Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 18. (1.5.1890)
- Date
- 1890-05-01
- Page
- Seite 69 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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tag, den 25. Nisan 462. — Der 25. Nissan war am Sonntag. 4. יקרא דחיי Offenbaoh 1823. Benjamin Wolf in Kolin, 24. Nisan 482. — Muss jedenfalls 582 heissen. 5. סדר רב עמרם נאח Wu»*• 1865. Moses b. Abraham Pereira in Hebron, 17. Tisohri 526. — Muss jedenfalls 625 heissen. 6. ברכת כרעים Amsterdam 1828. Joseph Ascher Lehmans in Haag, 28. Nisan 588. 7. תנ*ך jüdisch-deateoh von Blitz, Amsterdam 1676—78. Eine hebräische und deatsohe Erklärung von Jsaak Meier b. Jona Teomim (oder Marens Fraenkel, Dootor und Babbln er) datirt respeotive 27. Menaohem nnd 27. Augast 5442 (1682). — Der 27. Menaohem war am 31. August; oder die Erklärung müsste an 2 verschiedenen Tagen geschrieben, was aber bei ihrem kurzen Inhalte nicht anzunehmen ist. Approb. von Abraham b. Josua und Juda Loeb b. Salomo in Amsterdam, 475 ר*ון אלול. — St. 475 muss es 435 heissen, wie der Text auch richtig תל־ה hat Jsaac Aboab in Amsterdam, 10. Tisohri 435. — In der הסכמה steht deutlich בארבכה כשר לח־ תשרי. Eine Approbation von Chesohwan 435 kann ich in der Ausgabe nioht finden; dagegen fehlen im Katalog 2 interessante Approbationen, welche die Ausgabe hat und zwar eine von Ephraim, Sohn des Märtyrers Moses Heilprnn aus Pillau, dat. Donnerstag, den 12. Siwan (o. J.,) jedenfalls aber 435, und eine von Meier Gerathewohl aus Frankfurt, Babbiner in Emmerich (ehemaliges Herzogthum Cleve) dat. Sonntag, 22. Elul 437. — Wie der vorsichtige ßoest diese hat übersehen können, ist mir unbegreiflich. 8. מזמור לתודה Prag 1610. Hierbei ist bemerkt: Das Datum מם ד בר־־ח ניסן (St. No. 390) findet sich nicht in diesem Exemplar. — ר״ח ניסן fällt nie auf Mittwoch. (Fortsetzung folgt.) Recensionen. Bosenzweig, Adolf Dr. Jerusalem u. Caesarea. Ein historisches Essay mit besonderer Büoksioht auf die Bedeutung Caesarea’s für Judenthum und Christenthum. Berlin 1890. Mayer & Müller 31 S. 8. Jerusalem und Caesarea bilden historische Gegen- Sätze. Sie gleichen, um ein rabbinisohes Bild zu gebrauchen, den beiden Eimern am Brunnenrade. Wenn der eine sich füllt, leeret der andere sich. Diese Gegensätze nun im Laufe der Geschiohte nachzuweisen, ist Aufgabe der Schrift, welche viel Gutes nnd manohes Neue in anspreohender Form vorführt. Hervorzuheben ist es, dass der Herr Verfasser den Norden nnd den Süden Palästina’8 und den aus der Natur der Landschaft heraus modifioirten Charakter der nordischen Stadt Caesarea und der südliohen Stadt Jerusalem (Seite 7) lebhaft zu schildern versteht. Das geographische Moment ist in diesem Sinne nioht nur äusserlioh, sondern auoh innerlioh zum Wesen der Geschichtswissenschaft gehörig. Zu bedauern ist nur, dass der Genuss der Lektüre bei manohen Hinweisen auf insbesondere talmudisohen Quellen daduroh Einbusse erleidet, dass in Folge offenbarer Druckfehler es dem Leser so ergeht, wie wenn. Jemand eine Geld-Anweisung bekommt, die an der betreffenden Stelle nioht berücksichtigt wird. Der Werth der Anweisung geht dadurch verloren. So habe ich auf Seite 13, Note 2 Sota 35a und Note 3, Svnhedrin 18a und Beraohoth 6a und auf Seite 24, Note 5, Chagiga 76a die bezüglichen Beweisstellen nioht finden können. Der Traktat Chagiga hat überhaupt nur 27 Blätter. — In einer Schrift von nur kleinem Umfange sind solch« Mängel, welohe ja mit Leichtigkeit hätten umgangen weiden können, ganz besonders störend. Wichtiger erscheint der objeoäven Kritik das Bedenken, dass im Sinne des auadrüoklioh angeführten talmudisohen Textes (Megillah 6a) aaf Seite 5, Note 5 und Seite 8 Caesarea als eine Stadt geschildert wird, welohe auf dem Sande gebaut war, wie ihr Glauben und ihre Treue. Nqn wer ist die Pluralbildung von חול ,Sand* ni«mnel■ gebräuchlich, und ist vielmehr das Wort חולות von חאיל und מחול ,gesangliche Lustbarkeit* herzuleiten und mit ,Stätten des Sanges und heiteren Gelages* zu übersetzen. Es entspricht diese Auslegung dem nachfolgenden Attribute מבדל שיר der ,Hochburg des Sanges*, daher anoh des Leichtsinns und der Sittenverderbniss. Denn von einer Kunst und der sittliohen Einwirkung derselben konnte zur damaligen Zeit nioht die Bede sein. Damit hängt auoh die talmudische Erzählung vom Theater und Circus (תאטריות וקרקסיות) zusammen, Unter• haltungshäusern, welohe in Edom zahlreich vorhanden und sittenverderblioh waren. Anoh hätte es dem strebsamen und fachkundigen Autor nioht entgehen dürfen, dass König Agrippa nioht aus dem Bedürfnisse, sioh ,die Gunst des Volke« zu erwerben* (Seite 12) Freudenthränen weinte, alz das Volk ihm zurief: ,Da bist unser Bruder*, sondern, wie dies ausdräoklich aus der Misohna Sota 41a hervorgeht, weil dem Wortlaut des Gesetzes (Dept. 27,15) entgegen, seine Familienherkunft keine jüdische war. Hat dooh der Grossvater Agrippa’s, Herodes, wie ja . der Verfasser selbst (Seite 16, Note 1) erzählt, deshalb die genealogisohen Tabellen beseitigen lassen. Dem Enkel wie dem Grossvater auf dem Throne lag also offenbar daran, dureh fremde Abstammung keinen Anstoss zu erregen. Es darf ferner nioht unerwähnt bleiben, dass aus dqm Umstande, dass Abahu hagadisohe Vorträge hielt, nioht unbedingt zu folgern sei, dass, wie der Verfasser aaf Seite 23 behauptet, der genannte Weise seinen Schwerpunkt weniger auf dem Gebiete der Halaoha als der Hagada hatte. Aaf die Quelle in Sotah 40a geprüft, scheint mir vielmehr das Gegentheil hervorzugehen. Abahu würde sonst nioht in einem vortrefflichen Gleiohnisse die halachisohen Lehren mit Edelsteinen, die agadistisohen hingegen mit Glas vergliohen haben. Nie durfte die; Bescheiden neit so weit gehen, die Achtung vor dem Faohe, welches den vorwiegenden Inhalt geistiger Thätigkeit ausgemacht haben sollte, zu verringern. Aus derselben Stelle Sota 40a ist auoh zu berichtigen, dass nioht nur die'Pforten ,des römischen Prokonsuls*, sondern auoh des kaiser-־ liehen Palastes, dem an Ansehen und Bedeutung so reichen Gelehrten sioh geöffnet hatten. Die Unterlassung oder, wie der Verfasser (Seite 23) sagt, die ,Lässigkeit* in Betreff des Bekenntnisse« der Gotteseinheit hätte nioht ausgereioht, um die Zerstörung Jerusalem’« herbeizuführen, sondern, wie aus Sabbath 119b und den bezüglichen biblisohen Belegstellen hervorgeht, wurde der Untemng der Gottesstadt dadurch herbeigeführt, dass für Früh- und Abend-Andaoht keine, für Trinkgelage des Morgens und in der Naoht aber reiohe Gelegenheit gegeben war, und an Stelle religiöeer Uebung öffentliche Unsitthohkeit getreten und dieser zu Gunsten jene unter drüokt worden war. Die Beurthailung dar tragischen Geschiohte Jerusalems kann eben nur vom Geeichtepunkt göttlioher Gerechtigkeit aas geschehen. Es fällt der Kritik sehr schwer, in einer wiesensohaftliohen Abhandlung rhetorische Momente einer Beurthailung zu unterziehen. Ehrbare Leistenge■ der guten Sache, ergebener Kräfte müssen eben ■ft Wohlwollen und Müde beurthailt werden. Wenn ee