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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-08-07 · N° 32. (7.8.1890) · p. Seite 125

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 32. (7.8.1890)
Date
1890-08-07
Page
Seite 125 (sequence 3)
Language
German
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-wurde. Die K. 24,14. 16. Jer. 39,2 sachlich and chranologisch widersprechenden Angaben (10000 gegen 4600 Gefangene) a. Jer. 52,88—80 erscheinen als Zusätze, die dem Originale nicht sicher angehörten and die aaoh ifi der Septasg. fehlen.*) Sicht blos der janriohtige geschichtliehe Inhalt dieser Verse, sondern auch die coaseqaente Schreibang des Namens ־QMTI3IS1 für נבכת»נר K. 25,1. 8. Esra, Daniel, Esthek, I. Ohr. 5,41, II. •36,6 and in den älteren Stücken Jerj Cp. 28,3. 11. .14. 29,1. 3. und die Wahl der erst im Exil aufgekommenen Bezeichnung יהודים das. (vgl. Jer. 41,1, Nch. 2,16. Esth. 2,4) stellen ihre Einheit in Frage, bieten aber zugleich eine Handhabe zur Kritik Über das ganze Cp. 52 in Jerem, dessen Originalität schpn vom Standpunkte der Sprache zweifelhaft erscheint•**) Hingegen lässt die differirende,. sprachliche Erscheinung in Kön. die Eigenthümliohkeit der Schreibweise Jerem.’s erkennen. Die Wörter und Constructionen כלא II. Kön. 25,27, 29 הכלא =־ Jer. 37,15. 18. ארחה V. 30 vgj. Jer. 40,6. V. 13 בית ה׳ vgl. Jer. 27,21. 36,5.מלכו V. 27 vgl. Jer. 51,59. למלכי, v. 8 עבד vgL v. 12 •צמד בית גדול J. 13 הנחל, tragen das Gepräge des Jer. Stils. Kön. V. 11 ist p0m richtiger als האמת J. V. 15. V. 12 ומדלת richtiger als ומדלות Jer. y. 15, 16, woraus das erste dittographiert wurde, gleichwie die zweimal vorkommenden Wörter והמןדהית הכמות הסירות J. V. 19 aus V. 18 herübergezogen wurden. V. 12 ist בא mit כי schlecht construirt, דכה Vi 27 statt *p. האחת V. 22 überflüssig. Sprache sowohl als Ausdrucksikeise bestätigen daher, dass die ih Kön. uns vorliegende Textgestalt wahrscheinlich von der Hand Jerem. herrührt, welcher die Geschichte der Könige fortgesetzt und abgeschlossen hat (vgl. Tr. B. Bathri 15).**) Und wer wäre auch nachdem die Quellen der Annalen (המזכירים) mit dem Tode Jojakims versiegten (EL K. 24,5. 14—16), mehr dazu berufen, den Stlurz des letzten Königs und den Untergang des Reiches zu schildern, als der Augenzeuge des Elends, dem der Anblick des unsäglichen Schmerzes die Lippen geschlossen, und dar trauernd auf den rauchenden Trümmern des Tempels sitzend, die gesehenen Jammerscenen in einer Rolle aufzeichnete? Jerem., welcher den künftigen, fremden Nationen bevorstehenden Geschicken seine Feder lieh, hat auch gewiss die jüngste, unglückliche Vergangenheit seines eigenen Volkes, die Periode seiner Haupt- Wirksamkeit, beschrieben. Will man ihm aber durchans kein so hohes Alter (85—90) beilegen, dass er noch die Befreiung Jojachims erlebt upd geschildert haben soll, dann können die letzten Verse |27—30 seinem treuen Jünger Baruch zugeeignet werden, der sie d^n Bachern seines Meisters — um diese mit Erfcoattcfaotn and Trostreichem zu schliessen (Chr0n±)92$S) — aas didaktischen Gründen 11 i n 1 isplHgl nat ' Die dem Käsige- WMmahrene Gnnstbezea gong nämlich sollte djaamÄeliten am Ende!eines für sie vedräagnisvol^rxieitpanktes wiederholenrlich belehren, dass ihr Böos selbst in der Gefangenschaft noch von dem anderer Völker verschieden sei ((Uwl), und ihnen Hoffnung einflössen, dass durch die sich! stets wiederholende, unendliche Gnade Gottes auch ihr Geschick sich bald ändern, and ihre Leidengeschichte ein gutes Ende nehmen werde. *) Val. GrtiM n. a. O. H. Note 9. Hi! Jerem. 8. 424 Keü, Comm. Kön, 8, 607. עד. יום מותו Jer. 6sr v. 11 und 84 sind Seder Olein Cp. 6 und 6 gleicht die Anw Jee 58,28. 29. 80 ine 7. 8. und 23. Beligii K. 26J3, Jer. 39.2. 58,12 durch verschieden! aus. Die letete Kxilirang erfolgte gelegen( gegen Tyrus. J *ל Die Worte צ1 רצה Jer. 61,64 Verfeeeer der Oeechiehte vom Felln Jerusalem! ans. Sie können eich anf die Weieeeguugen ziehen, vgL Pa 78^0. - - i . der Prophet .ach die Worte!tbare O-lceroa.) der VerbeAnusg jsbr Neb.’» mit Z&hlungsweiaen eines Feldxugee Litteratiir bericht Reoeztsionen. ־. . rA- . ’ The Jewiflh Qaarterty Review, edited by O. Abr thams and O. G. Moabrilor*. ^VoL ZL No. -4 Jnli 1890. London, D. Natt, 270. Strand, W. O. Als ▼or ungefähr swei Jahren die erste Naauaar der obigen , Revue• erschien, gab ioh in diesen Blättern die Tendens and den Inhalt desselben kars an. Seitdem sind noch 7 weitere Nummern regelmässig and periodisoh erschienen, die eine reiohe Falle von infcecessanten littersrischen Arbeiten enthielten, and somit den Faohgenossen nach allen!Seiten bin befriedigten. Die raison d’ 6tm einer solohen werthwoUen Zeitschrift in England ist daher ausser Frage, and steht es an wünschen, dass ihr eine recht lange Lebensdauer besohieden sein möge. Jüngst ist die achte Nummer erschienen, welohe den zweiten Jahrgang absohliasst, aal man kann-von ihr mit Recht sagen, dass sie eine der inhaltreiohstea unter den bisher veröffentlichten Nummern ist. Den Ehrenplate nimmt darin eine eiemliah aaaführliobe Biographie des Chief-Rabbi Dr. Adler sin, wMöhe den Direotor des Jows’ College, Dr. Friedländer, xam Verfasser hat Derselbe entwirft darin ein treues Bild von dem edlen Hingeschiedenen, von ■einem geistigen Wirken and Soliaffen im Interesse ■einer eigenen Gemeinden and dem des geeammten Jadentfcams. Dieser Biographie folgtein Nekrolog (von Prot D. Kaufmann in Pest) über den nnlängst hingeeohtedsnsa und in den gebildeten jüd. Kreisen wohlbekannten Professor F. Delitaeoh, worin die Licht- und Schatten-' seiten der litterarisohen Thätigkeit desselben vom jüdischen Standpunkte ans betrachtet r40ht klar and treffend geaeiohnet sind. Jeder wird wohl dem Vsrfesser beistimmen, dass, obaehon ProC Delitaeoh mit den Missionären liehäugelte and die gaaae Jadensöhaft ■am Christenthum bekehrt wiesen wollte, Istxtara dennoch stete sein Andenken in Ehren halten wird, da. er namentlich anf dom Gebiete der jüd. Wiesensohaft and Litteratar manch herrliche Reeaitäte ans Licht gefördert hat. Der dritte litterarisohe Beitrag in disesr Nummer ist eine Mittheilnng des Prof. Sayoe in Oxford n. Betreff einiger in Egypten vor Konern ansgegrabeoon Tafeln, die er auf seinen jüngsten Reisen im Orient känfliah erworben hat. Dexunter ist eine, welche eine in grieohisoher Carsiysohrift abgefasste Quittang über eingetriebene Steaergeider enthält, die der Sekret(? eines gewissen Simon, Sohn Eleasars, im Nassen seine■ Herrn und Gebieters aussUUte, ,weil dieser des Schreibens unkundig war.* Dis besagte Quittung trägt das Datum 141 ▼. Ohr. and ist insofern intemssant, als daraus harroigeht, dass im ■westan Jahrhundert vor der gewöhnliehen Zeitreaknang; eins keidnieohe Regierang es nicht für uagesetsRch gehalten, einen halbgebildeten Jaden mit einem Stwtaamt aq bekleide■, damit er die- ,heiligen* Stenern in dar Stadt Theben, in Egypten, eiatreiben sollte. Seitdem sind swei tausend Jahre vsrfloeeen, and trofk des grossartigen oaltarellen Forteohrittee der meneehlioh«S1 Gesellsohaft giebt es noch jetat ehristlieh» Eggn rangen anf dem Festlands Europa’s :— daa ,heilige* Russland. an der Spitae —-, die Bedenken *mg*■» einen Jaden selbst als Nachtwächter aa besohädigwu Da bewährt sieh so recht das alte Wort ר תועה: ,Selbst Steine schreien gegen das Unrecht»■ laut auf*

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