Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 18. (29.4.1892)
- Date
- 1892-04-29
- Page
- Seite 69 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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welchen aber den Aufenthaltsort der be ilatteten fremden Leichen berichtet wird, verursaal en, näher ein• geben, mftssen wir wohl beachten, dai« die Begräb- Bissweise in Palästina von der in Babylonien sehr verschieden war. Hier nämlioh worden die Leichen in dem offenen, durch urbare Felder1) getrennten Basepboden begraben, während sie i a Palästina in ״Nisohen“ (כוך)’; oder"su diesem Zwecke errichteten, ja sogar in Felsen*) gehauenen Todtongrüftenbeigesetst wurden. Es scheint, dass die Todten zuerst ohne Sarg in ,,Gruben“ (והמורות מהמורות »*)gelegt und erst nach gänzlicher Zersetzung die Knochen und sonstige in Staub zerfallene Körpertheile gesammelt und in Särge getban wurden,') um 80 ganz und gar begraben zu werden. Dies erklärt auch der sonst befremdende Umstand, dass die Särge von einem unverhältnissmä88ig kleinen Format, einer ״Kapsel“ קמטרא - *djunpa *) oder einem ״Futteral“ -דלוסקומא סז^ססלסססעןגץ■»’) ähnlich waren, welche vohl zur Aufnähme der Knochen und des Staubes der Leichen <רקב), jedoch nicht zu der eines vollständigen Körpers hinreichten. Es kann also keinem Zweifel untsrliegen, dass die aus der Fremde transportirten Leichen erst in ihrem reducirten Zustande in hölzerne r oder metallenen Kästchen oder Schaohteln verschickt wurden. Wo wurden sie aber beigesetzt? Es ist zu bedauern, dass Dr. Graetz dieser Frage seine Aufmerksamkeit nicht zugewendet hat, obschon sie in den Bahmen seiner Forschungen gehörte. Nach meiner Ansicht wurden die jüdischen von ausserhalb transportirten LeicheD oder besi-er gesagt, deren Ueberreste, in Gruben und Höhlungen der Wälle, welohe sich in derUmgebnng der Städte, nach welohen man dieselben brac ite, befanden, beerdigt. Als Beweise hierfür dürften folgend» gelten: I. Wir erfahren aas Jer. Nasir ־VI, 56a: ״R. Nechumi, Sohn B. Chija’s, Sohn Abba’s sagt: ״Abba (Eigennamen oder auch: mein Vat sr) ging nicht unter dieWallgänge Gwesarea’s (דקימרין KTffi'Dתחות) B. Ami dagegen that es wohl. B. Chiskijah, B. Cohen und B. Jakob, Sohn R. Aoha’s, (;in gen in der Nähe der Festungswerke Caesarea’s (בפלטיא דקיג ירק) spazieren. Sobald sie sich der Chiffa <nfi'3> näherten, trennte 8ioh B. Cohen von den übrigen, sohlosa sioh ihnen aber wieder an, sobald sie reine: 1 Boden erreicht hatten. כיפה oder ohaldäisch ליפתא hat verschiedene Bedeutungen, wie ich dieses an einem ander 1 Orte nachgewiesen habe;') in unserer so eben erwä inten Quelle aber bedeutet es Grube, ähnlioh dem mitte (lateinischen Chiffa, und פלטיא hat hier nichts zi thun mit ittatsla (68ö{)»platea, offener Platz, Strasse,180ndern ist ebenfalls identisch mit dem mitte Uateiinisohen platea, welohes Wall, Befestigung bedeutet. 1 Es ist daher klar, dass R. Cohen, wenn er die Wälle erbliokte, sioh aas dem Grande plötzlioh *arftokxog, m und sioh um nicht in die Nähe der Todten za kommen *ן s. Kohut's Aruoh oompL ▲rt בית הפרם, Arach oompL IV 310. ארון שהוא חקוק בסלע ד Tosefta Oboioth II 8 wird ssben של עץ fTttt such pK של )TM zach Nidda 176 and Jer. Nasir p. &ls. In Jer. wird ein של שיש TTM (Marmorsarg) erwähnt *> Arach oompl . V 95. *) Diaas Erklärung hat anoh Abendana in mentar za Psalm 140, 11. C. •) Ibid. VH 130. Ibid. il 8U0. *) Amch oompl. IV 389 ft. n 80b ff. IX 7 — Ibid. erwähnt Cf. Nash p. 56b 1 seinem Comdadurch ״Priester" zu verunreinigen. Dass 3-01111י0ה& wirklich eine Grube, als gewöhnlichen Begräbnis•- platz der Todten bedeutet and dass dieser Pi ata ausserhalb der Stadt lag, geht klar aus folgender Ersählung des ״ Midrasch Pessikta Rabbathi* Cap. 41 hervor, welohe lautet: ,(Jerusalem) die Herrlichkeit des Weltalls." (P8. 48, 2.) *Es war nämlioh" sagt R. Joohannn, ״eine Grube der Abrechnung (9יפה של חשכוטת) ausserhalb Jerusalems, wohin Ule diejenigen, welohe mit einander Abrechnung halten wollten, sich begaben. Naohdem sie sioh dann verständigt hatten, kehrten sie naoh der Stadt zurück, wo sie assen, tranken und sioh vergnügten." Mit einer kleinen Variante wird diese Erzählung in Eoha Rabbathi (2,15; Stichwort ספקו) wiederholt, dessgleiohen in Exod. Babba, Cap. 42 und Jalkut, P8. § 755. Wie in den beiden erstgenannten Quellen angegeben ist, war der Grand, wesshalb die AbreohnuDgen in der beschriebenen Gegend stattfanden, der, jdass in der Umgebung ״Jerusalems, der Herrlichkeit des Weltalls" keine Besorgniss vorlag, betrogen za werden. Die Beilegung der Condiote hatte daher in der Umgebung der Stadt stattzafinden, an dem Aufentbaltsorte der Todten, wo za erwarten war, dass eine ׳ Ausgleichung sohwebender Streitigkeiten za Stande kommen würde und zwar naoh der talmadisoheü Ermahnung (Beraohoth 5a) wo es heisst: ,Wenn da deine Leidenschaften nicht besiegen kannst, so gedenke an den Tod." (Of. auch Cüagiga 16 a.) Das« כיפה der Schauplatz der Trauer war, wird daroh den Umstand erwiesen, ds4Vr naoh der befriedigenden Lösung der unter den streitenden Parteien bestehenden Confliote die Stadt selbst und nicht der Ort, an welchem derAasgleioh wirklioh stattfand, zum Platze festlicher Lustbarkeiten gewählt wurde. II. Es gibt noch einen zweiten Beweis, welcher zeigt, dass die von ausserhalb transportirten Leichen in ausserhalb der Stadt liegenden Gruben beerdigt wurden. Wir lesen in Jer. Kilajim IV, 32d: B. Barkiria und R. Elasar gingen spazieren באיסטרק and bemerkten, dass maa von draassen mit Särgen herankam. Hierauf *־־ J-. Barkiria za R. Elasar: ״Wozu nützen die.• 1 möchte wohl auf sie anwenden, ,Ihr beflecktet mein Land nnd maohtet mein Erbtheil (das heilige Land) cum Gräuel.“ (Jeremia 2,7.) Dieselbe Stelle findet sich anoh in Jer. Ketaboth XIL 35b') und in Pessikta Rabbathi Cap. 1, wo die oorrampirte Lesart סטיילין כאילפם vorkommt. Unter dem erwähnten כאילמים ist schwerlich ,Strasse“ za verstehen, in weloher Bedeutang das Wort gewöhnlioh aufiritt,1) denn es ist überflüssig, den Umstand besonders zu betonen, dass die beiden Gelehrten auf der Strasse oder auf der Landstrass• spaziareii gingen. Daher emendirt Graetz in der Pessikta | באיסמי־ק, welches aber nioht Gestade, Ufer, soadem Morast*) heisst*). Naoh meinem Dafürhalten müsste כאיסשרק in fn&D^D-Gastram, Fort, emsadirt werden. Hieraaoh müsste der Ort der Unterredang deijenige Theil der Feetang gewesen sein, an welohen der Begräbnissplats stiees and au welohem die obenerwähnten Gelehrten den Särgen begegneten, ■ mit lehrten wählten diese• Ort za ihren wlsinnhsffllnhn■ ־Unterrednngen, weil hier die Loft min was XHssSthe Erklärung hat anoh Bappoport in מךא *V3, ternär 8. Ba b er im Wajchi S. n*X (0.)