Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 35. (28.8.1890)
- Date
- 1890-08-28
- Page
- Seite 137 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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»©oh bemerkt, da*s unser Kreis anfangs dieses Jahr• hunderts einen ״jüdischen Großgrundbesitzer“ sa seinen Bewohnern zählte. Die ante» dem Namen ״Herrschaft Flatow and Krojanke“ iet» dem Prinzen Friedrich Leopold gehörigen Güter besage damals die' Familie Meyer Wolff Liepmaneohn; von der sie 1820 in die Hände der Kgl. Familie;von Preassen überging. Rose und Lilie. Eine lexlkoleglscbe Untersuchung. Von Dr. K. Wertheim, Reallehrer in Nürnberg. (Schluss) Die getheilte Auffassung der Alten, in Betreff der beiden von uns besprochenen Worte spiegelt sich natürlich in den späteren Uebersetzungen and Erklärungen der Bibel wieder und ״Lilie“ und ״Rose“ laufen ziemlich bunt durcheinander. Die Vulgata acceptiert die DeutuDg der LXX. Wie bekannt! hat Hieronymus, der zu den Füssen jüdischer Lehrer gesessen, bei seiner Uebertragung sowohl der Umschrift als die griechische Version bericksüchtigt (vgl. Kaulen, Geschichte der Vulgata, undRahmer, die hebr. Traditionen in den Werken des Hieronymus).!Die jüdischen Kommtatoren erblicken nach dem Vorgang des Midrasch in שושנה ,ורד und חבצלת nur ein und dieselbe Pflanze z. B. Raschi zu H. L. 2,1 und’ 2.*) Bartinora zu Kilajim 5,8 und Schebiith 7,0 pie deutschen Bibelübersetzungen vor Luther folget den Spuren der Vulgata z. B. H. L. 21,2. ״Ich bip ein plum des veldes: und ein lilig der tmler. Als! ׳die lilige ist unter den Dornen: also ist meine Freundin unter den töchtern.“ Und 5,13: ״Sein lespen; sind liligen trieffent die ersten mürren.“ (Aus dej: ersten deutsehen Bibel, nach Einigen von Fust und Schofler 1462 in Mainz, nach Anderen in Strassburg:1460 gedruckt. ״Man kennt von dieser bibliographischen Seltenheit nur 7 zum Theil unvollständige Exemplare“, wie eine dem im Besitz des Germanischen Museums befindlichen Exemplare angeführte bibliographische'Notiz besagt.) Luther erblickt in שושנה mit den Rabbinen eine Rose and für חבצלת folgt er der in sich gespaltenen Vplgata (Septuaginta). Jes. 35,1: und das Gefilde wird fröhlich sein und wird blühen wie die Lilie; H. L. 2,1: Ich bin eine Blume zu Saron, und eine Rose im Thal; 1. Könige 7,20: und sein rand War wie eines bechers rand, wie ein auffgegangen rosen (Witten-, berger Bibel von 1535). Die englisohe unter König Jakob L 1611 veröffentlichte ״Authofized Version“ dreht das Verhältnis wieder um und macht aus שושנה mit Septuaginta und Vulgata eine Lilie und aus חבצלת an beide Stellen mit den Juden eine Rose: ״and the dessert shall rejoice and tflossom os the ross; J am the rose of Sharon, ond;the lily of.the valleys.“ Die 1554 vollendete Ferrarensische^ Bibel, die von den Marannen yom Tob Athias und 4-braham Usqae mit Hilfe einer Anzahl jüdischer Sohrifitgelehrten heransgegeben wurde, folgt natürlich d<-r nationalen Tradition und vertiert י demgemäss beide Worte mit ״Rose“, sieht sich aber grade so wie die alten Uebersetzer gezwungen, H. L. 2,1 dafür ein anderes Wort und zwar Lilie zu sabstituiren. Jes. 36,1 Agozarsean desierto y secara y agradarsea llanuija y floresoera como rose . . . Yc valles.*) Von den Neaern folgt Heidenheim der Erkiirang Rsschi's (cf. Machsor Pesaoh L S. 54: ff))!' בשושנה בטל er wird blühen wie eine Rote im Than), ebenso Sachs in der Zanz’eohen Bibel mit Differenzierung von חבצלת als Lilie (״loh bin die Lilie Soharons, die Rose der Thälef“/, während Arnheim (in demselben Werk) שושן mit ״Lilie“״ wiedergiebt־ 1. Könige 7,191: Und die Knäufe auf der Spitz*'1 der. Säulen wie Lilienwe; ibid. 26: Und sein Rand ge-' arbeitet,׳ wie der Rand eines •Bechers mit Lilienknoepen. Um nur noch ein paar Namen zn nennen übersetzt Fürst in seinem Wörterbuch mit dem Hinweis auf die Wurzel שוש weise, weissgrau sei שושן mit Lilie' ebenso Grätz (Schir-Heschirim S. 137)} welcher mch seinerseits auf Winer (Realwörterbuch, Artikel Lilie j und Rose) stützt, der die Lutherische!^Übersetzung direkt als unriohtig bezeichnet. Wie lange aber noon ■ wird trotz der Kritik di ״Rose“ in der Litteratnr. and! in den Schulen ihr anberechtigtes Da sein ortführen? t 10 lilio de la llanura, rosa de los *) Wo statt אותם Zn lesen ist אותה« Jbn Esr* z. St• bemerkt za יש אומרים שהיא ורד, ר״א שהיא צמח :חבצלת אחד נכבד ובו,, wogegen er zn 6 שושד«®«rkt: יש אומרים שהוא צמח לבן דב', er leitet es von שש (sechs Blätter and -*echs Staubfäden) ab. 1 ■ז Litteraturbericht j Receasionen. Wünsche, Aug., Dr. theol. et phil. Der baby- ׳ Ionische T&lmad in seinen haggadischen Bestandtheilen wortgetreu übersetzt und durch Noten erläutert. Zweiter Halbband, dritte Abtheilnng. Leipzig, Otto Sohulze, 1889. X. 470 S. ׳ (Fortsetzung aas No. 29.) f No. 298. Ende: ״Und es wird verwandeln.“ Es heisst in der Schrift: Und es verwandelte. — Na 299 i 1. einen Griffel (ein Schreibrohr) davon za nehmen.! No. 300: ״Die weisse Legion.“ Da צים nnleag- : bar del. Schiffe bedeutet, so möchte ich in ליב1ן אספר‘;,die Libamen des Westens“ vermnthen. Bekannt• lieh worden die Libnrn&e naves, die schnellen 8*6ränberschiffe der illyrisohen Libarner, in der Kaiserzeit als Kriegsschiffe verwendet. — No. 311 Z. 14: ״die Allbarmherzige.“ Es ist wohl übÜoh לחנצא mit ״Thora“ za übersetzen, höchst wahrscheinlich am die häufige Erwähnung des göttlichen Namens sa vermeiden; aber in Wahrheit heisst es nioht anders als: der Barmherzige, d. h. Gott. Das dazu gehörige Zeitwort heisst riohtig שרייה (er hat sie erlaubt), nicht שריא, wie im En-Jaakob steht. — -No. 321: ״Und keine Klage ist unter ihnen“ (S. 268 Z. 4) ist za streichen, und der nächste Absatz beginnt: Was bedeutet ולא 0*, להם! In der Schule etc. — No. 341: וישליכם und er warf sie in eia anderes Land; nicht: er wird sie werfen. — Das. S. 286 Z. 3: wird in die grosse Posaune gestossen, und dann kommen die Verirrten im Lande Asohar, d. h. die Up Stamme. Aas diesen letzten Worten leitet Rabbi, seine Behauptung her. — No. 346 Z. 7 1. Männer statt Menschen. Das. Z. 12 ״dämm“ stellt nioht in der Misohna. — No. 349. In der Boraitha ist רשע naoh der ersten Annahme Apposition sa Abiram, naoh der Berichtigung aber Sabjeot des Satzes. Z. 10 v. o. mass daher die Uebersetsang י) Man vergleiche über die■■■ berühmt• Bibelwerk Qrtta* Geschichte Band V Note 6. Ich zitire nach dea 181 f in Amaterdam veranstalteten unverändert•* amen Ansgab•. Denn AUoor y gloiia dal Die, heisst es da ■am Schlau, fee retormada la Impreenon de la Biblia ferraveeoa •in nmdar letra de׳ ■a original en Amsterdam A 20.ds Yiar 8871 («•1611). Angesiobts du Umstand••, dass die jung• •sphardisohe Gemeine der holländisohen Metropole damals •rst angetähr 20 Jahre alt war (Grätz a. a. O 9. 492 ff) knftpft •ich an diesen Neudruck ein ganz besondere« Interesse. Das mir vorliegende Exemplar gehart der hissigsn StadtinblioChe^, anA trägt aen handsohriftU&ati Vermerk; •ditto per-rsrs •t putiosa.