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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-11-13 · N° 46. (13.11.1890) · p. Seite 179

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 46. (13.11.1890)
Date
1890-11-13
Page
Seite 179 (sequence 3)
Language
German
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179 -Jade vergiebt ■ich nichts, wenn er i^. der deatsohen Predigt, die in der Christenheit pnd sonaoh in allen modernen Litterataren recipirten Benennangen biblischer Persönlichkeiten verwendet, also nioht Bachei sondern Bahel sagt. Es ist dies nnr ein ■ehr nebensächlicher Punkt, aber genau genommen ist alle Homiletik npr eine Wissen• schaft des Nebensächlichen in der Predigt. Die Hauptsachen, gate Gedanken, guter Stil und vor allem das heilige Feuer ist nioht aus einer Homiletik zu holen. Woraus entsprang z.' B. die mächtige Wirkung der vorliegenden Bede? Daraus, dass der Bedner einen Ton anschlug, der im Herzen seiner Zuhörer einen starken Wiederhall fand, dass er in der Wahl des Thema’s ausnehmend glücklich gewesen ist. Das ist nicht zu lernen. Und gegenüber diesem sichern Blicke für das seinen Hörern Gemässe hat es wenig auf sich, wenn hie und da ein Ausdruck schief ist. ״Ohne Israels Kämpfe, sagt Maybaum, wären Gotteserkenntniss und Nächstenliebe in die altheidnische Beschränktheit und Engherzigkeit zurückgesnnken.“ Er meint natürlich und die gescheidten Berliner haben sich gewiss das Bichtige gedacht, dass ohne Israels Kämpfe die Völker der Erde Gotteserkenntniss und Nächstenliebe wieder verloren hätten und in die altheidnisohe Beschränktheit und Engherzigkeit zurückgesnnken wären, denn die Gotteserkenntniss selbst kann nicht Beschränktheit, die Nächstenliebe nicht Engherzigkeit werden. Nioht recht verständlich war uns der folgende Satz auf S. 8: ״Ueberall wo Israel die Spuren des Heils unter den Völkern gewahrte, da zog es hin, um die Entwicklung seiner Lehren zu überwachen.“ Wir haben nie gewusst, dass unsere Vorfahren für ihre Wanderungen durch die Welt so sublime Anlässe hatten. Maybaum ist vor Kurzem in einem vielgelesenen politischen Blatte als Kunstredner oharakterisirt worden; bei einem Kunstredner kann es manchmal Vorkommen, dass der Ausdruck ein wenig künstlich, nioht natürlich genug ist, aber die Gedanken sind klar und gut, so wenn er mit Beziehung auf bestimmte Fälle den Abtrünnigen heimleuohtet, die vorgeben, sie werden als Christen erst recht für die jüdisohen Gedanken unter ihren neuen kirohliohen Genossen wirken und werben, oder' wenn er die Eltern, die ihre Kinder zur Taufe führen mit folgenden Worten straft: ,Ja es werden die Blinder zurüokkehren in ihr Gebiet. Wir bauen unsere Hoffnung auf die wiedererwachende wahre Liebe der Eltern za ihren Kindern. Denn, was wir noch vor Kurzem als Aeasserungen der Elternliebe in unserer Mitte bezeichnen hörten, war nur die Folge: einer falsohen und unnatürlichen Liebe zu den Kindeirn. Denn eine unnatürliche Erscheinung ist es, dass Eltern freiwillig auf den Seelen band verziohten, der sonst die Kinder mit den Eltern aufs innigste vereint, indem sie selber durch die Erziehung den späteren Abfall ihrer Kinder vorbereiten, oder indem sie gar Vorsejhung spielend, die Unmündigen sogleich aus den Reihen Israels entfernen, um von ihnen spätere Kämpfe Und Prüfungen abzuwenden. Wir wenigstens vermögen nicht zu begreifen, wie Eltern zwischen sich and! ihren Kindern eine Kluft aafthun können, wie sie breiter und tiefer nioht gedacht werden kann. Sind denn die Kinder nur Fleisch von unseren Fleisohe ut d nioht auch Geist von unserm Geist?“ Das sind gate Worte; die Lösung des Bäthsels ist freilioh einfaot genug. Göthe sagt: ״Man könnte erzogene Kinder gebären, wenn xiur die Eltern erzogen wären.* Liese jüdischen Eltern and deren ohiutliohe Kinder begegnen!ich •in der Beiigionslosigkeit darin, dass de einen nioht . .־■־*: ■ vieta* ׳!״•tnasa ■ ־ •* Jlho. Inh in die Byi gehen; Kritik eine zwecke« AeasserlioHl rede ist n: nagoge and die andern nioht in die Bitreh» '.eas diese Bemerkung gehört nioht in di» r Homiletik and am dieses unseren End• ■ illen haben wir an sieh weniger wiohtige keiten stärker hervorgehobsa. Eine Meisterijht immer eine Musterrede. »The J. Abrahai 1890. Na .0 18 Das ״ Jewish Qt und enthält recht lese! derselben ni mit einem Lehre der selber das arisohen U die Arbeit« Sahechter Neue Tes Quelle für benutzten. Beitrag vo Hebräern hingewiese 1 Die Parität!׳ ihrer gro Begeistern religiöse Sohöpfang Anderseits naohsagen, tausendjäh j Dichtung herrschte während 1« t: b>l lg end spiration darauf fo! Erziehung *4 fasser hat, Letzterer, schwärmt^ alles beseit dii miaores Kritik für weit sind and Mr. Greiseaalte ״ irgend ein«! Geistlicher wird. — B11 der in Bed|e welche zur hebräischer bewegten I el kait auf and Litteri' Hai Die B4: sohliesst titalirte A; Mr. Joseph Homiletik11 das fragtioh einige Th* Litteraturbericht. Recensioneru Jewish Quarterly Review“, elited bj and C. G. Montefiore. Vol. IIL Ootoberj 9. London: D. Natt. Strand, W.C. 4rste Heft des dritten Jahrgangs der arterly Beview* ist vor Karnern ersoaienea, ebenso־ wie die meisten seiner Vorgänger n äwerthe lifterarisohe Aufsätze. Die Rsthe e röfinet einer der Redakteurs (Mr. Montefiore ) Artikel, der die Aafsohrift führt: ״Dia göttliohen Vergeltung“, und während er alte Testament zur Basis ■einer littav atersaohung maoht, führt er zagleioh aaoh n des Bev. Mr. Odgers and des Herrn lern Leser vor, welohe beziehungsweise ,das tarnend; und das rabbiaisohe Sohrittthum als die Behandlung des fragliohen Thema׳» Diesem Artikel folgt *ein litterarisoher 1 Dr. John Dow, dessen Titel lautet:.״Die die Paritaner“, worin aaf einen. Umstand wird, der besondere Beachtung verdient, er — heisst es daselbst — haben trotz n Vorliebe, ja, man möchte fast sagen 11g, für Alles was biblisoli ist, niemals die Poesie daroh irgend welche poetiaohe auf dem fragliohen Gebiete bereichert, könne man es den Jaden ■am Rahme dass bei ihnen za keiner Zeit, in .ihryr igen Geschichte die Klänge der reügiöMtt verstummt gewesen wären. Bei jenen lie eisige Kälte des strengen Dogma׳«,;ztere stets vom Feper der göttliohen In• leuchtet and erwärmt wurden. — Von der den ״Uebersioht der modernen religiöeen welohe Mr. Alfred Heariqaes ■um Verlässt sioh nioht viel Lobenswerthes sagen. < Ler für eine radikale Reform imJadeatham 1 LÖohte von dem jüdisohen Religionsanterrioht gt wissen, was z. B. Well hausen and die derselben Sohale der modernen biblizehen fabeland märohenhaft erklären. Aber *o — Gott sei Dank — nooh lange nioht,!nriqaes wird sicherlich ein recht hohe■ erreichen müssen, bevor sein Vorschlag 1r ernstliohen Erwägang von Seiten jüa. und Beligioaslehrer uaterzogea werden ihreiber dieses liefert in derselben Nummer stehenden ״Review“ eine längere Skizze, ^.ufsohrifc hat: ״Isaao Erter, ein moderner Hamorist“, worin der Leser mit dem vielben Erters und seiner nutzreiohen Thätigim Gebiete der neu-hebräisohm Spreche tar bekannt gemaoht wird• ihe der längeren litterarisohen Aufsätze ׳. Mr. Joseph mit einer ״Uebsr Predigten“ b landlaog. Zar Abfassung derselben wurde daroh die jüngst erschienene ,J^d' von Dr. Meybaam veranlasst, and inf Bach empfehlend bexprioht, fährt er« , sachen in Verbindung mit PreJ;* ׳ vir

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