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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-09-11 · N° 37. (11.9.1890) · p. Seite 145

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 37. (11.9.1890)
Date
1890-09-11
Page
Seite 145 (sequence 3)
Language
German
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wirst nicht von dannen kommen, bis da njicht die Arche Öffnest nnd ans zeigst was in ihr ift. Als er sie öffnete, da erstrahlte ganz Egypten voü dem Glanze Sarah״.»׳ 87. 669/20. Der die Sterne hät geaalt. ' Vergl. Psalm 147,4. ״Er zählt die Zahl der Sterne.“ S8. 715,16—18. AU pölus artsnticus gein'dem tremntane stet, der neweder von der Stele get. Aehnlich Psalm 89,38. ״Gleichwie der Zeage in den Wolken trea.“ 89. 740,?9. 30. Min bruoder und ich das ist ein lip, ala Ut guot man nnt dea guot w6p. Vergl. Genesis 2,24. ״Und sie seien ein Leib.“ 90. 782.18—21. Swaz der planeten reise umbloait, (und) ir sehin bedecket, des sint dir zil gestecket, ze reichen nnd zerwerben. Die hier beschriebene Gralsherrsch&ft erinnert an die im Talmud Megilla geschilderte Herrschaft Salomoh’s: תפסח ועוד. בהדי הדדי קיימי וכשם שמלך על תפשת ודוד. כך סרך על כל העולם כלו. ״Typbsach und Gaza lagen bei einander, wie er aber über Tipbsach and Gaza herrschte, so herrschte er über die ganze Welt.“ 91. 782,29. Du bäst der säle ruowe erstriten. Ein biblischer Ausdruck. ״Kehre zurück meine Seele zu deiner Ruhe.“ (Psalm 116,7.) 93. 796,7. 8. Parziväls schoen was nu ein wint und Absalon Davides kint. V6rgl. 2. Samuel 14,25. 93. 797,24. AVer gesaz ie an einen rät Vergl. Jerem. 23,18. ״Wer stand im Rathe Gottes.“ Am den ״Tffarei" WsKhwn voa Esehenbart. 1. Strophe 4. Zeile 2. 3. Und op min hant mit gäbe oder in sturme ie hoben pris getaete das mac niht min junger art verderben Vergl. Psslm 37,25: ״Ich war jung und bin alt gewerden und habe nicht gesehen einen Gerechten verlassen sein, nnd seine Kinder Erod verlangen.“ 2 4. 4. Jä maoz al min gasläbte immer wäre minn mit triewen erben.!. Aehnlich lautet ein talmudischier Aasspraoh: .״ מעשי אבות ירשו ברםDie Thaten der Väter erben die Kinder.“ 9. <7,5. £8 brinnet elliu wazzer & dui liebe minn balp verderbt. Vergl. Hohes Lied 8,7. ״Viele Gewässer können die Liebe nicht verlöschen nnd Ströme; sie nicht überschwemmen.“ 4. 89. 1. A'on angeborener alte sin wunachlich geschielte. Die hier als angeborene bezeichnte Schönheit, ein Vorzug der anch im Parzival 796,9. 10 erwähnt wird, und al den ecboene was gesiebt, erinnert au Genesis Rabba 40. איקוק של חוה נמסרו ״ לראשי התרות-Die sohöne Gestalt der Eva wurde den Geschlechtshäuptern vermacht.“ e. 133,2—4. Scbionatu] ander ftz kintlichem leben für die snellon was bekannt; wan Tretrezent der reine der lief und spranc allen den vqr, die des pflägen ut riters gsbeine. Vergl. 2. Samuel 2,18. ״Und Asanel war schnellfü8sig wie einer der Hirsche im Felde.“ ■ 6. 145,2. Swer woul verte hQeten kan, des pris wirt nimmer veüe. ״Wer das Gebot hütet, der wird fahren.“ (Kohelet 8,5.) nie Böses er- Litteraturberiehk _________ v Reoensionen» Goltciu, Dr. H. Der Optimismus und Pessimismus in der jüdischen Religionsphilosophie. Eine Stadie über die Behandlung der Theodicee in derselben bis auf Maimonides. Berlin,' Mayer and Müller, 1890. 111 Seiten. . . Die Aufgabe, welche der daroh reiohe Belesenheit nnd selbstständige Auffassung sioh immerhin aus- ‘ zeichnende Verfasser in der vorliegenden Stadie za lösen unternommen hat, ist nach dem aasdrüokliohen Hinweise desselben eine doppelte: sanäohst im tilgemeinen geschiohtspbilosopbisuhen Interesse die Lösungsversache des ״Uebelproblepis“, wie sie von dea jüd. Religionspbilosophen des Mittelalters unternommen) "worden sind, darzastellen, dann aber auch, im Hinblick auf den Pessimismus nnd seine Geschichte, darzuthnn, dass schon im alten Judenthuine and bei den jüd. Philosophie des Mittelalters, ungeachtet der vorherrschenden theologischen Anschauung, welche den Optimismus bedingt, der Pessimismus dennoch eine gewisse berechtigte Geltung erlangt habe. Dar Herr Verfasser hat diese Aufgabe naoh beiden 8ehen hin im Allgemeinen,glüoklioh gelöst, ja sogar den Aber» raschenden Nachweis geliefert, dass sioh in dem System 1 des Jbn Zaddik ״nnsohwer die Grundsäge des Schopenhauer'saben Pessimismus erkennen lassen“ (SL 66). Durch seine Darstellung wird auch ein erhellende# Lioht verbreitet über die eigenartige Stellung, welohe Jbn Zaddik sam Dogma der Auferstehnng einnimmt; wir lernen die Motive verstehen, •ns welehen Jbn Zaddik an» dieses Dogma in einer beschränkteren Fassang vorzuführen sioh genöthigt sieht, ״da er — um mit den bezeichnenden -Worten des Ve1£׳s (S. 76) za reden — von der jenseitigen Vergeltung jedwede sinnliohe Vorstellung ׳ausgeschlossen wissen wilL“־ Aach stimmen wir vollständig der treffenden gesohiohtliehen Bemerkang des Vert’s bei, wenn er im RAokblick auf die Leistungen der jüd. Denker bei der Bearbeitung des Uebelproblems sagt:' ״Die Unnatäriiohkeit der Verknüpfung des aristoteÜsohen Doalü» mus' von Gott and Materie mit dem jüd. Sohöpfangsgedenken, der aristotelischen Lehre vom göttlichen Wissen und göttlicher Vorsehung mit der hergebrachten־ jAd. Anschauungsweise war gerade bei der Behänd- S lupg der Theodioee klar zu Tag« getreten“ (Seite 106)׳ Wenn der Herr Verfasser nun auch seine Aufgäbe im Allgemeinen glücklioh gelösst, ja in dankenswerther Weise eine willkommene Bereicherung der; gesohiohtsphiloeophisöhen Litteratur durch seine Hobtvolle Darstellung bewirkt hat, 80 können wir dooh nioht unterlassen, einzelne seiner Ausführungen, seien sie geschichtliohen Inhalts oder das Erzeugnis• salbst- ' ständiger Forschung, als wesentlicher Berichtigungen oder Ergänzungen bedArftig zu bezeichnen. Der Herr Verfasser will durch 86ine Darstellung auch den 11 polternden Vorwaif Schopenhauers, der von ״einem ebenso absurden wie rachlosen jüdischen Optimismus“ redet, zurückweisen. Unseres Erachtens naoh, ist nioht so sehr die bibl. Schöpfungsgeschichte die Qaelie' des Aergernisses für Schopenhauer, als vielmehr der״- > Mendelseohnsohe Standpunkt; den derselbe namentlich in den ״Morgenstanden“ entwickelt; dort finden wir i die theoretisch» Begründung des Satzes: ״Gott ist Sohöpjer ׳und Erhalter aer basten Welt“, (XiL Cap. Seite 391 der Ansg.-von Brasch), während 8chppsnhauer diese Welt als die schlechteste aller mögliohen Welten beseiohnet. Und Mendelssohn erscheint aller—

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