Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 32. (7.8.1890)
- Date
- 1890-08-07
- Page
- Seite 126 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Dar beengten iuteceeenntim Mittkeilung folgt ein langer Aufruf« Ton Dr. Hiraoh in London Über di« T0n jüd. Antoren Terfaseten ■ogen. »ibyllischeo Orakel, welches Thema bekanntüoh Dr. Benno Badt in Brealan vor mehreren Jahren bereit* ausführlich behandelt hat. Doch dürfte der Fachgelehrte manche nene Oedanken and Schlüsse darin finden, die bisher nnbekennt waren. Nicht minder leeenwerth ist die darauf folgende Abhandlung des Herausgebers der Revue, Mi. Claude Montefiore, über ,das Datum der Abfmssnng und den religiösen Werth der Sprüohe“, worin der Verfasser sei Le grosse Belesenheit und sein gediegenes Wissen auf dem Gebiete der modernen Bibelforschung an den Tag legt. Als Hauptartikel in dieser Hummer sind noch su erwähnen: ״Die Ansiohten eines unitarischen Geistlichen über talmudisehe Gelehrsamkeit“, von Rev. Travers Herford; ״Die Sabbatharier in Ungarn“, von Prof. Bacher in Pest; nnd last but not least ״Jüdische Ideale“ von Mr. Joseph Jaoobs. Kurse wissenschaftliche Notizen und Kritiken liefern in derselben Nummer: Dr. Neubauer, Prof Gottheil und die Herren Abrahams, Simon und Soheohter. Letzterer bespricht das von Heren Demkitzer in Krakau unter dem Titel כלידת יופי edirte Buch, welches die Geschichte der Rabbiner der Stadt Lemberg enthält. Ein einziger Punkt da• rin verdient besondere Erwähnung, weil gerade äugenbück! ich hier zu Lande recht viel in den hiesigen jüd. Organen über die Autorität des Codex ״Schalchan Aruch“ disoutirt Wird. Herr Sehechter weist darauf hin, dass laut der Anssage des Verfassers des in Rede stehenden Baches sowohl der Autor des לכוש (R. Mordeohai Japheh), als auch R. Moses von Lublin (מה*ר*ם) sich gegen die Autorität desselben aasgesprachen haben. Es geht daher deutlich .daraus hervor, dass das noli me tangere selbst von anerkannten frommen Talmudisten in Betreff des besagten Codex . als nicht anwendbar erachtet worden ist. Mögen diejenigen, die anf ihn schwören, immerhin ungehindert fort&hren, ihren Uebefrock und Regenschirm am Sabbath zu Hause zu lassen, aber höchst lächerlich ist es, wenn diese Leutchen offen erklären, dass der Judean sein aafhöre, welcher der Bequemlichkeit wegen die genannten Gegenetände am Sabbath benataf ]Diesen verblendeten Schwärmern ist Herrn DembitzezV Bach, das in hebr. Spraohe abgefasst ist, ganz besonders za empfehleu. Harrow, Ende Juli 1890. Chotzner.^ Steiaits, Clara Im Priesterhause. Original-Erzählang. Berlin 1890. S. Oerstmann’s Verlag. W. Regentenstresse 30. Die Verfasserin, durch hervorragende belletristische Leistungen, wie ״Des Volkes Tochter", ״Die Hässliche", ״Ihr Beruf", in weiten Kreisen längst rühmlichst bekannt, bietet uns in vorliegender Erzählung ein Bild aus dem jüdischen t Familienleben der Gegenwart, das sie bei aller Begeisterung für ihre Glaubensverwandten und deren erhabene Religion in seinen Licht- und Schattenseiten ebenso wahrheitsgetreu wie anmuthig zu schildern weise. Die Schrift nimmt unser Interesse in hohem Grade gefangen und fesselt es bis zum Schluss; auch sie bekundet, gleich den andern Arbeiten der Verfasserin, deren feingebildeten Geist, vornehmen Sinn und glänzende Daratellungsgabe. Wir begegnen übrigens in dem Roman Bemerkungen, die als kostbare Perlen zu bezeichnen sind. Kein Geringerer als der Grand-Rabbin von Frankreich, Herr Zadoc Kahn, in dessen Haus die Verfasserin verkehrte, hat die Widmung des Werkes anerkennungsvoll entgegengenommeiL Wir empfehlen die Schrift in der Ueberzeugung, dass Alle, die unsem Hinweis auf sie beachten, uns für denselben dankbar sein werden. Berlin. Dr. Ph. Kr. Litterarische Notizen. Bo■. Die Directoren der ״Vaticanischen Bibliothek und Archive" sind im Begriff, eine Zeitschrift herauszugeb en , in welcher eiDe Auswahl seltener und ungedrnckter Urkunden veröffentlicht werden soll. (Hoffentlich wird hierbei auch Vieles die jüdische Geschichte Betreffende heraus komm en) Pari*. Ein interessanter Fund ist in der National-Bibliothek gemacht worden. Er besteht in einem im Jahre 1399 in einer Vorstadt Perpignans geschriebenen Bibelcodez. Derselbe ist prachtvoll illustrirt und hat einen silbernen Schild mit hebräischer Inschrift, aus welcher zu ersehen ist, dass der Codex einst einem Sabathai ben Kalonymos gehörte, dessen Wappen in dem Inhaber eine geadelte Person verm uthen lässt. (Hebr. St.) Litterarischer Anzeiger. Her!täte■ ans dem Verlag von J-JKmCzm■■ in fraatfin a. A: ■Inch, Dr. med. M., Betteln und Hauairen ist hier verboten. Eine Studie zur socialen Frage. M. —,60. [440J lirrell, Drl A., Die sociale Frage im Jaden tbnme. M.—,80. Feileheufeld, Dr, W., Die jadisehen Gegner der Heimkehr und des Tempel banes unter Cvrus. 1L!,«ft Füll, R. Ahron, בית אהרן entbähend Reeponsen und Glossen zu den meisten Traktaten des b ab yl Talmud, zum Aruch, Tischbi u. Methurgeman, nebst einer ausführlichen von Rebb. Dr. H. Horovits geschriehene Charakteristik des Verfassers, herausgegeben von dessen Söhnen. M 6,—. Fmkfirt l 1 1. laafui JMiacfcr M8- 8. Haas-Ialeoder (frthsr: IiebenDsnn) ■Bfär das Jahr IIIIb mit einem Jahrbuch zur Belehrueg und Unterhaltung, 14 Bogen stark, herausgegeben von Br. ■. Brunn, Rabbiner in Pless. ist erschienen. Der Inhalt ist sehr lehrreich und unterhaltend. Zu beziehen darchUnterzeicbnten und für den Buchhandel durch Wllh. Jaeeheehn ft Ce, Breslau, 4404] Kupferschmiedestr. Gleichfalls erschienen: Silzbaeb’i jld. laleider (לוח) pro 6651. 09* Keujahrikartea sind auch durch Unterzeichneten zu beziehen. Th. Sehutsky, Buchdruckerei u. Verlagshand l. Brealen, Wallstr. 14. ^^”^^^^M^MtraHÖsstsfelnjintnCartenbeilijen^ J יי■ Vollständig liegt Jetzt vor: V, MEYERS Konversations- Lexikon VIERTE AUFLAGE. I Dtn 7. Baad liefert Jod» Buchhandlung zur Aneteht ן Verlag äse Bibliograph. Institut» In Leipzig. 7י l» HulMmnzbUde«» je 10 Mk. — 256 Hefte za ]6 80 Pf. 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