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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-07-10 · N° 28. (10.7.1890) · p. Seite 110

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 28. (10.7.1890)
Date
1890-07-10
Page
Seite 110 (sequence 4)
Language
German
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— 110 — Tone der Canserie. Philippeon sagt:■ man 8011 nicht* zu leise sprechen, damit man ▼erstanden wurde, man 8011 nicht zu laut sprechen, damit die Zuhörer nicht abgespannt werden, man soll "nicht gar sn sehr im getragenen Stile sich bewegen und man 8011 auch nicht trivial werden und ähnliche Dinge mehr. Bei der Frage, ob Predigten extemporiert oder niedergeschrieben werden sollen, entscheidet sich Philippson gewiss mit ▼ollem Rechte für das Letztere. Es wird nun wol niemanden geben, der es nicht als Pflicht des Rabbiners betrachten würde, seine Predigt sorgfältig auszuarbeiten, aber es waren dabei zwei Punkte in Betracht zu’ziehen, welche den Werth des Memoriens doch ausserordentlich einschr&nken. Das Auswendiglernen einer Rede muss ohne Zweifel die Sicherheit im Sprechen beeinträchtigen. ־Ein Wort, welches dem Redner entgeht, kann ihn trotz sorgfältiger Vorbereitung ganz aus dem Concept bringen. Darum wird es gut sein, wenn die Vorbereitung sich wesentlich auf die Disposition beschränkt, um demRedner die Möglichkeit zu geben, den Zusammenhang seiner Rede jederzeit festzuhalten. Endlich kommt der Redner •dir häufig in die Lage, zu seiner Vorbereitung nicht die genügende Zeit zu haben, er muss daher gewöhnt sein, auch ohne gründliche Vorbereitung gut überdachte Gedanken in tadelloser Form ▼orzubringen; das kaum wieder nur geschehen, wenn er auch sonst sich daran gewöhnt hat, sich mit geringer Vorbereitung zu begnügen. Ein historischer Excurs über Midrasch und Predigt ist mit jener Klarheit und Sachkunde geschrieben, die alle Au&ätze Philippsons auszeichnen. Trotzdem bin ich nicht der Ansicht, dass die Derascha ursprünglieh den Zweck hatte, widersprechende Aussprüche der Rabbinen in Einklang zu bringen, sondern das Letztere jrar nur die Form, welche, der dialectischen Stilistik des Talmuds entnommen, auch für die erbauliche Rede dienen musste. Auch sonst ist Philippson ein kleiner Fehler unterlaufen, indem er das Gleichniss R. Jsak Napcha's über Halacha und Haggada (Baba kamma, 60 b) den Bewohnern der Stadt statt zweien seiner Schüler ▼ortragen lässt, wobei ihm wahrscheinlich eine Verwechselung mit der Geschichte von R. Abahn u. R. Chia bar Abba (Sota 40 n.), welche gleichzeitig in einer Stadt Vorträge hielten, unterlaufen ist Ich sage das nicht, um es besonders tadelnd bervorzuheben, sondern um gewissennassen ▼or dem Publikum das Zeugnis8 abzulegen, dass ich mich redlich bemüht habe, das Buch mit jener Aufmerksamkeit zu lesen, welche nach meiner Ansicht jeder jüdische Theologe dem Namen des Verfassers schuldet Besonders interessant ist es, dass fast in derselben Zeit in welcher dieses Buch erschien, auch eine systematisch bearbeitete jüdische Homiletik, über deren Mangel Philippson klagt erschienen ist- Wenn nun auoh das Buch nicht als Lehrbuch der jüdischen Homiletik dienen [kann, so wird es als eine Darstellung der Gedanken seines gefeierten Autors immer eine. Gabe bleiben, für welche man dem pietät- ▼ollen Herausgeber aufrichtigen!Dank schuldet Brüx, 27. Juni 1890. Dr. Deutsch. Isitterariaahe Notizen. Loadea. Herr Dr. Theodor, Rabbiner in Bsjanowo (Posen), der eich in der jüdischen Gelehrtenwelt durch seine in der Gräte*• sehen Monatsschrift erschienenen Abhandlang Uber die ZusammeneedBung des ״Midrasch Rabbah“ bekannt gemacht hat, weilt augenblicklich in unserer Stadt. Deutsche Rabbinen, welche ihre Ferien unt»r harter Arbeit in ausländischen Bibliotheken ▼erbringen, sind für englische Gelehrte eine wohlthaende Erscheinnag. Herr Dr. Theodor beschäftigt sich mit der Collation verschiedener hebräischer Manascripte des Britischen Museums und beabsichtigt xunächst eine kritische Aufgabe des ״Bereschith Rabbah“ zu veranstalten. Ein solches Werk ist von der grössten Wichtigkeit und verdient die bereitwilligste Unter- Stützung der Freunde der jüdischen Litteratur in anesrm Lande. Die Gelehrten 83hen dem Erscheinen dieses Werkes mit höchster Erwarten# entgegen, da angenommen werden daif, dass der Heraasgeber im Stande sein wird, viele Schwierigkeiten in den bestehenden Ausgaben zu lösen. Wir hoffen daher, dass die Arbeiten des Herrn Dr. Theodor in englischen Bibliotheken von dem besten Erfolge gekrönt sein werden. Selbstverständlieh wird derselbe auch die berühmte Bodleiana-Collection aa Oxford iür seine Zwecke consnltiren. 1Jew. Chron.) Hew-Yerk. In der letzten Nummer von ״Trübner’s Record1' befindet sich neben Uebersetzungen des Liedes ״The house that Jack bailt“ (das Hans, welches Jacob baute), der Text und die Uebersetzung des חד גדיא - Liedes, Die Herausgeber der Peasach-Hagadah’s sollten hiervon Notiz nehmen, da der Text einer handschriftlichen הגדה des British Museam entnommen ist Der Referent behauptet, dass zum ersten Male im Jahre 1731 von P. N. Lehr echt in Leipzig die Beziehung des גדיא *TI- Liedes zu dem vorgenannten ״The house that Jack buüt“ nachgewiesen wurde. (Es wäre daher interessant zu erfahren, wann und von wem dieses Lied gedichtet worden ist.) C. Chlcage. Ein Buch unter dem Titel ״Outlines of Jewish hiatory“ (Abriss der jüdischen Geschichte) von 686 ante bis 1890 a. g. Z., von Lady Magnus, 888 SS. 8*, hat der jüdische Publicationsverein za Philadelphia 8a eben hurausgegeben. Der hier erscheinende ״Occident“ schreibt über dasselbe: Dieses zeitgemässe Bach wird eine fühlbare Lücke in unserer modernen Geschieh ts litteratur aus füllen und allen Israeliten unseres Landes so wie j allen Englisch lesenden Glaubensgenossen hochwillkommen sein. Deutschland hat seine Geschichtschreiber, and ihre Erzeugnisse erfreuen sich eines weit ansgedehnten Leserkreises Graets, Geiger, Jost und Cassel sind allen deutschen Israeliten wohlbekannte Namen. Das vorliegende Buch, obsebon nicht frei von chronologischen lrrthümem hat dennoch ein grosses Verdienst, da alle Hauptdata der jüdischen Geschichte uns in demselben in einem klaren, gefeilten Styl vorgetührt werden. Die 43 Kapitel sind entsprechend abgegrenzt and die practischen Mariginal-Inhaltsangaben erleichtern das Auf suchen ungemein. Der Verein hat mit der Herausgabe dieses Erstlingswerkes ohne Zweifel einen glücklichen Griff gethan. Demnächst wird derselbe veröffentlichen: ״Think and Thank“ oder die Jugendjahre Sir Moses Montefiores. Durch alle Bachhaadlaagea zu beziehen: Brudeis’ illustr.israel.Volkskalen der % 5061 (!890-91). Ausgabe für Deztaebisü.*• Sehr relehhaltlfeg edieg. Inhalt. Taschenformat 109 Seite a. 455;] *«▼ 50 Pik. Jwb I. trnririg i» Prag. ledrbtrs r **ץ~*~■ enterb erzielen jttd. Beamte mit dem Verkaufe meiner beliebten Jahnettgedrukbl Itter. Pröbe- Myter gratis u. fr^uso. (4872 Littorarischer Anzeiger. Das goldene Buch. ff•■ JadeathesM. Biographisches Lexloon berihmter Männer und Frauen in Wort and Bild^ Verfasst trnd Heransgegeben von Alfi-ad SchSmnald. Elegant ausgeötattet mit Bildern aal feinstem Elfenbeinpapier. I. Uefwnsi » M Ins I ■ark. _ _Enthält drei Tableaux mit 27 Porträts. "V■ Zu beziehen durch den Herausgeber: Alf re« lohlauild, We■ יי., Valerleutraaaa S, ״'■״־' ■sowie durch jede Buchhggalung. In den nächten Tagen gelangt bei uns zar Aasgabe: .התוספתא לפי סדר המשניות מעורכת ומסודרת, עם פירוש הגיון אריה פאת •אריה שווארץ אכיר דק׳־ר, קארלסרוהע ח*ר סדר זרעים, [4345 Preis t Babel. Wittwe and <*«br. Komm in Wllua. Beriehtigaa(.' In voriger Nr. S. 106 b Zeile 22 v. o. ist st. dich geringfügige“ z. lesen: ״zieutlich aclrwxenge“ iahmst, Magdeburg. Druek ▼oa D.I*. Wolft, Magdeburg. Verlag vod Robert Frises,

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