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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-12-25 · N° 52. (25.12.1890) · p. Seite 203

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 52. (25.12.1890)
Date
1890-12-25
Page
Seite 203 (sequence 3)
Language
German
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geehrten Verfasser, Prof. Baoher, über׳ aber 'weiterhin bemerkt, dass Amoräern Palästina'* vom dritten . Wenn er anter den rhnnderte an es in beträchtlicher Anzahl Agadisten i^oy^v, die in halaohisohen Traditionen wenig otjer gar nioht Vorkommen, gebe, 80 scheint mir das nicht richtig zu sein. Weit richtiger ist meines Eraohtens die frühere, Band I, Seite 34 ausgesprochene Ansioht des Verfassers, dass die דורשי חמורות und דורשי רשומןח in den ältesten Zeiten der Tannaitea bereits Agadisten xax’ ££o־/f;v gewesen waren, wie aus ihrer Verherrlichung der Agada in dem Spruche, welchen Baoher 1. c. S. 35 A. 2 aus Sitre zu Deuter. 11,23 § 49 anführt, sich ergiebt. Ihre Ansicht über den Werth der Agada ist aber nicht ganz dieselbe, welche Josua der Sohn Chananja’s (Meohilta z. 2. M. 15,26) aus• spricht, wie Bacher I S. 170 A. 3 behauptet. Nur darin stimmen R. J. S. Ch. und die דורשי רשומות überein, das-־ sie der Agada einen hohen Werth za erkennen. Worin aber der hohe Werth der Agada -gestehe, darin sind sie verschiedener Ansicht. Rabbi S. Chan, rühmt die Agada um ihres Einflusses Rillen, den sie auf alle Gelehrte und Ungelehrte Ihrer Anmnth wegen ansübt. Die דורשי רשומות hinegen verherrlichen die Agada als das alleinige Mittel Heu ״Spuren der Gottheit vzu folgen“, das Dasein fGottes, die Allmacht und die Vorsehung des allweisen Schöpfers des Weltalls zu erkennen; denn die Agadoth erzählen das wunderbare Walten einer allweisen und allmächtigen und allgerechten Vorsehung in der Geschichte der Erdenbewohner In der Geschichte allein seien — so meinen diese alten Agadisten — die deutlichsten Beweise für das Dasein Gottes, für das Walten einer allweisen und allgerechten göttlichen Vorsehung zu Anden, eine Ansicht, die sowohl in der Bibel als auch in der nachbiblischen jüdischen Litteratur wiederholt Ausdruck gefunden. Da nun, wie Bacher 1. c S. 34—35 nachweist, die ד״ר und ד״ח bereits zur Zeit der ältesten Tannaiten, Rabbau Jochanan Sohn Zakkai’s und Rabban Gamliel II, existirt haben, so kann mit Sioherheit angenommen werden, dass es die ganze Zeit der Tannaiten und der Amoräer ״Agadisten xaT1 gegeben habe, was auch in der Natur und im Wesen der Schriftbedeutung begründet ist. Unter den 76 TannaiteD, welche der zweite Band euth&lt, sind gar!viele die sich hauptsächlich aut dem Gebiete der [Agada hervorgethau hatten. — Auch dieser zweite Sand besitzt all die Vorzüge, welche sämmtlichen brbeiten Bachers eigen sind und welche ich bereits |n der Besprechung des ersten Bandes hervorgehoh9n. iur in einer Hinsicht ist der erste Baud dem Zweiten vorzuziehen, darin, dass in jenem die zahlreichen erklärenden Noten und Hinweise auf die einschlägigen Arbeiten Anderer das Verständniss der angeführten Sentenzen bedeutend fördern, wahrend in diesem sowohl die Erklärungen als auch die Hinweise recht spärlich zugemessen werden. Daran hat aber nicht etwa Mangel au Fleiss und an Ausdauer! seitens des Verfassers Schuld, sondern rein äusserliohe Umstände,!die traurige Lage der jüdischen wissenschaftlichen [Litteratur. Der erste, 450 Seiten umfassende Band [war ursprünglich in den drei Jahrgängen 1S82—84 ler Graetz’schen Monatsschrift and aus[ dieser als oederabdruck erschienen, der Abdruck demselben dem- ^aoh mit keinen oder doch nnr wenigen Kosten verinden. Den *weiten Band hat aber de ׳ Herr Verser auf bigene Kosten (mit Subvention ler Allianoe elite and der Zone-Stiftung) besonders drucken en, daher musste er darauf achten, den Eides, der so auch V1JI upd 578 Beit m riel als möglioh ea beschränken. Das% ־ a׳ des fasst, bei dieeem Kargen mit dem Umfange auch manche anentl Hohe NT( te weggelassen worden, liegt in der Nai! solcher Beschränkungen und es ist nioht ea ver• wunder!, dass selbst im Texte die eine oder die >1 andere I Ismerkaag fehlt. So wäre e. B. von R. Simon י-; Sohn Chalaftha’s (S. 530—36) seine Deutung von.־‘ Deuter. 32,6 Sifrö §. 109, Rabbi za Exodus 15,22 . oap. 24 und za Koheleth 5,1 nooh anzuftihren ge-! . wesen. Seite 190 hätten nooh die pssudepigraphisohen ,פרקי דר' יופי", die in Rokeaoh § 362 zititt werden, erwähnt werden müssen. Die Vermu׳.hang Steinsohueidar’a in Benjacobs ״ Bücherschatz ״ s. v. Seite 499, dass das betreffende Citat im רורח nnr eine Wiederholung der voraufgehenden Stelle aus Babli Bern- 1 ohoth 3a sei, widerspricht dnrohaas dem Wortlaute J7. des ־ולח. Eins werthvolle Zugabe zu dem zweiten Bande bietet d 1s auf beide Bände sich beziehende Sachregister“ Bietet auch dasselbe keiue vollständige Uebersic 1t des mannigfaltigen Inhaltes des Werkes, sondern nur eine Anzahl der hauptsächlich wichtigen oder ein spezielles Interesse bietenden Rubriken, so dient da׳ selbe doch, wie der Verfasser mit gehobenem Bewusstsein mit Recht behaupten darf, ״als Hilfemttel zjr Orientirang über viele Ein telaeiten des religiöse! , ethischen und nationalen Denkens and Empfindens im (annaitischen Zeitalter. (Fortsetzung folgt.) Auch ein Recensent! E: n Beitrag zur Unparteilichkeit der*. ,Allgem. Zeitung des Judenthams“. Die ״Allgemeine Zeitung des Jadenthums“, welche in No. 32 gleich nach dem Erscheinen meiner ״Kinderbibel“ eine Uberai s anerkennende Hecension derselben geliefert hatte, bringt in ' 0. 47 ohne irgend welche Erwähnung jenes ersten Artikels eite rücksichtslo 1 absprechende Bearthei'.ang desselben Buches. I ie Redaction hat es nicht lrir nöthig gehalten, sich. Uber jenen Widerspruch zu erklären. Ich habe bis heute gewartet, ab sie nicht, wie es wohl ihre Pflicht gewesen wäre, eine Entge.;oang aas der Feder ihres ersten Mitarbeiters bringen wo rde, der ja durch diese neae Besprechung mit angegriffen w orden ist. Das 18t bis heate nicht geschehen. Wie sich jene Leitung mit ihrem Mitarbeiter aaseinandersetzen wird, dass ist nicht meine Sache; wohl aber will ich nicht, dass jene larchweg grandiosen Angriffe auf mein Bach naerwidert bl liben, denn: qui tacet, consentire videtar. Ich ha! e bisher geglaubt, zi den nothweadigstan Erforderniesen eines Kritikers gehöre: 1. dass er wenigstens die Sprache!erstehe, in der er schreibt; 2. dass er wenigstens Jeu Titel les Baches kenne, das er kritisiert; 3, dass er den ׳ in dem Buc he behandelten Gegenstand mit einiger Sicherheit beherrsche, >. dass er über diesenGigeastaal zi nrtaei lenr verstehe., Herr A Levy, der Verfasser der genannten Rseenaion, hat mich ei!es andern belehrt. Er kernt I. die Sprache nioht, in der er schreibt. Er tadelt[ d >n Stil meines Baches and erklärt z. B. den Aasdruck ״tlii k“ tiir einen schlesischen P ro vinsiali smus Mit welchem Rechte? Das mag ihm Uhiand be- Weisen, der nicht Schlesier ist and aaoh nicht sshlesisohen < Stoff behänd 3lt, wenn er sagt: Klein Roland trägt den Becher flink Hinats zum Praakgemach (Klein Roland). — Oder in einem atide n Gedichte: Mit flinkem Hiebe schlag Roland Ihm untern Schild die linke Hand (Roland Schildträger). — Aach sein La idsmana Schiller ist über den Verdacht schlesischer Provinzialisi tan erhaben Er schreibt im ״Kampf mit dem Drachen“:, £ rwähl' ich mir ein Doggenpaar, Gewaltig, schnell von flinken 1 Anten. — In Lenaa’s ״Haiaeschenke“ heisste•'. Gar flink im Di ehe□, leicht im Sprang; in Simrocka ״Schule der Stutzer*: De m FreadenschaU eijauctixen ali<die fl in kan Jägersleate, undSi lis lässt im Herbstlied : Fiin ke Tänzer springen and Mädche 1 singen. — Weitere Citete sind" wohl onnöthlg; ich befind« n ich, wie man sieht, mit meinem ״Provinzialiemn*“ in eehr gifte;Gesellschaft. Dabei kommt mir sar Entschuldigüng, wann e 1 derea nooh bedarf, für den Gebrauch diese« dass Herrn Boom lenlen snsUVseigan Wortes noch die von ihm ״ge-. wie•“ au fV! rgeenfiohkefr steht angeführte Thaisrtohe da«• ו»;« Xtregeuäea EteUe in deeaaeibenSaUgafOge swei m ■te Ausdrücke verwendet silent(• in b» Aiudrttoke Zelt, hiese Sara sebBell Tfnnbea he^— 1

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