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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-12-11 · N° 50. (11.12.1890) · p. Seite 195

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 50. (11.12.1890)
Date
1890-12-11
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
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־•Ui Dissen lef steren Angaben JoeephtuP-snfolge könnt« LHyrkau nnr der Sohn Janai’s an■ erster Ehe, nicht aber Salome’• Sprössling gewesen sein. Wir stehen sonach ▼or awei einander wider• sprechenden Angaben eines und desselben Historikers nnd fragt es sich: welobe die riohtige sei; unzweifelhaft die letztere, wie wir im Folgenden beweisen werden. (Schluss folgt.) 1 Litteraturbericht. Keceasionen. % gerissene Stelle wird anfgegrifien nnd jüdische, namentlich die taimad. Der Antisemitismus, dar darum schon . heidnisoh ist, weil der Stifter and das Christenth ums Semiten wann, t eainem i Vorbilde, dem die 0 Bacher, Prof., Dr. W. Die Ag&da der Tanna iten. Zweiter Band: Von Akiba’s Tod bis zum Abschluss der Misohna. Verlag von Earl Triibner in Strassbnrg (Eisass). 1890. (378 S.) Ich habe in der Anzeige des ersten Bandes des in der Ueberschriit genannten Werkes (Littbl. 1885 Jhrg. 14 S. 9־> fl.) bereits gezeigt, welch hohes Verdienst der Hr. Verfasser sich um die Erkenntniss der Agada, um die Einsicht ia das Wesen and die Entwiokelang der Agada im Allgemeinen erworben hat, indem er uns in seinem Werke zeigt, was die Tannaiten, die Meister der Misohna, innerhalb des Zeitraumes von 250 Jahren jeder Einzelne zum Auf- und Ausbau der Agada beigetragen. loh habe za zeigen versnobt, warum ich es vom wissenschaftlichen Standpunkte aus für höohst nöthig erachte, dass uns 8ämm11iohe agadisohen Aussprüche jedes einzelnen Tannaiten vollständig Und gesondert von den Aussprüchen der Mittradenten vorgeführt and die auf diese Weise gewonnenen Einzeldarstellungen chronologisch an einander gereiht zu einem Ges&mmtbilde der agadisohen Thätigkeit der Tananiten vereinigt werden. Einer gleiohen Darstellung bedarf auoh ״die Agada der Amoräer“. Mit Freuden begrüsse ioh darum die Mittheilung des geehrten Herrn Verfassers auf Seite 487 des vorliegenden Bandes, dass er beabsichtige als Ergänzung und Fortsetzung des vorliegenden Werkes eine gleiohe Darstellung der ״ Agada .der palästinensischen Amoräer“ auszuarbeiten und za veröffentlichen. Eine gleiohe Darstellung: ״Die Agada der babylonischen Amoräer“ hat Prof. Baoher noch vor dem Erscheinen des vorliegenden Werkes, im Jahre 1878, im ersten Jahresberichte der Landes - Rabbinerschule za Budapest, deutsch und nngariscb, auch als Sonderabdruok, veröffentlicht Die Darstellung der tannaitisohen und amoräisohen Agada, die der Ür. Verfasser uns bietet, ü&t aber nioht nur einen hohen rein wissenschaftlichen Werth, ist nicht bloss wissensohaftlioh sehr fruchtbringend za ▼erwerthen; das Alltagsleben, namentlich in unseren sturmbewegten Tagen, kann gleichfalls aas dem Werke Baoher*, zumal wenn die versprochene Ergänzung: ״Die Agada der palästinensischen Amoräer“ auoh erschienen sein wird, grossen praktischen Nutzen ziehen. Die Judenfeinde gleiohen Alle darin ihrem Urtypns Haman, dass sie den Groll, den sie mit Reoht oder Unreoht gegen den Einzelnen hegen, sofort auf die ' Gesammtheit übertragen. Und wie mit den Jaden, .so ▼erfahren sie auoh mit dem jüdischen Schriftthum; eine missverstandene oder ans ihrem! Zusammenhänge ׳naoh die ganze atar beartheilt. tiohristlioh also erstein Herolde ölgt auoh darin verfolgenden Heidenthum,*) dass er dort, wo er zur Anerkennung jüdischen Verdienstes geswungen ist, nur eine staunen• erregende Ausnahme gelten lassen will, und wo ihm die!lautern Lehren des Talmuds, der Tannaiten and der Amor: ler, mitgetheilt werden, barsch antwortet, das wäre 1 höchstens von vornherein nioht ernst gemeinte theoretische Sprüche, die im praktischen Leton gar nie in Anwendung gebraoht worden waren. An der H ind Baohers treten wir in die Versammlung der Tanniiten and Amoräer; lassen die einselnen Redner ui.s vorstellen und hören sodann der Reihe naoh ihre Reden an. Da zeigt sioh, dass manoh herbes W )rt, das als Sohiboleth des Talmuds an• geführt wird, nichts weiter sei, als die individuelle Aeusseruu g eines Einzelnen, der Aasdraok tiefer Ver- Stimmung hervorgernfen duroh unsägliohe Bedrücknagen un< 1 unerträgliche Plackereien. Ein soloh viel• laah bera euer Aasdraok ist der Sprach Rabbi Simon Sohn Joo iai’8: ״Der Frömm 8te unter deg Heiden — oder unter denEgyptern (Bacher II S.86Anm. 3) untei den Römern (1.1. S. 163 Anm. 2)— verdient dei Tod.“ Es ist dies nioht die Ansioht der Tannaitei im Allgemeinen, sondern die individuelle R. Simons Sohn Jochai’s, des erbittertesten Feindes der Römer. Die Collegen des R. Simon Sohn Joohai’s theilen di 9sen Hass gegen die Römer nioht. Als einst R. £ imon S. Joohai’s mit seinen Collegen Jehuda Sohn Ha:’s und Jose, Sohn Chalaftha’s, susammen sass. lobt 1 Jehuda, S. Ilai’8, die grossartigen Werke der Römer, R. Jose, Sohn ChaJaftha’s, schwieg dazu nnd nur Simon, Sohn Joohai’s, wüthete gegen die Römer (! 1. S. 73). Das war aber kein •einfaoher, akademischer Sohuldispat, vielmehr wollte R. Simon S. Joohai’1, der als treuer Jünger seines Lehrers Rabbi Akiba, bereits am Bar-Eoohba-Eriege hervorragend betheiligt gewesen war, dass seine Collegen glaioh^, ihm (l. 1. 3. 144 A. 5) den Aufstand der Jaden gegen die Römer (vgl. Graetz 42 S. 206 nnd 472) fördern mögen, 1 onnte aber seine Collegen nioht dazu be^ stimmen. Za diesem Aufstande gegen die Römer sollten a >er die judais irenden Römer, ״die Gottes! ürohtigen“ (Dzoatßelj, atßdptvot töv dsöv. :poßoOvTE( xiv fteäv) nioht zugezogen werden, sollten vielmehr lie ״gottesf ürohtigen* Römer gleich den heidnisohen bekämpft werden, weil, wie R. Simon S. Joohai’s (Meohilta z. II M. 14,7 vgh mit 1 'anchnma ed. Baber U M. S. 35 und Lekaoh Tob ed. Baber z. H, 14,7) seine Meinung begründet, den ״go tesfürchtigen “ Römern nioht viel mehr zu trauen 8 •i, als den heidnischen. Am Ende würden die ״GoLtesfürohtigen“ ihren heidnisohen Stammgenossen za Hülfe eilen, was R. Simon S. Joohai’s vielleicht im Bar-Kochba-Kriege erfahren haben mag nnd wie : las Beispiel der ״Gottesfürchtigen* in Egypten zeigt. I enn, da der Hagel alles Vieh and alle Hansthiere dir Egypter erschlagen hatte (Q M. 9,25), so müssen es die ״gottesfürchtigen“ Egypter, welche (II M. £,20) ihre Hausthiere naoh Hause gebracht hatten, gewesen sein, welche die Rosse hergegeben, um di« ■ sraeliten za verfolgen (II M. 14,7). Rabbi Simon S >hn Joohai’s hegt ebenso Verdacht gegen die ״römisoh en“ ,,Gottesfürohtigen“, dass sie mit ihren heidniso! Len Stammgenossen gemeinsame Sache machen würden, wie umgekehrt die jaden-feindliohan Heiden in Serien, naoh Josephas jüd. Krieg n, 18, ihn jadenfrei tadliohan Stammeagenossen im Verdacht gehalten batten, die Letatesen würden den ihnen bä• freandet in Juden au Hitie eilen. Rabban Simon *) VsgL & 439 A.bhandxaag Uber ia der 14״«gysr-v!s>dt-flewaU“t (1 Citat aa* TaststÜB** Apoiogstieam <

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