Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-08-07 · N° 32. (7.8.1890) · p. Seite 124

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 32. (7.8.1890)
Date
1890-08-07
Page
Seite 124 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/6492408-6575064-8757857--2039-4857070
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

derselben aiupeadUoeeen heUe, und di• Leato werden »eheeklieeehek deren gewöhnt heben, den bsnnloeea Glasschleifer, der nebenbei euch gern ein wenig philo* •ophirte, ek •inen der ihrigen *u betrachten, and da man ei flepelin Holland mit •blähen Dingen •o gaas gacan nicht ngkm,*) 80 ist ea durchaus nicht nnwafanobeialieh.־ da•• die reformirte — damals die Lgadee-Kirohe, ihm unbeanstandet •ine Stelle unter ihren Todten gewahrte, obgleich er ihr gaT nicht angehörte.**) Ha ist bekannt, dass er einige mennonitisohe Freunde hatte, and die Arminianer, welche ein kirohliokee Lehramt and ohne Dogmenswang nach der Biohtechnar christlicher Sittenstrenge lebten, fanden ebenfalls in einem Th eile der Hennoniten ihre nächste religiöse Yerwandteohaft. Sie worden sogar daroh die Synode Von Dortrecht von der Kirohengemein• sohaft ausgeschlossen, später aber wieder sngelassen, and haben unter dem Hamen Collegianten einseine freie Gemeinden, namentlich in Rijnabarg and Amsterdam gebildet.***) Sn Anhänger dieser stillen Gemeinden bot ihm einst, als ex aaagewieeen wurde, in einem Landhaus« kwischen Amsterdam and Anwerkerke •ine Zaflaohts- Stätte an, die er anoh annahm and wo er vier Jahre in~ Zurückgezogenheit lebte. Yon dort siedelte er mit seinem Gastfreande nach Bijnsbarg, in der Mitte der Collegianten, Aber, wo er in einem niedrigen Hänschen in einer Game wohnte, die noch heut das Spinösagi880hen heisst. Dann sog* er nach Yorbarg, in dm Sähe vom Haag, wo er oft von Freunden, Gelehrten, Staatsmännern, Militärs and Kaafieaten besucht wurde, die ihn schliesslich veranlagten seinen ־Wohnsitz nach dem Haag za verlegen. Dort miethete sich der berühmt gewordene Mann zuerst bei einer Wittwe auf dem Yeerkay ein, ergab «ich ganz seinem idaztphilosophischen Leben, arbeitete and stadirte, indem er oft zwei bis drei Tege mubrachte, ohne Jemanden zn sehen. Als er aber sah, dass seine Ansgaben txots seiner Einschränkungen immer noch zn gross ihr seine Verhältnisse waren, miethete sr sich das Dachstübchen bei dem Maler van der Spijok, wo er in gewohnter Weise fortlebte, bis ihn gaas anerwartet der Tod von seinem langen Jieiden erlöste. Er hatte seit vielen Jahren an der Aassehrang gelitten, and nur daroh seine aasaeroraentliohe Diät hatte er sich so lange erhalten, ohne ea ahnen, oder dam Anden ahnten, wie nahe sein Ende war. Eines Ikgee als sein Wirth, der ihn noch vor kurzer Zeit monier verlassen hatte, zu ihm in’s Zimmer trat, fand er ihn tot; er war während seiner Abwesenheit sanft nnd friedlich, wie er gelebt hat, ans einem Leben geschieden, in welchem er es eigentlich keinem recht machen konnte. 80 war es auch gekommen, dass er, der ohne •einen Willen in einer jüdischen Wiege gelegen, anoh' ohne seinen Willen ein ohrist• Hohe• Grab gefunden; dam Beide, Jade and Christ, einen AntheiT an ihm za haben glauben, ohne dam er weder dam Einen nooh dem Andern angehört, and der Nätne , protestantischer Jade*, den ihm der en£- lisohe Gelehrte Cbevrean beilegte, ist vielleicht die richtigste Benennung, dis man für ihn finden konnte. _ (Bchhue folgt.) *) Nach* einer PrivetmittheiluDg de• Herrn Prof. Dr, Conrat in ATn«f«ad»w1■ ־ **) Sein Wirth sorgte für •ein Begräbnis*. Der Bachdmeker Jean HieuWerts• •ne Amsterdam hatte ihn darum er* »acht and wollte fti alle Ausgaben entkommen. Coleme. ***) Becker, Weltgeschichte Bd. 11 406. — Cnno Piecher, Geseh. d. neaea Phil. Die Varianten in den biblischen Parallelen, rcrgliohen von Dr, AcL PraaItl־ÖfÜn,״'׳,״**"׳? (SohlaM.) VH. Die Zerstörang Jerusalems. Die Einnahme Jerusalems durch Nebukadnezar wird II. Kön. Cp. 24,18—20. 25,1—30 in wesentlicher Uebereinstimmang mit Jer. Cp. 52 geschildert.*) Der Sammler der heil. Schrift dürfte die Erzählung von der traurigen Kathastrophe Jerus.’s, welche bei ihrem grossen Interesse gewiss mehrmals abgeschrieben wurde (Jer. 39. Septnag. Jer. 52), in zwei verschiedenen Eecen'sionen vorgefunden haben, und er gab jede von ihnen au den für sie, als passenden Abschluss der betreffenden Bücher, geeigneten Ort Aus einer Untersuchung des Verhältnisses dieser beiden Relationen zu einander entnehmen wir, dass U.Köa. 24,18—20 mit Jer. 52,1—3(ויהודיה), ferner K. 25,2 mit J. 52,5; K. 25,5. 9. mit J. 52,8. 13. (,לעמל אחרי, בירושל׳, אח צדקיה), K. 25,18 mit J. 52,24 (,צפניה המשנה) K. 25,20. 21. J. 52,26. 27 (אל, דכה) K. 25,28. 29 mit J. 52,32. 33 (ושנה, ממעל) ganz oder fast gleichlautend sind. Bei den übrigen Versen zeigen sich bedeutende Varianten, welche den Text in Kön. als den ursprünglichen erkennen lassen. Zunächst bietet dieser eine ganze, zusammenhängende, die historischen Momente in chronologischer OrdnuDg darstellende Geschichte vom Falle Jerus.’s dar, während der Text in Jerem. mehr fragmentarischen Charakter besitzt, selbst nach der Ergänzung durch die in Jer. Cp. 39—41, zerstreuten Stellen unvollständig bleibt, und manche wichtige Bestandtheile, wie die in Jer. 40,7 als bekannt vorausgesetzte, deutlich nur in Kön. erwähnte Ernennung Gadaljah’s zum Statthalter und dessen Ermordung, fortlässt Das in Kön. Fehlende hingegen betrifft nur Nebensächliches. Die nähere Ausführung des Verfahrens gegen die Fürsten Juda’s (Jer. 52,10) wird K. 25,7 für V. 19 Vorbehalten; einige Namen und weitläufige, wie überflüssige Beschreibungen der Tempelgeräthe, die wahrscheinlich auch im Urtexte in dieser Form (Jer. V. 17—23) nicht vorhanden waren, gibt K. V. 14—17 abgekürzt wieder. Hinsichtlich des Schwankens der Zahl zwischen K. V. 8 כשבעה und J. V. 12 בעשור: v. 17 שלש und j. 22 חמש; v. 19 וחמשה und J. 25 ושבעה; V. 27 בעשרים ושבעה und j: V. 31 בעשרים וחמשה lässt sich nicht entscheiden, welche die richtige und welche die fehlerhafte ist. Uebrigens beweist selbst dieses wenig, wenn man bedenkt, wie leicht und oft, unbeachtet und unbemerkt gerade Zahlenverwechslungen entstehen. K. 25,6 רדברו Plural kann auf die Hofbeamten, welche Zidkia gefangen nahmen, sich beziehen. K. Cp. 25 geht nicht auf die Erzählung der einzelnen, zu verschiedenen Zeiten stattgefundenen Deportationen (597. 586. 581) näher ein, weil über diese schon Cp. 24,14—16. 25,7. 11. 19 zasammenfassend und speciaÜsirt, hinreichend berichtet *) Dm Bach Jerem״ welches an Jesaiaa, gleichsam als Bewahrung dessen an Hiskia gerichteten Prophezeiung (89,6. 7) sieh enge snschlieast, bietet manche Parallelen mit diesem (Jer. Cp. 10,14 » Jes. 40,19. Jer. 48=Jes. 16. Jer. 51 Jes. 14); es citirt wörtlich (16,18) die ,Worte Micha’s (3,12) und beruft sich aal die ihm unter Hiskia gewährte Redefreiheit; vgL ferner Jerem. Cp. 4,23 mit Ezech Cp. 10. 18. 84. 86. 39; Jer. 10,6. 7. 13. 25 mit Ps. 79,6. 13S und 137; Jer. 49,9. 11. 16 mit ObeA'• 1,3. 7; Jer. 20,14 mit Job 3,3, wodurch Jeremias seine Kenntnis der gsnzen damaligen prophetischen Literatur zeigt Viele Stellen lauten parallel mit dem Pent., aus welchem er das auf Lasttragen erweiterte Gebot des Sabbaths (17,2 ) das Recht dar Anslösung (Cp. 37), das Gesetz von Scbeunte (Op. 34) and Nasir (Cp. 36) anl&hrt; er betont die Beobachtang der biblischen Sittengebote mehr als die Opfer (Cp. 6,2077,4. 21,11. 22,8—6. 15) und beschäftigt sich mit philosophischen Problemen, wie mit dem Ausgleiche des Widerspruches zwischen der gOtfcliehen Gerechtigkeit and der Bestrafung der Kinder wegen der־ Sande der Väter (Exod. 34,7 »Jerem. Cp. 31,30. 32,18). oder mit der Losung der Präge Ober das Wohlergehen der Bösen (Cp. 12,1—3), in welchem Gedanken er mit Bebak. 1,12—17. Ps. Cp. 73,3 a. Job. 21,7 zusammen trifft.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.