Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 50. (11.12.1890)
- Date
- 1890-12-11
- Page
- Seite 196 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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GanüiÄl’s Sohn, verweist aber R Simon Sohn Joobai's ־ (MechUta L I.) auf die graese Macht der Römer, aaf deren tüehtige Heeroaorganisation nnd kriegagettbte Legionen (Perles, Etym. Studien S. 80, Bacher II B. S. 326 A. 6). Ob R Simon Sohn GamliSi’8 II mit diesem Himoreise R Simon Sohn Jochai’s von dem Aufstande überhaupt abwenden wollte, oder ob ihm Rabbi 8imon Sohn Joohai’e, nnr widerrathen, die angebotene Hilfe der ״judaisirenden“ oder ״gottesffirohtigen“ Römer zurückzuweisen, kann ioh entschieden nicht erklären. Das aber ist meines Er* achtens entschieden, dass der fragliche Ausspruch R. Simon S. Jochai’s nur in dem oben erklärten Sinne au nehmen ist, nnd dass Bacher irrt, wenn er (II 8. 86 A. 3) behauptet, die Worte: בשל ת מלחמה. die in Sofrim 15,10 sich finden und auch im jerasalemischen Talmud (Kidduschin Ende) gestanden hatten, seien ein apologetisches Einschiebsel*). R Simon Sohn Jochai't war aber selbst später, nachdem er in Rom gewesen war**) und die Verhältnisse sich freundlicher gestaltet hatten, anderer Ansicht; er sagte sich von allen aufrührerischen Gedanken los und lehrte, das Strafgericht über die Heiden sei erst ״nach langer, langer Zeit* za erwarten (Bacherl. c. S. 115 A. 51. - (Fortaetzung folgt.) *j Die von Bacher citirte Abhandlung Bapoports in Le tterie, ״Beitragen“ 1859 and ״Maggid“ Jhrg 9, 206 konnte ioh nicht ein sehen *•) Die ״Revue des Etades Jaives ‘ steht mir nicht zu Gebote; ein Sonderabdruck der zitirten Abhandlung Israel Levi’s aber ״Ben Talmion‘‘ ist im Buchhandel nicht erschienen, leb konnte mir sie ebensowenig verschaffen, wie die Abhandlangen desselben Levi in der genannten ״Revue“ über ,,Titus“ und ״über judenchristliche Agaloth.“ Litt er arische Notizen. Leades. Die Veröffentlichung^ der bisher anedirten Schritten aber Chirurgie von Henri de Mond evi Ile, dem berahmten französischen Wundärzte, welcher gegen 1390 starb, wirft ein interessantes Streiflicht aaf den bedeutenden Ruf, dessen sich Maimonidesals Arzt, nicht nar unter giiechischen and arabischen Gelehrten der Medizin, sondern auch unter christlichen Aerzten des Mittelalters, zu erfreuen hatte. Load•■. Von Herrn J. S p i r a erscheint demnächst eine kritische Ausgabe der ילקוט המכירי über Jesaja 11 nach dem einzigen za Leyden befindlichen Manuscript. Eine englische nnd hebräische Einleitung wird sich über die Quellen, das Alter, die Wichtigkeit etc dieses interessanten Werkes verbreiten nnd gelehrte litterarische Nachweise das Studium desselben erleichtern. London. Das ״Athenaeum'׳ erwähnt, dass Herr E M.Adler bei seiner jüngsten Anwesenheit in Wien ein prachtvolles kleines Manuscript, den Pentateuch, die.Haphtoroth und 5 Megilloth enthaltend, erworben hat. Das Manu9cript ist mit Vocalen und Tonzeichen versehen, hat illuminirte Initialen und ist im Jahre H9t> in Ferrara von dem berühmten Abraham Fa - risol ans Avignon geschrieben. Dieser war mit Lorenz von Medici befreundet, und als Bibelerklärer und glanbenseitriger Theo'oge bekannt. Seinen grössten Rahm erwarb er sich jedoch aut dem Gebiete der Geographie, denn er war der erste, welcher die Entdeckungsreise seiner Zeitgenossen Vasco de Gama und Colurabus beschrieb. Sein אגרת ארהות דולם hebr&isch mit lateinischer Uebenetzang von Hy de (OxlorJ 1691) ist eines der ersten in England von einem jüdischen Gelehrten des Mittelalters gedruckten BJeher. Das vorerwähnte Mannscript war vor mehreren Generation, ein Erbstück der Familie Chigri, welche vor längerer Zeit aus NordiUlien nach Brody in Galizien auswaaderte. (Unter den 10 vonZunz — .,Gasammelte Schriften‘*, Bd. I, S. 178 — aufgeführten Marinscripten von Farisol’s Hand aus den Jahren 1472 — 1525 fehlt dieses.) Litterarischer Anzeiger. ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ : ♦ ♦ ♦ N in jeder Familie A foU t feie SodKBjd) fft Öättslidjft Kntl)|tl1rr♦ ®r«ftff<$r* fäc •de btnfföca $e«5fraue« ▲ rclfj•״ mrrticn. Y ®er ״§jiuMi<bt Statflgrber* ijt r'n gwuenhlat, BKldj 5 fidi b iTtfj feinrn gtbizgcnrn un ־ rridjbaltign 3nf>aft ▲ rot 8f|!11i<f)tn 33wf)enf(f)r1jttn au5\tid)nft. — ®tr ״$Su5lii)c Matbgtbtr' Dtröjfi-ntt djt in jcbti 9furam;r acbtctc b l.fjr’nbe *nfM-aui bm ®cbirifn brr (frjii’bung ma OkfanbfiriläpfKg3 — .׳ bc $anäfrau finb J in birfrm 9)(a tc *af)rrit^e SRcc'P e asb Jpau5mi Kl, rre(d;r, im eigenen £auö־ holt angtamnb‘, unnüpt?|u3gabcn vcrmcibcn helfen. — Ter Unterhaltung n-itb buicf) fpamrnb• *aD.ane, interejjjnte 9?0־ actler, m'r.'brühenbe ©umotcäfen unb <ן te 3rj־lf|I fng־n Seih* ▼ nung getrau• n. Ä *1-5 ®rtfiäie{lagen ei dj-inen abmedji (nb jeb־ Soefie _ ~ s SRobe nnd Landarbeit - ♦ nnb bie iCuftiierte Äiubet 3*■-ng; : Jnr unfere S (einen. -. ®ie juttft genannt; Beilage enthält pradjtOoDe Wbbil• bungrn uim Sofinmen mib ijnnbarb iten n>ann;gfa(fj<r fr (Rehe nnb $enb«1fle.t ' 11 .;11t jtetä ba5 32cuej1e, n>05 . - jjj. jebeämalige gSsbe her 3.uion bietet. Tie iffufhiet'e ־ »tnbegeitung:?fit unfete kleinen bie et in reitbet 91.13• roaMWStcheu. üt.'^hlndqen. finniae @‘bi<tK, Sätbfe(, 3p;eK 2c. A •MT־ ®«nt« 0'tla •ge jebe fisuäfran (b*t<5 $oftf,r to x etas Anleauamet bcS 3»»$״ti<$en 9«t&gebc1" non ♦ atterteitfnefe« Crvc bitte« nnb sbcxnfrr 101 9r»ie auf ▲ b«4 n««hft ß«atf«l. ־«>■ ®oä gr mritbi t» frfi«n8l{1äet ütatbgebrr“ mit ben •t«U8beil«g־n• .,®tobe *nb gaxbatbeir2 nnb bet inn« «eierten a*n'erv:1tna<: ״gas n* ete Atcfaea taflet aiett l» jUriidt mn 1 MUrk SS |tf<• W nzb ifl bald! jebe ®*4bambt**gn*b®8fl«*f«Itju begehen £ ®rvberaanaern ienbet naf ®unfd) gtati« nnb fraeno. T ״Himlicher ILwtkgeber“ ♦ Vtta« M. A m Dr. Moritz Rappaport’s£l!? St ftan״ f&r Prrisaus8chreibungen. Das Comite der von Dr. Jacob Rappaport zura Andenken an seinen Vater Dr. Moritz Rappaport errichteten Stiftung veröffentlicht hiermit neuerlich folgende Preisfrage zur Lösung; ״Geschichte der Juden 1■ Rem seit ihrer ersten Nieder- ״laasnng in der Hauptstadt des römischen Reiches bis zum ״Verschwinden des römischen Ghetto unter der Regierung des Königs Hambert 1.“ Innert alb dieses zweitausendjährigea Zeitabschnittes sind die Jaden m Rom politisch hervorgetreten, haben zahlreiche, sie betreffende Gesetze veranlasst, viel Herbes und Bitteres erfahren, eine reiche Toätigkeit aaf dem Gebiete der Wissenschatten, sowohl durch Origiaatwerke als darch Uebersetzangen philosophischer nnd medizinischer Schritten entfaltet and an dem Weltvsrkehr in commercieller Beziehung sich fördernd betheiligt. Die Bearbeitang der hier gestellten Preisfrage soll alle diese Momente berücksichtigen, das politische, sociale, religiöse und geistige Loben der römischen Jaden ausführlich schildern and sich nicht blos mit der Benutzung vorhandener Vorarbeiten bei gnügeo, sondern auf Quellenforschungen austellen und wo möglich w>. 1;1ge, noch unbekannte geschichtliche Docamente beibringen. | 1V u.sc'.enswerth ist es auch, dass der Bearbeiter Proben von idtu Dichtungen jüdisch-römischer Dichter in Uebersetzungen mittheile. Die Arbeit kann in deutscher, französischer oder italienischer Sprache abgefasst werden. | Als Preissuname tür die beste Schrift wurden 2000 Golde« ü. W bestimmt. Diejenigen Herren, welche am diesem Preis zu coucurriren beabsichtigen, werden ersucht, die Preieschritt bi s längstens 31. Dezember 1892, Mittags 12 Uhr, ins Secretariat der israelitischen Cultasgemeinde in Wien, 1. Seitenstettengasse No. 4., ohne Namensfertigung mit einem Motto versehen, einznsenden, nnd in einem Couvert, welches dieselbe Motto trägt, versierelt Namen and Adresse anzugeben, wobei bemerkt wird, das stiftbriefsgemäss dem Autor das Recht des Eigenthums bleibt, dsss jedoch die Publiciruug der Proisschrift, falls dieselbe vom Antor nicht veranlasst wird, von dem Vorstande der Wiener israel. Caltnsgemeinde über Vorschlag des Unterzeichneten Comitös vprgenommen werden kann. Wie« 1. Dezember 1890. Das C—IW der Dr. Rsppspert.Htlft■ ■g Als schönstes __ empfehlen wir: Swft Stimm■ n■ lerds« m. Empkrat. 8 Aafl. J.KaafWa■■, Frankfurt a.M. iM. •eher TJeb«n.) ä MH, (4 St. für 1M.) sa haben bei dec Exp. d. Bl Dr. Rahaer, MagAebnrg. Draek ▼an D. L. WelfL Mazdabnrg. Verlag von Rebsrt Friese, Leipa%