Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-04-29 · N° 18. (29.4.1892) · p. Seite 70

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 18. (29.4.1892)
Date
1892-04-29
Page
Seite 70 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/6492408-6575068-8757969--2495-4857444
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

di« ▼on drauasen hierher tranzportirt wurden. Ei Mflibt non noeh das QBITK oder Kfi^K wie der Bedaetear (Friedmann) emendirt, an erklären. Anoh diese• ist eine Carrnptel, wie unsere dritte Version seigen wird. HL Qenee. Babba Cap. 96, Tanohnma Wajohi § 3, p. 46 ed. Stettin and Tanohnma ed. Baber p. 108. In den beiden erstgenannten Quellen wird geäugt, das Rabbi nnd R Elasat, und in der letsteren, das!« R Kasra1) nnd R Elasar ani dem סורי) פילי ausserhalb von Tiberias spasieren gingen und bemerkten , dass man von auswärtseinen Sarg dorthin brachte eto. eta, wie die bereits oben mitgetheilte Erzählung Ratet. פילי oder פולי bedeutet hier nicht, wie gewöhnlioh ,Thor* (bOXt)),1) sondern nach meiner Ansicht pila — aus Steinen gebauter Laufgraben, Wall oder Lamm. Dies ist aaoh die riohtige Lesart in der Pessikta statt אילפם• Nach diesen Ergebnissen dürften wir nun wohl mit Bestimmtheit behaupten, dass dieausfremden Gegenden nach Palästina transportirten Leichen in Lanfgräben, Dämmen, Deichen, welche sich um die in der Umgebung der Stadt befindlichen Wälle herum befanden, beigesetzt wurden. Die Gründe hierfür mögen gewesen sein 1. Sanitäre Vorsiohtsmassregeln, 2. Vorbeugungsmitte], tun nicht mit dem Orte in Berührung zu kommen, an welchem ein Todter begraben ist, was eine levitische Verunreinigung zur Folge haben würde*). Das gewichtigste Argument scheint mir jedoch in der Missbilligung solcher Transporte ▼on Seiten der Religionsbehörden, die, wie wir bereits gesehen haben, in strengen Ausdrüoken sich gegen die Befleckung des heiligen Bodens durch aas der Fremde herbeigebrachte Todte ergingen, gemacht werden za müssen. Um ▼on solchen Transporten abzuschrecken, bestimmten die Behörden, solche Leiohen, d. i. ihren Staub oder die palverisirten Uebeireste in der Umgebung der Stadt and zwar an der anansehaliohsten Stelle des Walles oder Festungswerkes za begraben. Diese Massregel setzte ganz sioher dem an sich sonst frommen Verlangen, auf heiligem Boden begraben zu werden, gewisse Schranken. Es mögen späterhin auch nooh Ausnahmen vorgekommen sein, wie z. B. in Bezug auf Ulla4), dessen Leichnam nach Palästina4) gebracht wurde; aber das allgemeine Verlangen dieser Ueberführung war unter dem Volke geschwunden. _ Litteratur bericht. Becensioxxen» In Pressbnig erschien kürzlich bei Abraham Bick ein vom seL Rabbiner Abraham Bing nachgelassenes Werk OTT*QM fTOL Dasselbe enthalt Randbemerkungen and Erklärungen za dem vorzugsweise daa gottesdienstliche Leben regelnden Ritual• Codex —*־Orach Che]im — ▼an Josef Karo. Der Herausgeber daa Werkes ist H. J. Bamberger. eia Sohn de• Herrn 3. Barnb-rger, Distrikts-Rabbiners von Aaehaffenburg. Der Verfasser des Werke■ war Oberrabbiner von Wamberg, Lehrer und Anitavorgänger de• aeL Groeavaters des Herausgebers, Oberrsbhiners J. B Bamberger. In dem Werke werden Quellenangaben, Parallelen. Amendirungen, Berichtigungen und Hebertnigungen vorgeführt, welche vom Editor mit Sach- und Fachkenntmaa geprüft und nach dem halachiaohen Motiv und Ursprang iu einem Commentar beleuchtet werden, in welchen auch Bemerkungen des anf rabbiniaohem Gebiete gelehrte« Vätern des Heraasgebers passend verwebt werden. Es verhält sich mit dem Commentar Bing*• zum Superoommentar Bamberger’s im Kleinen, wie mit dem Commentar Ifaven Abraham und S. Kolin’t Superoommentar Machzith H&scbekel 1m Oroeeen; nur izt der letztere hinsichtlich der Lehrmethode syllogistisok nnd vorliegende• Werk induktiv. Der sei Verfasser Abraham Bing, in Frankfurt a M. geboren, war mit 17 Jahren zohon Klaas-Rabbiner in Offenback, später Rabbinate - Assessor in Frankhirt a. M. and zuletzt Ober-Rabbiner in Würzbarg, wo er am 1. März, 1891 starb Er war eine hervorragende talmadische Autorität die Fürther Talmndäasgabe bringt Randglossen von ihm zu den Traktaten Beraohoth und Sabbeth), Zeitgenoase des Rabbiners Wolf Bamberget atu Fürth nnd Mitschüler des R Moses Sofer aas Pressburg, dessen ״Chatham Sofer“ Responsen von ihm enthält Ansaer dem bereite erwähnten sei. Rabbiner J B Bambeigen aus Würzbarg waren der sei Oberrabbiner Jakob Etttinger aas Altona ana der Oberrabbiner N. Adler ans London 8 A. die Schüler des Verfassers. Diese vom Herrn Heraasgeber mitgetheilten biographischen Momente erhöhen den Werth des Baches. _ _ Dr. N. Litte rarisohe Notiz. ג) So ist dnsshalh das בד קחרא im Jsraschalmi za emendir ec. ’) Aruch compL VI 832. ״ •) EinLöfiel voll van dem Staube eine• Todten (1 רקבTVY1) verursacht schon levitlschs Verunreinigung, sogar wenn er in dis Luft gesprengt wird; cf. Okoloth II 1-, III 2 *1 Ans dem 4. .T.tr11n1A«t •) Jer. Kilajim 32c; Beb Ketaboth lila. *> Der fromme Gebrauch, unter daa Kissen eine• Todton Handvoll de zn legen (in' Uebereinstimmang mit der Erklärung zu Deut. ־▼־rxir 43) izt jdcgern Datums. Kanffmann in Frankfurt a. M. erschienen._ VerantwortL Bedaetear Dr. Kahmer, Magdeburg. Druck: Bendix «Hahn (fr. D.L. Wolff) Magdeburg. Verlag: Hob. trieze, Leipzig- 1. Räaaa Iber den Glazben an die Hölle. Die ,Pall Mall Gazette“ veröffentlicht eine Unterredung mit Herrn ÜAnan über die Hölle. In Beantwortung einer Frage, wie lange her es schon sei, dass die Menschen an die Hölle als an einen Ort der zukünftigen Bestrafung glauben, sagte Rönan: ״Seit ungefäbr 160 Jahren vor der gewöhnlichen Zeitrechnung. Im alten Testament lande man noch keine Andeutung irgend welcher Art von einer zukünftigen Bestrafang der Bösen oder Belohnung der Guten und dies wahrscheinlich aus dem Grunds, weil bis za der genannten Zeit die Jaden eia verhältnissmassig glückliches Leben führten. Aber im Jahre 176 kam Antiochua Epiphanea und verfolgte die Juden in barbarischer Weise. Galgen nnd Schwert, Folter und Feuer bedrohten ihr Dasein und Viele unter ihnen erlitten den Märtyrertod Da verbreitete sich nun der Glaube, dass diejenigen, welche als Märtyrer ge- Sterben waren, 1m künftigen Leben für ihre furchtbaren Leiden einen Lohn, die Exeoatoren und Henker, die Schergen des Epiphanea, dagegen eine Strafe empfangen würden. Die Sehnsucht nach einer Ausgleichung ist ein Hauptgrandzug der Psychologie der Juden. Jeder muss nach ihrer Lehre seinen ihm gebührenden Antheil am Ga'en und Bösen erhalten. Diejenigen, welche auf Erden leiden, werden in einem künftigen Dasein eine Entschädigung erhalten, wänrend diejenigen, welche hier im Glücke leben nnd Andern Leiden bereiten, der Strafe verfallen werden Man kann also sagen, dass zwischen 176 and 163, dass ist noch unter der Regierung des Antiochus Epiphanea, die Idee von einer zukünftigen Strafe, welche seitdem die Welt in Schranken hielt, entstanden ist“. Ferner bemerkt Rönan noch, dass dis Jaden ursprünglich sich deshalb von einem ewigen Leben für ein endliches Wesen keine Vorstellung machen konnten, weil die Ewigkeit nach ihrem Glauben nur ein Privileg des allmächtigen Gottes, des ewigen Wesens, war. 2. Pari•. Auf der hiss. Nationalbibliothek befindet sich unter der Nr. 1333 eine alte Peesaoh-Haggadah aas dem XHI. Jahrh. — wie es im Catalogae heisst — aber, wie Hr. Schwab meint, aus dem Ende des XIV., — welche aus 40 Qaartbl&ttern bestellt und fast auf jeder Seite niedliohe Illartretionen und schön gemalte hebr. Initialen (roth, blau a. schwarz] enthält. Harr Schwab giebt eine genaue Beschreibung des Manuscriptee im Journal asiatiqae. Berichtigungen: Im Litteratarbl. Nr. 16/16, unter Litter. Notizen 3 ist za lesen: Zeile 1: erklärte ich mir, Zeile 2: iftxöpcvov — bwpiprjp*, Hinzagetregenes -יי Nachtisch. Za Nr. 17; S. 66, Col 2, Z. 9 muss es heissen: ,Dass Moses sich einst bei denHaderwassern versündigen werde.“ Die in vor. Nr. rroenairte Kracaaer’eohe Schritt ist bei

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.