franzos erzählt diesmal eine Lebensgeeohichte aas Dsatsch-Oesterraieh; dass die Fabel spannend and originell erfaaien, die Charakteristik angemein lebensvoll, die Sprache von jener Schönheit ist, die ihren Haaptreis in der Einfachheit sacht braucht bei eiaem Bach dieses Aators kaum gesagt za werden. Eines jedooh möchten wir besondere hervorheben. Es ist nar eine Liebesgeschichte and selten dürfte Franzos ein Bach geschrieben haben, das nicht bloa die Gemeinde der künstlerisch geniessenden Laser, sondern auch breitere Leserkreise gleich fesseln kann; aber auch das Problem ist •in tiefgreifendes: die Frage der Willensfreiheit Was nnn der ״Gott“ des alten Doktors ist wollen wir aber ebensowenig verreiben, als die Art, wie er die schöneHortense gefunden and verloren hat, unsere Leser werden sicherlich beides selbst erfahren wollen. JLittera.riache Notizen. Za der Schreibart Synhedrin möchte ich aas Levy’s neahebr. Wtb. m,6&4b Folgendes anf(Ihren: ״Sanhedrin, nicht Synhedrin, — eine falsche Schreibart, die sich erst vor Karzern eingesohlichen hat, denn das Wort, obgleioh ursprünglich griechisch, ist völlig ssmitisirt worden, was schon das ה, ferner die Vokalisation in den Targg. and die traditionelle Aassprache beweist “ So weit Levy. Wenn non aaoh gerade das ה noch ant den griechischen Spiritus asper hin, weist, so ist doch za beachten, dass sich nirgends eine Piene- Schreibang '־ITß'D findet Kgr. (Dennoch halten wir die Schreibart Synhedrin für die einzig richtige; die griechische Präposition kann nicht veranstaltet werden; es fällt keinem Gelehrten ein, DU01D anders als mit ״Symmachos“ wiederzageben. Red.) Bristol. Von Herrn M. Hyamson werden die Einleitung and die beiden ersten Abschnitte von Bechajah’s ״Bach über dieHenenspflichten* in englischer Uebersetzang erscheinen. Die übrigen Abschnitte folgen in vierteljährlichen Lieferungen im Laafe des Jahres. Vom jüdischen Büchermarkt Bei der Redaction sind folgende Bücher zar Besprechung eingegangen. (F o r 18 e t s u n g.) 31. Die russisches Jeden. Ihre Leidensgeschichte nnd unsere Rettungsversuche. Dargeetellt von Dr. J. Rülf. Memel, 1892. (58 S.) 32. Kasnalreden von Dr. S. May bäum, Rabbiner. Berlin, Bibliographisches Bureau. 1892. (281 8.) 33. IMe deatoehe Frelmaee eh Von Prof. Dr. H. Settegast Geh. Rezierangsrath. Berlin. E. Goldsohmidt 1892. (60 S.) 34. Emek kabaeka, Grabreden, heraasgegeben von J. Gosset Prediger in Oamen. J. Kaaffmana, Frankfart a M. 1892. 35. Sechzig Toaste für alle festlichen Ereignisse. Von B. Hanse. J. Kaaftmann, Frankfart a. M. 1892. 38. Fraakfarter tar. Volkikaleader 10. Jahrgang. J. Kanfimann, Frankfart a. M. 37. Notes Über Ab■ ■tazar Al-DkzmärPz exegetischen and philos. Peatzteachcommentar von Rabb.Dr. Alexander Ko hat. (Jahresbericht des jüd-theoL 8eminars in New-York.) 1842. 38. Die Jüdlecke Cnabkäaglgkelt. Von lsoh-Berlin. Bern, Nydeggar and ßaamgart. 1892. (11 8.) 39. Seklass-Kaddlseh za den hohen Feiertsgen, für Cantor, Chor and Gemeinde. Compcnirt von M Rosenhaupt, Oberkantor der iar Gemeinde in Nürnberg. Drackfehlerberichtigang. In Nr. 30. d. BL 8.119,11 Z. •2 ▼. u. ist sa lesen ״versöhasa* statt verhöhnen; Z. 35 v. o. ״drangiebt“ statt ״dreingiebt“; 8. 121)b 14״ b“ statt 19״bs; Z. 42 v. o ,Tetragramma*. Verantwort!RedactearDr Rahmsr,Magdeburg.Druck:Bsndix *Huhn. (fr. D. UWolff.) Magdeburg. Verlags Rob. Fries^Leipzig

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