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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-10-29 · N° 44. (29.10.1890) · p. Seite 171

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 44. (29.10.1890)
Date
1890-10-29
Page
Seite 171 (sequence 3)
Language
German
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i. — 171 «treift Weber an diese Monstrosität denn er geht sogar soweit von einem ״Uebersohasa an verdienstlichen Handlangen“ an reden.־"!.Da hätten wir also die soholastisohen ״opera supererofatiouis“ iertig. Man wird ans drlnssen, -mehr über ie Sache sa sagen. Es ist mert würdig and be^ danerlioh zugleich, wie ein würdiger and fleissiger Mann dadurch, dass er sioh einer! gefärbten Brille bediente, eine einfache Saohe verwirren and andere, nicht .minder würdige Männer, in Iden Stradel der eigenen Verwirrung hin ein ziehen konnte. Wäre man Weber bei Erscheinen seines pojsthnmen Baches jädischerseits mit der nöthigen Aufklärung entgegengetreten — ioh sage selbst mea culpa, mea maxima calpa —, so würde Harnaok jetat nicht dem Judentham die Verantwortlichkeit für den Ablass aufgebärdet und die Dogmengeschichte nicht mit einem schweren Irrthum bereichert haben. Indessen wäre schon Gfrörer entgegenzutreten gewesen, der bereits vor fünfzig Jahren — was 8 0wohl Weber, wie Siegfried: and Harnaok an bekannt geblieben ist —Seohas Owaas und thesaarus meritorum verwechselt hat. Er sagt (Jahrhundert des Heils II, 194): ״Fast das!ganze katholische Dogma: der unendliche Gnadenschatz der Kirche, das überflie88ende Verdienst: der Heiligen, der Begriff gater Werke wiederholt) sioh hier; oder vielmehr er ist vom levitisohen Jadenthum zu den Papisten ä bergegangen “Er fügt hinzu: ״Das JBabbinentham hat die Lehre vom fremden Verdienst nie so missbraucht, wie die Päpste in den verdorbensten Zeiten der Kirche, welohe das Dogma von der Bechtfertigung des Menschen vor Gott zu Gunsten ihrer zeitlichen Macht and ihrer Schatzkammer mit nnerhärter Anmassang ansbeuteten.“ Das ״Rabbinenthum“ dankt für dieses Zngeständniss, hat aber mit der ganzen Saohe nicht das Geringste zu than. So viel über Seohas Owauä*, wobei ioh bemerke, dass ich bei diesem Ausdruck nicshtj wie es hätte geschehen sollen, des weiblichen, sondern mit Absicht des sächlichen Artikels and zwar deshalb mioh bedient habe, weil er mit diesem Artikel heute noch unter den deutschen Jaden gang and' gäbe ist. Aktualität hat aber immer viel für sioh and wiegt aaoh in der Dogmengeschiohte oft ganze Codioeis auf. < (Schluss folgt) Litteraturbericht. Secenaioneu.. Joab. Trauerspiel von Friedrich Wilhelm H ildebrandt. Magdeburg, 1890. Creatz’eohe Verlagsbaobhandlang. (Schluss.) ׳ Hierauf sieht sich Joab selbst ins Privatleben zurück, nachdem er bereits — der Gattin ist er längst beraubt — seine Sohweater Katars and seine Toohter Miijam sa ruhigem Familienleben aarüokberafen hatte, während sic bisher anf einem abgelegenen utate am Libanon, ohne Namen and Abkunft öffentlich sa verreiben, ihre Tage verlebte. Miijam ist in dieser stillen Abgeschieden heit zur holden JangfraA erblüht and ihr Hera esglühte in inniger Liebe sp einem schönen, mit reichen Wissen sschätxen er, ebenfalls Name-t Gründen verbergend, sioh ״ Joabe Toohter den Hamen י schöne and wissenswais« Jü anderer nie derBö ־ wird Nadir (Salomo) nrQekle Jüngling, aas. swingenden nennte, während trag. Dar war aber kein Plöialich weil Davids Ende nahe beו ersteht, er verspricht eher seiner SalaOBÜt (Miijam, der Toohter Joabs), deren eigentliche Ahkan ft er nooh immer nieht kennt, wie eie die «einige nicht, an nächsten Monde schon zurückzukehren and. bei ihrem Vater am ihre Händ zu werben. Aaoh Salsniitt (Miijam) ward nun von ihrem Vater aarftakberufen. Bei ihrer ersten Begegnung mit demselben gesteht sie ihm die Liebe sa dem ihr an bekannten, aber daroh seine geistesmäohtige Wirkung ihr eo theaer gewordenen Jüngling und drflokt die Besorgniss zusl dass derselbe sie nioht wiederfinden werde. Nan erscheint der Hohepriester Abjathzr von Neuem in Joabs Hzaae, nachdem er früher einmal vergebens versucht, denselben für die ehrgeisigen Pläne Adoaija’s za gewiinen; da sich Joab wieder beharrlich weigert, Adonijan za unterstützen and . gegen den König a&fzatreten, zeigt ihm der Priester eia heimlioh ent» wendete 8 vom König verfasstes Schriftstück, in welohea! derselbe seinem Thronfolger die Tödtaag Joabs ■ xr Pflicht macht. In der gewaltigsten Erregung begriffe:), sagt »iob nan Joab von dem ״heuohleritonen“ Könige los, ״der Psalmen singt and Mordgedsaken brütet im Angesicht des eignen Todes“ and bietet Adonijsh seinen •Bath and seine Dienste an, die Empört ng kommt nan zum Ausbruche und wird dem Könige durch Bath-Seba utd den Propheten Nathan bekannt gegeben, weshalb nnn von demselben die offiziell! 1 Thronbesteigung Salomo’* veranlsszt wird. In einer Unterredung mit ihrem königlichen Sohne bittet Bath-Seba im. Aufträge Adonija’s am die Erbubniss, dass der Letztere die Abisag ״Davide Pflegerin,11 die seine Liebe mit Gegenliebe lohne, als Gattin ]heimführen dürfe. Bath-Seba hoffe am so eher aut die Erfüllung dieser Bitte, als sie aas dem Maude ihres Sohnes entnommen, dass er an einem stillen liiebesgram leide, da er die ihm ״als Nadir*' am Lib inon angelobte Braut ״Salamith* nioht wieder finden könne. Ihr Sohn werde nan aas eigener Erfahrn0£ Adonijz’s Seelenpein verstehen können. Salomo sohwört, nachdem er vernommen, dass seine Matter im Aufträge Adonija’s gehandelt habe, dass der selb» sterben müsse, sendet den Benaja gegen ihn aas, dem er gleichzeitig aaoh befiehlt, Adonija’e Anbänger, den Joab, zd tödten. Benaja erschrickt bei der Arhörang dieses letzteren Auftrages, weil •ein Hera v Da Verehrung erfüllt ist für den Kriegshelden Joab; er sacht einen Aafsohab sa erwirksn, anf dss Königs wiederholten and nachdrücklichen Befehl aber flhrt er aaoh diesen letsterea Auftrag aas. Von ti der Herzenspein erfüllt, sticht er in( strengen Gehörs un gegen aen König, Joab im Heiligtbum nieder, der dasselbe freiwillig aafgesaoht, am sioh in der 16t iten Stande seines Lebens — er war vorher von des Königs Absioht daroh verstellte Sohrifkcüge Benaja 1 unterrichtet and zur Flaoht aafgefordsrt wordet — mit Gbtt za versöhnen. Inzwischen war daroh < Len findigen Ober, Salomos Diener, die Sulanrith entdeol :t worden,, sie wird, obschon sie nicht weiss aas w* Lohern Grunde, wider ihren Willen naoh dem königli ahen Hof gebracht, dort erkennt sie in dem König« Salomo ihren Nadir, der ihr, die i»r Glück nioht 1 a fassen vermag, die Krone aufs Haapt setzt. Bezugs erscheint inzwischen vor dem König• and seiner Gemahlin, die Meidang bringen«!, daee er seines Amtes gewaltet, dass Adonije getödtet, Abjatar ins Gzfängniss gebracht worden sei and aaoh Joab gefasst and an versagt dea Todswtnw * felgt—hierauf, ihren (ismahl, Verzsfl»' ■Mia Kanin, dieser Bitter spricht; Tom Tode nimss J4ah; welch»* Ist damit genuint? heben!

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