Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 7. (21.2.1892)
- Date
- 1892-02-21
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/6492408-6575068-8757958--2443-4857400- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
28 — Recensionen. Nehwarzfeli, I. Anmut pentru Israeliti, cu un supliment c&ieadariatic pe anul 5652 (1891—1892). (Anul al XVI — lea. Bucuresti 1891), Wiegand & Sayoin. (8*, VIII & 244 pag). — 3 Lei. Es ist das Verdienst Molse Schwarzf eld’8׳ das Meiste iflr die jüdische Litteratur in Rumänien gethan zu habend das von ihm herausgegebene Jahr• buch, das nun znm vierzehnten Male erscheint, ist der beste Beweis seiner Leistungen. Gerade die Thatsache, dass er, als Redacteur, es dazu brachte, dass Männer wie Dr. Beck, Br. Lippe, Br. L. Saineanu, N. Fraenkel, Br. M. Gaster, Br. Adolf Last, Br. E. Schwarzfeld für sein Jahrbuch Beiträge lieferten und so gezwungener Massen Etwas über jüdische Wissenschaft in rumänischer Sprache veröffentlichten — gerade das möchte ich dem Herausgeber als Verdienst anrechnen, sogar wenn ich von den schönen Studien absehe, die er selbst für sein. Jahrbuch geliefert Allerdings, ein nicht zu fassendes Wunder ist es mir noch immer, wie er es solange aushalten konnte; die Zahl der Juden, die Rumänisch lesen können und über das Judenthum lesen wollen, ist sehr gering. Aach der diesjährige Band zeigt eine Anzahl Abhandlangen, die von manchen Gesichtspunkten aus recht verdienstvoll sind. J. H. Fior; der gegenwärtig in London lebt, lieferte einen Beitrag, der ״die Juden in England von den ältesten Zeiten bis zu ihrer Aus- Weisung im Jahre 1290“ schildert; die Fachlitteratar ist verständnissvoll benutzt Ein Anhang handelt über die Sage vom jüdischen Wucher in England.[— Br. med. Melchior Härsu schildert ״die Beschneidung bei den Juden.“ Nach einer ausführlichen Beschreibung der Circumcision nach dem Talmud, vergleicht er sie mit der bei andrren Völkern üblichen Operation. Er schliesst sich der Meinung Br. Ploss’ an, dass die Circumcision ursprünglich den Zweck hatte: die Männer vor Sterilität zu bewahren, wie sie ja bei der Phimose oft Vorkommen kann. Schliesslich macht H. den Vorschlag, dass die Circumcision nur von Aerzten ausgeführt werde; auf jeden Fall verwirft er die M’ziza, die in Rumänien leider noch üblich ist — Br. M. Gaster, Rabbiner der portugiesischen jüdischen Gemeinde zu London, vergleicht die rumänische Sage ״das Gottesgericht“ mit seinen hebräischen Parallelen im ״Sohar chadasch“ und an anderen Stellen; damit liefert er den schon oft erbrachten Beweis, dass grosse Annäherungspunkte zwischen der altjüdischen und rumänischen Legende vorhanden sind. — Br. Adolf Last, ein ganz vorzüglicher Litteraturästhetiker, beartheilt des rumänischen Bichters J. L. Caragiale Novelle ״die Osterflamme“, die eine feine psychologische Schilderung eines jüdischen Bortbewohners enthält In manchen Punkten nähert sich L. der zu gleicher Zeit erschienenen Kritik der Novelle von dem bedeutenden rumänischen Aesthetiker Joan Gherea. — Jacques A. Critz verfasste die Biographie des blinden Lehrers Hirsch Kaiser, der mehrere Jahrzehnte, obwohl blind, in Bacarest eine Schale leitete und sich um die Erziehung jüdischer Kinder verdient gemacht hat. — M. Scbwarzfeld, der!Herausgeber, bekannt durch seine historischen und litterarästhetiscben Arbeiten, hat es versucht, eine Schilderung des Juden nach ruinänisehen Volksliedern, Märchen nnd Sprüchwörtern za geben — also so, wie ihn der rumänische Volksgeist sich roratellt Die fleissige Arbeit, die auf einer gründlichen Burchforschung der inländischen veröffentlichten Volkslitteratur und auf den gleichen ausländischen Schriften beruht, beweist, dass ein rumänischer Bauer ein vernünftigeres Urtheil abgiebt, als ein deutscher Antisemit mit academischem Bildungsgrad; d \* entworfene Bild ist durchaus nicht allzu hässlich — N. Fraenkel aus Jassy sucht ״das Problem der ewigen Existenz der Juden“ zu lösen; der Verf. legt namentlich Gewicht auf den Unterschied, der zwischen jüdischer und arischer Moral vorhanden ist. Joan Catina, ein rumänisch-christlicher Socialist, der ausnahmsweise nicht Antisemit ist, besingt in eiueni kleinen Gedicht in herzzerreissender Weise den russischen Juden, der von seiner Heimath vertrieben wird. — Br. E. Schwarzfeld, ein Bruder des Herausgebers, der zu Paris in Baron Hirsch’s Biensten steht, lieferte eine weitere Folge seiner Studien über ״die Juden au der Moldau zur Zeit der russischen Landesgesetze“, des Reglement organique, die er bereits in den früheren Jahrgängen des Jahrbuchs begonnen hat - Schliesslieh werdfn zwei Novellen veröffentlicht, die eine, aus dem Französischen, nach Villiers de l’Isle-Adam und die andere aus der Feder der Frau Anna J urescu, geb. Schwarzfeld, die bereits im zweiten Bande des Jahrbuchs ihre erste Novelette veröffentlicht hat. — Ben Schluss bilden: eine Geschichte der palästinäischen Colonie ״Sichrou Jacob“, von einem Anonymus; Grabinschriften der Familie Rokeach auf dem Friedhofe zn Jassy (der Stammvater der Familie ist der amsterdamer Rabbiner, der Verfasser des ״Maasse Rokeach“) von Wilhelm Schwarzfeld; Neuigkeiten aus dem geistigen Leben der Juden in Rumänien. Br. H — Bucarest. Litte rarisc he Notizen. Zar geoalUchen Chronologie. 1 Als Geburtsjahr Ha i’s giebt Graetz noch in der 2. Aufl des VI. Baads das Jahr 969 au, es dürfte aber kein Z weif41 mehr sein, dass derselbe (vgl meinen Art. zu Seherin in der vor. No. d BL (Anm 15) 910 geboren wurde. Zu dem von Weise darüber Angeführten kommt hinzu, dass der Karter Japhet ben Ali, der seinen Commentar zum Pentateuch im 249. Cyclas also vor 4731 (=3 971 n. Chr.) geschrieben, nach Firkowitz* Mittheilung sogar schon 4727 vollendet har, im 3. Buche bei der Neumonde- UDd Festfrage Hai Gaon citirt Dass ein anderer Hai gemeint sei, ist durch die ausdrückliche Bezeichnung desselben als Schulhau pt (ראם ארב־הובה) ausgeschlossen. S. Pinsker (in Lik. ICadmon., OTtEDl S >49 und S 183) betrachtet noch die Zahl תשב־ ט als zuverläsuig uud weiss daher aus der קושיא 149) עצומה Anm. 1) keinen Ausweg; jene Zahl war aber von S. J. Rapopoit' nnd Anderen nur deshalb angenommen, wei I men im Sefer Ha-KabaLa las dass Hai 69 (ס*ט> Jahre alt geworden, was wie in Halberstam’s Ms, צ״ט heissen muss. 2. Zu Natrona'i X (ben Nechemja) wird von Dr. J. Müller (Mafteach, S 64, Aam. ן) das Jahr ד׳יא ר1״ב angegeben und dazu als Beleg (nach Scherira) אלפא ותלת angeführt, was offenbar ein Doppel-Druckfehler ist Bei Scherira (vergl. NeubauePs Ausg. 1888) heisst es 1030) אלפא ותלתק Scleao.), es muss demnach auch in ד״א הע״ט um 717) umgereohnet werden. Es kommt auf diese Zahl sehr viel an, denn erst, wenn wir dieselbe testhalten, ergiebt sich last mit Gewissheit, dass die, wie Graetz (Bd V, Note) nachgewiesen, auf die pssadomessianiscb-reformatorische Serene-Bewegaug bezüglichen, aus ״Schaare-Zedek“ (III, 5, Eespp. 7—10) bekannten Ketzer- Responsen von Natronai b. Nechemja I stammen. ’(Vergl. darüber auch meine Notizen im ״Hamelitz“ No. 8 d. J.) Berlin. Dr. A. Kaminka. Berichtigung. Jüd. Litt-Bl. No. 6, S. 22, Sp. 2, Z. 7, statt ״Responsam‘• lies ״Respons en“, S. 23, 2, Z. 10 st ״Was k&anen die Verkehrten“ 11648: ״Wie können Sie Verkehrtes“; Z. 26 st ״bedeutendsten“ 1. ״unbedeutendsten“. Isr. Woch. No. 5, Sp. 2, Z 24 st. ״charakterfü ilend1׳ lies: ״-at&hlend*. K. Verantwort! Redacteur Dr Rahmer, Magdeburg Druck: Bendix & Huhn (fr. D.L. Wolft) Magdeburg. Verlag: Rob Fr ie se, Leipzig.