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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-08-05 · N° 32. (5.8.1892) · p. Seite 126

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 32. (5.8.1892)
Date
1892-08-05
Page
Seite 126 (sequence 3)
Language
German
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— 18• — laufend an einer Stelle, sondern sind ent an zwei verschiedenen Stellen, getrennt von einander anaatreffen. Mm könnte freüioh die Frage eafwerfen, waram Ariatotelea in den oben angeführten 8tellen ans der Metaph. des voü4 nicht einmal mit einem eineigen Worte Erwähnung that? Und doch läge es 80 nahe, aaoh dieaes dritte Moment der Identität hineinaneiehen? Bei tieferem Eindringen aber in den Inhalt der erwähnten Stellen löst eioh die Frage von selbst. Dort ist ja bei Aristot. die Rede von dem göttlichen Ver- Stande and da bei Gott ein voü4, als blosse Anlage des Denkens, als tabula rasa, nie vorhanden ist, vielmehr das Denkern stets als vötjo15, als Denkthätigkeit, sieh kandgibt, so ist selbstverständlich von vornherein bei ihm der votS4 (משכיל) and die v67j<714 (שכל) idenlisch nnd musste nicht erst aasdrfloklich bemerkt werden. Worauf es ihm aber hauptsächlich ankam, war, sa beweisen, dass aaoh. die vörjoic, der Denkakt, die Denkthätigkeit, mit dem vooupivq) identisch ist. In -De anima* hinwiederum kommt ee Aristot hauptsäenlioh darauf an, die Definition des V0O4 an geben, dass er nämlioh seinem Wesen nach, bevor er sar Wirklichkeit, snr Aktualität, abergegangen ist, Nichts anderes sei, als etwas Gemeinschaftliches, das Alles in sich enthält; dass er bloss eine Anlage sei, die anr Aufnahme jedweden möglichen Gedankens nnd jedweder beliebigen Vorstellung fähig ist; dass er ein wirklicher V0O4 שכל נמה (y. 47hxtt]t64) erst wird daroh das ״aioh-Identifiairen* mit dem vooupevie. Es wird daher an dieser Stelle ebendeswegen mehr die Identität des V0G4 (משכיל) mit dem vocGjievov (מושכל) hervorgehoben, die durch die vö 7)014 (שכל), den Denkakt, die Denkthätigkeit bewirkt wird. Die vötjoi; wird hier nur insofern wieder berücksichtigt, als sie es ist, die als Denkthätigkeit jene Identität herbeifährt Ans dieser Stelle in ,De anima“, in der doch die Rede nur von dem mensohliohen Geiste ist, geht ferner hervor, dass die drei Denkmomente, nämlich V0O4, VÖ7J014 nnd vooojifvov, (משכיל, שכל< ומושכל) nicht allein bei Gott, sondern aaoh beim Menschen, wenn er wirklioh denkt, alle identisch sind. Das sagt aueh Maim. (More 1,68.) וכנו ג״כ המשכיל והשכל והמושכל דבר אחד כשיהי• לנו שכל כפועל. Nach dem Gesagten lassen sioh nan die Worte in der Erklärung des Maim. anr Misch na Aboth 111,21. bis ins Einseine interpretiren. דעת ist nach Maim. der V0Ö4, אשר ידע לנו, die Wissenschaft, die potenziell in ans liegt VTM ונקנה, die wir aber anr Wirklichkeit (snm y. £rox־rr)164) r.fi machen haben. כינה ist die v67)014, der Denkakt, die Denkthätigkeit, vermittelst welcher der voü( aas einer blossen Anlage nnd Fähigkeit zur Wirkiiohkeit wird. Und dies geschieht durch die Abstraktion der Formen von der Materie daroh die Vergegenständiiohkeit □אמנם השיגנו המושכלות אשר נשיג נפריד הזוודה ונשכיל אוחד. dk Oder dass wir fertige Formen, Ideen ohne Materie, and somit anmittelbar, ohne erst abstrahiren sa müssen, in ans denken, die somit als ein sohon verwirklichter V0Ö4 a priori in ans anaatreffen sind. או שנשיג הצורות הנפרדות כמציאותם מבלה־ שנשימם אנחנו דעת אכל הם במציאותם דעת. Und die Worte derMisohns, sie werden naoh Maim. folgendermassen aafgefasst. 71ת pX אם אי] כינה ohne vö7)<k4 kann man sieh einen wirkiiohen Intellekt nicht denken.*) ואם אין דעת אין 3יגה and ohne den voö;, der die Fähigkeit besitzt daroh seine Denkthätigkeit die Form 7a *) Dean die vö7)Ot4, die Denkthätigkeit, die Abstraktion, macht des y. 6X1x04 sa einem wirklichen yoüj. an abstrahiren and der sagleioh beanlagt ist, alle mögliohen Formen in sioh aafaanehmen and sich mit ihnen an identifisiren, könnte überhaapt von einer vö7]014 keine Rede sein. Sobald der Denktakt nnr beginnt, fängt der V0O4, לעת, an, sioh aa vor wirkiiohen and beide v67)®4 כינה and V0O4 רעת fallen dann zusammen nnd werden Eine. Es ist somit dieser Aasspraoh ganz dasselbe als wenn wir sagten, אם לא נשכיל מושכל ״ אח רעת לטwenn wir nicht die Denkthätigkeit be- Bässen (and damit beginnt eben *das Werden der Wissenschaft), so hätten wir keine wirkliche Wissensohaft vondenObjekten“ ואם אק דעת לד לא נשכיל מושכל and hätten wir keinen V0O4 mit der Fähigkeit aam Abstrahiren, so hätten ״wir keine Denkthätigkeit haben können nnd kämen aaoh niobt za einem verwirklichten Wissen.“ Denn mit der Denkthätigkeit fängt ja das verwirklichte Wissen an and spinnt sioh mit dem Denkakt gleiohlaafend fort, so dass das Eine ohne das Andere unmöglich vorhanden sein kann. (F. f.) Aus der Geschichte der Gemeinde Kremsier. Von Rabb. Dr. A Frankl-Grün. Obwohl nrkandiioh erst im Jahre 1322 der König Johann von Böhmen dem Fürstbischof von Olmüta gestattete, in Kremsier einen ״von allen Abgaben Anderer befreiten und der gerichtlichen Untersuchung nicht unterworfenen Jaden“ anfzunehmen, ist es dooh aas vielen historischen Momenten, Grabsohriften and Tempelgeräthen erwiesen, dass andere au solohen Leistungen eben verpflichtete, als kaiserliche Kammerkneohte bezeiohuete Jaden soaoa viel früher, etwa zam Beginne des 13. Jahrhunderts, mindestens ausserhalb der Maaern sich hier niedergelassen haben, we lohe zam Lohne dafür, dass sie die Feinde der Kirche besiegen halfen, 1318 innerhalb der Stadtmauern sich ansässig maohen durften. Um gegen die Aas weisangen gesiohert za sein, war ihr Streben darauf gerichtet, verbriefte Reohte vom Kaiser and vom Schatzherrn, dem Fürsten, am theures Geld zu erwerben. Und sie mussten sohon in alter Zeit solohe Schutzbriefe besessen haben. Dean das vom Jahre 1606 erhaltene Privilegium beruft sioh auf frühere ״von den Vorfahren gewährte Freiheiten“ and das alte Memorbuch nennet die 1643 von den Sohweden zerstörte Stadt ״Eine daroh kaiserliche Gesetze and Vorrechte ausgezeichnete*. Ja, sie scheuten aar Beschaffung derselben aooh 80 schwere Opfer nioht. Waren dooh die Privilegien der Lebensnerv der Gemeinde, die Grundbedingung and Bürgschaft ihres Bestandes, ohne welohe sie vogelfrei der Willkür preisgegeben waren. Wohl hatten die Machthaber bei derErtheilang der Sohatzbriefe mehr die Erhöhung ihrer Einnahmen als den angeblichen Sohatz der Jaden im Auge, aber, einmal erlassen, erwachs für die Person des Ausstellers aas diesen Rechten die moralisohe Pflicht, ihnen Geltung za versohaffen. Daher bestimmten sohon die alten Statuten Mährens § 25, dass Privilegien am jeden Preis in weloher Weise immer, ob daroh den Einfluss der Jaden oder Christen, vom Kaiser aa erwerben seien, da die Saumseligkeit viele Uebel zugezogen habe, and braaohen die Aeltesten die Kosten nioht an verreohnen, damit alle jädisohen Gemeinden auf festen Füssen stehen. Bewahrter aud werthvoller jedooh als die des Kaisers, um welohe sioh die Bevölkerung nioht kümmerte, erwiesen sioh die der Fürsten, aa deren Lobe es gesagt sei, dass sie von einer wirk- ■v i 1 ״Tnisiten «Viisfri

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