Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 39-40. (25.9.1890)
- Date
- 1890-09-25
- Page
- Seite 153 (sequence 3)
- Language
- German
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— 153 fühlte and geben auf diese Weise Zeugniss von der Zuverlässigkeit der Herodot’schen Berichte. Diese Karaiten oder Israeliten erhielten ungefähr um das Jahr 500 vor der gewöhnlichen Zeitreohuang von Cambyses die Erlanbniss, einige Gegenden der Krim eU colonisiren. Eine ihrer Festungen, die Stadt Tsohnfat-Kalö, welche an dem Gjpfel eines steilen Bergabhanges von 6ehr beträchtlicher Höhe liegt, gleicht einem Adlerneste und ist mittels eines schmalen Fahrzeuges oder eines Lastthieres nur von einer Seite zugänglich. Der Besuoher durohschjreitet ein höchst malerisches Thal, ehe er sich der alten Besidenc ■dieses merkwürdigen Volkes naht, Reiches ״das Thal Josaphat“ nach der gleichnamigen Oprtliohkeit in der Nähe Jerusalems heisst Hier befinden sich unter dem Schatten hoher Eichen und anderer Bäume zahllöse Karaitendenkmaler von hohem!Alter. (Ein alter! Babbi erzählte mir, dass es deren; aus dem Jahre! 300 v. d. g. Z. geben 8011.) Die Steine, aas welohen 1 diese Denkmäler hergestellt sind, sind sehr dauerhaft und Viele von ihnen in Folge des sehr günstigen Klima’* sehr gut erhalten. Der Babbi der Karaiten, welcher mich an diesen höchst interessanten Ort führte, bewirthete mich in seiner Wohnung mit echt orientalisoher Gastfreundschaft ״In Bezug auf die Karaiten in Colchis (Gaucasus) oder Dagestan stimmte vor nicht '■ langer Zeit der russische Beisende, Herr Dathohenpks, mit den An• gaben in Ihrem Blatte tiherein. Er erfuhr nämlich von den Karaiten, dass sie bereits seit ihrer Weg*! führung durch Salmanassar, 731 ante, im CauoaSus wohnten und heute ungefähr 10000 Familien sählten. Die von Salmanasser wegführten Israejliten richteten fast ausnahmslos ihre Schritte nach Osten und die Juden der babylonischen Gefangenschaft nach Westen. So hat trotz der unzähligen;Wandlungen und : Veränderungen, welche die Krim; durch ' alle Jahrj hunderte gesehen — wir wollen niöht weiter zurückgehen, als bis zu den Scythen des Tauras, den Trog- | loditen, welohe in Höhlen wohnten, den Grieohen,; Hannen, Khozaren, Byzantinern, Venetianern,Genuesen, Tartaren, Türken und Bussen — das Lieblingsvolk Gottes sie Alle darch einen Zeitrannt von 2300 Jahren j überlebt und sogar die grausamen Verfolgungen, mit welchen die Bassen in jüngster Zejt ihre Brüder aus der babylonischen Gefangenschaft hpimsuchten, gingen sparlos an ihnen vorüber. So leben sie noch heute in der Krim, im Allgemeinen eine glückliche Bevölkerungsktasse, einfach und abgeschlossen unbeheiligt und sioher wie das Latiscp des Alterthamsa Zur Chronologia. Von L. Cohen in Rees a. Rhein« In Klemperer’s חיי יהונתן ist Folgendes zu berichtigen: S. 239, Kote 1, Z. 7: ן Statt 1747 muss es heissen 1749, weil Jonathan in! demselben Jahre als er Katzenellenbogen betrauerte,;harz zuvor, den 7. Ab, תק־׳ט nämlich, dem Michel Neumark eine Trauerrede hielt. Dieses Datum fiel auf einen Dienstag.* Es ist hiernach auoh nioht änzunehmen, dass Jeoheskel Katzenellenbogen 174S gestorben sei, denn naqh Jellineok’s המספיד D“BMP 8färb derselbe den 23. Tarn mos tt*pn*=9. Juli 1749 bei Züuz. Wäre er schon 1743 gestorben, 80 wür4e man der Trauerrede bis zum Monate Ab tD'j haben. Das Monatsdatum (18. Ab) ist uatflrl weil es auf einen ro® fiel; dageg en 1 steht der Aunähme des Jahres &*תק nichts ec tgegep. — Za der Grabsohrift No. 3£ in ״G»l Ed“ v a־gl. Litt,-BL 1887 .8. 145. nicht mit. תק gewartet türlion fahoh, S. 259, Z. 16: Sabbathai 8t. den 10. Ssptember 1676 am Versöhnungstage. — DernVersöhaungstag 1676 war am 17. SqMember. S. 262, Z. 11: B Jeoheskel Landau that den Sabbathiauer J. Frank im Jahre 5519 am Vorabende des Hoachana Babba (20. October 1758) iu den Baun. — Der Vorabend des TT! 6519 war am 22. October. 8. 281, Alinea I: Freitag, den 11. äebebat 5511 (L e. 6. Februar 1751) wurde über Jaoob Emden die Acht ausgesprochen. — Der 11: Sohebat 5511 (K. Z. הב־ו) fiel auf שכח. . S. 307, Z. 14: 1751 Ende El ul (Mitte Novembelr). — St. November muss es heissen September, weil Elul nie in November fällt. S. 325, XXII: Jeoheskel Landen, wurde den 18. Märchesohwan 5474 (6. Nov. 1713) geboren. — Der 18. M&roheschwan war am 7. November oder am 6. Nov. nach Anbrnoh der Nacht. S. 323 unten: J. Landaq starb den 17. Jjer 5553 (22. April 1793. — Der 17t Jjar war am 29. April. (Vgl. auch Zanz’ _Monatstage*.) S. 332, Z. 22: 1753 nahe am Peesaohfeete (im Monat März). — Pessaoh 1753 begann am 19. April. S. 344, Alinea 2: Jonathan Eybensohüta starb den 21. Elul 5524 (20. September 1764.) — Der 21. Elul entspricht dem 18. Sept 1764. (VergL Zuuz ״MouaUtage.“) S. 356, Z. 8: Saraoh Eidiitz starb Mittwoch den 12. Jjar 5540 (17. Mai 1780). —> Zun« ״Monatstage“ hat ebenfalls den 17. Mai Hiernach wäre das Datum in ״Gol Ed“ No. 116, Mittwoch den 12 Jjar 5546 (10. Mai 1786) za berichtigen. Dass Eidiitz im Jahre 1785 nicht mehr lebte, geht daraus hervor, dass sein Sohn Moses das 1785־ erschienene מלאכת מחשבת seines Vaters edirte. Das Jahr 1783, in welchem der 12. Jjar ebenfalls auf Mittwooh fiel, ist . wohl nicht anzunehmen, viel eher )780 (5&40) (יתלנ,• welch** Wort in {,Gal Ed“ irrthümliah plene geschrieben ist. (Wird fortgesetzt) Litteraturbericht Recenaionem. Bloch, Moses, Prof. Das haosaisoh - talmndischä Erbrecht. Budapest 1890. (Jahresbericht dfer Landes« Babbiner-Schale.) Ueber dieses Thema giebt es zweierlei Methoden wissenschaftlicher Untersuchung. Erstens; die aker demisohe, analytische, welohe vom recht philosopbi* sehen und theologisch-politisohen Gesichtspunkte MU die Quellen durohiortoht, auftaaohende Schwierigkeiten hinsichtlich der Stellung der Commeatatpten - zum Texte der Bibel und des talmudisohen Traktats und in ihrem wechselseitigen Verhältnisse lö?t und; die resnltirenden BeohtsnOrmea fixirt. Zweitens die oodifikatorisohe,, synthetische, welche das bereits vorhandene Gesetagebangs-Material in fibersiohtliqhem. Zusammenhänge ordnet und bei systematischer, quedlpnmässiger Behandlung Vorfahrt. Der V0r*ug gebührt unbedingt der ersteren Methode, und der Herr Varfasser, dem der Talmud ein volltönendes Instrument ist, welohem er die verschiedensten GeisteafeUpge fa entlocken versteht-, wird wohl diesen. .Standpunkt theilen. Einmal ist die ersten Msthods produktiv, letztere nur reproduktiv; ferner lernen wir daroh diene wiesen und dwfoh jene ״lernen.“ Und es ist dooh viel wkhtjger in der talmndisphen Wissenschaft, die. Lernenden vor den Webstehl der Gedanken zu stellen and ihnen zn ׳ ssüra, wie mit einem Zug and Buok die Fäden