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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-09-04 · N° 36. (4.9.1890) · p. Seite 141

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 36. (4.9.1890)
Date
1890-09-04
Page
Seite 141 (sequence 3)
Language
German
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141 riohfcige Jahr. Und doch kann r3m (K. Z. J׳Wt) nar allein ▼on diesen dreien richtig sein, denn in diesem Jahre fiel der 9. Tebeth auf f3® den 3a De• zember 1066, welches Datum auch Ztna in ,Monats• 'tage* * hat. Im Jahre 3תתכ״ dagegen fi‘l der 9. Tebeth auf Dienstag den 2. Dezember 1063. S. 1013: Ein in Herrn Dr. Jel ineck'8 befind• Hoher Oommentar zu Esther von Abraham Saba wurde abgesobrieben darcb Jacob Cbagis Tt 'ד DV3 ימים לחדש אדר שנת חמשת אלפים ושלש סאות וארםלדד עשרה. Der 8. Adar 6314 (K. Z. לח א) war am ש3ת. Wahrscheinlich ist 'ה statt ח, ימים zu lesen. Jahrg. IX, 9• 49, Z. 5: Senior Sajohs eohreibt in einem Briefe an Dr. Jellineck; Das ׳Fest Johannes des Tänfers ist am 15. Jali nnd fiel im Jahre תתניל auf ר״ח חמח. Johannes ist am 24.; Juni, welcher in תחל ו auf ר*ח תמוז fiel. Korniok, auf welchen sich der Schreiber beraft, hat diesen Irrtbum nicht vorschuldet. Uebrigens kann nach jaliani$ohem Kalender ריח תמ1ז spätestens mit dem 1. Jali Zusammenfällen. 8. 109: Der Brief No. 19 hat das Datum יום נ׳ -תשרי חרי״ו v3׳ — Also wieder eines der merkwürdigen Jahre, in welchen ראש השנה aut Freitag fiel! Der 26. Tischri 5616 (K. Z. הח־׳א) war am Montng. S. 148, Z. 21: Ein Brief aus Jerusalem bat das Datum .יום 3׳ כ״ו לחדש השני חרנדו — Der 26. des 2. Monats (Chesohwan) 5615 (K. Z■ זש״ג) war am Freitag. Hierbei setze ich jedooh voraus, dass man in Jerusalem.eten so wie bei nns nach dem Kalenderjahre (mit תשרי beginnend) and nioht hach dem Fest• jahre datirt. Nach diesem fiel der 26i des 2. Monats <Ijar) allerdings auf Montag. Litteratur bericht. Recensionen. Carl 8choU. Zwei Antisemiten. Ein Frei• denker und ein Hofpjediger. Nebst einem An• bang: Die wirkliche semitisohe Unmoral oder Grundsätze der jüdischen Sitteinlehre. Nürn• berg und Leipzig. Robert Friese 1890. 52 Seiten gr. 8°. Der durch seine früheren Schriften für die Jaden rühmHchst bekannte Verfasser fertigt in dieser Schrift den Freidenker Badenhausen und den Orthodoxen Stöcker ab. Die Broohüre ist ein würdiges Seitenstück zu dem in diesen Blättern aufjs Wärmste empfohlenen Buche des Prof. Sohaible:j ״Die Jaden in England“. In der Vorerinnerung Seute 1—6 rechtfertigt sioh der Verfasser, er habe nipht erst duroh das Auftreten des ״Antisemitismas“ der letzten Jahre sioh veranlasst gesehen, für die jüdische Nation einzutreten, sondern seit den nahezu fünzig Jahren seiner Wirksamkeit als freireligiöser Prediger habe er es für eine seiner schönsten und wichtigsten Lebensaal• gaben erfasst, dafür zu arbeiten, •dass man sioh mit den. Brüdern, von denen man sich vor 300 Jahren (z. Z. der Reformation) und mit den Brüdern, von welchen sioh die Christen vor 1800 Jahren getrennt hätten, wieder vereinigen solle, 'damit sie alle wieder 1?) beisammen seien. Aus diesem Qruudt habe er schon 1846 verlangt, beim Eintritte von Juden in .die freireligiösen Gemeinden, von de£. Taufe Abstand zu nehmen. Obwohl nun aber Carl Soholl schon so lange für'die Juden kämpft, so sieht ,er dennoch utiparteiisch die Schwächen des jüdischen Volkes ein, was um so anerkennenswerther ist, je v erlogener unsere Gegner, so oft sie von Juden reden, immer tiefaohwarz malen. ״Dem Vorwurfe der ״ünohrisl liohkeät“ gegenüber glaubte er zu seiner persönlichen Rechtfertigung nichts Besseres thun au können, als daroh Wort and Schrift au «eigen, dass er sieh — wenn er aaohgar keinen Werth auf den Namen eine# Christen lege, — doch mehr als Alle, welche auf diaton Namec pochea, verwandt and eins fühle mit dem Weeeot- Hohen dessen, was der Stifter des Christenthams vor 1800 Jahren gewollt und gelehrt, was Jesus aber auch ausdrücklich gerade als Sohn seiner Nation, als Angehöriger nnd Glied der semitisohen Rasse, genährt and erfüllt ▼on dem Geiste der grossen Propheten seines Volkes, gewollt nnd gelehrt hat. Er, Soholl, habe deshalb absichtlich nua grundsätzlich den persönlichen Ver• kehr mit Angehörigen des jüdisohen Volkes ganz besonders gepflegt. Trotzdem habe er sioh dem Jadenthame gegenüber ein freies, duroh keine persönlichen Einflüsse oder einseitige Geschichtsbetrachtung getrübtes, unbefangenes Urtheil bewahrt nnd habe diese• durch seine bisher veröffentlichten Brochärea bewiesen.*) Jetzt hätte es ihm um so gebotener gesohienen, dem Freidenker Radenheasen and dam Vollblat-Orthodoxen Stöcker entgegenzatreten, je mehr gerade diese Angriffe eine innen innewohnenden Berechtigung dadaroh bei vielen vi311 eicht habe hervorrofen können, weil sie ja so ganz von entgegengesetzten Standpunkten aasgehen. ln dem ersten Absohnitte: ״Ein Freidenker unter den Antisemiten“, zeigt er die Unmoral in O Radenhausens Schrift: Esther. Die semitische Unmoral im Kampfe wider Staat nnd Kirohe. Leipzig 1887 nnd 1889 bei E. Thiele. Soholl zeigt, da» sich R, derselbe ManD, dem der deutsche Freidenkerbund bis zur Stande zn seinen ersten Wortführern zählt, der Voreingenommenheit, der Engherzigkeit, der Ungereohtigkeit and — last not least — dsr Unwahrheit schuldig gemaoht', nnd da» diese Vorwürfe am so unerbittlicher auf ihn fielen, weil es ein himmelweiter Unterschied ist, ob solohe Anklagen von einem ortho» doxen ״Hofprediger“ oder einem erklärten ״Freidenker* erhoben würden. Radenhaasen wird von Scholl auf allen Pankten geworfen, auf der ganzen Linie in die Flaoht geschlagen. Er zeigt im Einzelnen wie R.’a Behauptungen nioht stichhaltig sind und dass sie, wo sie ein Körnchen Wahres enthalten, ebenso sehr anderen Nationen zar ־Last fallen, wie den Angehörigen des jüdischen Volkes. Der zweite Theil betitelt sich: Hofprediger Stöcker oder Antisemit and Antichrist in einer Person. Der ״ohristUche“ and ״geistliche“ Standtpankt des Herrn Stöcker, der, wie er selbst erklärte, alz christlicher Geistlicher in die Bewegung eingetreten and als evangelisoher Pastor nicht nur die ״Liebe“ sondern auch die Wahrheit za predigen habe, — die» ausdrttakliebe und wiederholte Hervorhebung seines geistUohen and׳ christlichen Standpunktes hat Herrn Soholl bawogen, auch mit ihm einmal Generalwäsche vorannehmen. So sägt er auf Seite 45: ״Mit vollstem Rechte erheben wir darum gegen den Herrn Hofprediger die Anklage, dass er das Kernnnd Sterndogma des Christenthams daroh seinen Antisemitismus verleugnet, und geben ihm für das ihm andererseits an geratene Jahr beaseren Bibelsta- -יי ■ — •) Die wichtigsten früheren hiehin gehangen P abli Nationen des Verf. nnd: Es werde Licht! Jahrg. V. Heft 7 und 6• Du Humane im Jadeuthnm Jahrg. V. Heft 1L Die Unecht• heit der mos. Gesetze- 1814.. Jahrg. Xl. Heft 6. Die Weltmission des Judenthums. Jahrg XI, 9. Hoch ein Wert gegen eine bodenlose Verieamdang. Jahrg. XLL, 6. ,Jetat von Nazareth auoh ein Semite.* Jahrg. XIII, 1. Leesinga Verm&chtniss 1881. Jahrg. XIII.. 9. Znr Ehrenrettung de■ Talmud 1883. Jahrg. XVII., 6. Moses Muadel»ehz IS«.•Da« J&dentham and die Religion der Humanitär 1879. Des'J&y•■- tham nnd seine Weltmission 1860. ־ *

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