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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-07-10 · N° 28. (10.7.1890) · p. Seite 109

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 28. (10.7.1890)
Date
1890-07-10
Page
Seite 109 (sequence 3)
Language
German
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schliesst, wurde anch als Haftarah dir d<jn Alw.b1.jH•■ imtl und den siebenten Tag n0C bestimmt In ihrer gegenwärtigen uns in 8amael and den Psalmen vorliegenden Gestalt scheinen' die Versionen Von zwei verschiedenen Sammlern herzaführen. Docji hat 8amnel besser den ursprünglichen Text, vieOeiebt gar das Original erhalten. £8 ist seine Echtheit ans V. 1 Cp. 23, welches mit Beziehung auf das vorhergehende Op. ארה דברי דוד האחרנים über schrieben ist| (Tr. Moed. kat 8. 16), zu erkennen, vgl. 23,1 m. 22,ן. Der Psalmist hat die Uebersohrift von Op. 22 nachgebildet und nur das prosaische וידבר in למנצח, und ומכף der Abwechselung wegen in ומיד umgewandelt Auch hat der Wortlaut des Sam. Text viele Stellen correcter, als die Psalmen, und enthält die ursprünglichen Lesearten, älteren Formen und ungebräuchlichen Ausdrücke, welche der Sammler der Psalmen mit Benutzung des Keri in 8am. corrigirt, durch gewöhnlichere, leichtere ersetzt hat, um sie dem Volke verständlicher, zum gottesdienstlichen Zweck brauchbarer zu machen. Ferner ist in Sam. die ursprüngliche defeotive Schreibweise vorherrschend (V. 6, 20, 43, 44, 47), während in Ps. die eine spätere Abfassungszeit bekundende scriptio plena gebräuchlich ist In Sam. sind die Abweichungen des Keri von Ketib an 7 Stellen angemerkt (V. 23, 38, 84, 40; 8, 16, 52), bei deren enteren 4 der Psalmist, der diese Untencheidung nicht mehr kennt, für .das Keri und den übrigen für das Ketib sich entschied.*) In Sam. V. 4, 6, 8, 12, 14 ist die kürzere ältere Form erhalten, vgl Psalm 5, 18, 19, 37, 29, 36, 37, 39. In Sam. V. 13 gleicht דשת den übrigen Verba V. 10—12. In V. 16• ist 3 אפו. Person analog ישלח V. 17; statt der älteren Form nnn S. V. 41 hat Ps. נתת, v. 33 דתן statt דתו־; V. 37. 46. 48.תחתי• statt תחתני. Für die spätere Abfassung des Psalmtextes hingegen spricht gleich der V. 2 gebrauchte ohaldäische Ausdruck ארחמך statt אאהבך. Der Psalmist hat V- 2 und 3 aus Sam. in einen zusammengezogen und musste daher mehrere Wörter fartlassen (vgl. V. 3. 39, 47.), während er in V. 7. 12. 13. 14. 15. 36. manches hinzufügt und V. 20. 45. 46. 60. Buchstaben Wörter und Sätze umstellt und versetzt In V. 52 hat er מגדול in מנדיר» entsprechend עושה» umgewandelt. Wir sehen'daher im Psalmtexte fast überall Zusätze, Erweiterungen . und Verwechslungen, welche dessen spätere Aufnahme in die Psalmsammlung beweisen. Der Ausdruck מנדול V. 52, der schon auf ein befestigte8 Königreich hindeutet, spricht so wenig gegen die Ursprünglichkeit des Samueltextes wie V. 7 מהיכלו den Bestand des Tempels bedingt; es sind dies poetische Ausschmückungen. Es wäre somit die Originalität des echt davidisohen Siegesliedes in Sam Op. 22 erwiesen. Es darf uns nicht befremden, dass wir inmitten einer prosaischen Geeehichtserzählnng ein poetisches Stüok antreffen. Den umgekehrten Fall finden wir bei der Schilderung der ״Belagerung Jerusalems“ in den Parallel-Cpp. Jes. 36—30, zu deren Erklärung wir jetzt übergehen wollen. _ Grimm’s Märchen und der Midrasch. Die Juninummer der ״Folk-Lorel‘, welche sioh unter Leitung des Herrn Joseph Jaoobs in London au einer vortreifiiohen Bevue gestaltet hat, enthält einige werthvolle . 8plitter aus ן der Werkstatt des Herrn Soheohter. Es ist dies eine Vabbinisohe Parallele au einem Grimm'sohen Märohen, einem ״Mi- *) Die (Septuaginta gleicht die »wischen Sun. und Psalmen Teraehiadenen I «leerten V. 16, SS upfl 96 mu. Zur Verweoheittng עכרו mH כעדו v. 14 vgl oh«» u. a. o. n Nut» 7. Sie Verandarang אםיקים :in 001י V. 16 hat der Psalmist des 'Wohikiasgei wegen vozgenommeu. dnsoh Bagadol“ Manusori.pt aus Temen aas dam 14 Jahrhundert, welohee Herr Soheehter heraus»- geben beabsichtigt, entnommen. Der karse Inhalt der 8aga'ist folgeädar: Ein Jade und •in Heide gingen sawstmes über Weg und dispatirtan üb«‘dm Vorzüge ihrer respeotiven Religionen. SU wnndetea sioh, da sie sioh nicht einigen konnten, mit ihrem Streit» an den Satan; dieser erschien ihnen »ent in Gestalt eines alten Mannes und entschied «a Gunsten des Heiden; dann erschien er ihnen in Ga* stalt eines Jünglings nnd entschied in demselben Sinne Der Heide, welcher die Wette gewonnen hatte, erhielt von desa Jaden all sein Geld una dieaer brachte hieraaf tief bekümmert die Nacht in einer Baina aa. Hier hörte er die Unterredung dreier päasoaea aa. Der eine erzählte freudig, wie er einen Jod» betrog» hatte; der andere ersählte, wie er die Krankheit der Königstochter bewerkstelligt hatte, wobei er gleichtzeitig das Mittel nannte, daroh welche» er sie wieder heilen könne, was der Jade natürlich aaeh hörte; der dritte Dämon erzählte, wie er in einem gewiss» Lande eine Dürre hervorgerufen hatte and wie dis Quellen wieder geöffnet werden könnten. Der Juda begab sich hierauf des Morgens früh aa den Hof das Königs und heilte die Pcinswsin; dann rfästa er naoh dem Lande, wo die Waeserqaellen vertiegt wagen, nnd zeigte den Einwohnern, wie eie Waieer erhalten könnten. Für diese beiden Dienste wurde er reioh* lieh belohnt and begab sioh dann wieder aa seine» heidnischen Gefährten. Als dieser Alle« vernommen hatte, was geschehen war, wollte er äaoh eine Nacht in der Baine »bringen, wurde aber von den Dämönen getödtet. Diese Sage, welche offenbar eine Variante. « Grimm'» Märohen *die zwei Beisenden" ist, steigt wahrscheinlich einzig in der jüdischen Midrasch- Litteratar da nnd wir hoffen, dass Harr Schächter noch viele andere derartige Beiträge für das Stadium der vergleichenden Völkerkunde besitaen .wird, 0. Recensionexu Phlllppson, Dr. Ludwig. Die Rhetorik und jttdisohe Homiletik. Naoh dem Tode des Verfassers, her*, ausgegeben von Dr. M. Kayserling. Leipzig. Th. Grieben’s Verlag (L. Femau) 1890. 1 Einer der hervorragendsten Pfadfinder des modernen,' jüdischen Coitus hat in diesem literarischen Vermäoht» nisse seine Anschauungen über Form, Inhalt und Zweck der Predigt dargestellt Dis Ansichten eines solchen Mannes verdienen gewiss gehört zu werden. ־War . ja Philippson nioht nur selbst ein ganz bedeutender Prediger, sondern noch dazu einer der ersten Männpr, welche die Predigt in der Synagoge schufen. Ihn hat nicht nur ein feiner Geschmack ausgezeichnet sondern anch eine richtige Beobachtungsgab«, die er über ein halbes Jahrhundert als Publiojst bewährte und endlich besass er die seltene Eigenschaft der Mäasignng and der Anpassung an gegebene Verhältnisse, welche das rechte Wort zur rechten Zeit za sprechen weise. . Nach alldem könnte man erwarten, dass Philippson’s Bach etwas ganz besonders Hervorragend•» bietet Leider muss ioh trotz der persönlichen Verehrung, die ioh für diesen Manu and seine sagen*- reiche Thätigkeit hege, gesteh», dass meine diesbeizügliohen Erwartungen getauscht wordea nnd. Das Buch enthält in einer Einleitung über Rhetorik and in nenn Oapiteln über die jüdische Homiletik durchwegs sohöne und währe Gedanken, aber eie sind weder neu. noch in wissenschaftlicher Weise zur Ausohagjag gebracht, sondern bewegen sich in dem gwsäHTlbhen

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