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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-08-21 · N° 34. (21.8.1890) · p. Seite 132

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 34. (21.8.1890)
Date
1890-08-21
Page
Seite 132 (sequence 2)
Language
German
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132 — *onen bedienten ■ich der. Jaden in solchem Felle, sondern enoh gaua Kfiiparaohaftan, Eirohen, Klöster u. «. w. Die Jaden waren ja die sieh ersten Schuldner, denn die Solidarität der' Mitglieder einer (gemeinde (Kabul) war die beete Bürgschaft. So hatte die katholisehe Kirche in Vaadebnrg auf die Zempelbarger Synagoge, die Brüderschaft der Boaarier in Deutsch •Krone aal die Flatower Synagoge Kapitalien ausgeliehen. Diese Geldgeschäfte nahmen die Form eines Kanfee an, wie er noch heatsatage in Russisch-Polen gebräaohlioh and anter dem Namen ״na aaste w* bekönnt ist. Der Boigende hatte eine jihrliahe Rente aa sohlen, die so lange währte, bis die geliehene Summe anrflokbesahlt wurde, oder bis die Einkünfte daraus der Höhe des geborgten Kapitals gleich kamen. Zahlten die su der beliehonen- Synagoge gehörigen Jaden keine Zinsen, so wurde die Synagoge einfach sagesohloesen. Das war ein äasaerst wirksames Mittel and in kürseeter Zeit waren die Zinsen herbeigesohafit. Thatskohlich lieesen die Dt.-Kroner Jesuiten im Jahre 1696 die Dt.-Kroner Synagoge sohUeesen, weil die dortigen Jaden die Zinsen für ein ihnen geliehenes Kapital niohl pünktlich gesahlt hatten. Der Handel mit Rohprodaokten lag überhaupt nnr in den Händen der Jaden and da sioh fast a^e Bewohner im Kreise, wie damals in ganz Polen mit Ackerbau beschäftigten, so waren die Jaden die einzigen Abnehmer; da sie keinen Grund and Boden erwerben, also keinen Ackerbau treiben durften, so waren sie gezwungen, ihre Lebensbedürfnisse vojn Landbewohnern za kaufen. Die Edelleate verpachteten den Ertrag ihrer Brennereien, ihrer Molkereien, ihrer *■ Milchwirtschaften an einen Jaden and so entstand eine besondere Spezies: ״der Arendar". Als eine eigenthümliche -Bestimmung solcher Edelleate muss es bezeichnet werden, dass sie in ihren Städten zugelassene Jaden verpflichtete jährlich eine bestimmte Menge nSchafgfasse“ abzalietern. Auf dem platten Lande war es den Jaden noch verboten za wohnen; nur der - rfArendar״ erhielt die Erlaabniss sioh anzasiedeln. Solche Arendare wohnten im diesseitigen Kreise aaf den Dörfern Rogalin,Zakrzewke, Ssykorz and Jastremke. ln den Städten, in denen keine Edelleate wohnten, erschwerten die Bürger den Zuzug von Jaden, oder Hessen sie überhaupt nicht einziehen. Hatten sie in einer Stadt festen Fass gefasst, 80 worden die Gassen, in denen sie wohnen durften, mit dem ״Erab“ befestigt, deren Ueberreste noch heute in einzelnen Städten za . finden sind. In Dh-Krone ״erhielten die Jaden 1623 von dem -Starosten von Weyher die Erlaabniss, sich aaf einer Vorstadt anzasiedeln. Selbstredend hatten sie für diese Vergünstigung an den Starosten einen bedeutenden ״Grundzins“, an die Bürger der Stadt «Zaptengeld“ aa zahlen; dafür hatten sie das Recht, Branntwein, Meth, Wein za schenken, aber nur in der ״Jadehstrasse“. (Schlau folgt.) *.Rose und Lilie. ”t;;״Jls« lexikelegIseheJ Uatersaehazg. Von Dr. K. Wertheim, Reallehrer in Nürnberg. J (Fortsetzung.) *£ Wer über שלשנה eine Untennohang anstellt, wird nioht umhin können, aaoh der חבצלת genannten Pflanze »eine Aufmerksamkeit za widmen. אני חבצלת השרון שושנת העסקים ruft die Salamit im Hohen Lied (2,1) aas. Das Wort kommt nar noch einmal vor, Jeeaias ' 36,1, also in einem Stück, dessen Entstehungszeit die Kritik in die Zeit des babylonischen Exils verlegt. Die LXX wissen nioht, was sie, mit ihm anfangen sollen. Jes. 35,1 übersetzen sie es mit xpfvov nnd de ׳ diese Version im H. L. 2,1 nar zu einer absarden! Repetition führen würde, begnügen sie sioh an diesar! Stelle mit dem allgemeinen and darum unbestimmten 1 Worte ,Blume“ (ävdo?). Die Agada ist ebenso schwankend. Wie eie שושנה and ורד gleiohsetst, so wirft sie auch שושנה and חבצלת zusammen. Man vergleiche Sohir hasch, rabba 2,1: אי• לא היא | IV ר חבצלת ולא היא שושנה ז אלא כל זנק שהיא קטנה קורא אותה חבצלת, הגדילה קורא אוחד, שושנה.! Das Targnm za H. L. 2 erklärt, wie wir sohon gesehen haben,; חבצלת als ״ נרריםNarzisse“, welche Auffassung aaoh i von Modernen wie de Wette aad Gesenias getheilt wird. Daneben vergleicht der letztere es mit dem syrisohen ״ חסצליהא Herbstzeitlose“ und Grätz (Sohir- : Ha80hirim S. 46) eigaet sioh diese Deutung an mit dem Hinweis auf den fremden Ursprung der mit 'n anfangenden Quadrilittera.*) Diese Dentung passt auch sehr gut in den Vers H. L. 2,1. Er stellt sich nämlich dann als Fortsetzung den antithetischen Parallele 1,5 dar. Wie die Salamit hier dem Gedanken Ausdruck verleiht, d&88 I sie zwar schwarz und unschön wie die Zeltdeoken; der Beduinen ist, doch in den Augen des GeUebten : strahlend wie Salomons Prachtzelt erscheint, 80 würde | sie H. L. 2,1 demselben Gedanken die Form geben: | ״Ich bin zwar nur eine unscheinbare Herbstlose der ׳ Ebene, aber in den Augen des Freundes eine Prachtl lüie der Thäler. Dann ist auch die Unterbrechung! in V. 2 wohl motivirt, denn sie erscheint dann als Bekräftigung und Erweiterung der voraus gehenden ■ Annahme: ״ Du hast Recht, meine Liebe, Da bist anter den Mädchen, wie eine Lilie anter den Dornen“. Ob dem Agadisten wo hl eine ähnliche Auffassung des Saohverhaltes vorgesch webt hat, als er חבצלת für eine kleine, anentwickelte שושנה erklärte.**) Da ferner שי 1 nioht blos die weisse Lilie, sondern auch wie ש׳ הסלך 1 zeigt, die rothen aad gelbeu in Palästina wild wa chseuj den Abarten der Lilie bedeutet, erklären sich auoh die ■ Stellen H. L. 4,5 and 5,13 vollständig ungezwungen, i Aaoh die ״LiHe zwischen Dornen“ braucht der Rose wegen ihrer sprichwörtlichen Fassung den Platz nioht : abzutreten, denn neben der wildwachsenden Lilie sohiesst aaoh staohliohes Gestrüpp auf, wie aus der Misohna Kilajim 5,8 hervorgeht. (Schluss folgt.) Zur Chronologie. | Von L. Cohen in Rees a. Rhein.! (F ortsetzung) | s. 244, Z. 3: וביוס שיק הוא יום ייז טבת תקציח 1 hielt Rappoport einen Vortrag. — Der 17. Tebeth ' 5598 (K. Z. זש־נ) war am Sonntag and ist am שכת i unmöglich. I Jahrg. V, S. 134 unten: Das Erdbeben in Ferrara; begann בשנת של״א י*ז כסלו הוא י־דו נובימבר בלילה שמחרתו יום הששי. | Dem 17. Kisiew entspricht 1 Mittwoch der 15. November 1570. Jost in ״Gesoh. i dt Sec teil“ hat für dieses Ereigniss den 18. November! 1573, entsprechend dem Mittwooh den 23. Kisiew I *) Hier hatten wir sogar ein fünfbuchstabiges ־Wort, da { es Jes. 35 doch nicht im Status constructus steht. ב׳ statt 'S j aber ist nar Wechsel zweier Verwandten aas der Labia tengra pp«.; *ף Grätz u. a. O. sagt aach: Weil sie sioh so klein macht, I hebt sie der Freand durch ein Gleichniss. Er interpretirt aber nicht den vorangegangenen Vers als zwei antithetische Halbverse, sondern findet den Gegensatz za Herbstzeitlose and Lilie einerseits in den am Schlosse des ersten Kapitels erwähnten Zedern and Zypressen. Aber warum sollte sich ein junges Mädchen mit diesen Waldriesen vergleichen? Bei der Erwiederang der Schmeichelei (V. 8) misst er nicht einmal den Freand mit diesen mächtigen Bäumen, sondern vergleicht ihn j mit einem schatten- .and fnichtspendenden Apfelbaum. Zudem I werden Zedern and Zypressen am Schluss« des 1. Kap. nur I als Baumaterial erwähnt.

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