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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-02-21 · N° 7. (21.2.1892) · p. Seite 27

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 7. (21.2.1892)
Date
1892-02-21
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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tlterthumaforsohung“, nicht aber ein locusind Heuschrecken), auch Sachs das fraglärt. Was aber die so berichtet Voigt S. 420, nach einer lass diese Thiere die Schlamme ziehen, um Wort selbst ist wohl seiner ״Beiträge zur Sprach- und St. 68: קלפנדר scheint oxoXoirfvSf starum genus zu sein. (Letztere! Es liegt also auf der Hand, das! liehe Wort in unsrem Sinne erl Gattung des Scolopendra betrifft in 8. ״Lehrbuch der Zoologie,“ Versicherung A. v. Humholdt’s, Kinder der Indianer aus dem sie lebendig zu verzehren*). Da! aus 0x6X0!}■ ״Spiess“ und ävSpa ״Mann, Mensch** zusammengesetzt, und darnach Muss.'s Erklärung zu dem Worte zu beriohtigen — Die zweite Gattung bildet שקר רב — so ist wohl durch Umstellung oder, indem man רב von נבל! wo es überflüssig ist, zu שרר heraufbezieht, zu lesen. Dies ist aber!nichts Andres als der in der Naturgeschichte unter dem!Namen Scarabaeus auftretende ״Mistkäfer.“ Er mag (in Sodom) in einer Abart eine empfindlichere Wirkung als bei uns gehabt sich aber im Wesentlichen, wie qoeh heut, erst an dem verwesenden Leichnam gesättigtl haben. — Was nun das nachfolgende מסטידין anlanjft — das Wörtchen רב, das auch (vgl. Anm. 1.) im Aruch fehlt, ist als Dittographie offenbar zu streiohjen — 80 dürfte hier, aumal Einhorn in seinem Midraschcommentar fHTODD liest, am Besten an Oestrus ״Bremse“, za denken sein, die sich nach Berichten vo|u Augenzeugen auch an Menschen festsetzt und diese aussaugt״), wobei das מ am Anfang des Wortes al■) umbildender Zusatz erklärt werden muss. (Unwillkifrlioh, daroh die hier befindliche Zusammenstellung von plDD(Q) ־ und קל)םנדרא) , werden wir an die vielleicht polemisohe Identifizirung vou א TOD p und פנדרא Q erinnert, über deren spraobliohen Zusammenhang ioh in meinen ״ Miecellen aus der jüdisohen Alterthumskunde“ im ״Jüdisohen Litteratur-Blatt“ 1891 No. 36 (Miso. II) gesprochen. Es ist hier jedoch nioht der Ort, auf diesen Punkt weiter einzagehenf *). — Wir gelangen nunmehr zur Besprechung von רב) נבל) Es liegt nahe, an das im Talmud (Cholin 67 b) erwähnte נדל, das mit dem anfangs erwähnten;Scolopendra zu einer Gattung gehört, da es Basobi z.!St. daroh 0אח רגלים T? קורק ,man nennt es Huhdertfuss “ erklärt, zu denken. Diese Asseln sind aber meist Wasserthiere nnd für den Mensohen wenig empfindlich. Doch können ihre Eigenschaften in den Gegenden Sodoms in der damaligen Zeit bei gewissen Arten! ihrer Gattung andere gewesen sein, als heut bei dejn uns bekannten1*). Wie dem aber auch sein mag,!man hat dooh zuerst au versnoben, auf Grund unsrer Lesart eine Erklärnng za geben, zumal die Annahme sohwer fällt, der Midrasch hätte die talmnaisohe Lesart ausser Acht gelassen. Dem hebräisohen נבל entspricht vielmehr diejenige Egelart, welche besonders den Pferden lästig wird, Nephelis. Wie Laanis a. a. O. (§ 669, 39■ 3*1) beriohtet, ist der Pferd Segel in neuerer Zeit in der Regentschaft Algier dadaroh berüohtigt geworden, dass er als zufälliger iüohmarotzer zuweilen *) Lewysohn, die Zoologie de! Talmuds, S. 338, § 447. *ף Vgl• Job. Leanie, Synopaiu der drei Naturreiche, I | 494, 08 (Hannover 1860.); ״) Nur in Karze sei darauf hjmgewiesen, dass סנדרא nioht, wie P. Oaseei ,Aus Litteratur u. Geschichte“, 8. 384 i. aunehmen will, Metathesis von Pi rthenoa and eine Anspielung auf ,Panther“ ist, wie auch Goldfahn, im Latt.-Bl 89, behauptet, sondern eher von 1csvdt| 16( bezw. KSV&tpd ,Vater“ «der ,Hutter“ (allerdings gewöhnlich von Seiten der Pran), nnd irnoo von 046״ ןרmknnliches Glied“, bezw. o&6u>v ,männliches Kind“ stammt **) VgL noch Sachs a. a O. 111 91 and Lerysobn, a. a O. 338 ff «S 446 ff) mit dem Trinkwasser in die Verdaanngsnnd Athmungsorgane der Mensohen nnd Thiere hinüber- •ohlüpfte and daselbst fürohterliohe Qualen verursachte. — Ion möohte hier jedoch noch einer Vermnthnng Raum geben: Die lateinischen Lexica erwähnen den Soorpion aaoh unter dem Worte nepa, aas dem נבל entweder durch Uebergang von א in ל oder durah Beifügung einer Deminutivendnng entstanden ist. Dieses gefährliohe, empfindlioh stechende Insekt passt recht gut in die sodomitisohen Fluren1*). — Demnach bliebe ans nooh übrig, für קו שקר bezw. קץ שקר die entsprechende naturwissenschaftliche Bezeichnung ausfindig zn maohen. Das scheint der schwierigste Theil unserer Aufgabe zn sein.!Und wenn man bedenkt, dass es fast anmöglioh ist, für die zweifeleohne anoh (durch Dittographie) amgebildeten Formen den nrsprüngliohen Begriff aasfindig za machen, wird man sioh gern zufrieden geben, den einen oder anderen Namen mit 'ziemlioher Gewissheit fixiren za können and für die übrigen solche Formen weiterer Erwägung anheimzageben, welohe ihrer endgiltigeu Lösung noob harren. Massgebend für ihre Bestimmung darf 1) die Aehnliohkeit der Worte and. 2) die Eigensohaft des Stechens etc. sein. Von letzterem Standpunkt aas scheidet vielleicht der Hirsch- oder Spiesskäfer aas, dessen Larven unter dem Namen 0 o 8 8 u s (קץ dann ist שקר Dittographie) bei den Bömern and Griechen für, Leokerbissen gelten.1*) Jedenfalls gehören die Spulwürmer, welohe sioh gleichfalls im Menschen enthalten, die Klasse1*) der Askariden (שקר), mit welchen die Finnen and Triohinon zur Gattung der Band würmer (רו — oavas?) gehören, nicht hierher. Eher kann man annehmen, dass das Wort קץ oaiex wiedergeben soll, jene überaas lästige Steohmüoke, za deren Gattung aaoh die oben erwähnten Mosqaito’s gehören. Dies dürfte vollends einleaohten, wenn man aas קץ שקר, in dem שקר wohl daroh Dittographie hinzagekommen ist, die ßaohstaben קרץ heraasliest, welche dem lat. oaiex gleiohklingend sind and ein dem oben erwähnten Oestras ähnliches Insekt bezeichnen. (VgL A. Schaltens origines hebraeae, S. 206 fE) Vielleicht ist עקר — 8 o i a r a (Trauermücke), welohe gleichfalls za der Art der oalices gehört and als übel beleumundeter, weil Krieg androhender ,Heerwarm* aaftritt“). Das wären also die mörderlichen,RiohterSodoms!* Es bleibt aasser Frage, dass aas alten Oeb erliefe rangen oder eigenen naturwissenschaftlichen Untersuchungen die Namen jener gefährlichen Insekten im Gedäohtniss haften blieben und bei der jedesmaligen Bespreohang der betr. Bibelstelle in der Erinnerung späterer Agadisten auftauohten. AU aber in der Folgezeit das volle Verständnis« für diese Namen 80hwand, wurden die Thiere selbst pereonifizirt Wie dem non aaoh sein mag, für die Beurtheilang dos Midrasch bleibt es von Bedeutung, dass er soheinbar mit der lebhaftesten Phantasie eine drastische Umbildang der Gestalten seiner Darstellung vornimmt, indem er den zn behandelnden Menschen in seinen Werkzeugen veranschaulicht. '*) S. auch Leonis a. a. O. S 661 (S. 6611, welcher als Nepa grandis (grosser (y!t) Waeaereeorpion) ein smpflndlieh stechendes Insakt erwähnt L. bemerkt aaoh, dass nepa hat den R&mera ״Soorpion“ heisse. **> Lennis a. a. 0. f 838 B. (S. 431.) ״) Ascaris. Aeanis a. a. O f 863, a. Baenits, Lehrt■» d. Zoolome (1884), S 388, 1. '•) Baenits a. a. O. S 368, 1, 3. Es wftrs nooh einfachsr, “שקן ev. von oxaapa) ״springen“ sbsnleiten, aodsse קץ שקר eine ״springende Mticke“ wäre.

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