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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-11-13 · N° 46. (13.11.1890) · p. Seite 180

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 46. (13.11.1890)
Date
1890-11-13
Page
Seite 180 (sequence 4)
Language
German
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englischen Synagogen an, die aaoh für deutaohe Leser __ von Interesse sein dürften. So erfahren wir z. B. a. A., dass ein gewisser fiabbi Tobias Goedmann cum ersten Male in einer englischen Synagoge, and sw&r in Liverpool im Mai 1819, die erste englische Predigt gehalten habe. Ebenso wird ans mitgetheilt, dass im Jahre 1862 nar swei jüdische Prediger in ganz London waren, die regelmässig an Sabbath• und Festtagen gottesdienstliche Vorträge gehalten haben, nämlich der selige Rev. Mr. Green and Bev. Prof. Marko. Einige tüchtige Prediger, wie die Babbiner Joehaa de Silva, Jacob Abendana and David Nieto, batte die portugiesische Gemeinde za London zwar schon im 17: Jahrhundert aufzaweisen, aber jene Predigten nioht in der Landessprache. Jetzt freilich spielt die englische Predigt in London and in den Provinzial gemeinden eine viel grössere Bolle als es früher der Fall .gewesen, doch, ineint der Vei lasser, verdienen nar sehr wenig moderne jüdische Predigten, die man hier zu Lande za hören bekommt, für die Mitand Nachwelt aafbewahrt za werden. Dies sei vielleicht aach der Grand, dass in den meisten eng• Iisohen Gemeinden der jüdische Prediger versprechen mn8s, nicht länger als höchstens zwanzig Minuten za predigen, obschon man mit fünfzehn Minuten und noch-weniger recht zufrieden sein würde. Unter den knrzern litterarischen Beiträgen, die יzieh in dem fraglichen Heft dar ״Revidw* vorfinden, ist einer von Prof Graetz besonders beachtenswerth, der die ״Genesis der Septuaginta“ zum Thema hat. Bekanntlich ist die Frage hinsichtlich der Autorschalt derselben und namentlich hinsichtlioh der Veranlassung dazu noch nicht ganz erledigt. Prof. Graetz weist aber mit gewohntem Scharfsinn nach, dass die Septnaginta von einem Juden, der anter dem Patronate des alezandrinisehen Königs Philometor -— gestanden, abgefasst worden sein musste. Dies, meint Graetz, sei ans dem Umstande ersichtlich, dass nämlich der Uebeisetzer derselben das im fünften Buche Mosis fünfmal vorkommende Wort מלך (Kap. XVII. 14—19) mit ipytiiv und nicht mit ßzoiXeuc übersetzte. Sollte das willkürlich and nicht vielmehr absichtlich geschehen sein? Allem Anschein nach wollte der JQebersetzer seinem königlichen Patron, der aach sonst ein Jndenlreand war, kein Buch in die Hand geben, welche eine Stelle enthielt, worin den Jaden untersagt wird, einen König anzustellen, der nicht ihres eigenen Stammes ist. Darch die Sabstituirang des Wortes ipytav für ßaotXeöc glaubte nun der Ueber— setzer allen Verdacht beseitigt za haben, als könnten die Jaden einem niohtjüdisohen Könige gegenüber nicht ebenso loyal sein, als einem solchen, der ihrem eigenen Stamme entsprungen ist. Das Wort; aber, das im Griechischen bekanntlich gar keine königliche Würde aasdrüokt, konnte ruhig benutzt werden, ohne dem König nar im geringsten auf- Zufällen. — Den Leitern der fraglichen ״Review“ wünschen wir zmn Beginn des dritten Jahrganges besten Erfolg. 1 Harrow, Ende Oktober. Dr. Chotzuer. Littemrische Notizen. Ule eorrnmplrte LA. in Ruschl. (Af. K. 28b. s v. מרעא חבילא., aut welche Hers Dr. Wiener in def vorigen No. des Litt.-Bt. Aufmerksam macht, findet sich in dea allermeisten Talmud-Ausgaben. Den richtigen Text hat, wie Rabbinowitz זצ״ל in seinem ד*ס (M. K. z. St.) bemerkt, die editio princeps de« פין יערב Die steile daselbst 1nutet: ומרעא חיבוליא חבל היבול נדור חולי נדול חיה לו ויסורק קשין יותר משאר בני אדם, היבוליא רבית ,כלומר רבית וחשב אצלו הולי זה• Einzelne Editionen des Talmud! haben aber die richtige LA., und der zuverlässige Rabbinowitz muss sie gekannt haben, denn er schreibt: זבכקצת דפופיב האחחנים הג־הו כן, גם ברעד בגם, היפורק הן רב י ת. Levy in seinem Lexicon zu den T&rgumim s v. חבולייא corrigirt ganz richtig und hat. demnach keine Ahnung davon, dass es Ausgaben giebt, welche die R&schistelle correct wiedergeben.*; ächulbaum scheint den richtigen Text vor sich gehabt zu hibea, denn er schreibt ia seinem אוצר הבלים הכללי s. v.<ומרעין דבולייא (מ״ק ב״ח בפי, רש״י הי בורין ה ז רבי ת וכן תרנ, נשך.. Es wäre doch von Interesse, die Talraad-Ausgaben naher zu kennen, welche die correcte LA. haben. .Schwarz-Karlsruhe. Herr Salomon Bnber schreibt uns überdenseiben Gegenstand, dass bereits der kritische R. Hirsch Chajes in seinen Anmerkungen zum Talmud z. St. die Bemerkuug macht: ״Er habe aus dem Munde seines Lehrers R. Salmon MavgoÜus vernoaxmen, dass an der betr. RaschUteUe ein Drucktehler vorliege undיסירין für רבית .איסורין für *בביר zu lesen־ sei.“ Chajes fügt hinzu, dass auch dem Aruch s. v. מת II. die richtige LA. Vorgelegen habe. — Buber bemerkt ergänzend hierzu, dass R. Salmon Margolius in seinem אפריב DV zum Abschnitt Miachpatim selbst den Aruch citirt. B. weist auch aut Raschi zum En Jakob hin. (Kohat im ערוך השלם V. p. 285 Alm. 8 lügt hinzu, dass die Erkl. im Aruch dem Commentar des R. Chananel zu M. K. entnommen sei. Red.) *) Hierauf machte auch Herr Rabb. Dr. Reiss in Kutten■ plan (Böhmen) aufmerksam. Red. Litterarischer Anzeiger. Soeben erschienen and durch . alle Buchhandlungen zu beziehen: [4551 Juden in Freiburg i. B. von RabbiotrDridolfLewio. Hochinteressanter Beitrag zur Geschichte des Mittelalters, weit aber lokale Bedeutung gehend. Enthält authentisches Aktenmaterial aberBrtnraenvergiftung ned Btutgebranch. •eher treten.) k tO Pf. (4 8 t. für Ui.) zu haben bei. der Exp. <LBL itfjoiiälfn uui b. m )Bettage Don 3• Äauffmann, grantfurt a. TO. Cad)f, SW-, Stimmen Dom Vorbau uns ®ipbr», 3: Äuflagr. TOit b< m ©ilbniffe teä SSerfafi rA. £1 adjtbanbrail WolbfdmiltTOI.ö.—. 5l*Ud&«nfe1b, ®r. SB-, החזרה והנסנוה, sgfhmatifde« 2e^t« bud) bcc Riaeli’iftbni SRdigiou für bie reifere ®«buljugtnb in Sei girnöfthulen unb hüteten Selfr־ anftaltfit. 3. eetb. Auflage ceb. TOf l.cO [4547 Safftl, ®e. £>•, Seiifabett für ben Unteni^t in ber jübififcn 8«. f<fjid)te utb ßitetatur. 32ebft einer furjett tca.fttänng ber bibttfden ®efäitte unb (inet Uebeipdlt ber (ikofltopb**?aläßtiteä. 8. 8n[־ läge, geh. TOf. 1-20. 3«anf, *3- 8®et «rjMInrgtn. 1. (Eine ®!aub^afte. 2. Senießi, len b-9- Ee^tern B. bitelioren neben nnfittyecjem plare ber Sdulbücber meine« Ser־ löge« gerne 111 litnficn unb gc־ aät)n bei üinfüQrung giinftlgfte ©ebittgungen. grantfnrt am TOain. ■ 3• Sanffmann. Soeben etfdieneii: Katalog XVI. &e&tdica unb 3nbaica. öfldter« 33er)ei(8ni9 auS!!**lag uni» gagcr (1900 Summern), liefet ffatalog umfa|t bie nreient. lidften Srfdeinungen ber neuen u. neueflen jüb. fiiteratur. 3nlenffenten fl»§t berfelbe gratis unb franco jur Serfügung. ÖrDnffutt a. TO. 4548] J. äaaffmann. 2 Lieder. Gedicht von Julius Sturm iür gemischten Chor zur Seelenfeier. Componirt Von 0 8 1 a 8 H o c 11 g 1 tt c k. Op. 15 und 16. Preis zusammen 8 Frg. zu be* ziehen durch die Musikalienhandlung [4537 Öebr. Hng Leipzig, St. Gallen. l»le Channka-W ander Festspiel in 3 Akten für IsraeL Schulen u. Familien. (Zur Aufführung geeignet.! Von Dr. Z1. Jussut. Preis 75 Pfg. baar. (Fir Ibueit. 4. W.ekeistkr. It Hg.) Zu beziehen durch die Exp. <L BL VmamtwoTtliahar Rsdacteur Pr. Bahmsr, Magdeburg. Drook von D.I.. Wolft, Magdeburg. Verlag von Robert Fries•, Leipzig

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