Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 23. (3.6.1892)
- Date
- 1892-06-03
- Page
- Seite 90 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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derjenige, «1 welchem die Hetzer sich bekennen. JStatt nnn von der allgemein verständlichen Thateaohe aaszugehen, dass der Olaabe eines Jeden nicht sein eigenes Erzeagniss, sondern nnr sein Erbe ist, dass aber die Grandlehren des Ohristenthams in allen Be• kenntnissen dieselben sind, verleugnet man diese wesentliche Gemeinsamkeit, am in an wesentlichen Dingen Ursache feindlicher Trennung sa suchen.“ ״Erat durch meinen Aufenthalt unter fremden Völkern verschiedener Glaubensbekenntnisse bin ioh sa eingehenderem Stadium der Beligionsgesohiohte angeregt worden und habe gefunden, dass die Erkenntnissquellen der höchsten, uneerm Geist sugängliehen ־Wahrheiten, im Orient nooh heute ebenso reichlich flieesen wie bei ans, aber in ihrer blumigen Umhüllung dioht so leicht zu entdecken sind.' Bei den Abendländern aberwiegt der Verstand, bei den Morgenländern die Phantasie; daher erklärt sich die Verschiedenartigkeit der Ausdrucksand Aaffassangsweise, welche nur m poetischer Form eine gewisse Ausgleichung findet. Beispiele davon bieten meine Bücher die Füllet Besonders wird man in meiner durchaus sinngetreuen Verdeutschung der Spräche des alten Omar GhajJAm finden, dass erleuchtete Köpfe im Orient schon vor Beginn der Kreasiüge ernabenere Vorstellungen von dem hatten, was Kant ,Das Ding an sioh“ nennt, als unsere damaligen Kirchenlichter. (Seite 419.) . Wie objeotiv und von vorgefassten Meinungen frei er .Länder und Völker beurtheilt dafür sind aaoh die nachstehenden Betrachtungen bei Gelegenheit seiner Anwesenheit in Konstantinopel (1843) ein vollwerthiger Beweis. Darin heisst es bezüglich der dort sich festgesetzt habenden Tärken: , Dass sie mit mehr Stätigkeit und Würde ihren Herrschersitz am Bosporus behaupteten, als man ihren byzantinisch-christlichen Vorgängern naohrühmen kann. Die unerbittliche Gesohiohte lehrt, dass alle Greuel und Missethaten, deren man die Türken beschuldigt, nur ein dürftiges Nachspiel zu denen sind, deren die christlichen Herrscherhäuser zu Byzanz sich schuldig gemacht haben. Diese waren bei den häufigen Thronrevolutionen so erfindungsreich in Verstümmelungen, dass Nasenabsohneiden, Zangenausreiasen und Augenaasstechen ihnen nicht genügte: es musste nooh Entmannung hinzukommen. Man weiss, welche Bolle die Entmannung im alten Kaiserreich spielte. Selbst solche Kaiser, die nach der Geschichte ihres Landes ,ruhmvoll“ regierten, blieben von haarsträubenden Unmenschlichkeiten nicht freu So unternahm Basilius II (976—1125) im Jahre 1014 einen Feldzug gegen die Bulgaren, machte 15000 Gefangene, gab jedem Hundert einen Wegweiser, dem ein Auge gelassen war, mit, und schickte sie nach Hause zurück. Der Baigarenkönig Samuel fiel bei dem Anblick der Unglücklichen in Ohnmacht Hnd starb an den Folgen der furchtbaren Gemüthserachütterang. Solche Thäten, wie diese, konnten von keinem Barbarenvolke überboten weiden. Als Kone tan tinopel 1204 durah die Kreuzfahrer und Venetianer erobert wurde, hausten diese in der überrumpeltem Stadt weit schlimmer als später die Türken. Denn der Hass der lateinischen and grieohisehen Christen unter einander war grösser als ihr gemeinsamer Haas gegen die Türken ... Adel and Geistlichkeit wollten lieber von den Türken das Ängste erdulden, als mit Christen Gemeinsobsft haben, die sich beim Abendmahle, ^dee ungesäuerten Brotes bedienen.“ (8. 385.) ,Eine von der Anthropologie nooh angelöste Frage ist: ob eine urwüchsige Barbarenhorde ein hoohentwiokeltes Kulturvolk an Grausamkeit übertrifft, oder umgekehrt? loh habe bei meinen Gesohiohtsstudien die raffinirteste Bestialität immer auf Seiten der Kultur- Völker gefunden, wo religiöser Wahn die Köpfe verr wirrt. Durch sein fanatisches Pfaffenthum ist Byzanz za Grunde gegangen, während die geflüchteten byzantischen Schulmeister in Italien alsLeaohten der Wissenschaft begr&88t wurden nnd die Epoohe des Hamanismus heraufführen halfen.“ ״ Meine Betrachtungen beimStndiam derGesohiohte von Byzanz“ sagt er bei einem Aufenthalt in Oonstantinopel, ,stimmen durohans nicht zu dem herrsehend gewordenen Satze, dass die höhere Bace immer die niedriger entwickelte verdrängt. — Oder will man behaupten, dass die seldsohukisohen Türken, die 1453 dem oströmisohen Kaiserreich ein Ende machten, einer höheren Bace angehörten als die von ihoen verdrängten Griechen und Börner?“ Waren die Mongolen, welohe 1258 die Kalifenstadt Bagdad erstürmten and den letzten Kalifen Motasem in eine Kuhhaut genäht, duroh die Gassen schleiften, eine höhere Menschenrasse als die Araber? S. 381. Auoh das was er bei CharacteriStik des russischen Volkes sagt, mag — weil es mit wahrlich gleichem Becht wohl aaoh auf das jüdisohe Volk Anwendung findet — hier eine Stelle finden: loh habe die Ueberzengung gewonnen, dass die Bassen den im Gegensatz za ihnen 8 g. europäischen Calturvölkern in natürlicher Begabung nicht naohstehen, und dass nur die eigenartigen Verhältnisse des Landes so wenige haben zu voller Entwickelung gelangen lassen.“ (S. 122.) Diese Ezcerpte Hessen sioh nooh erheblich vermehren, wenn nicht Vorstehendes für uc seren Zweck vollauf genügte. loh will nnr nooh als für jüdisohe Leser von besonderem Interesse seine kurze Charaoteristik der Karäer aus dem Kapitel ,Von Kertsoh über Odessa naoh Konstantinopel* (S. 373 der ,Erinnerangen*) hierher Btellen, und dann mit einer kleinen persönlichen Erinnerung an diesen herrlichen Gelehrten, Weltweisen and Dichterfürsten meine gegenwärtige Skizze schliessen. _ (Schluss folgt.) Briefe an und von Salomo J. L Rapaport Mitgetheilt ▼on Rabbiner Dr. Nathan Grün in Prag. 1IL Dr. B. Beer in Dresden an Bap&port. בע*ה דרעזדק ט׳ ניסן תרייט Hochzaverehrender Herr Oberrabbiner! Indem ioh so frei bin Ihnen beigehend ein Ezemplar des soeben von mir erschienenen ,Leben Abrahams“ ergebenst zn verehren, bitte ioh dies nur als ein kleines Zeichen der Hochachtung ans an ehmen womit ioh Ihnen als ersten Mitbildner der neaeren jüdischen Litteratnr and gleichsam Vater der Gesohiohte der J-rTH zugethan bin, wie Sie, hochverehrter Herr Oberrabbiner, solches auoh in meinem Vorwerte aasgedrückt finden werden. ולא אביתי להלאות,.ידידי הגאון נ״י היום יוחד כדברי כי דעתי שרבים טרדותיו בטרם בשמע הלז קודם החג רק אחת סקוה שישים עינו עין הבדולח על חבורי הקטן וימחול להוריעגי השגגות אשר יצאו מתחת די, למק אוכל להיטיבם בכרך הבא אי״ה כי שניאות מי יבין, ואני איני אומר קבלו דעתי רק באתי לעורר מביני דבר להגדיל המדע ולהאדירה ומה »גא המד*'טלפני גדול העצר" את חג המצות יחוג בדיצד" כאות נטשו ונטש דדו המוכן לפקודתו והמוקד אוחו הצעיר יששכר מער, iäti«