Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 16. (17.4.1890)
- Date
- 1890-04-17
- Page
- Seite 60 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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־ faiaa, und das• achlieaslioh dem oben genannten Gotte sein grösste• Fest am 13. Tage im . ■weiten Monat der üebereehwemmnngejahreeneit «feiert wurde. Die Papyrusarkanden geben ans darüber Aaskanft, dass in der Näbe von Pitam Seen gelegen wann, die tmter der semitischen Benennung Birkat aufgeführt worden, and eie lassen erkennen, dass Beduinen• familien von Edom am die Erlaubnis* naohsachten, mit ihren Heerden ,die Festung* aa passiren, .am im Lande Tbakot, dem biblischen Sukkoth, ,auf der Bombne Pharaos* Speise für sioh and ihre Heerden za finden, da ,Pharao, möge er leben, gläoklioh and wohl sein! eine gütige Sonne für alles Volk ist.* Das and vieles Andere spricht so beredt für unsere genaue Kenntnis« der Stadt and ihre nach Osten gerichteten Lage, dass es überflüssig erscheint, die gelieferten Angaben daroh neae za vermehren. Ihre glückliche Aufdeckung hat nunmehr Licht in die Dunkelheit ihrer genauen Lage gebraoht. Wer blind sein will and den Erklärern der Denkmäler and Inschriften keinen oder wenig Glauben schenkt, mag seine Zweifel bewahren. Wir bemerken ausdrücklich: die Lage von Pitam steht unzweifelhaft fest, nicht weniger ihre griechische Bezeichnung als Ero. Die aas 28 langen Zeilen bestehende Inschrift aas Königs Ptolemäas II. Epoche enthält Angaben geographischer Natur, die von höchster Wichtigkeit sind. Die königlichen Schiffe, welche auf dem Bothen Meere weite Seereisen nach der Troglodytenküste unternahmen, am Elephanten ,als Wander* and sonstige Produkte jener fernen Welt im Süden za holen, ziehen nach glücklich vollendeter Meerfahrt, denn Sturm and böses Wetter hatte sie überrascht, wohlbehalten in das Gewässer von Kemaer (eigentlich ״TiefecLwarzwasser“) ein. Dort landen sie an der gewöhnlichen Landaagssteile. Es sind die heutigen sogenannten Bitterseen, am welchen es sich handelt, während das nördlicher gelegene Beoken des Krokodilsee8 die alte Bezeichnung des Skorpionssaes führte. Was zweifellos feststeht und in der Inschrift selbst durch den Wortlaut bestätigt wird, war die im sechsten Regiertngsjahre, also 278 vor Christi Gebart, des Königs aasgefabrte oder vielmehr daroh Reinigang von den Sandmassen wiederhergestellte Verbindang des Nile«, mit Benutzung der anter den Ramessiden angelegten Linie. Der Kanal wird im Texte als ,der grosse Kanal im Osten Egyptens* bezeichnet and als seine südlichste Stelle, in des Nähe des heatigen Saes, die Oertliohkeit Ro-zea, d. h. ,Pforte des Windes“ bezeichnet Die egyptische Hafenstadt des Rothen Meeres in der damaligen Zeit war nicht Saes, wie in unseren Tagen, sondern sie lag am Ostende des Wadi Tamilat, in der Nähe von Pithom-Ero, deren griechische Be- Zeichnung der zugehörigen Baoht den Namen des ,heroonpoütischen Meerbusens* verlieh. Die von dem besonnenen französischen Ingenieur Linant Pascha auf Grand antiquarisch-geologischer Unteraachungen schon früher aasgesprochene and verthaidigte Ansicht, dass sich das Nordände des Rothen Meeres bis zam Krokodilsee ausgedehnt haben müsse, d. h. bis zum ,Schilfmeere* der Bibel, hat in dieser Weise eine glänzende historische Bestätigung gefunden. Alte Städte, welche die Geographen in der Nähe des heutigen Saeabusens gesucht und in die Karten dieses Theiles dar alten Walt eingetragen hatten, wie Heroonpolis, Arainoe and Klysma, müssen mit aller Nothwendigkeit ■ach der Mitte des Iathmas von Saes varsetzt worden und der viel behandelnde Durchgang der Ebräer durch das Rothe Meer erhält plötzlich und unerwartet eine ganz neue Basis in Bezug auf seine Richtung. Es war an einer Stalle im Süden daa heutigen Krokodilsees, dass die AaawaudBMvdini ihren Weg daroh das Meer nahmen. (Schluss fblgt.) Ein 1800*) jähriges Incolatsgesetz. (8chlu63) Alle Schwierigkeiten sind nämlioh gelöst, alle Fragap sind beantwortet, wenn man die fragliche Boraltha folgendermassen übersetzt: ,Nichtjaden and Kleinviehhirten (and Kleinvieh- Züchter, Tosiphta) können (ihre Frauen and ihr Hausgesinde) nicht zwingen mit ihnen heraufzuziehen, (wenn sie, die Nj. H. und Z ,nach Palästina, bezw. Jerusalem ziehen wollen), aber auch nicht zum Hinunterziehen mit ihnen, (wenn sie, dieNiehtj. undH. n.Z., aus Palästina■ bezhw. Jerusalem wegziehen wollen); Mäfnin, Apostaten and Angeber oder Verräther können (ihre Angehörigen and ihr Gesinde) zam Hinanterziehen, (Aaswanderu aas) aber nicht zum Heraufziehen,(Einwandern nach | Palästina bezhw. Jerusalem) zwingen.* מעלי ן wird in dieser Bedeutung gebraucht ia der 1 Mischna Kethuboth Perek 13, Mischna 11 (vergL Babli 110bfl; Jeras. 36b und Aruohin tolio 3ab.) Anstatt מודידין steht dort allerdings מוציאין, aber das dürfte dort nur aas redaotionellen, formalen Ur- Sachen geschehen sein, weil in der voran!gehenden Mischna, bei der UebersiedeluDg aus einer Stadt in die andere (אין מוצי*.ק <מעיר לעיר ומכרך לכרך steht, 80 ward dieser Ausdruck aach in der darauffolgenden Mischna beibehalten, dass aach ia dieser Beziehaog gesagt werden könnte: ואיידי דתנא רישא אין מוציאי) ת;א סיפא נמי אין מוציא־ץ . . (Babli 1. C). Es ist auch möglieh, dass der Redaotear der Mischna den in seiner Zeit üblichen Ausdruck אין מוציאק für den altern pK ]מורידי gesetzt hat. Von Palästina als Gebirgsland and von Jerusalem als Gebirgsstadt gebraucht die heilige Schrift zumeist עלה für gehen, reisen, ziehen nach und ירד für w eg-gehe n, -reisen, -ziehen von P. oder J, da die anderen Länder, von denen die Bibel spricht, zameist niedriger gelegen als Palästina. Nachdem sich aber der geograpbische Gesichtskreis erweitert hatte, waren die Ausdrücke עלה und ירד nicht mehr am Platze and es mussten an deren Stelle die allgemein gehaltenen Ausdrücke בוא ,kommen* und יצא ,hinausgehen“ in Gebrauch kommen. Namentlich den babylonisehen Amoraim fehlt das Bewusstsein, dass die Aasdrück• עלה und TV für ,gehen nach“ nnd ,kommen von* Palästina and Jerusalem anter gegebenen Umständen auoh noch im Neuhebräischen üb-, lioh and auch berechtigt seien, obschon gerade in Bezog anf Babylonien diese Ausdrücke berechtigt and, wie aas Baba Kama 23 b and 113 b and Baba Bathra 45a za ersehen, die entsprechenden aramäisehen Ausdrücke: דסלקק לעילא ודנחתן לתתא, in Babylonien gang and gebe waren. Darum fragt auch der babylonische Talmud: Kidasohin 69 a, warum in der Mischna עלו מכבל steht und nicht ישראל pהלכו לא Worauf dann (vergl. Synhedrin 87 a Sifre Deatorn. § 37 and 152) aas Jirmiaha, Kapitel 16, Vers 14 (vgl. Rabbinowitz za Synhedrin 87 a, Note 40) dedazirt wird, dass selbst anter dem erweiterten geo- *) Berichtigungen: In No. 14—15 S. 54b in dar Ueberschritt setze: läOÜ st. 1500; — S. 55a, Z. 6: Erklärung st. Erkl&rangen; — Z. 46: einer st. eiae; — Z. Öd: giebt es •t giebta; — 8. 55b, Z. 16: Räbban sh Rabbon; — Anmerkung Z. f: £t> hana st. Kohana; — ibid Z. 14 nach ״nicht“: י*ב; — ib. Z. 19: durfte st. dürfte; — ib. Z. 2a: 118 st. 18; — 8. 56a, Z. 2; Punkt st. Komma; — Z. 16: gleichen Characteren st. gleicliar Cherectare; — Z. 17: Fragezeichen st Punkt; — Z. 20: Punkt st Komma — und: Daa• st dass.