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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-11-20 · N° 47. (20.11.1890) · p. Seite 183

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 47. (20.11.1890)
Date
1890-11-20
Page
Seite 183 (sequence 3)
Language
German
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— 183 — Oie Judengemeinde in Meissen. Nach den Untersuchungen von Dr. Leicht, abgedruckt in den ״Mittheilungen des Vereins für Gesohiohte der Stadt Meissen“ (Ed. 2, Heft 4), finden sich bestimmte Nacbriohten über das Vorhandensein von Jaden in einseinen Städten der Mark Meissen erst seit dem 13. Jahrhundert; hierher gehört nämlioh die von Heinrich dem Erlauchten 1265 erlassene Judenordnang. Kurz vor Heinrichs Tode, im Jahre 1287, ertheilte König Rudolf dem Erzbischof Heinrich von Mainz über die Grenzen seines Gebietes hinaus den Schutz über die Jaden in Thüringen, in der Ostmark und in Meissen. Der Judenschutz wurde an einen Meissner Markgrafen zum ersten Male laut Urkunden Ludwigs des Bayern in den Jahren 1328 und 1330 verliehen. Ludwig übergab seinem Schwiegersöhne, dem Markgrafen Friedrich dem Ernsten, auf Lebzeiten alle Jaden in Thüringen, Meissen und dem Osterlande, sowie in den Reichsstädten Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen derart, dass er Steuern und Dienste fordern und die Jurisdiction über sie wie ein römischer König üben solle. Auf die Söhne Friedrichs des Ernsten übertrug 1350 Carl IV. den Judenschutz, als er sie zu Bautzen mit allen väterlichen Ländern za gesammter Hand belehnte. 1425 hatte Friedrich der Streit bare den Juden gegen einen jährlichen Zins von 875 Gulden einen Versicherungsbrief auf 6 Jahre ertheilt. Aber noch vor Ablauf dieser Zeit fand 1430 auf Anordnung Friedrichs des ״Sanftmüthigen“ in ganz Thüringen und Meissen eine Judenvertreibung statt. Die Judengemeinde der Stadt Meissen ist im Februar 1349 vernichtet worden. An den Aufenthalt von Juden in Meissen erinnern noch heute die Judengasse und der Jadenberg. Mit jenem Namen bezeichnete man bis zu Anfang dieses Jahrhunderts die Gasse, welohe sich von dem 1835 abgetragenen Judenthor bis zum Markte erstreckt. Das Judenthor befand sich auf der Mittagsseite der Stadt in der Nähe des Fleischerthores, das gleichfalls 1835 abgetragen wurde. Obwohl die Annahme nahe liegt, dass die Meissner Juden nur in der nach ihnen benannten Gasse wohnen durften, ist doch urkundlich naohzuweisen, dass die Meissner Judengemeinde nur auBserhalb der Stadtmauern, auf dem Neumarkte, lag. Der Neumarkt war eine ausschliesslioh jüdische Handelsstätte, noch ehe Meissen Marktrecht erhielt Das Judenthor verdankt Entstehung und Namen dem Umstande, dass die Juden die Stadt nur duroh ein besonderes Thor betreten und verlassen durften. Der jüdische Kirchhof befand sich auf dem Judenberge; er war durch vier Gräben vom übrigen Lande abgegreuzt Später (1455) wurde der Judenkirohhof als Weideland benutzt, und ajs solohes hebt es sich von dem Weinberge des Jadenbergea auf dem Magdebargsohen Bilde deatlioh ab. Der Jadenberg wird sohon 1286 erwähnt.- Die Meissner Judenschule wird bereits in einer Urkunde von 1320 genannt; sie ist daher die erste, welcher wir in Sachsen begegnen. Diese Schule war ein sogenanntes kleines Lehrhaus; diB Nachricht von der grossen Schule in Meissen, wie;sie Schäfer in seiner SaohsencEroaik erwähnt, ist in'das Gebiet der Fabel za verweisen. Bezüglich des bärtigen Mannes im meissnisohen Wappen, auf dem ältesten Stadtsiegel von Meissen (1285—1403), dem Secret- Siegel der Stadt von 1301—1504, auf Bnjoteaten de« 14. Und 15. Jahrhunderts, ist Verfasser dir Meinung, dass der bärtige Kopf nicht der eines Juden ist, wie bisher allgemein angenommen wurde, sondern eines )Bergmannes. Naoh Vernichtung der Jadpngemeinde Hx wurde 1377 dass die Judenschule sitze der St solle. Die gangen an(. weist darauf in Meissen vom Markgrafen Balthasar entschieden, fstätten der Jadenhäaser der Stadt, di• (von 1349—1376 in unbestrittenem Be- It^dt) der Pfarrer von St. Nioolai erhalten Judenschule i8t ums Jahr 1430 einge- , abgebrochen worden. Keine Urkunde / hin, dass sioh nach 1349 wieder Juden liedergelassen haben. D. A. i Juden L e w i n. Maas & iki Frei bürg i. B. von Rabbiner Dr. Adolf Trier. Druok nnd Verlag von Gebrüder p. 1S90. 110 8, C011 hat)! ebte th in all g! Wir die Gesohi! Stadt zu seiner Aufgi in enge Be; mit der der deutscl Werth des zunächst oder überhki solche den Darstellung elterlicher - endlich 8 (Di> Pi neueren po. darin die U Joseph Bad >1 Schreiber f. d. Gesohi >1 Meyer-Meris Roesoh Feohtner, fragen eine; fassend der dient hat, Werkes gew genauen Kei der Litterat des Inhalts, bringen wo baltigkeit d keit und G! In den Gebietes bat des jüdisch Allerdings i es weohseln nioht die G! Gemeinde, vernichtet so 1360 unc des Werkes Freiburg״ g! Gedanke, Was vorge. kritischen dasjenige, י Einheit, als hat von de eignisse der ■usamme: welohem Der mächtig en es mit einer Speoialuntersaohuag über der Juden in einer oberdeutschen Doch hat■ der Verfasser die Grenzen ben erweitert und den behandelten StojS Ziehung und ursächlichen Zusammenhang 1 emeinen Entwickelung und GesohiohCe Jaden heit gesetzt. Daher liegt der Buohes in'folgenden drei Dingen: Es ist' offenbar erste Gesohiohte der Freiburger, .upt Breisgauer Jadenheit und hat alz Ansprach auf Originalität; sodann eine and aktenmässige Untersuchung mittel- Verfolgungen des 14. nnd 15. Jahrhunderts) . >h ein integrierender Bestandteil der - 1 imisoh-apologetisehen Litteratur, insofern ׳ rtheile moderner Gesohiohtssohreiber, wie (Gesohiohte der Stadt Frei bürg 1882); di > einer winsa («1 Litteratur bericht Recen8ionexu eachichte Freiburg« u. a.), Mone (Ztsohr. ihte des Oberrheins), ätobbe, Jamseen, o, Karl v. Amira, Kracaaer, Pawlikowssky, Jaden in Freiburg), Bosman, Ullrich msignon u. a. über mittelalterliche Streit- I ‘ Kritik unterworfen werden. So um- Autor sioh der historischen Kritik beso sohlioht ist er in dem Titel seine« wen, das angensoheinlioh aus einer äusserst ntuisa and Verarbeitung der Quellen und ir hervorgegangen ist. Eine Skizziraag die wir in einem besonderen Artikel len, wird aber Zeugnis« von der Reioh- >s Dargebotenen und von der Vollständig- 1 ündliohkeit der Behandlung geben, kleinen Rahmen eines eng umgrenzten Dr. Lewin die Gesohioke der Angehörigen m Stammes durah 770 Jahre verfolgt. es nicht eine Familiengesohiohte, sondern - wie die'Ereignisse so die Personell; auch"' ^sohiohte einer sieh stetig iortpflanzenden «ich vielmehr, wenn die alte Gemeinde 4 wieder eine neue zu bilden anfängt, ■*- 18#8. Daher scheint auch für den Titel die einfache Bezeichnung ״Jaden in 4wählt za sein. Indessen fehl« ein leitender das Ganze darohziehender Faden nicht, kt, sehen wir von der Perspektive des GesohiohUsohreibem aas. Nioht sowohl as wir erfahren bildet eine inneriiohe die Art wie wir es sehen. Der Verfasser n Standpunkte eines Freiburgers die Er• Vergangenheit, die sein Thema betrafen,!aast au einem *epischen Oomplex, in machefa handeln and Menschen leiden. Trieb des Hasses bedroht den Bestand Gemeinschaft, vernichtet oder quält - ii t ca 19t,

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