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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-10-15 · N° 42. (15.10.1890) · p. Seite 162

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 42. (15.10.1890)
Date
1890-10-15
Page
Seite 162 (sequence 2)
Language
German
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— 162 — walaha, wie ioh entdeckt hebe, vor der Wiederaufnehme im Jahre 1656 sich in England niedergelassen hatte. (£8 folgen nun die Faosimilee folgender 7 Unter- Schriften): Menasseh ben Israel. David Abmbanell, Abraham Israel CaraajaL Abraham Goen Gonsafes, Jakanb de Qaporta, Abraham Israel de Brito, Iaak Lopes Chillon. Ton diesen 7 Namen können 6 ohre Schwierigkeit festgestellt werden. Die beiden ersten kennen wir - schon. Menasseh ben Israel führte nie einen weithohen Namen, an seiner Identität kann mithin nicht esweifelt werden. David Abrahanell's Identität ist aroh seine persönliche Petition an Cromwell vom November 1654(Cfr. Jewish Chronicle, Januar 13, 1888! festgestellt; in dieser seichnet er ״Manuel Mnez Dormido alias Abrabanel.“ -Der dritte Name, welcher durah einen besondern Zufall in Stern’8 Liste ausgelassen wurde, heisst: Abraham Israel Caruajal. Dies ist offenbar derselbe Antonio Fernande* Carvaj&l, welcher in Gemeinschaft mit Simon de Caceres den ersten Begräbnissplats für die portugiesische Gemeinde ca London gekauft hat und wekdier, wie ioh nachgewiesen, der wirkliche Gründet der Londoner jüdischen Gemeinde gewesen Lt. Eine Vergleichung der obigen Signatur mit der folgenden (hier folgt das Facsimile eines Namens, aus welohem nur der lesbare Theil ״Carua“ za deuten ist) aas einer Petition in der Bodleiana entnommen, erhebt die Identität über allen Zweifel. Die Schnörkel am Anfänge . and am Ende beider Antographe sind sioh gleich, während die lesbaren Buchstaben des Beinamens in beiden Unterschriften .,Carua“ fast äbnlioh sind. Carvajal war unter verschiedenen Namen bekannt, aber es kann keinem Zweifel unterliegen, dass sie alle ein and dieselbe Person beseichneten. Violet spricht von ihm als ״Antonio Ferdinando, der reiche Jade" (Petition against the Jews, p. 7) and die Petition, welcher die vorstehende Unterschrift entnommen ist, ist aaf der Bückseite überschrieben ״Petition des Antonio Fernande*“, was zeigt, dass sein Beiname nicht allgemein in Gebrauch war. Das Todtenregister von Be vis Marks giebt seinen Namen als ״Äbm. Fernande* Carvajal“ and die Inschrift auf seinem Grabsteine heisst "קארואל VTpffT אברהם“ (Jew. Quar- Urly Beview 1, p. 92). Vier Tage vor dem' auf diesem Steine verceichneten Datum machte Carvajal sein Testament, welches er nach dem Gebrauch unterzeichnete ״Am. Fr; Carnsjal“, so dass, wenn auf einmal sein zweiter hebräischer Name ״Israel“ and das andere mal ״Chiskiaha“ heisst, es dennoch gewiss ist, dass sie ein und dieselbe Person bezeichneten. Man wolle nämlich bedenken, dass die Namen .,Abraham“ and ״Israal“ gewöhnlich von Marannen geführt wurden, welche zum Schein keine jüdischen Namen angenommen hatten. Wir haben noch einen andern Beweis hierfür in derselben Liste, welcher die Annahme einer phonetischen Aehnlichkeit zwischen dem weltlichen Namen und dem Namen Abraham nicht aasschliesst. Convertiten nannten sioh auoh oft ״Abraham“ and ״Israel“ wie die• bei Lord George Gordon der Fall war, welcher Unterzeichnete: Abraham bar Israel Gordon“. (Schloss folgt) Waren die Ophiten eine jüdische Sekte. Auf die talmudischen und midraschischen Citate gehe ich nicht weiter ein״ denn soviel ch mich entsinnen kann, befinden sioh die meisten beigebrachten Stellen in Nachmann Krochmal,s פורה נבוב, הזמן. Dass Er. den polemisch-apologetischen Charaoter vieler Stellen verkennt, ist bekannt, nnd Herr Höing hätte besser daran gethan, erst Joöl’s treffliohe Abhandlang Uber die ״Gnosis“ (Blicke, B. I Cecnrs II S. 103—170) genauer zu studiren. Aus J061 hätte er ersehen können, dass viele gnostisch klingende Sätze im Talmud und Midrasch ihren Ursprung dem Umstande verdankt, dass man sioh genöthigt sah, von der ״negativen Abwehr zu der positiven“ fortzasobreiten und den Gegner mit eigenen Waffen zu bekämpfen, in den von ihm gebrauchten Stiohworten und Lieblingsausdrücken. Eine selbstständige Bemerkung des Herrn H. ist die Erklärung des vielfach gedeuteten Ausdruokes: אפטעיות in der bereits von Grätz Geschichte IV 2 S. 100 besprochenen Stelle des Midrasch Babba zu Koheleth 1,8. Herr H. meint: ״JIVITOBK“ sei aus cyitr,{ mit der neuhebrätschen Bildungsform ניות (oder eigentlich: נית vgl. Saohs Beiträge I S. 168; II, S. 140) gebildet אפטוניות״ P לבד“ heisse ״er habe ophitisohe Gebräuche, Mysterien geübt.“ Ich kann dieser Erkläreng schon darum nicht beistimmen, weil in ihr das ״p“ nicht übersetzt wird und auoh die Deutung, dass die dort gesehenen אפטי harmloser Natur gewesen gezwungen ist. Ich kann auch der Erklärung Perles*) ״zur rabbinischen Sprach und Sagenkunde“ S. 22), dass “אפטעית -ouTavr; (Hure) sei, nicht beistimmen, weil sie dem vollen Wortlaut des Midrasch nicht entspricht. Ich glaube אפטונית sei und אם׳ p Ti]? ämifeixt (mit der Bildungssiibe) נית oder aber אפטגדות ist — ä7adk<üm{ uDd בן ist hinzage• fügt wie in: בן חורין u. ä. Bildungen Hierdurch gewinnen wir einen trefflichen Sinn der fraglichen Stelle. Ioh muss jedoch vorausschicken, dass לבד hier nicht ״thun, handeln“ bedeutet, sondern einfaches Hülfsverbam ist, wie Pesikta dr. Kahana ed. Baber S. 88b: עבדין טמירין, wofür in den Parallelen: Bereschith Babba cap. 79,6; הוו טי und Koheleth rabba הוו|טי; Ester rabba hat: 'לברוןהז ט und Jeruschalmi Sehebüth folio 3Sd hat: לבד טמיר, was der Midrasoh zu den Psalmen 17,14 mit: היה טמון wiedergiebt. Von den Sohülern Rabbi Jonathan war einer za den Maineu (— ä.~׳.ozo1) übergegangen. Als Rabbi Jonathan ihm nach gegangen (um ihn zur Rückkehr za bewegen) tand er ihn als einen Sohn des widerspenstigen Ungehorsams. (אזל ואשכחיה לבד בז אפטונית) fand er, dass der zu den Ungläubigen übergelaufene Sohüler ein Sohn des widerspenstigen Ungehorsams (u(6; xfj; dbtet&eias) geworden war. (R. Jonathan wollte nun nach unverrichteter Sache heimkehren; aber) die Ungläubigen schickten ihm -nach, er möchte der Braut einen Liebesdienst erweisen. (Dieser Aufforderung Folge leistend) kehrte Rabbi Jonathan zurück za den Mainim und traf sie, wie sie sich Alle mit einem Mädchen abgnben. Auf die Frage des Rabbi Jonathan ob dies jüdische Art sei? antworteten sie mit Sprüohe Salomonis 1,14. Hierauf machte Rabbi Jonathan Kehrt und lief davon, sie aber liefen ihm nach bis er an das Thor seine Hauses gelangte, iu das er verschwand. Da riefen sie ihm nach: Rabbi Jonathan gehe! erzähle es Deiner Matter, dass Du dich nicht *) Herr fl. citirt diese Deutung aus Kohut’s Aruch cempl. 8. v. Da mir Kohuta Aruch nicht zu Gebote' steht, weise ich nicht, ob Kohut diese Erklärung als eigen ausgiebt, oder ob er Perles gen. Schrift als Quelle angiebt. — (K. Itthrt diese Erklärung anonym als ךעןן• י*ל an, neben der seinigen: orteiWkivo; ״verantwortlich des Verbrechens“, er machte ihn verantwortlich, zog ihn zur Bechenschatt“. Dazu passt aber auch das p nicht, es müsste dafür כן gelesen werden. Viel'eicht sind die beiden Worte zasammonznziehen und an ״nuptiae1‘ /u denke t. Bed.)

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