Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 42. (15.10.1890)
- Date
- 1890-10-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Lehrer, welche, direot oder durch Robert Friese Inserats einsendea, erhalten 85 jtf Rabatt Inhalt: Wissenschaftliche Anfsitze: Die Petition der Londoner Jaden an Cromwell. — Waren die Ophiien eine jüdische Sekte. Von Rabbiner Dr. Goldiahn in Bacs־Topolya. —־ Znr Chronologie. Von L. Cohen in Beesa.Kh. Litteratnrbericht nnd Recensionen: Joa b. Trauerspiel von Friedrich Wilhelm Hildebrandt. Litterarisohe Anzeigen. Usksfagtsr Nsshdrask aut disssa Blatts tat aisbt gsstattst Oie Petition der Londoner Juden an CronweH. In einem in der ״Revue des Etndes Juivea“ vor 6 Jahren (No. 11, 1883) veröffentlichten Artikel über ״ Menasseh ben Israel nnd Cromwpll“ theilte Herr Alfred Stern folgendes Docament mit, das wir, dem damaligen Curialstyl entsprechend inhaltlich übersetzt, hier wiedergeben: ״ An Seine Hoheit Oliver, L&ndprotector von England, Sohottland nnd Irland und deren Be- Sitzungen! Unterthäuigste8 Gesuch der nachstehend unterschriebeneu, gegenwärtig in der Stadt London wohnenden Hebi&er. ־Wir thun ergebenst kand: Indem wir die vielfachen Ganstbesengangen and den Schutz dankbar anerkennen, welohen :Eure Hoheit geruhten uns za gewähren, damit wir unbehelligt in unseren Privatwohnnngen unsere Andaoht verrichten können and wünschen, dieser Gunst Eurer Hoheit auoh fernerhin theilhaft zu bleiben, bitten wir alleranterthänigst, ans mit den besten zu Gebote stehenden Mitteln solchen Schutz auoh schriftlich gar&ntiren zu wollen, damit wir unsere Andacht aaoh ferner in unsern Privatwohnungen verrichten1 können, ohne .Furcht und Belästigung unserer Person, Familien nnd unseres Eigenthums, da wir sahnliphst wünschen, unter Euer Hoheit Herrsohaffc •in Frieden za leben. Und da wir Alle sterblich sind, l itten wir Eaer Hoheit anterthänigst, uns auoh die Freiheit zu gewähren, Diejenigen, welche von unsere^ Nation sterben werden, an einem solchen Orte des städtischen Gebietee begraben za dürfen, welohen wir hinzu geeignet finden nnd der ans von dei. Besitzern des Grundstückes za diesem Zweoke überlassen werden wird. Auf diese Weise werden w r uns sowohl während unseres Lebens als. über dm Tod hinan* durch die Gunst Eurer Hoheit, für des 0 langes Leben and Wohlergehen wir anaufhörlioh zu dem allmächtigen Gotte beten werden, hoehbeglüokt fühlen. Menzsseh ben IsraeL David Abrahan eil. Abrasam (sic1) ben Gonzales.'—- Jakaub de üaive(?) Abraham Israel ((der folgende Name war unleserlich) Isaak Chillon. Wir empfehlen die•* Petition der Berücksichtigung des Rath*. U&rz *4, 1666-6*.״ Oliver P. Während ich, schreibt Herr Luoien Wolf, mit der Ausarbeitung meines Vortrages ״über die Wieder*ufnähme der Juden in England“ (Jewisb Chronide Deo. 2, 1887 ff.) beschäftigt war, hatte ich mir nicht die Mühe genommen, das Original dieses Doonments zu untersuchen, da es nach Herrn Stern’« Abschrift für die־ Geschiohte, welohe mich hauptsächlich interessiite, keine Anhaltspunkte lieferte. Ausser den beiden ersten Namen waren mir alle übrigen Unterschriften unbekannt und ioh hielt sie nach ihrem jüdischen Aussehen für irgend welohe Gefährten Menasseh’s, deren Identität nonmehr den Stoff zu einer Specialantennobang abgebea könnte. Dass Menssseh solche Gefährten hatte, sohloss ich ans einem Passus in ״Vindioiae Jadaeoram" (p. ״ :(37׳Weshalb jene wenigen Juden, die sich hier befanden and an unserer Hülfe verzweifelten, von hier fortsogen“ und aus Gräeta’ Vennathung (Gesohiohte d. J. Bd. X, p. 19), da*^ Sasportas sich unter diesen befand. Ich fand dehn auoh in der That, 4 dass der Name jakaub de Caure“, welchen Stern in Frage stellt, ״Jakaub de Caporta“ heissen musste. (Dieser war von 1693—98 Oberrabbiner der 8ephardie in Amsterdam und muss daher1 zur Zeit der Abfassung der Petition jedenfalls noch kehr jung gewesen sein.) Nach einer anderen Annahme waren sie wahrscheinlich Mitglieder der Deputation, welohe angeblich unter der Führung eines gewissen Rabbiner« Jaoob ben Asael naoh England gekommen war, um sa erfahren, ob Cromwell der ״Messisa“ wäre, ioh habe sonst nie bemerkt, dass ein mit der Urkunden• gesohiohte des Staate« 80 vertrauter Gelehrter wie Herr Stern es ist, in seinen Abschriften •ioh eines erwähnenswarthen Xrrthuma schuldig gemacht haben sollte. Hier verhält eich iedoeh die Sache wie folgt: Herr Stern hat nioht nur die Namen unrichtig gsleesn ,.q sondern JQgar einen, und zwar, den wichtigsten, ganz ** ausgelassen. Sie *eisen ■ioh nämlich als die jüiUsnhan Namen der Häupter der ״Mzranncngemcinda^. any