Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 30. (24.7.1890)
- Date
- 1890-07-24
- Page
- Seite 116 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/6492408-6575064-8757854--2029-4857060- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Gemisch von Jadenaiufr; Oknetenthwm exiatirta, and auch muht fUr einzige, <mt mit beiden in Konflikt geriath. Er könnt*, whl dieOafakr, die ihm .drohte, . aber tim ■ohiaektarikx stakt •b, enwneete, deee die Ktfohe 'die Meaht baaasa, Andersdenkende eie Eetaer entweder eaf die Föfter sn strecken, am sie sar Büokkehr ea bewegen, oder wenn des niaht halij' denn musste der Scheiterhaufen herhelten. Für die Jaden Wer ee allerdings so Schümm nicht, denn diesen stend nar di» Aasetossang eas ihrer Gemeinschaft and der Bennflaeh xa Gebote. Wer des der rechte Weg, am dem Geiste eine endere Biobtang sn geben? Der Schwächlinge vielleicht, am sie sa Heuchlern sa machen; die Sterken sehen dem Tode dreist in’a Angesicht, diese können wohl schwenken, aber sie straucheln nicht. .Als Galiei ׳während der Folter seine Meinung sa ähdern versprach, rief er, sobald die Qaelen derselben naohgelesaen, mit schmerz erfüllter Brost: ״ — and sie bewegt sich doch!*•). Und eis Spinöse mit dem Bannflach eas dem Jadenthume easgeetossen wurde, wes hat des genfitst? Sein freier Geist, der sich mit Adlerschwingen fiber die Vornrtheile and Kurzsichtigkeit der Menschen emporgeschwungen hatte, wurde dadurch nicht gehindert, endere Bahnen einenschlagen, nnd getrieben von der feeten Ueberzeugang seiner Ansich deohte er wie jener Märtyrer der Wehrheit: ״— nnd eie bewegt sich doch 1“ Dabei hatte er im Grossen nnd (Jansen eigentlieh nichts gethan, wes nicht schon Andere vor ihm gedacht nnd empfanden hatten, die aber frei aasgingen, weil sie nioht offen hereaetreten mit ihrer Meinung, wie er, and er klagt selbst in seinem bereits erwähnten Traktat (Kap. 8): ״dass derjenige für einen Ketzer gehalten wurde, der nioht glaubte, dass Moses der Verfasser der heiligen Schrift sei, and aas diesem Grande habe anch Eben Esra, ein Ms«״ von freiem Geiste and bedeutender Gelehrsam• keit, der unter allen, die er gelesen, der erste gewesen sei, dem dieses Vorartheil auffiel, es nicht gewagt, seine Meinung offen zu erklären, sondern die Sache nur mit dunkeln Worten anzadeuten, die er selbst nicht ansteht deatlioher ca maohen, and die Saohe selbst evident daranthan.u Seine Nachfolger bedurften dieser Klage nioht mehr, and z. B.Zanz sagt sohon in seiner Bibelkritik gans 80 offen wie er: ״ — dass das Bach Leviticus ן erst etwa tausend Jahre nach Moses abgelasst worden sei; gewisse Feste seien den ersten Verfassern des Pentatenohs ganz unbekannt gewesen; das Deutoronomium bestehe aas drei Theilen, wovon der erste and dritte zur Zeit des Jeremias verfasst za sein scheinen; der Name Ezekiel sei eine Mythe, der Verfasser des Baches unbekannt, die darin vorkommenden Zeitengaben nnd Erzählungen unecht nnd erdiohtet, u. 8. w.“ Wae hätte die emsterdamer Gemeinde, vfos Rabbi Jseek Aboab deea gesagt? Wenn auch bei ans dieser oder jener etwas daran aaszusetzen hatte, oder noch haben mag, so hat man Zone doch ruhig gewähren lassen, nnd es ist keinem eingefallen, ihn oder sein Bach in den Bann za than. Die zweihundert Jahre die zwischen beiden Forschem liegen, sind nicht ganz spurlos-vorübergegangen and man hat unterdessen gelernt, milder nnd nachsichtiger fiber solche Menschen zu urtheilen nnd die Welt geht ruhig ihren VJeg weiter. — Spinoza hatte gar nicht einmal die Absicht mit seinem Wissen Propaganda za maohen; ja, er erklärte sogar seinem Freunde Oldenburg, als er von ihm angegangen wurde seine Schriften za veröffentliehen, ״— dass er lieber schweigen wollte, als den *i Ein Jahr nach Spinoza’« Geburt. Menaohen seine Ansichten aufzudringen qad •ie zjnh za Feinden zu machen.“*) :!■*1 i ' Noch ferner lag ihm jede PraeMyt^nmaohefiai, aber man befürchtete ee, ubd das genügt*, am ihn ■ mit dem grossen Bann in seiner sobraoklidÜstab Form au belegen. Er wurde nadh Vorschrift verflaftt «ad niemand durfte mit ihm mändlioh oder sohriftljoh verkehren, noch ihm eine Gunst erweisen, noch unter einem Daohe, noch innerhalb vier Ellen mit ihm weilen, nooh sine Schrift Ibssd, die von ihm verfasst oder geschrieben wäre. Als man ihm die Naohrioht von den Band brachte, bat er zwar nioht wie Mendelssohn gesagt, es macht mich herzlioh laohen, aber er 8011 kaltblütig gesagt haben: ״—immerhin, man zwingt mioh za niohts, was ich ohnedies gethan haben würde.“**) Damit war jedenfalls die Brüoke zwischen ihm and den Seinigen auf immer abgebrochen, und an eine Annährang von keiner Seite za denken. (Fortsetzung folgt.) Die Varianten in den biblischen Parallelen, verglichen vod Dr. Ad. Frankl-Grün. VI. Die Belagerung Jerusalems. (Fortsetzung) V. 18 רקראו אל המלך fehlt bei Jes. 36,3 mit Unrecht; diese Worte bewirken einen besseren Zusammen• hang in der Erzählung, denn der König muss nach V. 36, Cp. 18 in der Nähe des Volkes und der Gesandten gedacht werden.***)’ Cp. 19,35 ויהי בלילה ההוא (fehlt bei Jes. 37,36) schliesst die Aufeinanderfolge der Begebenheiten inniger an einander, was überhaupt einen Vorzug der Relation in ״Könige“ bildet. Anch bei den einzelnen variirenden Wörtern hat der Text in Kön. die Wahrscheinlichkeit der Originalität für sich. In V. 13 ובארבע (Jes. רהי כארבע) erkennen wir den Chronikstil, wie er in den Annalen des מזכיר sich vorgefunden haben mag; das Waw copulativum, welches die engere Verbindung des Folgenden mit dem Vorhergehenden bewirkt, hat Jes. 36,1 in das für den Beginn einer besondem Erzählung passende 'TI amgeändert und damit gleich am Anfänge die Umarbeitung verrathen. Chron. II. 31,1 drückt den festen Zusammenhang mit dem Früheren durch אחר הדברים האלה aus;ראמר לבקעם das.kann mit unserem Texte עלה דתפשם übereinstimmen, weil oft bei zwei einander ergänzenden Verben das zweite die Bedeutung des Infinitivs hat, Job. 6,9, Esth. 8,6, wie denn auch wirklich Cod. Cp. 18,25.עלה להשחיתה statt עלה והשחיתה lesen, vgL Chr. II 31,2 ופניו למלחמה; demnach wäre bloss von einer beabsichtigten Eroberung die Rede.־}־) *) Briefaammlang No. 3. **) Lukas, Biographie Spinoza’s. *•*> Dieser gegenseitige verkehr zwischen den Gesandten feindlicher Machte erklärt sich durch die schon bei den alten Völkern geltende Unverletzlichkeit der Gesandten, vgl. Num. 21,21, Mechilta Ende Jethro IL Chr. 13,4, Jos Ant. XV. B• de belio Jad 5. B 8,11, Philo vita Mos. p. 121• — Auaführlieh handelt hierüber meine Dias. ״Das isr. Kriegs recht*. — Doch dürfte nie die Redefreiheit in solcher entmuthigenden, ▼erführerischen und gotteslästerlichen Weise verletzt worden sein. (Chr. 32,18.) f) Nach der Cylinder-Inschriit bei Schräder a. a. O. wurde diese auch siegreich ausgeführt. Als Grund wird dort ange־־ geben, das Sanch. die Befreiung seines Bundesgenossen nnd va- «allen, des Königs von Ebon s. IL Kön. 18,8, welohsr von den Grossen an Hiskia ausgelietert wurde, erwirken wollte, weshalb er dis befestigten Städte belagerte, einnahm und 200160 Menschen als Gefangene, zahllose Pferde nnd Rinder als Kriegsbeute fortführte. Hiskia selbst, der sioh nioht unterwerfen wollte, wurde wie ein Vogel im Tfafig in der Königsstadt Jer• eing^ schlossen, welche belagert und vom übrigen Gebiete getrennt wurde. Nach einem andern eingehenderen Berichte bildet die Belagerung Jerusalems bloss ein« Episode im Zuge gegen Aegypten* Aethyopien, <üe sich mit andern Staaten, Jud&a inbegriRea, verbanden, am sich vom l&stigen Joche Ass.8י zu befreien. Jrrüh-