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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-08-28 · N° 35. (28.8.1890) · p. Seite 138

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 35. (28.8.1890)
Date
1890-08-28
Page
Seite 138 (sequence 4)
Language
German
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— 138 — lauten: Also sagt er (der Autor der angeführten Toeefta): Beim Tode Abiram's, seines Erstgeborenen, konnte der Frevler noch nicht lernen, noch nicht die Ursache seines Unglückes erkennen, sondern erst beim Tode des Jüngsten. In nnsern*Ausgaben fehlt לא, (s. דים s. St). Das. Z.-12: ״wsiss man da nicht sohon, dass Segub sein Jüngster war?“ Wenn der Erstgeborene früher erwähnt wurde, so folgt daraus nur, dass sein Bruder jünger ist als er. Der Fragesteiler bitte nichts au tragen gehabt, wenn er צלירו! gleich als Superlativ gefasst bitte. Aboda Sara. In der ersten Mischna ist der Ans- 1 druck לשאת ולתת auch wörtlich wiedergegeben: zu I geben und-zu nehmen. Bichtiger wäre umgekehrt: an sich zu nehmen (die Waare) und zu geben (deren Gegenwerth). Die den Darlehensverkehr betreffenden ־Worte sind nur einmal übersetzt-, שאלה bezieht sich aaf Leibgegenstärde, die in unveränderter Gestalt zurückaugeben sind, הלואה aaf Geld and Verbrauchs• gegenstände. j In der folgenden grossen Aggada waren die an , ihrer veränderten Ausdruoksweise kenntlichen späteren _ Zusälke in Paranthese zu setzeD. So S. 298 Z. 23: ״Giebt es denn“ . . . bis ״spricht“ und Z. 27: ״Warum“ ... bis ״sich mehrt“ .u. s. f. No. 3 Z. 16: ״Grösser ... als der, welcher etwas thut, weil es ihm nicht befohlen worden.“ Besser: als der, welcher etwas ungeheissen thut. Das. Z. 28: ״Wenn ich nioht meinen Bund mit Tag and Nacht, ׳ die Gesetze des Himmels und der Erde nicht gemacht.“ Im Sinne der Aggada ist vielmehr folgendermassen zu übersetcen: Wenn nicht mein Bund (die Thora) Tag und Nacht (bewahrt würde), so hätte ich die Gesetze des Himmels und der Erde nicht gemacht. — Das. S. 304 Z. 16: ״Gott lässt die Sonne über sie hervorstrahlen in der Wende des Tammus (im Sommer- Solstitium).“ Versteht man unter תקופת תמת den Beginn des Sommers, 8b muss mit der Münchener Hand• schrift, En-Jakob und Jaikut כתקופת oder ,ככתק lesen: wie in der Tammuswende. Aus der folgenden Angabe, dass sich die Tammuswende zuweilen bis zum Hüttenfeste (לד חגא) oder, wie die Lesart im En-Jakob lautet, bis zum 16. Tischri hinzieht, wie es z. B. im vorigen Jahre (5649) der Fa'l war, ergiebt sich, dass תק*ת die ganze Sommerzeit bedeutet. — No. 5. Der Anfang dieser Aggada ist in Kürze also za übersetzen: Woher lässt sich beweisen, dass es kein Lachen vor ihm giebt? -Etwa aus Jes. 22,12? Nein! Oder aus Ps. 147,5? Nein! Sondern aus Jes. 42,14. — Statt ״an deinem Gaumen“ 1. an ״meinem“, das. Z. 11. — No. 6: ״Wie die Fisohe .. . sterben auch die Kinder sofort, wenn die Sonne über sie strahlt“ Es muss heissen: so sterben die Mensohenfcinder sofort, wenn die Sojine sie sticht. לדר stechen, durchbohren; ebenso oben No. 3: 'מקדיר ללי und weiter ״ ומהדירהund lässt sie stechen“. — Das. Z. 7 v. u. lies: 80 würde. — No. 7: ״ein klein wenig Bache üben.“ Es muss heissen: Israeliten bestrafe ich nach und nach (bei jeder Versündigung, während die Völker der Welt erst wenn ihr Sündenmass voll ist — nach Ez. 21,32 — auf einmal bestraft werden, so dass sie zu Grunde gehen). Von irgend welcher Ungerechtigkeit ist hier nicht die Bede. Ebenso deutet in No. 8 E. Abahu die Sohriftstelle Arnos 3,2, indem er'in dem Worte אפקד die öftere Heimsuchung findet. — No. 11: Das Wort ביחיד (für sich allein) ist nicht übersetzt. No. 12 Z. 4 lies: und nicht heute ihren Lohn zu empfangen. (Sphluss folgt.; Jüdische Kalender. 1. Pascheies, Jakob W. IUastrirter israelitischer Volkskalender fiir das Jahr der Welt 5651. Prag, 189L kl. 8' 224 Seiten. 70 Pfennig. 2. Pascheies, Samuel W. IUastrirter israelitischer Volkskalender für das Jahr der Welt 5651. 1890-1891. Prag, 1891. kl. 8♦. 256 Seiten 70 Pf. 3. Brandeis, Jakob B. IUastrirter israelitischer Volkskalander lür das Jahr der Welt 5651. 1890—1891. Prag, 1899. kl. 1״. 300 Seiten 50 Pf. (Ausgabe für Deutschland.) Während letztgenannter Kalender nns in einer besonderen Ansgabe für Deutschland vorliegt, sind die beiden anderen im Grossen und Ganzen mehr für Oesterreich-Ungarn passend. Sonst sind sie im Allgemeinen, dem Inhalte nach wie auch in Bezug auf Ausstattung einander sehr ähnlich. Ko. 1 enthält als Titelbild den neaen Prager Oberrabbiner, Dr. NathanE hr e!> t e 1 d, No 2 den Lordmayor Sir Henry Aron J s a a c 3 und ausserdem einen wohl gelungenen Stahlstich von Ludwig Aug. Frankl. No. 3 hat' den Strelitzer Gelehrten Prot Daniel Sanders als Aushängeschild vorn abgebildet Von den litterarischen Beilagen der Kalender seien hervergehoben: Mathias Kisch: Die deutsche Gouvernante (in No 2). Der alte israolit Friedhot za Prag von Rabb Dr. M Grünwald, ferner: Prager Ghettogeschichten von Bernard Auerbach (in No. 1) und schliesslich noch die anmutliig ■und frisch gehaltene Novelle von S Kohn (in No. 3) Beer Moriner. — Man sagt, der Kalender enthalte das ganze Judentham im Kleinen und Aeusserlichen Und wir ersehen aas dem gleichzeitigen Erscheinen so vieler jüdisehen Kalender, dass noch allenthalben das Bedürfniss vorbanden ist, sich nach ihm za richten. (Schluss folgt.' Litterarischer Anzeiger. Zu den hohen Feiertagen bestens empfohlen: י Kafaaer’s Jahrg. V. 36 Predigten (darunter s* zu ר־־ה רוו״־כ) M. 2,50 haar. Jahrg. VIL (u. a. 10 Predigten zu 2 (רי־ה דו״כ m. haar. zusammen für. 4 Mark baar durch die ״Expeäilto■ der Jsr. TTeeheasehi'lft“ zu beziehen. Vom l.u. 2. Jahrg. sind nur noch einzelne Monatshelte k 40 Pf. (Heft 1. (October 1874] enthält 2 Predigten zu ר״ ה * eine zu כל נדרי neine Trauungsrede.) u. vom dritten Jahrgang (1877) <HeQnartalshtfte2.3.4;38Prefügten enthaltend kl M. zu haben. Jahrgang IV. (1878) 44 Pred. (darunter 22 Festpredigten, 9 zn ר״ה רר־כ) gegen Einsend. v. 4 M. Jahrg. VI. (1880) 22 Predigten (darunter 14 za allen Festen, 5לד*הדו*ב)—nur noch wenige Exemplare — k 2 Mark 50. VW* Die Zusendung erfolgt nur gegen vorherige Einsendang des Betrages franco durch die Expedit, d. Bl. Soeben erschienen: <זכרונות> מי לא נפסד lür vier Männerstimmen. Preis 1 Mark. [4412 ,אשרי כל ירא ה (Psalm 123; lür vierstimmigen Männerchor. (Part. * Mk. Stimmen k 20 Pfg.) Za beziehen durch alle Bachhandlangen oder direct vom Verlasser. Sd. Tüf rn.Tsefta.r3a, - KMgSberg (Pr.) Jakob B. 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