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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-10-29 · N° 44. (29.10.1890) · p. Seite 172

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 44. (29.10.1890)
Date
1890-10-29
Page
Seite 172 (sequence 4)
Language
German
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f Salomo. V /C, Es gisbt, so viel ich ■waisa, Des Namens Einen nur, den Sohn Zerqja’a, Bisherigen Feldhaaptmann Israels. Mirjam. Und ihn habt Ihr gemordet? 0 unmöglich 1 Der König fügt ▼erwandert nach dem Gironde der Theiinahme, welche seine Gemahlin für diesen ,wilden Menschen“, der des Hochverratha überfährt sei, knndgebe, welchen Antheil eie an dem Ge• tödteten habe. Mirjam (krampfhaft anflachend): O eine Kleinigkeit, Die mich an ihn gebunden hält — ein Zufall, Der wenig in Betracht kommen kann, ־Wo Könige das Schwert der Rache siehn, Der Umstand — dass ich seine Tochter bin! ־ Voll Schreck erhebt sich der König, das bittere Verhingniss beklagend, dass ihm dnrch den Machtbefahl seines Vaters das Schwert in die Hand gedrflokt worden sei, wäre er anch nnr dnrch einen Traum gewarnt worden, so war es möglich, dass Joab gerettet worden wäre. Wahrend nnn die Königin die Sühne ihres Leids Gott&nheimstellt, befiehlt der König dem Benaja sieben entfeTnen;allein die Königin { beharrt trotz der eindringlichen Gegenvorstellungen ihres Gemahls darauf, dassB. bleibe, nm ihr von der letzten Lebenaatnnde ihres Vaters za erzählen, ob er nieht anch seiner Toohter gedacht habe. Benaja erzählt anfs tiefste erschüttert, dass er von dem sterbenden Joab zurückgerufen, am die Erfüllung eines Liebesdienst gebeten warde; er 6011te der Tochter, die von Haas ans unbegütert, einen Stein von ansebätzbarem Werthe überbringen, der als Knauf eines dem Feinde abgejagten Dolches diente, ader wobl verwerthet, Mirjam einstmals noch zur reichsten Erbin Israels za machen vermöchte.* Er überreicht der! bietet Schweigen über das Vorgefallene, befiehlt, dass 1die Gesandten des Egypterkönigs, die den Vorschlags einer Vermählung Salomo’« mit der Toohter Pharao’« ttberbraoht hatten, noch znrnokgehalten and festlioh bewrrthet werden, dass anch der Tempelbaa baldigst in Angriff genommen weiden solle. Eine eisige Rahe erfüllt des Königs Herz, er will vergessen diesen letzten Jugend träum, er will versuchen wie Mit ausgebranntem, kaltem Herzen sich Die Welt regio■ t. — Es ist doch Alles eitel.“ Soweit die Fabel des Stückes. Von küustlerisehem Standpunkte aus erscheint die Lectüre oder die Anfiiibrang des Drama’s in hohem Grade empfehlenswert^, zumal ein überans warmer patriotischer Geist in demselben weht; dass es aber in seiner Wirkung zweifelsohne die durch den religiösen Unterricht erzeugten Bilder menschlicher Lebenstübrang in erheblicher und unerwünschter Weise za trüben oder beziebnngsweise nmzagestalten vermag, darf von der Kritik nicht verschwiegen werden. Leobschütz. Dr. Krakauer. Litte rarisciie Notizen. Aut die ״Anfrage'‘ in vor No. ist ans von 3 Seiten (von HH. Rabb. Dr. Wiener in Oppeln, Rabb. D. Simonsen in Kopenhagen, und dem grossen Midraschkundigen Herrn Baber-Leraberg) die richtige Lösung zngegangen; am eingehendsteu vom Letztgenannten, er verweist anf seine Aasgäbe des Midrasch לקח טוב (Wilna 1880) Einleitang S. a. Adnotationes S. 4a. Note 71. Es mnss in Raschi (Beza 33a) st. כפיוט יוצר gelesen werden: ־כפירוש יצ*רה Die physikalisclie Erklärung findet sich in der That in Sabbathai Donolo’s Commentar zum יצירה 'D (welcher aut Bnber’s Veranlassung in Warschau 1884 gedruckt wurde) S. 130. — Raschi citirt ר' שבתי דנילו הרופא anch in sein. Comm. zu. Erubin 50a, wo tür דטלו nnch dem Münchener Manuskr. (c(r. Dikdake Sofrim) דנולו za lesen ist. Königin den Dolch mit seinem Knauf von nnschätzbarem Werthe, 8ie zum Zeagen anrufend, dass er seine Freundespflicht gegen den grossen Todten nunmehr erfüllt habe. Die Königin wünscht nanmebr allein za sein and in der gewaltigen Brandung widerstreitender Gefühle, denen sie in ihrem Selbstgespräch Ausdruck gibt, will sie, za klarem Entschlüsse gejangt, ,den Inhalt ihres zerbrechlichen Gefässes“ Gott wieder znrückgeben. Der König ist indessen wieder eingetreten und, gibt auf den Knien liegend, der Hoffnung Aasdruck, dass die allgewaltige Liebe auch diesen Sohmerz werde überwinden helfen; er verspricht durch Erbauung eines Mausoleums und dnrch Todtenopfer das Andenken des Verstorbenen za ehren, allein Mirjam weist hin au£ ihres Vaters anspruchslosen Sinn, der ihn bei seinem,Leben stets beseelte, ־־ er wollte nie Von Monumenten wissen ihm en Ehren. Als Todtenopfer, glaub’ mir, ihm genügt Ein armes Tsumn—und sieh — es blntet schon! (Durchsticht sich) Der herbeigerafene Arzt vermag nicht die enteilenden Lebensgeister znrückznhalten; der König blickt entsetzt in das verglaste Aage der Sterbenden, aber er fasst sich bald, befiehlt die Beisetzung der Matgoretisches. Ein im .Jewish Chronicle" jüngst veröffentlichter Artikel Gl ad et o ne’ s über die mosaische Gesetzgebung enthält einen Irrthutn Indem Gladstone über die Massoretiker und ihre mühevollen Bestrebungen, den Text des Alten Testaments gegen Verfälschung zu schützen, spricht, sagt er: ,,Diese Körperschalt bat in der Geschichte der alten Welt nicht ihres Gleichen“. Ferner sagt er: ״Die Hebräer waren das einzige Volk, welches stufenmäesig eine wissenschaftliche Methode aufbauete, die Materie, in welche ihre heilige Lehre gekleidet war, intact za erhalten. Herr Gladstone hätte diesem Irrthnm entgehen können, wenn er ant einen Artikel in der ״Jewish Qnarterlev Review“, in welchem Rev. Isidore Harris in einer gelehrten Abhandlung über die Massorsh nachgewiesen hat, dass die Jaden keineswegs unter den Nationen des Alterthams mit der Schöpfung eines solchen Systems vereinzelt standen, Rücksicht genommen haben würde. So zählten z. B. die Hindus (000 ante) die Verse, ־Wörter and Silben, welche die Ri״ Veda Hymnen enthalten^ Aehnlich vertuhren die Samaritaner mit dem samaritanischen Pentateuch und die Araber mit dem Koran, während die Chinesen, Griechen and Perser eine ähnliche Methode zum Schutze ihrer alten Schriften anwendeten. Aach die Syrer hatten eine Massorab, welche sie Maschlemonatho oder ״TJeberlieferung“ nannten and nach Ansicht des Herrn Harris soll dieses syrische System ant die Entwickelung einiger Zweige der hebräischen Massorah einen gewiesen Einfluss geübt haben. Herrn Gladstone’8 Irrthnm hat insofern mehr als bloss litte!*- rischee Interesse, als er auf demselben einen Theil seiner Begründang für den mosaischen Ursprung des Pentateuch auf- Bant. Indees entkräftet die Unhaltbarkeit eines seiner Argamente in keiner Weise den Rest seiner Beweisführung, welche immerhin ohne weitere Raisonnements anf eigenen Füssen Litterarischer Anzeiger. . it<ra■ Kadatclii V i •1 Theile meinem Bande für alle F anctionen im eantoralen Iebw.. CMre, Beeltetfre etc., mit und ohne Begleitung der Orgel oebrt Ritual Vorschriften. Hebriieche und deute che Gebete, wie auch Sabbefchand Fertbetrachtaugen tür nur 1# Mh Diese• Werkxst sowohl für den C&ntor der Oroeegoi 1 fei ח fl ala auch für den Ccliegen der kL Gemeinde mit Erfolg za verwenden. Gegen Einsendung des Betrages oder Nachnahme za beziehen von ■» Tiafter Cantor and Lehrer in Biazfaa, Proaae.-Schleeien. Ol« Channks-W ander Festspiel in 8 Akten Or IsraeL Sebalea s. Familiea. .(Zur Aufführung geeignet.) Von Dr. L. Juaauf. Preis 75 Pfg. haar. (ftt IWaseit. 4. V*ckt*Kär. H Pfrd Zu beziehen durch die Exp. d. Bl. T ■rl edatatg« ־hl g-n. vom ChftDoba-Lencbter. Liederkranz für Schale a. Haas. 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