Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 47. (20.11.1890)
- Date
- 1890-11-20
- Page
- Seite 184 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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184 — sie daroh ▼iele Jahrhunderte. Mit Recht mag man di« allgemein« menschliche Erfahrung darin erkennen, dass der Hass toll gewordene Liebe ist. Wenn etwas an dem Bilde nicht an befriedigen vermag, 80 ist es die trübselige Erkenntnis*, dass kaum einmal in dem Verlauf so vieler Jahrhunderte der Versuch gemacht ■u sein scheint, die Formen des bürgerlichen Zasammenlebens statt anf gegenseitige Beargwöhnang and Missgunst anf wechselseitige Liebe and Wohlwollen an begründen. Das Bach ist ein werthvoller Beitrag zur Geschichte der Jaden im Mittelalter and sei allen Geschichtafreanden bestens empioblen. A. W. Ldtter&rische Notizen. — Anf die Anfrage in No. 43 sind nach einer Notiz der Redaction in No. 44 drei richtige Lösungen eingegangeo, von welchen die des Henn Buber-Lemberg näher mitgetheilt wird. Wo 8 Gewährsmänner, wie die in der Notiz namhaft gemachten, ihr Votum abgeben, darf selbstverständlich die Frage als erledigt betrachtet werden. — Zweck dieser Zeilen ist, darauf hinzuweisen, dass der selige S. L Rapoport in seinem Begleitschreiben za!אוצו“ חכ&ל von Dr J. Barasch dieselbe Frage eingehend behandelt hat. Rapoport stimmt nicht der Ansicht bei, dass in Raschi (Beza 33a) statt ■W gelesen werde müsse בםירוש יצירה> wenn auch die physikalische Erklärung Raschi's in der That sich in Saboathai Donolo’s Commentar zum 0' יצירה findet Rapoport führt hierfür zwei Gründe an: 1. Sabbathai wohnte in Süd- Italien, die Lombardei liegt aber in Nord-Italien; 2. muss der Titel -Gaon* bei Sabbathai, der bekanntlich kein grosser Talmudist war, auffallen; in seinem Commentar zn Erubin 66a nennt ihn Raschi such nur שבתי תולו הרופא Rapoport bemerkt ferner, dass er in seiner Abhandlang über den Paitan קריר daran! hingewiesen, dass auch dieser in seinem Pintim naturwissenschaftliche Lehren auf genommen hat, wie z. B. in dem Piut zum Schemini Azereth ,אקשטה כסל וקרב• In diesem heisst es:*!18 .מראה הקשח בעששית בנדם וכך. den Comtr. Heidenheims zu dieser Stelle) Die Erzeugung der Regenbogenfarben durch eine der Sonne gegenübergehaltene mit Wasser gefüllte Glaskugel und die Erzeugung des Feuers durch einen Brennspiegel beruhen aber auf einen und demselben physikalischen Gesetze. Die ältesten italienischen Paitanim haben nun bekanntlich zur Verherrlichung Gottes aus den vorhandenen naturwissenschaftlichen Schritten Manches in ihren Piutim vei werthet; deshalb steht der Annahme nichts im Wege, dass irgend ein lombardischer Gaon sich zn diesem Zwecke der Schriften Sabbathai’s bediente and gerade deshalb die betreffende Stelle in einem Piut für einen Feiertag verwebte, um dadurch zu zeigen, dass ein solches Experiment an demselben nicht gestattet sei (entsprechend der Mischnah Beza 33a Mffp אק מוציאץ את האור וכר). fuschi hörte nun von einem solchen Pint, der die Miachna erklärte and machte davon in seinem Comtr. Gebrauch. Rapoport versteht unter den Gaon im der Lombardei die berühmte Gelehrtenfmmilie, welche Karl der Grosse ans Lacca mit nach Mainz brachte. Ein Glied dieser Familie, R. Meschallam bar Kalonymas, welcher ein berühmter Paitan war, wird von Raschi (Sebachim 4661 Gaon genannt und wahrscheinlich hatte er ein Glied dieser Familie im Sinne, wenn er sagte: שמעתי בפיוט יוצר באחד מגאוני לומברדיאה. Ans der hochinteressanten Studie Bapoports, die ausführlieber mitzutheilen der Raum einer Notiz nicht gestattet, resultirt Folgendes: Sabbathai Donolo hat, wie auch Herr Buber bemerkt, eine physikalische Erklärung in seinem Comtr. za ,0' יצירך gegeben; ein lombardischer Paitan hat diese in einem Piut verwerthet. aus welchem Raschi sie zar Commen• tirung der betreffenden Mischnah verwendet; Rasohi hat diesen Piut nicht selbst gesehen und gelesen, sondern nur davon gekört. Es bedarf demnach nicht der Emendation בפיוט יוצר w ב״פד תדרה• Einwände im ברם חמד gegen den Comtr. Raschi’s weist Rapoport mit Gründen zurück. L. C ohen-Rees a. Rhein. Dem geehrten and gelehrten Herrn Collegea Dr. Güdemann ist in der Anm. (Litteratarbl. No. 45, S. 174a) über den Aasdruck: גנב לב (richtiger ננב את לב) die Stelle um 2. Sam. Cap. 15, v. 6:(ויגנב אבשלום את לב אנשי ישראל> entgangen. Und gerade dieser Bibelvers ist die biblische Hauptstütze für die Bedeutung von גנב דעת, cfr. Mechilta zu II M. 22,3 ed. Friedmann S. 89 b und Tosifta, Baba Kama 7,8 ed. Zuckermandel S 358, nebst den bei Friedemann und Zuckermandel verzeichneten Paral. Za vergleichen ist ferner: Mischna Sota 1,8; Tosifta, ibid. 2,17 ed. Zuckermandel S. 297; Jeruschalm i, ibid. ed. Krotoscbin folis 17b; Mechilta zu II M. 15,8 nebst Parall. bei Friedmann und Zuckermandel. Goldfahn — Die Quartausgabe der עין יעקב (Brüder Romm, Wilna 1876), enthält die von Herrn S. Buber mitgetbeilte Glosse der R. Hirsch Chajes. Ich selbst besitze eine Talmudausgabe, welche die correcte Lesart in Raschi hat. Es ist dies die! Quartausgabe mit vollen Seiten in Diamantschriit das sogen. : Reise -ש״ס■ (Warschau 1863 bei Joel Lebensohn.) Un־ zweifelbatt wird auch der Orgelbrand’sche Dשי (Warschau 1861) 1 die richtige Lesart haben. Caro-Pilsen. | Paris. Der Abbe Requie schreibt in einer Broschüre ״Die : Druckerei Avignon im Jahre 1444“, dass in jenem Jahre iu! Avignon ein gewisser Procopias Waldvogel, Goldarbeiter aus Prag, lebte, der einen Juden Davin (David) aus Caderousse, die Buchdruckerkunst lehrte und ihm die 27 hebräischen Buchstaben (22 Buchstaben und die iünt Final-Buchstaben) sowie auch andere aut die Druckerei bezüglichen Dinge zeigte. Nach den von dem gelehrten Abbe entdeckten Documenten wäre j Avignon die zweite Stadt, in welcher die jüdische Druckerei eingeführt wurde. (Wir theilen diese kurze Notiz mit, viel- | leicht nimmt Herr Prolessor Kaufmann aas Pest Veranlassung der Sache weiter nachzugehen und überrascht das gelehrte I Publikum mit einer interessanten Forschung.)! London. Nach dem ״Athenaeam“ glaubt Herr Professor Dr. Kaufmann Beweisurkundeu für die Existenz eines besonderen Synagogenritus, weicher bei den englischen Jaden vor ihrer Ausireibung im Jahre 1290 im Gebrauch war, autgetänden za haben. Cambridge. Die reichhaltige Bibliothek des verstorbenen Dr. Schiller-Szinessy wird am 27. d. M. durch die Herren Jacobs & Hast in deren Auktionslocal, Market Passage Cambridge, öffentlich versteigert werden. Litterarischer Anzeiger. Soeben erschienen and durch alle Bachbandrungen zu beziehen; [4551 Juden Freiburg i. B. von Rabbiner DrAdolfLewin. Preis: Mk. 2,25 Hochinteressanter Beitrag zar Geschichte des Mittels'ters, weit über lokale Bedeutung gehend. AnthentiacheaAktenmaterialüber Brunnenvergiftung und Blutgebrauch. Trier. Bebe, ■aas 41 Ce. Soeben erschienen: [4564 Olive u.Weinstock Vortrag von Predige! Ar. Letmdörfer. Preis: 40 Pfg. Q-. F'ritzsche’s Bnchh; Hambarg, Gerbebtrasse 5• Zu rerktafen! Zoll, die gettesdieistlichei V*rtrige 4er Jl4n. (Sehr gat gehaltones Exemplar.) Offerten der Exped. d. Bl. einzusenden. Neu! Sensationell! Ernste Gedanken! Von Oberstlieutenant T. Egldy. 4567] Preis 1 Mk. frc. E. Warschauer! Dresden. Soeben erschien: . [4542 התפלה והאמונה Gebet and Olaube. Ein Beitrag lirErklirug 1. Erli1ter11g4es fettes- Meiste! ■14 fiutf Sek rücke von H. A. Goldstein, Rabbinatsverweser in Fiume. Die Chanaka •Wunder Festspiel in S Akten für UraeL Schalen n. Familie■. (Zur Aufführung geeignet) Von Dr. X״. Jussut. Preis 75 Pfg. haar. Za beziehen durch aie Exp. d. Bl. Xjlcla.t3t3ra.111 en Tom Chanaka-Leuchter. Liederkranz für Schale u. Haus. 20 Chanuka-Gedichte; in buntem Umschlag steif, broschirt Preis 25 Pfg. 5 ExempL für 1 Mk., 10 für 1 Mk. 73, 20 für 3 Mk. Bear durch d. Exped. d. Bl. Traoiingsforfflülarerutscher Uebers.) ä 10 Pf. (4 St für 1M.) z 1 haben bei der Exp. dJIL אלפס י־ד, מ״א. משניות u. a. ö djer etr-pft :tjlt [4556 SR. 47<!VP, Slefdjet!• - Vezautwmtlicher Bedsctear Dr. Bahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolft, Magdeburg. Verlag ven Robert Friese, Leipzig. R