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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-05-06 · N° 19. (6.5.1892) · p. Seite 73

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 19. (6.5.1892)
Date
1892-05-06
Page
Seite 73 (sequence 3)
Language
German
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Hände and betete io brünstig; aber Sammael, der Todeeengel, hielt ihn surüök mit den Worten: ״Willst da etwa den Batbsohluss Gottes ändern?" Heisst es dooh (Deuter. 82,4) ״Er ist der Fels, vollkommen ist sein Werk, denn alle seine Werke sind j;ereoht!“ Hier■ bei weinten Moses and Josas heftig; Der grosse Gesetsgeber ersuchte njan den Eleasar, Sohn seines Bruders Aaron, am desien Fürspraohe mit den Worten: ״Mein Sohn, gedenke dooh, wie ioh rar Zeit, als Israel das goldene Kalb v<!rohrte, deines Vaters Leben rettete and die Barmhen ligkeit Gottes an seinen Gansten erflehte. O, eraeige mir jetst denselben Dienst, dass mir gestattet werde, das heilige Land aa betreten. Eleasar willfahrte sofort dieser Bitte, aber Sammael kühlte sofort seinen Eifer mit dem ernsten Tadel: ״Willst da Gottes Bathsohlass verwerfen?“ | Moses ersaohte naa, den Galeb, Sohn Jephane’s, die Beamten, welohe er an Würden erhoben hatte, die 8tiftshütte, die heili^eLade, die 70Aeltesten, ja gana Israel anr Fürbitte au gewinnen. Mit be• sondern־ Zaversioht wendete er sioh an das Letatere mit den Worten: ״Wie oft trat ioh für enoh in die Bresohe, am Vergebung für eure Sünder aa erflehen, wie oft betete ioh für eaob, um Gottei Zorn abaawenden, bis er sagte: ״Ich verreibe ihnen, weil Da, mein Diener, es wünschest!“ ״Wohlan de an, geht in’s Heiligthum and vereinigt eure Bitten, denn Gott verachtet das Flehen der Menge nioht* Gehorsam willfehlten sie seiner Bitte and ihr eindringliches Flehen stieg aam Throne der himmlischen & rmhersigkeit empor; aber swei Engel stellten sioh vrr denselben und dämpften die Stimmen der Flehenden. Als Sammael sah, dass einer der Engel sioh anr Sanftmath neigte, drängte ״er diesen aas Gotte« Ni he weg and legte ihm fearige Ketten aa. Hocherfreut über diesen Erfolg seiner Grausamkeit glaubte Sammael nan, der Seele Moee’s sioher an sein. Gabriel, Israels Sohatsengel, »einte, hielt aber Sammael in Sohaoh; desshalb war le ihm der Befehl, des grossen Mannes Seele in Empfang aa nehmen. Er zögerte jedoch and sprach: ״Wie kann ioh den Tod eines Mannes verschulden, dessen Verdienste grösser sind, als die der gansen Nation?* Hierauf erhielt Miohael den Auftrag, den einmal ertheilten Befehl aassaführen; aber auch er konnte sioh nioht dasa entsohliessen. Da erklärte sioh dangassel freiwillig bereit, die traurige Mission za tbernehmen, obsohon or im Tone des Bedauerns bemurkte: ״Ich bin sein Lehrer and er ist mein Schüler, wie kann ioh Zeage seines Todes sein?“ Hierauf erhielt nan der Todesengel ien Befehl, die Seele des Moses aa entführen, and der aösgesinnte Sammael wollte sioh sofort an’s Werk m ichen. Als er aber Moses leaohtende Aagen sah, wäre » die seinigen sofort getrübt. Moses drohete, ihn aa tödten, wenn er noch länger verweilen würde. I er Dämon, hierdurch ersohreckt, bat nan den grossen Führer inständigst, ihm auf den Wunsch de« höchste: 1 Schöpfers seine Seele aa übergeben. Als Moses diieee hörte, zählte er feierlich alle Thaten auf, die er aa Israels Nahm vollbrachte und woduroh der Name Gottes geheiligt wurde, besonders hervorhebend, dass er würdig befanden worden sei, dass Gesetz aas der H tnd Gottes au empfangen, Wunder aa verrichten, Singe aa erfechten and zahlreiche Grossthaten für die Zukunft vorzabereiten. Er bestritt Semmaels Autoitäk Der Dämon erstattete hierüber treuen Berioht, v arde aber fortgejagt, and vor die Alternative gestellt, entweder sofort seines Opfers Halsstarrigkeit aa bei gen oder für immer seiner amtliohen Stellung enfsetst aa werden. Hieraaf wagte er noch einmaleinaawenden: ״Herr der Welt, der aaoh das Verborgenste durchschaut, wenn da mir befehlen würdest, m die Hölle hinab-. aasteigen and alle Dinge darin amzakehren, so würde ioh ohne Zögern gehorchen; aber dem Sohne Amram's, einen der höchstenWürdentriteer, die aa deinem Throne dienen, aa trotzen, dazu fehlt mir der nöthige Math. . Seine Worte erleuchten, sein Angeeioht strahlt wie das Sonnenlicht.“ Da aber Gott aaf die Ausführung seines Befehles bestand, eilte Sammael fort, steokte sein Schwert in die Scheide and stellte sioh aomig vor Moses mit dem festen Ensohlass, entweder ihn aa tödten oder selbst getödtet aa werden. Aber der grosse Prophet wankte nioht and trat ihm mit einer mächtigen Waffe, seinem Zauberstabe,*) aaf welchen der anaasspreohliohe Name Gottes eiagegraben war, entgegen. Vor diesem anerwarteten Bundesgenossen ergriff der Dämon die Fluoht and während Moses ihn verfolgte, blendete er ihn and trieb ihn beschämt vor sioh her. Moses hatte die Absicht,, ihn wirklioh au tödten, wäre er nicht daroh eine himmlische Stimme daran gehindert worden, welohe ihm warnend znrief: ״Tödte ihn nicht, denn die Mensohen bedürfen seinerl“ Nach so erlangter Frist erneuerte Moses seine dringende Bitte and spraoh: ״Gedenke, o Gott, des Tages, an welchem ioh den Berg Sinai bestieg and 40 Tage and 40 Nächte vor dir stand, ohne Speise nnd Trank aa ™יי• aa nehmen, bis da mir die Thora für Israel gabst. Ioh bitte dich, gib mioh nioht in die Hand des Todesengels! Hier stehe ioh, thae da mit mir, wie es dir am besten gefällt.“ Und siehe, ein» sanfte Stimme wurde gehört, welohe spraoh: ״Fürchte dioh nicht, ioh selbst will deine Seele in Empfang nehmen.‘* Und Gott in seiner Majestät, begleitet von den 3 Erzengeln Gabriel, Miohael and Sangassel stieg herab. Miohael ordnete seine Ruhestätte, Gabriel breitete ein Parpargewand über ihn aas, Sangassel glättete das Kissen unter seinem Hadpte, and dar Allmächtige spraoh: ״Moses, mein treaer Knecht, hebe deine Aagen in die Höhe, lege deine Hände zusammen and strecke deine Beine aas!“ Und als er diesem Befehle Folge geleistet hatte, drückte Gott einen Kuss aaf seinen Mond and in dieser göttlichen Liebkosung entfloh seine Seele aam HimmeL ____ Das Corruptel in der Tosefo. In Nr. 17 des ״Litteratarblattes“ snoht Harr Dr. Perles die ominös» Worte in Tosefta Kethaboth oap. XI, 4 and Babli Kethaboth. 102 b, welche dar antisemitischen Weisheit unserer Tage d» Schein dbr Berechtigung für Annahme des Blutvergisns»s an ritaeilen Zweck» vindiairen 8011» als Corruptel an stigmatisir». Nach seiner Conjeotur sind die als Abbreviatur ged «ul eten Consonanten .n**TOam Schreibfehler für מלה, und dieses Wort hat in Mischna 4 keine Berechtigung, iat vielmehr eine Dittognphie aa• dem in der folgenden Misohna dreimal voakommenden Worte .מלד Diese Conjeotur hat viel B•־ steohendee. Die Angabe מריה ist für die Lösung der Frage aus dem oasuistisoh» Gebiet• des Erb- 1י״ rechte• ebenso irrelevant, wie die dittogrephirte Foni;^ מלה sioh als ein Corruptel ergeben würde. ־ -Lr? *) s.-, _ HL The Independent, Jalknt Exodus { 178 Kohut, Hagad. Klsmaota in •rabiaohan Januar S. 1893. M, 4' nnd 6; im Naman dar da B. *.

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